TÜV SÜD informiert über Standard-Revision
TÜV SÜD informiert über Standard-Revision
17. Juni 2026
Die FSSC 22000 Version 7 ist in Kraft. Damit gelten neue Zertifizierungsvorgaben für Unternehmen der Lebensmittelindustrie und angrenzende Bereiche der Lieferkette. Im Fokus stehen aktualisierte Präventivprogramme (PRPs) auf Basis der ISO-22002:2025-Reihe sowie Anpassungen an die aktuellen GFSI‑Benchmarking‑Anforderungen. Außerdem sind Struktur und Zuordnung der Food-Chain-Kategorien klarer gefasst. TÜV SÜD informiert zu den Details.
FSSC 22000 ist ein weltweit akzeptierter Nachweis für ein umfassendes Managementsystem für Lebensmittel- bzw. Futtermittelsicherheit. Der Standard setzt sich aus den Vorgaben der ISO 22000, den allgemeinen und sektor-spezifischen Präventivprogrammen der ISO/TS 22002-X Reihe (z. B. für Lebensmittelverarbeitung, Catering, Handel oder Transport), sowie den zusätzlichen Vorgaben des FSSC zusammen. FSSC ist von der Global Food Safety Initiative (GFSI) als Standard für Lebensmittelsicherheit anerkannt und genießt eine hohe Akzeptanz im internationalen Handel sowie in der weiterverarbeitenden Industrie.
„Mit FSSC 22000 Version 7 sind die Anforderungen an Unternehmen klarer strukturiert und stärker an aktuellen Erwartungen ausgerichtet. Das hilft Unternehmen, ihr Managementsystem gezielt zu aktualisieren und auditierbar umzusetzen“, sagt Dr. Andreas Daxenberger, Product Line Manager Food&Feed bei TÜV SÜD. „Beispielsweise wurden die Kriterien zur Vermeidung der Produktkontamination präzisiert.“
Version 7 integriert die neu strukturierte und inhaltlich überarbeitete ISO‑22002:2025‑Reihe für Präventivprogramme (PRPs), die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde. Die ISO/TS 22002-100 beschreibt die allgemeinen Präventivprogramme für Hygiene und Lebensmittelsicherheit für alle Branchen, z. B. für Lebensmittelverarbeitung, Catering, Handel oder Transport hinsichtlich Infrastruktur, Personalhygiene, Schädlingsbekämpfung, Reinigung und Desinfektion. Die sektorspezifischen Ergänzungen sind in den Detail-Standards dargelegt, z. B. für die Lebensmittelverarbeitung in der ISO/TS 22002-1 mit konkreten Vorgaben für Trinkwasser, zur Vermeidung von Fremdkörpern, zur Minimierung der Allergenverschleppung oder zur mikrobiologischen Beschaffenheit.
Die FSSC 22000 Version 7 wurde außerdem an die aktuellen GFSI‑Benchmarking‑Requirements angepasst. Das betrifft die Zertifizierungsverfahren, z. B. die Berechnung der Auditzeit, Regelungen zur Zertifikats- und Auditlaufzeit oder die Auditorenqualifizierung. Außerdem wurden die Geltungsbereiche der Food‑Chain‑Kategorien eindeutiger geregelt, was die Zuordnung von Tätigkeiten und Standorten im Zertifizierungsumfang erleichtert.
Organisationen, die derzeit nach Version 6 zertifiziert sind, wird ab dem Datum der Veröffentlichung von Version 7, also dem 1. Mai 2026, eine Übergangsfrist von 12 Monaten gewährt. In der Übergangsfrist kann nach beiden Versionen auditiert werden; der letzte Termin für die Auditierung nach der alten Version ist der 30.04.2027. Die Änderungen erscheinen vor dem Hintergrund der ohnehin nötigen guten Hygienepraxis und der mittlerweile üblichen Kundenerwartungen plausibel und umsetzbar, wobei jedes Unternehmen sich gezielt darauf einstellen sollte.
Schritt 1: Normen herunterladen
Schritt 2: Awareness/Transition-Schulung
Schritt 3: Gap Assessment
Schritt 4: Entwicklung eines Action Plans
Schritt 5: Umsetzung
Schritt 6: Überprüfung
Weitere Informationen unter tuvsud.com/lebensmittel.
Pressekontakt: Laura Albrecht