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Mängelzwerge und Fehlerriesen

TÜV-Report 2022

 

Mängelzwerge und Fehlerriesen

Fahrwerk im Fokus
Die Freude über die insgesamt ordentlich gesunkene Quote der erheblichen Mängel wird ein wenig getrübt von den Themenbereichen Licht und Fahrwerk. An der Beleuchtung und den Fahrwerkskomponenten gibt es gegenüber dem vergangenen Betrachtungszeitraum lediglich geringe Verbesserungen. Und Fahrwerksmängel sind dabei keineswegs nur bei günstigeren oder ganz alten Autos zu finden.

Selbst Modelle deutscher Premiumhersteller fallen nicht selten bereits in den ersten Jahren durch höhere Mängelquoten beim Fahrwerk auf. Die Gründe? Immer mehr Komfort und Sicherheit sowie mehr Fahrdynamik und immer schwerere Autos fordern hier ihren Tribut. Jürgen Wolz, Leiter Service Line Retail und Amtliche Tätigkeiten Deutschland bei der Division Mobility TÜV SÜD: „Die Fahrwerke sind in den vergangenen Jahren wesentlich komplexer geworden. Größere Fahrzeuge und mehr Gewicht erfordern Leichtbau selbst bei den Achskomponenten. Dazu kommt ein ständig steigender Kostendruck. Komfort, Sicherheit, Kosten – das ist das Dreieck, das Fahrwerksentwickler austarieren müssen.“ Die hohe Komplexität des Fahrwerks und mehr Kilos führen wiederum dazu, dass ein unachtsamer Umgang, wie Bordsteinrempler oder mangelnde Wartung, sich schneller bemerkbar macht und dann von den Sachverständigen bemängelt wird.

Vielfältige Gründe/heterogenes Bild
Aber Fahrwerksmängel gibt es natürlich nicht nur bei besonders ausgeklügelten Systemen. Die Achskomponenten werden bei den Modellen der verschiedensten Hersteller überdurchschnittlich oft beanstandet. Dementsprechend heterogen ist auch das Bild der Ursachen. Einige Beispiele:
Ausreißer gibt es etwa bei Mazda, Nissan, Renault oder Fiat. So steigen die Mängel beim Mazda 6 kontinuierlich ab der dritten HU-Runde an – bis auf 4,4 Prozentpunkte über dem Durchschnitt. Beim Nissan Qashqai ist es dann sogar ein Abstand von 9,5 Prozent. Rote Zahlen auch beim Renault Megane und beim Fiat 500: 1,5 beziehungsweise 1,9 Prozent über dem Mittel. Wolz zu den Ursachen: „Bei den günstigeren Modellen sind Wartungsverträge weniger verbreitet. Das heißt, Mängel werden nicht automatisch vor der HU repariert. Zudem sind diese Autos eher im harten Kurzstreckenalltag, oft auch in der Stadt unterwegs – Stichwort Bordsteinrempler. Zusätzlich spielen die Kosten für die Wartung unter Umständen eine wichtigere Rolle.“

Zurück zu den hochpreisigen Modellen: Wie gesagt finden sich Fahrwerksmängel selbst bei Autos, deren Käufer viel Wert auf Premium-Entspannung oder rennsportverdächtige Fahrdynamik legen. So liegen Dreier und Vierer von BMW bereits bei der ersten HU geringfügig über dem Durchschnitt. Der Abstand zum Durchschnitt wächst bis zum 11. Lebensjahr auf beinahe 4 Prozentpunkte an. Schlechter als der Durchschnitt zeigen sich Achsfedern und Dämpfung beim Fünfer und Sechser. Bei Audi scheren der A6/7 aus – mit 7,5 Prozent mehr Mängeln an der Achsaufhängung nach elf Jahren. Für Wolz ergibt sich hier ein klares Bild: „Diese Modelle zeichnen sich durch besonders ausgeklügelte Fahrwerksysteme, aber auch durch besonders hohe Laufleistungen aus. Hier liegen die Gründe für die Beanstandungen.“

Stichwort Stadtverkehr: Auch die Mercedes C- und E-Klasse müssen wegen des Fahrwerks häufiger als der Durchschnitt die Service-Runde drehen. Bei den Schwaben ist es die Achsaufhängung, die überdurchschnittlich häufig beanstandet wird. So muss deswegen etwa die E-Klasse gleich bei der ersten HU nach drei Jahren häufiger als das Mittel in die Werkstatt. Abstand hier: 0,2 Prozentpunkte. Danach steigen die Werte bis zu den Elfjährigen beinahe stetig an. Differenz zum Durchschnitt nach elf Jahren: 3,0 Prozentpunkte. Wolz: „Bei der E-Klasse muss die häufige Nutzung als Taxi bedacht werden.“ Mängel auch bei VW. Bei den Wolfsburgern fallen nach elf Jahren vor allem Passat (+1 Prozentpunkt EM-Achsfedern, -dämpfung über dem Durchschnitt), Touran (+0,9) und Tiguan (+2,7) auf.

Wolz‘ Resümee: „Die Gründe für die Fahrwerksmängel sind sehr unterschiedlich. Bei den teureren Fahrzeugen spielen die hohe Komplexität und das Herausarbeiten von Feinheiten eine entscheidende Rolle. Besonders hohe Laufleistungen müssen bei diesen Modellen ebenfalls eingepreist werden. Bei den Günstigeren sind es nicht selten die geringere Wartung und der härtere Einsatz in der Stadt, der die Fahrwerkskomponenten besonders beansprucht.“

Die Mängelquoten der zehn besten Fahrzeugtypen in den jeweiligen Altersklassen:

bis 3 Jahre    bis 5 Jahre

Typ

Quote Typ Quote
1. Mercedes GLC 1,5 % 1. Audi Q2 2,1 % 
2. Mercedes B-Klasse 1,9 %  2. Porsche 911 2,9 % 
3. VW T-Roc  2,0 % 3. Mazda CX-3 3,5 % 
4. Mercedes SLC  2,1 %  4. Seat Ateca  3,8 % 
4. Porsche 911  2,1 %  5. VW Sportsvan  4,1 % 
6. Audi Q2  2,3 %  6. VW Tiguan  4,2 % 
6. Mercedes E-Klasse Coupe 2,3 %  7. Mercedes B-Klasse  4,3 % 
8. Audi Q3  2,5 %  7. Mercedes SLC  4,3 % 
8. Mercedes A-Klasse  2,5 %  9. Porsche Macan  4,5 % 
8. Mercedes C-Klasse  2,5 %  10. Mercedes GLC  4,6 % 
bis 7 Jahre   bis 9 Jahre  
Typ Quote Typ Quote
1. Porsche 911  3,3 %  1. Audi TT 7,7 % 
2. VW Golf Sportsvan  5,5 %  2. Mercedes B-Klasse   8,1 % 
3. Suzuki SX4  6,1 %  3. Mercedes SLK  8,6 % 
4. Toyota RAV4  6,5 %  4. Mazda CX-5  10,7 % 
5. Mercedes B-Klasse  6,8 %  5. Mercedes GLE  11,2 % 
6. Audi Q5  7,4 %  6. Audi Q5  11,3 % 
6. Mazda 2  7,4 % 7. Mazda 3 11,4 % 
8. Mercedes A-Klasse  7,5 %  8. Mitsubishi ASX  11,6 % 
9. Mercedes SLK  8,1 %  9. Audi Q3  11,9 % 
9. Opel Mokka  8,1 %  9. Opel Mokka 11,9 % 
bis 11 Jahre  
Typ Quote
1. Audi TT  12,5 % 

2. BMW X1

15,0 % 
3. Audi A1  16,1 % 
4. Honda Jazz  16,2 % 
4. VW Golf Plus  16,2 % 
6. Toyota RAV4  16,4 % 
7. Opel Meriva  16,7 % 
8. Volvo XC60  16,8 % 
9. Mazda 3  16,9 % 
10. Mercedes E-Klasse Coupe  17,1 % 

Die Mängelquoten der zehn schlechtesten Fahrzeugtypen in den jeweiligen Altersklassen:

bis 3 Jahre

 

bis 5 Jahre

 

Typ

Quote

Typ

Quote

128. Dacia Logan  11,6 %  126. BMW 5er/6er 16,8 % 
127. Dacia Duster  11,4 %  125. VW Sharan  16,4 % 
126. Renault Kangoo  9,2 %  124. Dacia Dokker 16,0 % 
124. Fiat Tipo  8,2 % 122. Seat Alhambra   15,9 % 
124. Dacia Dokker  8,2 %  122. Dacia Duster 15,9 % 
123. Citroen Berlingo  8,1 %  121. Ford Ka  14,7 % 
121. Ford Galaxy  7,5 % 120. Dacia Logan  13,9 % 
121. Dacia Sandero  7,5 %  119. Dacia Sandero  13,3 % 
120. VW Sharan  7,3 % 118. Fiat Punto  13,0 % 
119. Nissan X-Trail  7,2 %  117. Renault Kangoo 12,8 % 
bis 7 Jahre
 

bis 9 Jahre

 

Typ

Quote

Typ

Quote
116. Fiat Punto 23,3 %  109. Renault Kangoo  31,8 % 
115. Renault Kangoo  22,1 %  108. Fiat Panda  29,6 % 
114. Dacia Dokker  21,7 %  107. Dacia Logan  29,4 % 
113. Ford Galaxy  20,0 %  106. Renault Twingo  27,4 % 
112. Dacia Duster  19,8 %  104. Renault Clio  27,3 % 
111. VW Sharan  19,7 %  104. Fiat Punto  27,3 % 
110. BMW 5er/6er  19,1 % 

103. Dacia Sandero

26,4 % 
109. Seat Alhambra  19,0 %  102. Ford Galaxy  25,6 % 
108. Ford Mondeo  18,9 %  101. Dacia Duster  24,9 % 
107. Dacia Sandero  18,1 %  100. Renault Megane 24,0 % 

bis 11 Jahre

 

Typ

Quote

95. Dacia Logan  36,8 % 
94. Fiat Panda  34,0 % 
93. Kia Picanto  33,7 % 
92. Dacia Sandero  33,5 % 
91. Renault Kangoo 33,1 % 
90. Renault Twingo  32,7 % 
89. Fiat Punto  32,4 % 
88. Peugeot 207  31,4 % 
87. Renault Clio  31,3 % 
86. Suzuki Swift  30,7 % 

Einen Überblick über die häufigsten Mängel bei den Gebrauchtwagen finden Sie hier.

Wie sich die Mängelquoten in den Stammgebieten von TÜV SÜD verändern, können Sie hier nachlesen.

Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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