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3. Dezember 2021

So überwintert das E-Bike

Die Tage werden kühler, die Sonnenstunden weniger und so lagern viele E-Bikenutzer ihre Räder über den Winter im Keller oder in der Garage ein. „Das Rad einfach nur zu verstauen, kann jedoch zu Problemen führen“, erinnert Andreas Hüsam von TÜV SÜD: „Daher sollten einige Aspekte beherzigt werden, damit nach der saisonalen Pause das Bike problemlos wieder genutzt werden kann.“ Insbesondere Dreck und Schmutz können im Verlauf der Winterpause dazu führen, dass sich zunehmend Rost bildet und das Rad beschädigt. Aber auch der Akku will gepflegt werden.

Die meisten gängigen Akkus sind heute Lithium-Ionen-Akkus. Lithium-Ionen-Akkus sind Batterien, in denen Lithium-Ionen die elektrische Ladung in einer Elektrolytflüssigkeit zwischen Kathode und Anode transportieren.

„Akkus sollten im Winter vor extremen Minus-Temperaturen geschützt werden“, erläutert der TÜV SÜD-Fachmann Andreas Hüsam. „Denn diese können der Betriebsbereitschaft des Akkus kurzfristig schaden. Das integrierte Batterie-/Akku-Managementsystem mancher Geräte schaltet sich auch zum Selbstschutz ab, sollte es zu kalt werden – auch wenn der Akku eigentlich noch gar nicht leer ist.

Ist die Umgebungstemperatur eines Akkus zu niedrig, beschleunigt das den Verschleiß. Kälte verlangsamt die elektrochemischen Prozesse eines Akkus, weil die Elektrolytflüssigkeit zäher wird und so der Innenwiderstand erhöht wird. Wenn nun ein Akku viel Strom liefern muss, kann das dazu führen, dass die Spannung sinkt und es zu einer schädigenden Tiefenentladung kommt. Das vorsorgliche Selbstausschalten soll das verhindern.

Heutige Lithium-Ionen-Akkus haben auch nach sehr vielen Ladezyklen kaum Einbußen bei der Leistung, sie altern aber dennoch. Strukturschäden können dann ggfs. die elektrische Spannung bei Kälte abrupt sinken lassen. Wenn der Akku nach einem Aufenthalt in der Kälte aufgeladen werden soll, sollte gewartet werden, bis das Gerät bzw. der Akku wieder Zimmertemperatur erreicht hat.

Wenn es um die winterliche Lagerung von E-Bike Akkus geht, dann sollte dies möglichst an einem trockenen, kühlen (aber frostfreien) und gut belüfteten Platz erfolgen. Dies erhöht die sogenannte Zyklen-Lebensdauer und verringert die ohnehin schon geringe Selbstentladung noch einmal. Ist ein E-Bike längere Zeit im Winter nicht in Gebrauch sollte der Akku mit 30 bis 60 Prozent der Ladekapazität gelagert werden. Bei Außentemperaturen unter null Grad ist es ratsam, den bei Raumtemperatur geladenen und gelagerten Akku erst kurz vor Fahrtantritt in das E-Bike einzusetzen. Zusätzlich ist es ratsam, die Kontaktstellen des Akkus am Fahrrad zu schützen, sofern das Bike nicht trocken gelagert werden kann. Entsprechende Sprays gibt es im Fachhandel.

Weitaus zeitaufwendiger als das Pflegeprogramm für den Stromspeicher ist die Wintervorsorge für das gesamte Rad. „Um schwer erreichbare Stellen säubern und auf Rost kontrollieren zu können, empfiehlt sich ein Montageständer“, schildert Andreas Hüsam seine Erfahrungen „und für die Reinigung warmes Wasser oder der Einsatz von speziellen Fahrradreinigern“. Besonderes Augenmerk sollte den Reifen gelten. Ist deren Druck deutlich zu niedrig, kann dies dazu führen, dass die Seitenwand aufgrund des platten Reifens langfristig beschädigt wird und der Reifen vor Beginn der neuen Radsaison ersetzt werden muss. Um etwaige Beschädigungen während der Wintermonate zu vermeiden, ist es ratsam, den Reifen innerhalb der Spanne zwischen minimalem und maximalem Wert des vom Hersteller empfohlenen Drucks aufzupumpen. Angegeben ist der Reifendruck in der Maßeinheit bar oder/und psi, sie lässt sich an der Flanke der Reifen ablesen. Mitunter heißt es dabei etwas suchen, denn viele Firmen drucken diese Angabe nicht in heller Farbe auf, sondern prägen sie in den Gummi ein.

„Grundsätzlich sind für die Winterpause von E-Bikes trockene Orte ratsam“, rät der TÜV SÜD-Fachmann, „andernfalls besteht die Gefahr, dass sich Feuchtigkeit ansammelt, welche das Risiko auf Rostbildung deutlich erhöht“. Mithilfe einer Abdeckplane kann zudem das Bike über die Wintermonate vor Staub und Schmutz geschützt werden. Ist es nicht möglich, das Rad trocken einzulagern, so sollte die Plane regelmäßig gelüftet werden. So kann etwaiges Kondenswasser verdunsten. Um die äußeren Einflüsse durch Feuchtigkeit sowie Kälte weiter zu minimieren, sollten zudem alle elektronischen Geräte wie GPS oder Fahrradcomputer entfernt und in der Wohnung gelagert werden.

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Pressekontakt: Dirk Moser-Delarami

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