TÜV SÜD’s VERIsteel

Dekarbonisierungsziele und CO2-freie Stahlerzeugung

Dekarbonisierungsziele und CO2-freie Stahlerzeugung

NACHWEIS DER CO2-SENKUNG IN DER STAHLPRODUKTION

„Für eine Vielzahl unserer Kunden ist es wichtig, schon jetzt ein physisch-reales und nicht lediglich über mehr oder weniger theoretische Bilanzbetrachtungen CO2-reduziertes Erzeugnis zu erhalten.“

Ulrich Grethe,

Mitglied der Konzerngeschäftsleitung und Vorsitzender der Geschäftsführung der Salzgitter Flachstahl GmbH

 12. Mai 2021


Im globalen Kampf gegen den Klimawandel haben sich bereits viele Länder zur Reduzierung des Energieverbrauchs verpflichtet und sich ehrgeizige Ziele zur Minimierung der Kohlenstoffemissionen gesetzt. Dazu gehören das Pariser Abkommen (verabschiedet auf der COP21 Konferenz), die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED I, RED II), der europäische Green Deal und Chinas Netto-Null-Ziel für 2060. Um das Netto-Null-Ziel zu erreichen, ist eine umfangreiche Dekarbonisierung erforderlich. Zudem muss sich die Art und Weise, wie Energie erzeugt, gespeichert, transportiert und verbraucht wird, grundlegend ändern.

Nach Angaben der World Steel Association1 wurden 2019 weltweit 1.869 Millionen Tonnen Rohstahl produziert. Das Produktionsniveau steigt von Jahr zu Jahr, da Stahl für den Erfolg vieler Branchen wie Bau, Mobilität, Energiewirtschaft, Transport oder Konsumgüter unerlässlich ist. Es ist daher keine Überraschung, wenn die Internationale Energieagentur (IEA) berichtet2, dass der Eisen- und Stahlsektor unter den Schwerindustrien an erster Stelle steht, wenn es um CO2-Emissionen, und an zweiter Stelle, wenn es um den Energieverbrauch geht.

 

STAHLINDUSTRIE UNTER DRUCK, EIN WICHTIGER AKTEUR IM PROZESS DER DEKARBONISIERUNG ZU SEIN.

Um die Ziele des Sustainable Development Scenario3 der IEA zu erreichen, muss die CO2-Intensität von Rohstahl zwischen 2018 und 2030 um durchschnittlich 2,5 % pro Jahr sinken. Die IEA ist der Ansicht, dass dabei neue emissionsarme Prozessrouten entscheidend sein werden. Für die Stahlindustrie ist es unerlässlich, den Prozess der Dekarbonisierung mit einem Höchstmaß an Transparenz zu begleiten.

Die Stahlindustrie benötigt für ihren Betrieb enorme Mengen Energie. Für jede Tonne Stahl werden mehr als zwei Tonnen CO2 in die Atmosphäre freigesetzt. Die globale Stahlindustrie steht unter dem Druck des Marktes und der Gesellschaft, ihre Kohlenstoffemissionen zu verringern. Große Stahlunternehmen weltweit haben sich verpflichtet, ihren Teil zur Erfüllung der Klimaziele des Pariser Abkommens beizutragen und bis spätestens 2050 Netto-Null-Emissionen zu produzieren. Dabei gibt es unterschiedliche Wege der Stahlhersteller in der Dekarbonisierungsstrategie, um dieses Ziel zu erreichen.

 

SALZGITTER FLACHSTAHL GMBH BEWEIST GRÜNE STAHLQUALITÄTEN

Der Nachweis reduzierter CO2-Emissionen im Produktionsprozess kann einen Wettbewerbsvorteil für Stahlhersteller schaffen. Sie signalisieren, dass sie aktive und positive Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise ergreifen. Allerdings ist eine genaue Messung und Verifizierung der CO2-Emissionen entscheidend, um nachvollziehbare und belastbare Aussagen zur Dekarbonisierung machen zu können.

Die Salzgitter Flachstahl GmbH ist ein Pionier für grünen Stahl und produzierte bereits 2020 die erste CO2-arme Stahlbramme. Das Unternehmen war auch der erste europäische Hersteller, der eine Konformitätserklärung nach dem VERIsteel©-Verfahren von TÜV SÜD für die Herstellung von Bandstahlprodukten erhielt. Mittlerweile sind auch immer mehr Kunden verschiedener Branchen an Stahlprodukten interessiert, die eine spürbare CO2-Senkung ermöglichen.

Das VERIsteel-Verfahren von TÜV SÜD validierte die Kohlenstoffbelastung von zwei Prozessrouten der Salzgitter Flachstahl GmbH für die Bandstahlproduktion. Ein Vergleich der beiden Baselines zeigte, dass Salzgitter durch die Umstellung von der konventionellen Hochofenroute auf die Elektrostahlroute eine Reduzierung in der CO2-Bilanz der Bramme und um mehr als 75 % in der CO2-Bilanz des feuerverzinkten Coils erreicht.

Standardisierung ist die Voraussetzung, um die Vergleichbarkeit von Prozessen und Produkten herzustellen. Das neutrale und transparente VERIsteel-Verfahren von TÜV SÜD war für Salzgitter die Basis für eine fundierte CO2-Bilanz seiner Produktionsprozesse und Produkte und bietet dem Stahlproduzenten darüber hinaus die Möglichkeit, die anschließenden Dekarbonisierungsschritte gezielt zu dokumentieren.

Ulrich Grethe, Mitglied der Konzerngeschäftsleitung und Vorsitzender der Geschäftsführung der Salzgitter Flachstahl GmbH sagt dazu: „Wir sind der erste europäische Hersteller mit einer Konformitätsaussage für Grüne Stahlprodukte. Für eine Vielzahl unserer Kunden ist es wichtig, schon jetzt ein physisch-reales und nicht lediglich über mehr oder weniger theoretische Bilanzbetrachtungen CO2-reduziertes Erzeugnis zu erhalten.

Darüber hinaus werden wir den eingeschlagenen Weg zur Dekarbonisierung mit SALCOS – SAlzgitter Low CO2-Steelmaking konsequent weiterverfolgen. Dieses Innovationsprojekt ermöglicht uns eine schrittweise Umstellung der konventionellen Stahlherstellung auf wasserstoff- und erdgasbasierte Prozesse und damit eine CO2-Verminderung um bis zu 95 %. Hierfür müssen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen schnellstmöglich geschaffen werden.“

 

VERISTEEL UNTERSTÜTZT DEKARBONISIERUNGSZIELE

Basierend auf der ISO/IEC 17029 - „Konformitätsbewertung - Allgemeine Grundsätze und Anforderungen an Validierungs- und Verifizierungsstellen“ - und anderen relevanten internationalen Standards (wie ISO14067, 22095 worldsteel usw.) bietet VERIsteel ein hohes Maß an Unparteilichkeit und Transparenz bei der Validierung und Verifizierung von CO2-Emissionen. Das Verfahren unterstützt auch die Definition einer Referenz-Baseline für CO2-Senkungen und hilft Unternehmen dabei, ihre Kohlenstoffbelastung zu validieren, erforderliche Investitionsniveaus zu identifizieren und zukünftige CO2-Werte pro Produkt zu prognostizieren und zu dokumentieren.

Zugeschnitten auf die spezifischen Bedürfnisse jedes einzelnen Herstellers, bildet VERIsteel alle relevanten Prozesse und Materialflüsse ab, um die CO2-Emissionen des Produktionsprozesses zu validieren. Dieser ganzheitliche Ansatz zur Erfassung der CO2-Emissionen schafft eine transparente Baseline sowohl für einzelne Maßnahmen als auch für den gesamten Dekarbonisierungsprozess. Gleichzeitig sorgt der standardisierte Ansatz von VERIsteel dafür, dass Prozesse und Produkte konsistent verglichen werden können.

VERIsteel ist Teil der veriX-Edition, die anderen energieintensiven Industrien dabei hilft, ihre Erfolge bei der Reduzierung von CO2-Emissionen als Teil des globalen Kampfes gegen den Klimawandel zu validieren. veriX-Services umfassen:

  • VERIaluminium
  • VERIconcrete
  • VERIcast
  • VERIcement
  • VERIchem
  • VERIglass
  • VERIretail
  • VERIsteel
  • VERIrecycle

 

[1] World Steel Association, 2020 World Steel in Figures

[2] IEA, Iron & Steel Technology Roadmap, Oktober 2020 

[3] IEA, Iron & Steel Tracking Report, Juni 2020

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