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Baustellen – Die Angst fährt mit

TÜV SÜD/Baustellen/Sicherheit

TÜV SÜD/Baustellen/Sicherheit

25. Juni 2026

Aktuell gibt es rund 1.000 Baustellen auf den deutschen Autobahnen. Über 500 davon sind als Dauerbaustellen eingestuft, die den Verkehr langfristig beeinflussen. Zwei Drittel aller bundesweiten Autobahnbaustellen befinden sich in Nordrhein-Westfalen. „Mithin gehören Baustellen zum Alltag auf der Autobahn und sie sind erfahrungsgemäß eine häufige Unfallquelle“, warnt Marcellus Kaup von TÜV SÜD. Das offenbart sich besonders, wenn sich zu den Hauptreisezeiten der Verkehr ballt. Das Fahren auf der linken Fahrspur wird aufgrund der Enge – oft sind es nicht mehr als 2,50 Meter – von vielen Autofahrern als besonders unangenehm empfunden. Üblicherweise stehen je 3,75 Meter für die rechte und linke Fahrspur zur Verfügung. „Umfragen zufolge fühlt sich knapp die Hälfte der Befragten in Autobahnbaustellen nicht sicher und jeder sechste Fahrer verspürt sogar regelrecht Angst“, weiß Kaup. Die engen Platzverhältnisse, die ungewohnte Spurführung verlangen Konzentration, verzeihen einem Autofahrer kein gedankliches Abschweifen, kein Hantieren am Radio und schon gar nicht am Telefon, selbst bei Freisprecheinrichtung. Einen aktuellen Überblick der Baustellen beispielsweise entlang der Urlaubsroute kann man sich im Web verschaffen (autobahn.de/betrieb-verkehr/baustellenkarte).

„Grundsätzlich ist in Baustellenbereichen die rechte Fahrspur breiter und daher Autofahrern zu empfehlen, die sich auf der linken Spur unsicher fühlen“, erläutert Kaup. Die linke Spur ist vielfach hingegen nur bis zu einer bestimmten Breite erlaubt. Tückisch: Der in den Fahrzeugpapieren eingetragene Wert über die Breite eines Pkw weist nur die Abmessungen ohne die Außenspiegel aus. „Deshalb sollte man sich über die tatsächliche Breite seines Fahrzeugs informieren“, legt der TÜV SÜD-Fachmann Autofahrern ans Herz, „sonst droht Bußgeld.“ Das gilt ebenso für die Tempolimits. Erfahrungsgemäß sind Baustellenbereiche ein gern gewählter Platz für Geschwindigkeitskontrollen.

„Wenn vor der Baustelle die Anzahl der Fahrspuren reduziert wird, heißt es, sich nach dem Reißverschlusssystem einzuordnen. Es gelten Tempolimits und Überholverbote. Mitunter werden Autofahrer durch entsprechende Beschilderung dazu aufgefordert, in Baustellen versetzt zu fahren. „Durch den Verzicht auf Überholmanöver lassen sich Unfälle mit dem Nebenmann vermeiden“, gibt der TÜV SÜD-Fachmann zu bedenken und rät, „vermeiden Sie Spurwechsel sowie Überholmanöver in der Baustelle.“ Baustellen sind nur selten länger als zehn Kilometer, der Zeitvorteil ist also minimal. Man ist also kaum langsamer, aber viel sicherer unterwegs. Ganz wichtig und sicherheitsrelevant ist der ausreichende Abstand zum Vordermann. „Besondere Vorsicht ist im Verschwenkungsbereich angebracht“, erinnert Kaup: „Lastwagen oder Gespanne brauchen dort mehr Platz.“ Ein Verschwenkungsbereich auf der Autobahn ist ein Streckenabschnitt, in dem die Fahrspuren quer zur eigentlichen Fahrbahnachse versetzt, umgeleitet oder eingeengt werden. Dies geschieht in der Regel im Vorfeld von Baustellen, um den Verkehr um den abgesperrten Baustellenbereich herumzuleiten.

Im Falle einer Panne gilt, Warnblinker einschalten und das Fahrzeug so weit wie möglich am rechten Fahrbahnrand abstellen. Anschließend sollten alle Autoinsassen den Wagen auf der dem Verkehr abgewandten Seite verlassen und zuvor ihre Warnweste überstreifen. Erhöhte Aufmerksamkeit ist bei Nachtbaustellen geboten. Besonders kritisch ist der Übergang von beleuchteten auf unbeleuchtete Abschnitte. „Reduzieren Sie im Zweifel das Tempo, damit Sie die Spurführung besser erkennen und sich orientieren können“, rät Kaup.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucá

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