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FSMA und EU-Kontrollverordnung: Rechtlicher Rahmen für mehr Lebensmittelsicherheit

NTuev-Sued-Lebensmittelprofi11icht nur die internationalen Lebensmittelstandards entwickeln sich weiter, auch die Gesetzgeber dies- und jenseits des Atlantiks arbeiten an Regelwerken für mehr Lebensmittelsicherheit.

Der Grundgedanke der behördlichen Lebensmittelüberwachung und der privatwirtschaftlichen Lebensmittel-Zertifizierungsverfahren ist ähnlich – die Überprüfung der Lebensmittelsicherheits- und Qualitätssicherungssysteme. Während innerhalb von Zertifizierungsverfahren Audits die Kompetenz des Unternehmens zur Einhaltung definierter Standards im geprüften Bereich nachweisen, zielen behördliche Kontrollen allein auf die Einhaltung rechtlicher Vorgaben ab – bei schweren Verstößen notfalls mit Polizeigewalt. Den rechtlichen Rahmen dafür geben in den USA der Food Safety Modernization Act (FSMA) und in Europa die EU-Kontrollverordnung (EU) 2017/625 vor.

„FSMA-ready“ dank IFS-Zertifizierung?

Der FSMA betrifft Lebensmittel- und Futtermittelhersteller, die in die USA exportieren möchten. Das US-Regelwerk ergänzt die geltende US-Lebensmittelverordnung und ermächtigt die FDA (Food and Drug Administration), Präventivkontrollen durchzuführen. Diese sollen gewährleisten, dass importierte Produkte den geltenden US-Standards entsprechen – und dass spezifische Anforderungen zur Überprüfung der ausländischen Lieferanten erfüllt sind.

FSMA führt das Prinzip der Vorbeugemaßnahmen in die Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit ein und übernimmt damit ein Grundprinzip des EU Lebensmittelrechts und der privatwirtschaftlichen Zertifizierungsstandards wie IFS oder BRC. Der Verbraucher soll sich auf die Sicherheit seiner Lebensmittel verlassen können. In der Struktur unterscheidet sich das US-amerikanische Regelwerk jedoch deutlich vom europäischen, in erster Linie, da es vor dem spezifischen Kultur- und Ausbildungshintergrund entstanden ist. In den USA sind beispielsweise häufiger auch Arbeitskräfte ohne formalisierte Ausbildung für die Umsetzung der Sicherheits- und Hygienevorgaben zuständig als in einem europäischen Betrieb.

Inhaltlich hat der IFS den FSMA seinen eigenen Standards gegenübergestellt – in einem im IFS-Portal frei verfügbaren Dokument. Demzufolge sind die Vorgaben des IFS im Allgemeinen detaillierter und weitergehend als die des FSMA. Einige Beispiele, bei denen die Präventivkontrollen der FDA etwas konkreter oder detaillierter formuliert sind als die Forderungen des IFS, sind die Gefahrenanalyse hinsichtlich Umweltkeimen bei tischfertigen Produkten („ready-to-eat“), eine klar definierte Eichungsfrequenz und feingranular vorgeschriebene Anforderungen zu Prozessvalidierung und -kontrolle sowie zu „corrective actions and corrections“. Auch bei der Identifizierung von Personen, die die Qualifikation für eine Durchführung von präventiven Kontrollen haben („Preventive Controls Qualified Individuals”), stellt der FSMA möglicherweise höhere Anforderungen als in diesem Fall IFS Logistics.

Der IFS bzw. die Zertifizierungsstellen können zwar keine „Zertifizierung“ nach FSMA vornehmen. Vor dem Export von Lebensmitteln in die USA können IFS-zertifizierte Lebensmittelhersteller jedoch vom IFS-Auditor zusätzlich eine FSMA-Bewertung vornehmen lassen.

Neue EU-Kontrollverordnung (EU) 2017/625

Die neue EU-Kontrollverordnung (VO (EU) 2017/625) löst die bisher gültige Überwachungsverordnung ab und regelt den Aufbau und die Durchführung von amtlichen Lebensmittel- und Futtermittelkontrollen innerhalb der EU verbindlich für alle Mitgliedsstaaten neu. Sie harmonisiert und bündelt europäische Rechtsvorschriften und richtet sich an die Überwachungsbehörden, die sie ab 2019 anwenden müssen. Die risikoorientierten Kontrollen, die die neue Verordnung vorgibt, zielen nicht mehr allein auf die Lebensmittelsicherheit ab, sondern fokussieren verstärkt auch das Risiko von Lebensmittelbetrug. Dabei erkennt die EU-Kontrollverordnung privatwirtschaftliche Überwachungssysteme als Maßnahme zur Risikominimierung an.

Zudem macht die neue EU-Kontrollverordnung klarere Vorgaben zur Amtshilfe zwischen den Mitgliedstaaten als die bisherige Verordnung von 2004. Ein europaweit integriertes Informations-Managementsystem soll unter anderem mehr Transparenz in die Kontrollergebnisse und amtlichen Entscheidungen bringen.

Auch wenn nach IFS oder BRC zertifizierte Unternehmen beste Voraussetzungen zur Einhaltung der FSMA Regeln mitbringen, sollten Exporteure in die USA sehr genau prüfen, ob sie den Wortlaut der FSMA Forderungen für US Importeure leicht nachvollziehbar erfüllen.

Weitere Informationen zur EU-Kontrollverordnung finden Sie unter www.bmel.de/DE/Ernaehrung/SichereLebensmittel/KontrolleRisikomanagement/_Texte/Kontrollverordnung.html

Den IFS-Vergleich zwischen IFS und FDA finden Sie zum Download unter www.ifs-certification.com/index.php/de/ifs/general-documents

Ihr TÜV SÜD Experte: Dr. Andreas Daxenberger, Geschäftsentwicklung Lebensmittel/Futtermittel, TÜV SÜD Management Service GmbH

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