Fachwissen in der Medizintechnik

MEDIZINTECHNIKMARKT 2021: FACHKRÄFTEMANGEL WIRD ZUNEHMEND ZUM PROBLEM

Das Potenzial im Gesundheitswesen und somit für den Medizinproduktemarkt ist riesig: Weltweit altert die Bevölkerung, das Gesundheitswesen wächst, Gesundheitssysteme werden ausgebaut und neue Lösungen für Versorgung und Behandlung werden gebraucht. Auch die Digitalisierung eröffnet mit Mobile-Health-Anwendungen zusätzliche, lukrative Wachstumsmöglichkeiten. Kurz gesagt: Es bestehen gute Aussichten auf starkes Wachstum und gesunde Gewinne.

Entscheidend ist, dass sich die Medizintechnikbranche vorausschauend in den Wachstumsmärkten positioniert und die Chancen und Risiken genau kennt. Nur so können die Prozesse und Kosten entlang der Wertschöpfungskette optimiert und die Produkt- und Marktentwicklung zielgerichtet vorangetrieben werden.

Herausforderungen für die Medizinproduktebranche gibt es viele, lassen Sie uns einige Punkte ansehen:

MDR

Ziel der MDR, mit Geltungsbeginn 26.05.2021, ist der Schutz des Patienten vor fehlerhaften oder risikobehafteten Medizinprodukten. Die Umsetzung verursacht bei Herstellern von Medizinprodukten viel Aufwand und Kosten und steigert den Bedarf an Fachpersonal.

Stark gestiegene regulatorische Anforderungen haben direkte Auswirkungen auf die technologische Entwicklung, die Innovationsgeschwindigkeit und die Produktpalette. Aktuelle Kennnisse hierzu sind zwingend notwendig, um die EU-Grundlage rechtssicher umzusetzen und den Unternehmenserfolg weiterhin zu sichern.

Märkte

Regulatorische Anforderungen für die Zulassung und den Vertrieb von medizintechnischen Produkten unterscheiden sich im internationalen Vergleich zum Teil gravierend. Dies erfordert eine Analyse der bestehenden und neuen Märkte auf Basis länderspezifischen Wissens und eine klare strategische (Neu-)Ausrichtung der Produktportfolios.

Digitalisierung

Das Gesundheitswesen geht in die nächste Stufe der Digitalisierung. Vernetzung, Medizinproduktedigitalisierung mit Softwareeinsatz, Einsatz von künstlicher Intelligenz, Sensorik, individualisierte Medizintechnik und additive Fertigung erfordern einen hohen Einsatz in der Branche.

MedTech-Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle und die Produkte digital ausrichten und dabei die länderspezifischen Grundlagen zu Datenschutz und Datensicherheit bereits in den ersten Schritten der Produkt- und Prozessentwicklung verankern.

Zulieferer

Auf dem lukrativen Markt der Medizinprodukte tummeln sich immer mehr branchenfremde Unternehmen und Anbieter aus diversen Segmenten. Dieses Phänomen konnten wir auch bei der Schutzmaskenherstellung in der Coronazeit beobachten.

Vielfach wird der Markt von den Firmen und Zulieferern falsch eingeschätzt, da sie die regulatorischen Anforderungen unterschätzen. Defizite in der Umsetzung fallen oftmals erst in externen Kontrollen und Produktzulassungen auf oder bei Rechtsstreitigkeiten mit Kunden oder Wettbewerbern. Sichere Produktion und Einhaltung der länderspezifischen Grundlagen sind das A & O – auch für Branchenfremde und Zulieferer. Diese sollten von Anfang an eine solide Wissensbasis aufbauen, um teure Fehler zu vermeiden.

Vertrieb

An den Vertrieb von Medizinprodukten werden ganz neue Anforderungen herangetragen: Für jedes Medizinprodukt muss der Kundennutzen stark hervorausgearbeitet werden, damit es sich auf dem Markt etablieren kann und vom Wettbewerb deutlich unterscheidet. Kundenanforderungen und Verbesserungen müssen vom Markt aufgenommen werden und mit in die Produktverbesserung einfließen, so erreicht man Marktakzeptanz. Das ist laut § 83 Medizinprodukterecht-Durchführungsgesetz (MPDG) auch eine Aufgabe, die der Vertrieb übernimmt. Diese neue Gesetzgebung sollte allen Medizinprodukteberatern bekannt sein.

Fachkräftemangel

Die Studie Digitale [email protected], die im August 2020 vom Deutschen Industrieverband SPECTARIS und der Unternehmensberatung Kienbaum Consultants International veröffentlicht wurde, zeigt auf, wie eng die Wachstumschancen in Zeiten der Digitalisierung mit der Verfügbarkeit qualifizierten Personals verknüpft sind.

Der Bedarf an Fach- und Führungskräften, die durch ihre Qualifikation die Digitalisierung im Unternehmen voranbringen können, steigt zunehmend und kann derzeit bei einem Drittel der befragten Unternehmen nicht vom Arbeitsmarkt gedeckt werden. Dabei geht die Hälfte der Befragten davon aus, dass ihr Unternehmen um bis zu zehn Prozent wachsen könnte, wenn sich der Bedarf an „digitalen Experten“ decken ließe. Mehr als ein Viertel der Befragten rechnet sogar mit einem Wachstum von bis zu 20 Prozent, das aufgrund des Fachkräftemangels derzeit nicht erzielt werden kann.

Als Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel setzen die Unternehmen auf verstärkte Anstrengungen im Recruiting (51 %) und beim Employer Branding (54,2 %). Als mit Abstand wichtigste Maßnahme wird aber das Investment in die eigenen Mitarbeiter durch Weiterbildung und Förderung (65,4 %) genannt.

Tatsächlich dürfte auch angesichts des demographischen Wandels das verstärkte Ausschöpfen der bereits im Unternehmen vorhandenen Mitarbeiterpotenziale ein entscheidender Erfolgsfaktor in der Medizinproduktebranche (und nicht nur da) sein.

Fazit: Wissen und Qualifikation sind die Basis für den Erfolg in der MedTech-Branche

Nur mit qualifiziertem Fachpersonal und aktuellem Expertenwissen können diese großen Herausforderungen gemeistert werden.

Allerdings brauchen die Unternehmen dazu qualifizierte Weiterbildungspartner, die über jederzeit aktuelles fachliches Know-how und strukturierte Lernkonzepte verfügen, um das benötigte Spezialwissen nachhaltig zu vermitteln. Die TÜV SÜD Akademie bietet derzeit neun modulare Weiterbildungen an, über die sich Mitarbeiter der Branche zu Spezialisten in den relevanten Themenbereichen qualifizieren können. Diese Weiterbildungen und die dazu gehörigen Berufsbilder werden wir hier in den nächsten Monaten genauer vorstellen.

Warum sich die Investition in Weiterbildung fünffach lohnt:

  1. Die Gesetzgebung nimmt weiterhin rasant zu – was heute neu ist, ist morgen schon veraltet.
  2. Das Wissen im Unternehmen ist nur so aktuell wie das Wissen in den Köpfen.
  3. Die internen Prozesse müssen laufend unter Berücksichtigung der externen Anforderungen weiterentwickelt werden.
  4. Diversifizierung und Internationalisierung erfordern zusätzliches Wissen, das ebenfalls ständig aktualisiert werden muss.
  5. Weiterbildung steigert die Mitarbeiterzufriedenheit und trägt zur Bindung der fähigsten Köpfe an das Unternehmen bei.

Vieles spricht für eine Weiterbildung bei uns


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