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Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU - Einstufung

Einstufung von Druckgeräten in Kategorien

Mit der Software PED Professional können Sie Druckgeräte nach Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU einstufen.

Allgemeines

Entsprechend Anhang II der Druckgeräterichtlinie müssen Druckgeräte je nach Gefahrenpotential in die sogenannten Kategorien I bis IV eingestuft werden. Faktoren dabei sind Druck, der Inhalt, aber auch die Fluidgruppe und der Aggregatzustand. Ausnahme bilden gemäß Artikel 4, Absatz 3 Druckgeräte, die unterhalb von Kategorie I liegen. Für diese gilt zwar ebenfalls die Richtlinie, doch dürfen diese kein CE-Zeichen tragen, da die Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt werden müssen.

Druckgeräte-Hersteller dürfen diese erst nach Bewertung der Konformität (beschrieben in Anhang III der Richtlinie) in Umlauf bringen. Das Verfahren ist abhängig von der eben genannten Kategorie, in die das Druckgerät eingestuft wurde. Jede Kategorie umfasst ein bis mehrere Module.

 

Einstufung von Druckgeräten gemäß Druckgeräterichtlinie

Druckgeräte müssen abhängig vom Gefahrenpotential in eine von vier Kategorien eingestuft werden.

Die Kategorien im Überblick:

Kategorie I Kategorie II Kategorie III Kategorie IV
Modul A Modul A2 Modul B(E) + F  Modul G
Modul D1 Modul B(B) + C2  Modul B(B) + F
- Modul E1 Modul B(E) + D  Modul B(B) + D
- - Modul B(B) + E  Modul H1
- Modul H   -

Module A und A2 - Interne Fertigungskontrolle

Bei der internen Fertigungskontrolle ist der Hersteller selbst für diese Verantwortlich (Modul A). Bei Modul A2 kommt zu dieser Kontrolle zusätzlich eine stichprobenartige Druckgeräteprüfung hinzu.

Modul B(B) - EU-Baumusterprüfung

Die notifizierte Stelle soll anhand einer Prüfung der technischen Unterlagen und eines Baumusters feststellen, ob die Anforderungen der Druckgeräterichtlinie vom Hersteller erfüllt wurden.

Modul B(E) - Entwurfsmuster

Der Unterschied zur Baumusterprüfung (B) besteht darin, dass ein Baumuster bzw. die Produktprüfung nicht notwendig sind. Beim Entwurfsmuster erfolgt die Prüfung nur anhand der technischen Unterlagen.

Modul C2 - Konformität mit der Bauart

Die Konformität des Druckgerätes mit der Bauart, die in der EU-Baumusterprüfbescheinigung beschrieben ist, muss vom Hersteller erklärt werden. Fertigung und Prüfung beim Hersteller werden stichprobenartig von der notifizierten Stelle kontrolliert.

Modul F und G - Einzelprüfung

Um die Konformität eines Druckgerätes mit der Richtlinie festzustellen, sieht diese auch eine Einzelprüfung vor. Jedes Produkt wird von einer unabhängigen Instanz geprüft, was maximale Sicherheit gewährleistet. Die notifizierte Stelle prüft technische Unterlagen und nimmt das Druckgerät ab. Am Ende wird von der notifizierten Stelle eine Konformitätsbescheinigung ausgestellt. Auf ihrer Grundlage können dann auch die Konformitätserklärung ausgestellt und die CE-Kennzeichnung vorgenommen werden.

Modul D, D1, E, E1, H, H1 - Qualitätssicherungs-Systeme

Sogenannte Qualitätssicherungs-Systeme, kurz QS-System, sind gemäß Druckgeräterichtlinie ebenfalls vorgesehen, inklusive deren Begutachtung, Überwachung und Zertifizierung durch notifizierte Stellen. Das QS-System umfasst grundlegende Abläufe und Zuständigkeiten. Dadurch soll sichergestellt werden, dass klare Ziele bezüglich der Qualität gesetzt und überwacht werden.

Dazu gehört auch das Lenken von Informationen und Daten, die Definition von Konstruktionsvorgaben und die Verifizierung der letztlichen Ergebnisse, aber auch die Gewährleistung einer hohen Prozesssicherheit sowie Aufzeichnungen zur Qualität der Produkte und die Überwachung der Wirksamkeit des QS-Systems (eventuell müssen Korrekturen vorgenommen werden). Die Module D und D1 umfassen die Qualitätssicherung des Produktionsprozesses, E und E1 die des Produkts. Modul H ist die umfassende Qualitätssicherung, während bei H1 noch eine Entwurfsprüfung sowie Überwachung durch eine notifizierte Stelle hinzukommen.

Die Bewertung eines QS-Systems nach Druckgeräterichtlinie wird in vier Phasen gegliedert. Die erste Phase umfasst einen Voraudit, der auf das Zertifizierungsaudit vorbereiten soll. Diese Phase ist allerdings optional. Die zweite Phase umfasst die Konformitätsprüfung der QS-Dokumentation, Phase 3 den Zertifizierungsaudit und Zertifikateerteilung und Phase 4 Überwachungs- und Wiederholungsaudits, mit denen die Wirksamkeit des QS-Systems überprüft werden sollen.

 

Module bei der Einstufung von Druckgeräten

Die Kategorien haben unterschiedliche Module wie die Interne Fertigungskontrolle oder die EU-Baumusterprüfung.

 

Grundlage für Fluidgruppen

Die Einstufung der Fluide, auf denen die Gruppierung von Druckgeräten in die einzelnen Kategorien basiert, folgte mit Inkrafttreten der DGRL (Richtlinie 2014/68/EU) der CLP-Verordnung (EG) 1272/2008 (Regulation on Classification, Labelling and Packaging of substances and mixtures = Verordnung über Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen).

Damit erfolgt eine Einstufung in eine der beiden Gruppen (Gruppe 1 gefährliche, Gruppe 2 alle anderen) nicht mehr anhand von sieben Merkmalen, die ein Medium aufweisen kann oder nicht, sondern es sind jetzt 17 Stoffeigenschaften für die Einstufung wichtig.

 

Medien mit folgenden Eigenschaften gehören zur Gruppe 1:

(i)        instabile explosive Stoffe/Gemische oder explosive Stoffe/Gemische der Unterklassen 1.1, 1.2, 1.3, 1.4 und 1.5;
(ii)       entzündbare Gase der Kategorien 1 und 2;
(iii)      oxidierende Gase der Kategorie 1;
(iv)      entzündbare Flüssigkeiten der Kategorien 1 und 2;
(v)       entzündbare Flüssigkeiten der Kategorie 3, wenn die maximal zulässige Temperatur über dem Flammpunkt liegt,
(vi)      entzündbare Feststoffe der Kategorien 1 und 2;
(vii)     selbstzersetzliche Stoffe und Gemische der Typen A bis F;
(viii)    pyrophore Flüssigkeiten der Kategorie 1;
(ix)      pyrophore Feststoffe der Kategorie 1;
(x)       Stoffe und Gemische, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase entwickeln, der Kategorien 1, 2 und 3;
(xi)      oxidierende Flüssigkeiten der Kategorien 1, 2 und 3;
(xii)     oxidierende Feststoffe der Kategorien 1, 2 und 3;
(xiii)    organische Peroxide der Typen A bis F;
(xiv)    akute orale Toxizität: Kategorien 1 und 2;
(xv)     akute dermale Toxizität: Kategorien 1 und 2;
(xvi)    akute inhalative Toxizität: Kategorien 1, 2 und 3;
(xvii)   spezifische Zielorgan-Toxizität - einmalige Exposition: Kategorie 1.

Stoffe, Gemische, Flüssigkeiten Druckgeräterichtlinie


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