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ISO 22000

Internationaler Standard für Lebens- und Futtermittel

Die ISO 22000 ist der einzige stufenübergreifende, weltweit ausgelegte und zertifizierbare Standard für Lebensmittelsicherheit-Managementsysteme. Ausgangspunkt für die Entwicklung der ISO 22000 war der Ruf nach Vereinheitlichung der Standards im Lebensmittelsektor. Mehrfachzertifizierungen gehören in der Branche zur Tagesordnung. HACCP, BRC und IFS, um nur einige zu nennen, decken aber nur bestimmte Teilaspekte ab. Die von der GFSI (Global Food Safety Initiative, einer Organisation des weltweiten Einzelhandels) anerkannten Standards (z. B. IFS, BRC) finden regional unterschiedlich Anerkennung durch den Handel. Gerade für Unternehmen, die nicht an den Lebensmittelhandel liefern (z. B. Hersteller von Halbfertigerzeugnissen, Gerätehersteller, Catering) gab es bisher keinen umfassenden, allgemein anerkannten Zertifizierungsstandard für Lebensmittelsicherheit.

 

Revision der ISO 22000:2018 ist in Kraft

Am 19. Juni 2018 wurde die überarbeitete Fassung der ISO 22000 für Lebensmittelsicherheits-Managementsysteme final veröffentlicht. Damit hat für zertifizierte Unternehmen die Transitionsphase begonnen. Zertifizierte Unternehmen haben nun drei Jahre Zeit, ihr Lebensmittelsicherheits-Managementsystem (Food Safety Management System – FSMS) auf die neue Norm umzustellen.

Wir haben für Sie die wesentlichen Neuerungen zur Revision hier zusammengefasst:

Für Infos zur Revision der ISO 22000:2018 hier entlang

Wir empfehlen Unternehmen mit einem zertifizierten FSMS nach ISO 22000, sich möglichst frühzeitig mit den Inhalten der neuen Normfassung auseinanderzusetzen. Selbstverständlich halten wir Sie in den kommenden Monaten auf dem Laufenden – auch zu einschlägigen Veranstaltungen.

  • Wen betrifft die ISO 22000?

    Alle Unternehmen, die direkt und indirekt an der Lebensmittelproduktion beteiligt sind, ungeachtet der Produktionsstufe.

    • Landwirtschaftliche Urprodukte (Schlachttiere, geerntete Pflanzen)
    • Lebensmittel-Halbfabrikate zur industriellen Weiterverarbeitung
    • Verarbeitete oder verpackte Lebensmittel
    • Lebensmittel-Zusatzstoffe
    • Transport- oder Lagerdienstleistungen für Lebensmittel oder Futtermittel
    • Primärverpackungen oder Materialien für Primärverpackungen von Lebens- und Futtermitteln (z. B. Folien, Beutel, Kartons, Schachteln, Becher, Deckel, Papier, Hartschalen)
    • Futtermittel (Einzel- oder Mischfuttermittel), Futtermittelzusatzstoffe
    • Reinigungsdienstleistungen, Reinigungsmittel
    • Schädlingsbekämpfungsdienstleistungen, Schädlingsbekämpfungsmittel
    • Gemeinschaftsverpflegung (Gaststätten, Kantinen, Catering)
    • Pflanzenschutzmittel, Vorratsschutzmittel
    • Maschinen, Einrichtungen und Geräte zur Lebensmittelverarbeitung
    • Handel (Einzelhandel, Großhandel, Zwischenhandel)
  • Inhalte der ISO 22000
    • Interaktive Kommunikation - Alle durch die systematische Gefahrenanalyse erhaltenen Informationen müssen durch die Unternehmen sowohl den vorgelagerten, den nachgelagerten als auch den übergeordneten Organisationen (z. B. Unternehmen, Behörden, Kunden) bereitgestellt werden.
    • Systemmanagement - Ein wesentlicher Grund für den Erfolg von Managementsystemen ist die ganzheitliche Betrachtung des Unternehmens. Das Modell des prozessorientierten Ansatzes der ISO 9001:2000 wurde ebenso integriert wie die Forderungen des HACCP-Standards. Die ISO 22000 zielt ausschließlich auf die Lebensmittelsicherheit ab. Sie übernimmt aber nicht die Aufgabe der ISO 9001:2000, die das allgemeine Qualitätsmanagement als Gesamtaufgabe der Unternehmensführung regelt.
    • HACCP - Die Gefahrenanalyse ist der Schlüssel zu einem effektiven Managementsystem für die Lebensmittelsicherheit. Die ISO 22000 fasst die Grundsätze des Systems der Gefahrenanalyse und die der kritischen Kontrollpunkte (Hazard Analysis and Critical Control Points – HACCP), basierend auf der von der Codex-Alimentarius-Kommission entwickelten Anwendungsschritte, zusammen. Alle vernünftigerweise zu erwartenden Gefahren müssen identifiziert, bewertet und beherrscht werden; dabei muss festgelegt werden, welche Gefahren innerhalb des eigenen Unternehmens und welche durch andere Unternehmen innerhalb der Produktionskette (bis hin zum Verbraucher) beherrscht werden müssen.
    • Präventivprogramme (PRP = prerequisite programs) - Neu in der ISO 22000 ist der Begriff der Präventivprogramme. Dabei handelt es sich um Grundvoraussetzungen und Handlungen, die für die Herstellung, Behandlung und Bereitstellung sicherer Lebensmittel nötig sind. Die Grundvoraussetzungen beziehen sich auf die Infrastruktur und die Arbeitsumgebung (Erfüllung der baulichen Anforderungen der Lebensmittelhygiene). Unterschieden werden davon die operativen Präventivprogramme (produktionsbezogene, steuerbare und validierbare Maßnahmen wie Reinigung und Desinfektion). Bei der Gefahrenanalyse stellt das Unternehmen fest, mit welcher Strategie die Gefahrenkontrolle durch eine Kombination der Präventivprogramme und des HACCP-Plans sichergestellt werden soll. Die benötigten Präventivprogramme hängen vom Segment der Lebensmittelkette, in dem sich das Unternehmen befindet, ab. Beispiele für entsprechende Begriffe sind gute Herstellungspraxis (GMP – Good Manufacturing Practice) oder gute landwirtschaftliche Praxis (GAP – Good Agricultural Practice) bzw. finden sich im Codex Alimentarius, der auch bei der Lebensmittelgesetzgebung in Europa berücksichtigt wird.
    • Gesamte Lieferkette - Eine wesentliche Stärke der ISO 22000 ist die Abdeckung der vollständigen Lieferkette. Dabei bezieht dieser Standard auch die Lieferanten ein, die in die Kette der Lebensmittelherstellung zuliefern. Hierzu gehörten u. a. auch Verpackungshersteller und Lieferanten von Vitaminen
    • Validierung, Verifizierung und Aktualisierung - Besonderes Augenmerk legt die ISO 22000 auf die Dokumentation und Nachweisführung, dass alle für die Lebensmittelsicherhit nötigen Maßnahmen vor ihrer Durchführung korrekt geplant, während der Durchfürhung korrekt gesteuert und dannach vollständig hinsichtlich Wirksamtkeit bewertet werden. Das bezieht sich v. a. auch auf die PRP sowie die Kombinationen daraus, nicht nur auf die CCP im Sinne des HACCP-Konzepts.
  • Besonderheiten im Auditablauf

    Die Prüfung läuft in zwei Stufen ab. Beim „Stufe 1-Audit“ wird beim Kunden geprüft, ob die Dokumentation den Anforderungen entspricht, ob die äußeren Rahmenbedingungen geeignet sind und ob das Verständnis für die Inhalte ISO 22000 angemessen ist. Mögliche Mängel können in dieser Stufe noch behoben werden ohne den Gesamterfolg der ISO 22000 Zertifizierung zu beeinträchtigen.

    Ferner dient das „Stufe 1-Audit“ der Planung des „Stufe 2-Audits“, das aus einer intensiven Betriebsbegehung und einer intensiven Überwachung der für die Lebensmittelsicherheit wichtigen Prozesse einschließlich der Aufzeichnungen besteht.

  • ISO 22000 - Wichtige Fragen, wichtige Antworten

    Was ist das Besondere an der ISO 22000?

    Die ISO 22000 hat einen umfassenden Geltungsbereich und ist als internationale Norm angelegt. Sie ist von der ISO, einer neutralen Instanz erstellt.

    Wem nutzt das Zertifikat nach ISO 22000?

    Bereits jetzt ist die ISO 22000 interessant für alle Unternehmen, bei denen die Zertifizierung nach den „Handelsstandards“ wie IFS oder BRC nicht ausreicht oder nicht möglich ist. Mittelfristig ist damit zu rechnen, dass die ISO 22000 den internationalen Warenverkehr unterstützt. Das kann sich sowohl auf die Erfüllung behördlicher Anforderungen als auch auf Anforderungen der Kunden beziehen.

    Wann wird die ISO 22000 von der GSFI (Global Food Safety Initiative) anerkannt?

    Die GFSI vertritt den Internationalen Handel und zielt vor allem auf Standards, die gezielt den Handel betreffen. Zur Zeit ist die ISO 22000 nicht von der GFSI anerkannt. Jedoch hat die GFSI die „Überbrückung der Lücke“ zwischen GFSI-Leitlinie für Lebensmittelsicherheitsstandards und der ISO 22000 als Schwerpunktthema für die künftige Arbeit festgelegt. Neben systematischen Fragen der Akkreditierung wird von der GFSI beim Vergleich der Standards festgestellt, dass bei den Handelsstandards (u. a. IFS, BRC) die Präventivprogramme (PRP) konkret aufgeführt sind, während in der ISO 22000 die Festlegung der PRP dem Unternehmen unterliegt.

    Löst die ISO 22000 den IFS oder BRC ab?

    Voraussichtlich nicht. Die künftigen Entwicklung hinsichtlich einer möglichen Anerkennung der ISO 22000 durch die GFSI hat keine direkte Auswirkung auf die Fortführung und Weiterentwicklung der Standards der Handelsverbände.

    Braucht der Hersteller von Lebensmitteln, die direkt und ausschließlich an den Deutschen/Britischen (bzw. europäischen) Handel geliefert werden, eine Zertifizierung nach IFS oder BRC?

    Ja. Vorerst ändert sich für diese Unternehmen nichts.

    Löst die ISO 22000 die ISO 9001 in der Lebensmittelbranche ab?

    Nein. Die ISO 22000 beschreibt die Anforderungen an ein Managementsystem ausschließlich für die Lebensmittelsicherheit. Die ISO 9001 ist und bleibt die einzige Qualitätsmanagementnorm, die sich auf das gesamte Management bezieht. Ein funktionierendes System nach ISO 9001 bleibt auch in Zukunft der Garant dafür, dass das Unternehmen sich rasch an neue äußere Anforderungen wie zusätzliche Zertifizierungen anpassen kann.

    Ersetzt die ISO 22000 den HACCP-Standard?

    Mit dem Inkrafttreten des „Hygienepakets“ in der EU (VO 852/2004 ff) ist HACCP nach Codex Alimentarius für alle Lebensmittelunternehmer verpflichtend. Was gesetzlich vorgeschrieben ist, ist nicht zertifizierbar. Die ISO 22000 geht über HACCP hinaus. Ähnlich wie CCPs gemäß HACCP-Konzept müssen sogenannte „Vorbeugemaßnahmen“ („prerequisite programs“) entwickelt, validiert und verifiziert werden (in ähnlicher Weise wie die CCP).

    Wenn ein Unternehmen nach ISO 9001, IFS und/oder BRC zertifiziert ist, erfüllt es dann automatisch die Anforderungen nach ISO 22000?

    Ein zertifiziertes Unternehmen hat gute Voraussetzungen zur Zertifizierung nach ISO 22000, muss aber die besonderen Anforderungen der ISO 22000 bewusst in das Qualitätsmanagementsystem einarbeiten (z. B. die Vorbeugemaßnahmen; erhebliche formale Anforderungen an Aktualisierung, Validierung und Verifizierung).

    Welchen internen Nutzen, der über die die Erfüllung der Anforderung der Kunden hinaus geht, kann das Unternehmen aus der ISO 22000 ziehen?

    Ein Managementsystem für Lebensmittelsicherheit nach ISO 22000 ist ein Beitrag zum unternehmensbezogenen Risikomanagement. Dieser Ansatz wird durch die ISO 22000 in wesentlichen Punkten im Vergleich zu anderen verstärkt verfolgt.

    Welche Rolle spielt die ISO 22000 in der landwirtschaftlichen Urproduktion?

    Formal ist die Landwirtschaft im Geltungsbereich der Norm enthalten. Es ist jedoch eine bedeutende Herausforderung für einen landwirtschaftlichen Betrieb, den geforderten Dokumentationsaufwand zu leisten.

    Für wen ist die ISO 22000 besonders attraktiv?

    Es ist zu erwarten, dass besonders Unternehmen profitieren können, die in die Lebensmittelbranche liefern oder hierfür tätig sind. Hierzu gehören z. B. Lebensmittel-Transporteure, Reinigungsfirmen, Hersteller von Lebensmittelverpackungen und -Verarbeitungsmaschinen, von denen nicht explizit die klassischen Lebensmittelstandards wie IFS, GMP+ oder BRC gefordert werden. Die ISO 22000 bietet diesen Unternehmen die Chance, ihre Fähigkeit zur Gewährleistung der Sicherheitsanforderungen nach außen zu kommunizieren.

    Ferner ist die ISO 22000 ein wertvolles Hilfsmittel für Lieferanten von Lebensmittel-Halbfertigerzeugnissen. Der Nachweis der Implementierung eines HACCP-Konzepts allein genügt in den Kunden-Lieferantenbeziehungen meistens nicht mehr, denn es handelt sich um eine gesetzliche Forderung, deren Einhaltung vorausgesetzt werden kann und muss.

Ihr Nutzen

  • Sie erfüllen und dokumentieren die höchsten Anforderungen an die Nahrungsmittelsicherheit
  • Sie schaffen Vertrauen in Ihre Leistungen bei Kunden, Geschäftspartnern und potentiellen Kunden
  • Möglichkeit der Erschließung von neuen Märkten und Kundengruppen
  • Ein Managementsystem für Lebensmittelsicherheit nach ISO 22000 ist ein Beitrag zum unternehmensbezogenen Risikomanagement. Dieser Ansatz wird durch die ISO 22000 in wesentlichen Punkten im Vergleich zu anderen verstärkt verfolgt.

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