ErP-Richtlinie (Ökodesign-Richtlinie)

Die ErP-Richtlinie 2009/125/EG (Ökodesign-Richtlinie) trat im November 2011 in Kraft. Sie ersetzt damit die EuP-Richtlinie. Mit der ErP-Richtlinie wurde der Geltungsbereich erweitert. Die Anforderungen in Bezug auf Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit wurden von energiebetriebenen Produkten (Energy-using Products - EuP) nun auch auf energieverbrauchsrelevante Produkte (Energy-related Products - ErP) ausgeweitet. Nun können auch passive Produkte, die aber einen Einfluss auf die Energieeffizienz haben können, geregelt werden.

Seit 1. September 2021 gilt die neue ErP-Verordnung (2019/2020/EU) der Europäischen Kommission zur Festlegung von Ökodesign-Anforderungen an Lichtquellen. Hersteller, Importeure oder Inverkehrbringer von umgebenen Produkten (z. B. Leuchten, Haushaltsgeräte, die eine Lichtquelle enthalten etc.) müssen sicherstellen, dass die Lichtquellen und separaten Vorschaltgeräte von den sie enthaltenden, umgebenden Produkten getrennt werden können, ohne sie dauerhaft zu beschädigen. Das muss auch in der Dokumentation und auf der Verpackung und Anleitung ersichtlich sein. 

Nach der neuen (EU)2019/2015 muss jede Lichtquelle in der EPREL Datenbank erfasst werden. Das Energielabel ist nur noch auf separat verkauften Lichtquellen anzubringen. Außerdem haben sich mit der neuen ErP-Verordnung die Lichtparameter sowie die Prüfmethoden geändert.

 

Was ist die Ökodesign-Richtlinie?

Die Richtlinie umfasst mehrere Phasen des Lebenszyklus eines Produkts: Auswahl und Einsatz von Rohmaterial, Fertigung, Verpackung, Transport und Vertrieb, Installierung und Wartung, Nutzung und Ende der Lebensdauer, d. h. der Zustand eines Produkts am Ende seiner Erstnutzung bis zur endgültigen Entsorgung.

Als Hersteller von energieverbrauchsrelevanten Produkten sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Das Design des Produkts entspricht den Anforderungen der Ökodesignrichtlinie.
  • Sie erklären Ihre relevanten Oködesign-Parameter.
  • Vorbereitung der Dokumentation inkl. der Testdokumentation und in Ihrer Amtssprache.
  • Diese Dokumentation muss innerhalb von 10 Tagen den EU-Behörden vorliegen.
  • Sie haben ein Konformitätsbewertungssystem: entweder ein Managementsystem, das die Aspekte der ErP abdeckt, oder ein internes Design-Kontroll-System.
  • Sie bereiten die „Declaration of Conformity" vor.
  • Sie bringen auf Ihr Produkt eine CE-Kennzeichnung an.

Als Importeur von energieverbrauchsrelevanten Produkten stehen Sie vor folgenden Pflichten:

  • Die Verantwortung des Herstellers geht auf Sie über, wenn er nicht in der EU ist bzw. keinen gesetzlichen Vertreter in der EU hat.
  • Sie müssen sicherstellen, dass das Produkt den ErP-Anforderungen entspricht, bevor Sie es in den Markt bringen. Eine Ausnahme besteht, wenn es für Ausstellungen und Messen extra als nicht-ErP-konform gekennzeichnet ist.
  • Sie verfügen über die notwendige Dokumentation in der entsprechenden Amtssprache, innerhalb von 10 Tagen und verfügbar zur Einsicht.
  • Sie veröffentlichen alle notwendigen Informationen.
  • Sie haben die „Declaration of Conformity" verfügbar.
  • Ihr Produkt ist mit einer CE-Kennzeichnung ausgestattet.

 

Welche Produkte fallen unter die ErP-Richtlinie?

Produkte oder Produktgruppen, die von allen Herstellern in Europa ein Marktvolumen von mehr als 200.000 Stück pro Jahr erreichen, Produkte von denen erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt ausgehen und die ein hohes Potenzial bei der Verbesserung der Umweltverträglichkeit aufweisen, fallen unter den Geltungsbereich der ErP-Richtlinie.

Produktbeispiele

Hiervon ausgenommen sind Verkehrsmittel zur Personen- oder Güterbeförderung.

Da die ErP-Richtlinie (Energy related Products) nur einen Rahmen und keine genau spezifizierten Anforderungen vorgibt - was für die unterschiedliche Anzahl an Produkten einheitlich auch unmöglich wäre - werden spezifische Durchführungsmaßnahmen (Implementing Measures = IM) erlassen, die in einem ersten Schritt durch produktspezifische Studien festgestellt wurden.

Diese IM definieren dann je Produktgruppe, was Sie als Hersteller oder Importeur beachten müssen und können auch konkrete Effizienzgrenzen beinhalten, die es Ihnen bei Nichteinhaltung sogar untersagen, Produkte auf den Markt zu bringen.

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