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DIN EN 16247 - Energieaudits

Der erste Schritt zu höherer Energieeffizienz und niedrigerem Energieverbrauch

Für Unternehmen, die ihre Energiebilanz verbessern möchten, kann ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 ein erster wichtiger Schritt sein. Unabhängig von der Art und Größe des Unternehmens hilft ein Energieaudit die Energieeffizienz zu verbessern und den Energieverbrauch zu senken.

Für alle Unternehmen, die ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 einführen wollen, kann es eine sinnvolle Vorstufe sein. Denn das Energieaudit ist im Grunde eine Bestandsaufnahme und eine energetische Bewertung des Energieeinsatzes und des Energieverbrauchs, die ohnehin Bestandteile der ISO 50001 sind.

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) lohnt sich ein Energieaudit sogar in doppelter Hinsicht: Indem sie ihren Energieverbrauch senken, senken sie gleichzeitig ihre Energiekosten. Darüber hinaus profitieren sie von einer steuerlichen Entlastung, denn diese steht ihnen nach § 55 EnergieStG bzw. § 10 StromStG zu.

Und nach der Energieeffizienz-Richtlinie RL 2012/27/EU (Energy Efficiency Directive – EED) der EU-Kommission, die seit dem 04.12.2012 in Kraft ist und in Deutschland über das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) umgesetzt wird, sind alle Unternehmen, die keine KMU sind, verpflichtet, ein Energieaudit nach EN 16247-1 oder ein EnMS nach ISO 50001 oder EMAS einzuführen.

Erschließen Sie auch Sie Energieeinsparpotenziale. Die Energieexperten von TÜV SÜD unterstützen Sie bei der Vorbereitung und Durchführung von Energieaudits nach DIN EN 16247-1.

  • Die Inhalte der DIN EN 16247

    In der DIN EN 16247-1 Allgemeine Anforderungen wird Folgendes definiert und festgelegt:

    • Eigenschaften eines qualitativ guten Energieaudits
    • Anforderungen an Energieaudits
    • Ablauf und Verpflichtungen des Energieauditprozesses

    Das Energieaudit wird von der europäischen Norm so definiert:

    „Systematische Inspektion und Analyse des Energieeinsatzes und des Energieverbrauches einer Anlage, eines Gebäudes, eines Systems oder einer Organisation mit dem Ziel, Energieflüsse und das Potential für Energieeffizienzverbesserungen zu identifizieren und über diese zu berichten.“

    Gemäß dieser Definition können nicht nur Gebäude, Systeme oder Ausrüstung, sondern auch Fahrzeuge, Prozesse oder Dienstleistungen Gegenstand des Energieaudits sein. Auf diese Weise sollen Energieauditdienstleistungen transparenter und effizienter werden. Die DIN EN 16247-1 ist allerdings nicht auf einzelne Privatwohnungen anwendbar, aber für die Öffentliche Hand sowie Organisationen aus den Sektoren Gewerbe, Industrie und Wohnung.

    Die Teile 2 bis 4 der EN 16247 liegen seit August vor und enthalten zu folgenden Bereichen zusätzliche Angaben:

    • DIN EN 16247-2: Gebäude
    • DIN EN 16247-3: Prozesse
    • DIN EN 16247-4: Transport
  • Die gesetzliche Grundlage von Steuerentlastungen für KMU

    Mit dem zweiten Gesetz zur Änderung des Energiesteuer- und Stromsteuergesetzes wurde die Grundlage für steuerliche Entlastungen der deutschen Industrie geschaffen. Seit dem 1. Januar 2013 müssen Unternehmen, die davon profitieren wollen, gemäß § 55 EnergieStG bzw. § 10 StromStG jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllen (mehr Informationen zum Energiesteuer- und Stromsteuergesetz). Bei KMU reicht der Nachweis eines erfolgreichen Energieaudits nach DIN EN 16247-1 aus, um Steuerentlastungen geltend machen zu können.

  • Gesetzliche Verpflichtung zu Energieeffizienzsystemen für alle Nicht-KMU

    Nach der Energieeffizienz-Richtlinie RL 2012/27/EU (Energy Efficiency Directive – EED) der EU-Kommission, die seit dem 04.12.2012 in Kraft ist und in Deutschland über das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) umgesetzt wird, sind alle Unternehmen, die keine KMU sind, verpflichtet, ein Energieaudit nach EN 16247-1 oder ein EnMS nach ISO 50001 oder EMAS
    einzuführen.

  • Elemente des Energieauditprozesses nach DIN EN 16247-1

    Folgende Elemente gehören zum Auditprozess:

    • Einleitender Kontakt: Der Energieauditor muss mit der Organisation die Rahmenbedingungen des Audits festlegen. Neben den Zielen und Erwartungen müssen der Anwendungsbereich und die Grenzen sowie der Grad der geforderten Gültigkeit bestimmt werden. Es müssen aber auch die Kriterien der Evaluierung von Maßnahmen und die Anforderungen an die Validität der Energiedaten und die Messungen, die während des Energieaudits durchzuführen sind, definiert werden.
    • Auftakt-Besprechung: Hier vereinbart der Energieauditor beispielweise die Geheimhaltungsvereinbarungen, die zu liefernden Daten, Anforderungen an Messungen und ggf. Vorgehensweisen für die Installation von Messausrüstungen. Zum anderen erfolgt in diesem Rahmen die konkrete Abstimmung über die praktische Durchführung des Energieaudits.
    • Datenerfassung: Der Energieauditor muss zahlreiche Informationen und Daten erfassen wie beispielsweise über die einzelnen Verbraucher, den Energieverbrauch und die quantifizierbare Parameter, die den Energieverbrauch beeinflussen.
    • Außeneinsatz: Der Auditor muss sich ein umfassendes Bild über den Ist-Zustand in der Organisation machen. Dazu gehören beispielsweise die Evaluation des Energieeinsatzes, das Nutzerverhalten und dessen Einfluss auf den Energieverbrauch sowie das Verstehen von Arbeitsabläufen. Auf dieser Basis muss er erste Verbesserungsvorschläge generieren. Außerdem ist es Aufgabe des Energieauditors sicherzustellen, dass die Messungen unter realen Bedingungen stattfinden und verlässlich sind. Auch muss dafür gesorgt werden, dass dem Auditor bei seinen Ortsbegehungen ein kompetenter Mitarbeiter zur Seite steht und der Auditor jederzeit Zugriff auf Handbücher, die technischen Dokumentationen und Ähnliches hat.
    • Analyse: Als Ausgangsbasis stellt der Energieauditor die bestehende Situation der energiebezogenen Leistung fest. Auf dieser Grundlage bestimmt er Ansätze zur Verbesserung der Energieeffizienz. Diese Verbesserungsmöglichkeiten müssen nach festgelegten Kriterien bewertet werden wie beispielsweise erforderliche Investitionen und Anlagerendite. Außerdem muss der Auditor sie in entsprechender Rangfolge auflisten. Sind für die Empfehlungen noch zusätzliche Daten oder Analysen nötig, kann der Energieauditor diese durchführen oder anfordern.
    • Bericht: Der Bericht des Energieauditors muss transparent, schlüssig und nachvollziehbar sein. Folgende Elemente muss er enthalten: Zusammenfassung, Hintergrund, Dokumentation des Energieaudits und Liste der Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz mit
    • konkreten Empfehlungen und Plänen zur Umsetzung,
    • Annahmen, die für die Berechnung der Einsparungen verwendet wurden,
    • nformationen über anwendbare Zuschüsse und Beihilfen,
    • geeigneter Wirtschaftlichkeitsberechnung,
    • Vorschlägen für Mess- und Nachweisverfahren für eine Abschätzung der tatsächlichen Einsparung nach der Umsetzung der empfohlenen Möglichkeiten,
    • möglichen Wechselwirkungen mit anderen vorgeschlagenen Empfehlungen und Schlussfolgerungen.
    • Abschlussbesprechung: In diesem Rahmen präsentiert der Energieauditor der Organisation seine Ergebnisse, erklärt diese bei Bedarf und übergibt den Bericht.

    Wichtig: In der Norm ist der Energieauditprozess als chronologische Abfolge einzelner Elemente aufgeführt. Dennoch ist es jederzeit möglich – falls nötig - einzelne Elemente zu wiederholen.

DIN EN 16247-1 und ISO 50001 – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

EnMS nach ISO 50001

Zielgruppe:
Für alle Organisationen und Unternehmensgrößen geeignet

Inhalt:
Anforderungen zur Einführung, Verwirklichung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines EnMS

Managementsystem:
Ganzheitliches Managementsystem basierend auf dem als PDCA-Zyklus bekannten kontinuierlichen Verbesserungsprozess eines EnMS

Energetische Bewertung:
Die energetische Bewertung ist ein wesentlicher Bestandteil der ISO 50001 und ist im Prinzip eine
detaillierte Energieanalyse. Die ISO 50001 gibt weitergehende Anforderungen vor, die bei allen Prozessen der Organisation berücksichtigt werden.

Umfang und Anwendungsbereich der Prüfung:
Organisation legt den Anwendungsbereich und die Grenzen des EnMS fest.
Sämtliche Energiearten und Energieverbraucher, alle Prozesse des Unternehmens
Berücksichtigung der festzulegenden Wesentlichkeitskriterien gemäß Nr. 4.4.3 der ISO 50001.

Erfolgsaussichten:
Verpflichtung des Top Managements, Einbindung aller Mitarbeiter, ganzheitliches Managementsystem

Einsparpotential:
Implementierung eines selbsttragenden KVP-Prozess, der fortlaufend für eine Verbesserung der Energieeffizienz sorgt.
Dauerhafte und kontinuierliche Weiterentwicklung der Energieeffizienz

Aufwand:
Mit vorhandenen ISO Managementsystem leicht einführbar.

Konformitätsüberprüfung:
Externes Zertifizierungsaudit durch einen akkreditierten Zertifizierer

Energieaudit nach EN 16247

Zielgruppe:
Für alle Organisationen als Einstieg geeignet.
Für KMU als Nachweis für den Spitzenausgleich.
Nach EDL-G als Nachweis der Verpflichtung zum Energieaudit für Nicht-KMU.

Inhalt:
Leitfaden zur Durchführung einer energetischen Bewertung beginnend mit der vertraglichen Vereinbarung mit dem Energieauditor über die Durchführung und den Umfang der Berichterstattung.

Managementsystem:
Kein Managementsystem mit einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess

Energetische Bewertung:
Systematische Untersuchung und Analyse des Energieeinsatzes und des Energieverbrauches und Ermittlung der Einsparpotentiale (= energetische Bewertung)

Umfang und Anwendungsbereich der Prüfung:
Gemäß der Norm muss der Energieauditor mit dem Unternehmen den Anwendungsbereich und die Grenzen des Energieaudits vereinbaren und den Grad der Gründlichkeit festlegen.
Sobald das Energieaudit als Nachweis für die gesetzlichen Vorgaben bezüglich Spitzenausgleich oder EDL-G dient sind mindestens 90 % des Gesamtenergieverbrauchs durch das Energieaudit abzudecken.

Erfolgsaussichten:
Abhängig vom Umfang des Energieaudits, abhängig vom individuellen Engagement der operativ Verantwortlichen.

Einsparpotential:
Aufzeigen von Einsparpotentialen mit Angaben welche Investitionen sich in welcher Zeit rentieren.
Eher Einzelmaßnahmen, eventuell nur einmaliger Impuls

Aufwand:
Kein Aufbau von Management-Strukturen erforderlich

Konformitätsüberprüfung:
Energieaudit ist kein Audit im Sinne eines internen Audits nach ISO 50001 und unterscheidet sich erheblich von der externen Auditierung der ISO 50001 durch einen akkreditierten Zertifizierer.
Fachliche Anforderungen an Energieauditoren sind im Entwurf der EN 16247-5 und im EDL-G festgelegt.


DIN EN 16247-1 – Ihre Vorteile

  • Kosten senken: Sie sparen aufgrund eines geringeren Energiebedarfs.
  • Steuerentlastung für KMU: Profitieren Sie vom Angebot des Gesetzgebers und sichern Sie sich mit einem erfolgreichen Energieaudit Steuervergünstigungen.
  • Höhere Transparenz: Einsparmöglichkeiten werden aufgezeigt mit konkreten Angaben zur Wirtschaftlichkeit.
  • Vorstufe zum Energiemanagementsystem: Das Energieaudit sorgt für die technischen Grundlagen, um ein Energiemanagementsystem einzuführen.
  • Partner mit Mehrwert: Profitieren Sie nicht nur von der Erfahrung und dem Fachwissen von TÜV SÜD, sondern auch von dessen internationaler Reputation.

Wissenswert

EnMs nach ISO 50001

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