Nützliches Wissen zu Risikomanagement

Weiterbildung Risikomanagement und Risikomethoden

WEITERBILDUNG RISIKOMANAGEMENT – DIREKT VON UNSEREN EXPERTEN

Risikomanagement ist die Kunst, Risiken und Chancen professionell zu antizipieren und sicher durch die stürmische See zu navigieren.

Der Bedarf an hoch qualifizierten Risikomanagern und Risikomanagement-Mitarbeitern ist in allen Branchen sehr hoch. Neben einer fundierten Methodenkompetenz sind auch organisatorische und unternehmenskulturelle Aspekte wichtige Erfolgsfaktoren, die wir in unseren Seminaren berücksichtigen.

In den Risikomanagement Seminaren lernen Sie bewährte Instrumentarien kennen, um persönliche ebenso wie organisatorische, strafrechtliche und zivilrechtliche Risiken zu minimieren. Die Anforderungen der Unternehmen an eine praxisrelevante Risikomanagement-Ausbildung werden in unseren Seminaren konsequent umgesetzt.

RISIKOMANAGEMENT ALS SCHLÜSSEL ZU EINEM NACHHALTIGEN UNTERNEHMERISCHEN ERFOLG

Warum werden im Durchschnitt nur rund 1,5 Prozent der Unternehmen älter als 100 Jahre? Ein genauerer Blick zeigt, dass Unternehmensschieflagen oder -insolvenzen immer wieder ähnlichen Mustern folgen. Zur Erhöhung der „Unternehmens-Gesundheit“ wäre es daher klug, wenn sich Unternehmen präventiv mit den Treibern für Schieflagen oder Insolvenzen näher beschäftigen würden und noch wichtiger, diese aktiv mit Maßnahmen reduzieren oder gar eliminieren würden. Schlüssel hierfür ist ein präventives und wirksames Risikomanagement.

Unternehmerische Tätigkeit ohne Risiko gab es noch nie und wird es auch nie geben. Und das ist auch gut so. Doch wer Chancen – als die Kehrseite von Risiko – ergreift und Risiken seriös bewerten und steuern kann, ist für die Zukunft besser gewappnet. Hierbei spielen auch Frühwarnindikatoren und schwache Signale eine wichtige Rolle.

Zur Erfüllung dieser vielfältigen Anforderungen an den Unternehmer ist die Einführung eines wirksamen Risikomanagementsystems ein in der Praxis bereits bewährtes und äußerst erfolgreiches Instrument. Gleichzeitig besteht nach der jüngsten Rechtsprechung in einer Mehrzahl der Unternehmen die gesetzliche Pflicht zur Unterhaltung eines wirksamen Risikofrüherkennungssystems.
Beispielsweise fordert §91 AktG, dass mögliche „bestandsgefährdende Entwicklungen“, auch aus Kombinationseffekten von Einzelrisiken, früh erkannt werden. Hierzu zählen alle potenziellen Risiken, insbesondere auch sogenannte ESG-Risiken (Environmental, Social and Corporate Governance) bzw. CSR-Risiken (Corporate Social Responsibility). Von einer Bestandsgefährdung ist auszugehen, wenn ein ESG/CSR-Risiko auch finanzielle Auswirkungen hat und so zur Illiquidität führen kann.

Risikomanagement ist ein wesentliches Kernelement eines umfassenden Nachhaltigkeitsmanagements. Es gilt, die Aspekte der Nachhaltigkeit innerhalb des Risikomanagementprozesses zu berücksichtigen. Dies ist vielen Unternehmen in den letzten Monaten deutlich vor Augen geführt worden. Nicht auf Nachhaltigkeitsrisiken einzugehen, stellt ein geschäftliches Risiko – nicht nur für die Unternehmensreputation – dar. Wirksames Nachhaltigkeitsmanagement ist aktive Risikovorsorge.
Das frühzeitige Erkennen und Steuern von Risiken sowie das Realisieren von Chancen sind wichtige Elemente für effiziente, qualitativ hochwertige und (rechts-)sichere Prozesse in Unternehmen und somit ein wesentlicher Schlüssel zu einem nachhaltigen unternehmerischen Erfolg.

Vier Erfolgsfaktoren eines wirksamen Risikomanagement-Systems

Grundsätzlich existieren vier Erfolgsfaktoren, damit ein Risikomanagement wirksam ist und einen Mehrwert stiftet:

  1. Risikomanagement muss gelebt werden („Risiko- und Fehlerkultur“). Hierbei geht es vor allem um die Frage, wie wir im Unternehmen mit Fehlern und Risiken umgehen. Vielfach gelten Fehler und Risiken als etwas Schlechtes, das wir tunlichst vermeiden müssen. Dabei sind Fehler und Risiken immer dann am nützlichsten, wenn alle davon lernen.
  2. Risikomanagement benötigt einen Prozess in Form eines kontinuierlichen Regelkreises.
  3. Risikomanagement muss in eine Organisation eingebettet werden und sollte keinesfalls als isolierter „Silo“ betrachtet werden.
  4. Risikomanagement basiert auf adäquaten und auf die Fragestellung angepassten Methoden. Beispielsweise werden für die Analyse von Währungsrisiken anderen Methoden benötigt als wenn Risiken aus der Supply Chain oder Compliancerisiken analysiert werden.

Hierbei ist es wichtig, dass Unternehmen als (komplexes und soziales) System betrachtet werden. Unternehmen selbst sind dabei wieder Teil eines noch größeren Gesamtsystems (mit einer Menge systemischer Risiken etc.). Systemgrößen dürfen keinesfalls als starr betrachtet werden, sondern als sich ständig verändernde Größen.
Das beste System für Risikomanagement bleibt unwirksam, wenn es nicht tagtäglich im Unternehmen gelebt wird. Risikomanagement muss als wertschöpfender Prozess verstanden werden und in die Unternehmenssteuerung integriert sein. Nur so wird Risikomanagement zu einem strategischen und wertschöpfenden Instrument.

FINDEN SIE HIER WEITERE INFORMATIONEN ZUM THEMA RISIKOMANAGEMENT UND ZU UNSEREN SEMINAREN:

Informieren Sie sich hier über unsere Seminare im Bereich allgemeines oder themenspezifisches Risikomanagement, Risikomethoden und Risikobeurteilung sowie aktuelle und interessante Themen dazu.

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN RISIKOMANAGEMENT

Die ISO 31000:2018 definiert Risiko als eine „Auswirkung von Unsicherheit auf Ziele“. Eine Auswirkung stellt dabei sowohl eine Abweichung in positiver oder negativer Richtung als auch in beide Richtungen dar. Üblicherweise wird Risiko anhand der Risikoursache, der potenziellen Ereignisse, ihrer Auswirkungen und ihrer Wahrscheinlichkeit dargestellt.

Risikomanagement lässt sich durch einen Kreislauf darstellen, der aus mehreren Phasen besteht.

Das Strategische Risikomanagement bildet die integrative Klammer und das Fundament des gesamten Risikomanagement-Prozesses. Es beinhaltet vor allem die Formulierung von Risikomanagement-Zielen in Form einer Risikostrategie. Bevor das Risikomanagement als kontinuierlicher Prozess eingeführt und gelebt werden kann, müssen zunächst die Grundlagen bezüglich der Rahmenbedingungen (etwa Risk Policy Statement bzw. Risikostrategie), Organisation (etwa Funktionen, Verantwortlichkeiten und Informationsfluss) und die eigentlichen Prozessphasen definiert werden.

Ziel der Risikoidentifikation ist die frühzeitige Erkennung von potenziellen Ziel- und Planabweichungen, das heißt die möglichst vollständige Erfassung aller Risikoquellen, Schadensursachen und Störpotenziale. In einem nächsten Schritt erfolgt die Bewertung der identifizierten Risiken. Der Werkzeugkasten im Risikomanagement bietet eine große Vielfalt an Methoden und Analysemethoden zur Bewertung von Risiken. Die Aggregation von Risiken zu einer Gesamtrisikoposition kann grundsätzlich auf zwei Wegen erfolgen, analytisch oder durch Simulation.

Eine Schlüsselstelle im gesamten Risk-Management-Prozess nimmt die Risikosteuerung und -kontrolle ein. Diese Phase zielt darauf ab, die Risikolage des Unternehmens positiv zu verändern bzw. ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ertrag (Chance) und Verlustgefahr (Risiko) zu erreichen, um den Unternehmenswert zu steigern. Die Risikosteuerung und -kontrolle umfasst alle Mechanismen und Maßnahmen zur Beeinflussung der Risikosituation, entweder durch eine Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder des Schadensausmaßes.

Der abschließende Prozessschritt beschäftigt sich mit der Risikoüberwachung und dem Reporting.

Hierfür existiert in der Praxis ein umfangreicher Werkzeugkasten. Siehe Risikomanagement - Methoden, Tools und Werkzeuge

Risiken können sowohl qualitativ, semi-quantitativ als auch quantitativ bewertet werden. Für eine Risikoaggregation und die Beurteilung der Bestandsgefährdung eines Unternehmens ist eine quantitative Bewertung obligatorisch. Hierfür existiert in der Praxis ein umfangreicher Werkzeugkasten. Siehe Risikomanagement - Methoden, Tools und Werkzeuge

Risikoanalysen sind gesetzlich verpflichtend.

Bereits seit dem Jahr 1998 sind Unternehmen gesetzlich verpflichtet, ein Risiko- und Krisenfrüherkennungssystem umzusetzen, damit „bestandsgefährdende Entwicklungen“ früh erkannt werden können (vgl. § 91 Abs. 2 AktG). Auch die Präzisierungen zu den Anforderungen aus § 93 AktG (Business Judgement Rule) haben zu deutlich höheren Anforderungen an Entscheidungsvorlagen in der Geschäftsleitung geführt. Schon vor einer „unternehmerischen Entscheidung“ muss der Vorstand belegbar aufzeigen können, wie sich der Risikoumfang infolge der Entscheidung verändern würde, insbesondere ob dadurch „bestandsgefährdende Entwicklungen“ auftreten können. Vor Gericht sollte der Entscheider beweisen können, dass dieser unternehmerische Entscheidungsprozess durch Methoden basierend auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Praxis stattgefunden hat.
Die Qualität der Entscheidungen muss durch eine methodisch fundierte quantitative Risikoanalyse und -aggregation abgesichert sein.

Eine Vielzahl weiterer Gesetze, etwa resultierend aus dem Produkthaftungsgesetz vom 15. Dezember 1989 (BGBl. I S. 2198), fordert ein wirksames und präventives Risikomanagement.

Das auf europäischen Regeln beruhende deutsche Lieferkettengesetz („Gesetz über unternehmerische Sorgfaltspflichten in Lieferketten“) wurde im Juni 2021 vom Bundestag beschlossen. Dabei werden betroffenen Unternehmen nicht bloß im Hinblick auf ihre Lieferkette weitere (Nachhaltigkeits-) Pflichten auferlegt, sondern sie werden auch verpflichtet, ein angemessenes Risikomanagement einzuführen, das in allen relevanten Prozessabläufen Aktivitäten zur Risikoidentifikation, -Bewertung und -Steuerung enthält.

Die Bedeutung der Früherkennung bestandsgefährdender Entwicklungen hat mit dem am 01.01.2021 in Kraft getretenen StaRUG (Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen) noch zugenommen, weil die entsprechende Verpflichtung nun auch für die Geschäftsleiter aller haftungsbeschränkter Unternehmen, speziell auch der mittelständischen GmbHs, gültig ist.

Das „Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen“ (StaRUG) regelt seit dem 1. Januar 2021 unter gleichzeitiger Umsetzung der EU-Restrukturierungsrichtlinie in Deutschland das dem Insolvenzrecht nahestehende Restrukturierungsrecht.

Das StaRUG präzisiert und erweitert vorhandene gesetzliche Regelungen. Es betrifft neben Aktiengesellschaften ausdrücklich auch andere juristische Personen, insbesondere mittelständische GmbHs. Mit den neuen Regelungen zum sogenannten Restrukturierungsplan sollen mehr Möglichkeiten für Unternehmen in einer Krise geschaffen werden, diese Krise ohne eine Insolvenz zu bewältigen. In § 1 wird die Risiko- und Krisenfrüherkennung sowie das Krisenmanagement bei haftungsbeschränkten Unternehmen gefordert.

Zum rechtlichen Rahmen im Kontext Risikomanagement zählt unter anderem das umfangreiche Artikelgesetz „Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich“, kurz KonTraG, wonach die Einrichtung eines Risikomanagements sowie einem Überwachungssystem verlangt wird (vgl. hierzu § 91 Abs. 2 AktG), inklusive des Aufbaus eines Risikofrüherkennungssystems und angemessener Kommunikationsstrukturen.

Bereits in § 91 Abs. 2 AktG wird klargestellt, dass der Vorstand geeignete Maßnahmen zu ergreifen hat, inklusive der Einrichtung eines internen Überwachungssystems, damit für die Organisation bestandsgefährdende Entwicklungen frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Im Umkehrschluss setzt dies ein Risikomanagement-System voraus, das organisationsweit greift, der Unternehmensführung eine umfassende Informations- und Entscheidungsgrundlage bietet und zukunftsgerichtet aufgebaut ist.

In der Gesetzesbegründung wird ausdrücklich auf eine "Ausstrahlungswirkung" auf andere Gesellschaftsformen hingewiesen. Die Intensität dieser Ausstrahlungswirkung ist allerdings von der Größe und der Komplexität der jeweiligen Unternehmensstruktur abhängig.

Es existieren in der Praxis verschiedene Standards zur Zertifizierung und auch Wirksamkeitsprüfung von Risikomanagement-Systemen. U.a. die ÖNORM D 4900:2021 sowie der IDW-Standard PS 981.

Modernes Lehrgangskonzept im Risikomanagement

In den Risikomanagement Seminaren lernen Sie bewährte Instrumentarien kennen, um persönliche ebenso wie organisatorische, strafrechtliche und zivilrechtliche Risiken zu minimieren. Die Anforderungen der Unternehmen an eine praxisrelevante Risikomanagement-Ausbildung werden in unseren Seminaren konsequent umgesetzt. 

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