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Presse und Medien

18. Dezember 2019

Nicht nur auf die Größe kommt es an

Der Anlasser orgelt kraftlos oder klackt gar nur noch. Frost und Tiefentladung haben über Nacht den schnellen Akku-Tod gebracht. „Inzwischen sind schwächelnde oder defekte Batterien allerdings nicht nur in den kälteren Monaten Pannenursache Nummer eins“, weiß Karsten Graef von TÜV SÜD in München, „und ist der Akku älter als etwa fünf Jahre, dann droht der Exitus ständig“. Ersatz muss her. „Wer den Austausch selbst erledigen will, sollte aber einige Kriterien beachten“, rät der TÜV SÜD-Fachmann: „Da müssen nicht nur die Abmessungen passen.“

Ist eine Neuanschaffung nötig, sollte man sich zuvor kundig machen, welcher Typ erforderlich ist. Grundsätzlich wird zwischen der herkömmlichen Starterbatterie, dem sogenannten Starter-Lighting-Ignition-Akku und Modellen für Fahrzeuge mit Start-Stopp-Automatik und Bremsenergierückgewinnung unterschieden. Bei ihnen sorgen spezielle Technologien wie Absorbent Glass Mat (AGM) oder Enhanced Flooded Battery (EFB) für besonders hohe Zyklenfestigkeit und Lebensdauer. Wichtig für den Austausch sind darüber hinaus die Gehäuseform sowie Spannung, Kapazität und Kaltstartstrom. Meist hilft ein Blick in die Bedienungsanleitung, eine Nachfrage bei der Werkstatt oder dem Fachhandel erinnert Graef.

Europaweit sind Autobatterien in der European Type Number (ETN) zusammengefasst. Diese Norm hat die ehemalige DIN-Nomenklatur abgelöst und umfasst Bauform, Kaltstartstrom, Nennspannung, Kapazität sowie die Lage der Plus- und Minuspole. „Batterien mit gleicher Nummer können normalerweise problemlos getauscht werden“, beruhigt der TÜV SÜD-Fachmann.

Die nächsten Klippen drohen dann bei einem Austausch in Eigenregie. Besitzt der Wagen beispielsweise eine Start-Stopp-Automatik oder ein Batteriemanagementsystem, muss der neue Akku im Steuergerät eingetragen und angelernt werden. Dazu benötigt man Diagnosegeräte und Fachwissen. Bei vielen Fahrzeugen muss bei der Deinstallation der Batterie die Reihenfolge beachtet werden, in der Kabel und Fixierungen der Batteriehalterung gelöst werden. Wird der Stromkreis zwischen Batterie und Fahrzeugelektronik unterbrochen, kann das zudem zu Datenverlusten in Steuergeräten und im Infotainment-System führen. „Dann müssen elektronische Komponenten wie Radio und Fensterheber eventuell neu programmiert werden. Profis arbeiten deshalb meist mit einer Pufferbatterie, die die Spannungsversorgung aufrechterhält“, skizziert Graef die Grenzen der Eigeninitiative.

„Grundsätzlich altern Batterien nach einigen Tiefentladungen noch schneller“, erläutert Graef den technischen Hintergrund des Akkuexitus. Zudem belasten Minusgrade und zusätzliche Verbraucher wie Radio, Gebläse, Sitz- und Heckscheibenheizung die Stromspender. „Kommen dann noch viele Kurzstrecken hinzu, erreicht der Akku nicht mehr seine volle Leistungsfähigkeit“, weiß der TÜV SÜD-Fachmann und seit Hersteller immer mehr Elektronik in ihren Fahrzeugen einsetzen, wird der Akku praktisch ständig angezapft. So kann dem gewollten Parken ein unerwarteter Stillstand folgen. „Grund sind diverse Steuergeräte, die im Hintergrund arbeiten und damit selten oder sogar niemals aufhören“, so Graef.

Pressekontakt: Vincenzo Lucá

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