Verbrauchertipp: Alleskönner Hülsenfrucht

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Verbrauchertipp: Alleskönner Hülsenfrucht

Lebensmittel aus Hülsenfrüchten machen satt und sind mit ihrem hohen Eiweißgehalt eine wichtige pflanzliche Proteinquelle. Und sie helfen mit ihren Eigenschaften obendrein der Landwirtschaft.

Grüne Bohne, rote Linse, Erbse und Co. liegen derzeit voll im Trend. Viele Lebensmittelhersteller setzen auf Produktalternativen auf Basis von Hülsenfrüchten – ob als Basis für Nudeln, Pflanzendrinks, Fleisch- oder gar Kaffee-Ersatz. Das wachsende Angebot in den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels schlägt sich auch im Pro-Kopf-Verbrauch an Hülsenfrüchten in Deutschland nieder: Dieser steigt seit einigen Jahren und liegt aktuell bei 2,5 Kilogramm.

Gesunde Kraft aus der Natur – bei richtiger Zubereitung

Die Beliebtheit sogenannter Leguminosen geht nicht allein auf ihre sättigende Wirkung zurück. Mit ihrem hohen Eiweißgehalt gelten sie als gesunde Proteinquelle und enthalten nicht zuletzt sehr viele Nährstoffe. Kleiner Wermutstropfen: Dem Menschen nutzen diese wertvollen Inhalte nur in verarbeitetem Zustand. Denn in rohen Hülsenfrüchten finden sich unerwünschte Stoffe wie Saponine oder Phytinsäure, die die Pflanzen zwar resistenter gegenüber Pilzen und Insekten machen, den menschlichen Stoffwechsel allerdings stören. Daher sollten etwa Soja- oder Mungbohnen vor dem Verzehr unbedingt auskeimen – Bohnen, (Kicher-)Erbsen oder Linsen müssen meist über mehrere Stunden eingeweicht und/oder gekocht werden. Die unerwünschten Inhaltsstoffe gehen dann ins Einweich-, Koch- oder Auskeimwasser über, deswegen sollte es anschließend immer im Ausguss landen.

Starker Helfer für die Landwirtschaft

Dass auch die regionalen Anbauflächen deutlich zunehmen, ist allerdings nicht einzig der stetig wachsenden Nachfrage seitens der hiesigen Verbraucher und Verbraucherinnen sowie der Lebensmittelindustrie geschuldet. Vielmehr bringen Hülsenfrüchte auch der Landwirtschaft eine Reihe von Vorteilen. Da Leguminosen Stickstoff im Boden halten, sparen Agrarbetriebe, die sie gezielt in die Fruchtfolge auf ihren Feldern einbeziehen, stickstoffhaltigen Mineraldünger ein. Zudem sorgen Leguminosen dafür, dass Humus im Boden bleibt, und binden damit Kohlenstoff. Auch als Tierfutter kommen sie immer öfter zum Einsatz, das somit oftmals nicht zugekauft bzw. importiert werden muss.

Champion in Sachen Artenvielfalt

Die Pflanzen der Leguminosen bieten Bienen und anderen Insekten einen attraktiven Lebensraum. Doch auch sie selbst sind wahre Champions in Sachen Artenvielfalt: Hülsenfrüchte entstammen einer sehr reichen Pflanzenfamilie – mit Wachstumsprognose. Denn um den neu erwachten Rohstoffbedarf und geänderte Verbrauchsgewohnheiten zu bedienen, werden Saatgut, Anbau- und Erntemethodik gezielt wiederbelebt und weiterentwickelt. Seit den 1980er-Jahren etwa wird auf der Schwäbischen Alb die fast ausgestorbene Alblinse wieder angebaut. Alte Sorten wie die blaue Süßlupine oder die Luzerne sind heute wieder wichtige landwirtschaftliche Kulturpflanzen. Im Supermarktregal macht sich diese Vielfalt in Form von Chips aus roten, gelben oder schwarzen Linsen ebenso bemerkbar wie in Dips und Brotaufstrichen auf Basis von Kichererbsen. Und Bäcker nutzen die Rheinische Ackerbohne als Zutat, um ihr Brot proteinhaltiger und saftiger zu machen.

Verpackung verrät Herkunft

Viele Leguminosen werden außerhalb Europas angebaut. Die Ernte von Linsen erfolgt hauptsächlich in Kanada, von Kichererbsen in Indien, Nordafrika, Spanien und der Türkei. Und auch wenn das Statistische Amt der Europäischen Union im Jahr 2020 dank der Zucht neuer Sorten in Deutschland eine verdoppelte Erntemenge an Sojabohnen gegenüber 2016 verzeichnen konnte, gehört die Bundesrepublik schon lange zu den fünf wichtigsten Soja-Importländern weltweit. In Europa sind die Türkei, Italien sowie Bosnien und Herzegowina die Hauptanbaugebiete von Sojabohnen. Auskunft über die genaue Herkunft gibt die Verpackungsrückseite. Insgesamt sind Hülsenfrüchte wahre Alleskönner und gehören auf jeden Speiseplan.

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