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Energiemanagementsysteme - Aktuelle Meldungen

10/2020: Leitfaden der Bundesnetzagentur zum Messen und Schätzen

Anfang Oktober hat die Bundesnetzagentur den lange erwarteten „Leitfaden zum Messen und Schätzen bei EEG-Umlagepflichten“ veröffentlicht. Dieser Leitfaden bietet Unternehmen wichtige Hinweise zur Abgrenzung von Strommengen, auf die unterschiedlich hohe Umlagen gezahlt werden. 

Betroffen sind alle Unternehmen, die folgende Umlagenreduzierungen nutzen:

  • Begrenzung der Netzumlage (KWKG-Umlage, 19 II StromNEV-Umlage, Offshore-Haftungs-Umlage)
  • besondere Ausgleichsregelung nach EEG,
  • EEG-Umlagebefreiung oder -reduzierung für Eigenstrom aus Eigenerzeugung.

Der 83-seitige Leitfaden bietet viele Praxisbeispiele und sogenannte Vereinfachungen für häufig aufgetretene Fragestellungen rund um das Messen und Schätzen von Strommengen.

Zum Download des Leitfadens.

 

09/2020: BAFA beginnt wieder mit Stichprobenkontrollen der Energieauditpflicht

Das BAFA hat in einem aktuellen Newsletter daran erinnert, dass alle Nicht-KMU ihrer Pflicht zur Durchführung eines Energieaudits nach EDL-G §8 nachkommen müssen: „Die Stichprobenkontrolle wird ab sofort wieder aufgenommen.“ Im April 2020 hatte das BAFA angekündigt, bei fälligen Energieauditnachweisen, die aufgrund der Corona-Pandemie verzögert eingereicht werden, großzügig zu sein. Nun heißt es: „Im Rahmen seines Ermessens wird das BAFA noch bis zum 28. Februar 2021 für nicht durchgeführte Energieaudits in der Regel davon ausgehen, dass die verspätete Erfüllung der Energieauditpflicht Corona-bedingt nicht möglich war.“

Da viele qualifizierte Energieauditoren bereits gut ausgelastet sind, kann eine baldige Kontaktaufnahme und Terminfindung nur dringend empfohlen werden.

Auf der Internetseite des BAFA werden häufige Fragen beantwortet.

Auch wir führen Energieaudits durch. Fordern Sie einfach ein unverbindliches Angebot an!

 

08/2020: Revidiertes Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG)

Das KWKG hat im August 2020 einige Neuerungen erfahren:

  • Die Gültigkeit des Gesetzes ist bis zum Jahr 2029 verlängert worden.
  • Der Gesetzgeber hat einige neue Boni eingeführt. So wird ein Bonus in Cent pro Kilowattstunde ausgezahlt für Strom aus innovativen KWK-Anlagen. Weiterhin gibt es Einmalzahlungen vom Netzbetreiber für
    • PtH-Anlagen
    • Anlagen, die kohlebefeuerte Anlagen ersetzen sowie
    • Anlagen, die in Süddeutschland betrieben werden.
  • Der KWK-Zuschlag nach §8 wird wie folgt begrenzt: ab dem Jahr 2021 auf max. 5000 Vbh/a, ab 2023 auf max. 4000 Vbh/a sowie ab 2025 auf max. 3500 Vbh/a. Diese Regelung gilt für alle KWK-Anlagen mit festen Zuschlagssätzen (d.h. außerhalb der KWK-Ausschreibungen).
  • Die Förderung für kleine Anlagen <50kWel wird von bisher 60.000 Vbh/a auf max. 30.000 Vbh/a reduziert. Dafür verdoppelt sich der Fördersatz auf 16 bzw. 8 ct/kWh für eingespeisten bzw. nicht eingespeisten Strom. An der Gesamthöhe der Förderung ändert sich demnach nichts. Beide Neuerungen gelten rückwirkend bei (Wieder)-Aufnahme des Dauerbetriebs der Anlage nach dem 1.1.2020.
  • Weiterhin müssen Betreiber von KWK-Anlagen bis 50 kW künftig keine KWK-Strommengen-Meldung zu Zeiten negativer Strompreise mehr machen.

 

06/2020: Verlängerung verschiedener Fristen

Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie wurden verschiedene Fristen verlängert:

Eine verlängerte Übergangsfrist gilt für die Umstellung bestehender Energiemanagementsysteme (EnMS) auf die neue ISO 50001:2018. Ursprünglich war vorgesehen, dass alle ausgestellten Zertifikate nach DIN EN ISO 50001:2011 spätestens am 20. August 2021 ihre Gültigkeit verlieren. Die Gültigkeit verlängert sich nun bis zum 20. Februar 2022.

Das IAF (International Accreditation Forum) hat diese Verlängerung vor dem Hintergrund beschlossen, dass reguläre Audits unter derzeitigen Bedingungen nicht oder nur eingeschränkt möglich sind.

Nachweise für den Antrag auf Begrenzung der EEG-Umlage (u.a. Wirtschaftsprüferbescheinigungen) können bis zum 30.11.2020 beim BAFA nachgereicht werden.

Die Eichämter haben gemeinsam erklärt, dass alle Zählerwechsel, die regulär gemäß dem Mess-und Eichgesetz (MessEG) für dieses Jahr verpflichtend sind, noch bis zum 30.06.2021 erfolgen dürfen.

Ebenso hat das BAFA angekündigt, die aktuellen Umstände bei einer eventuell verzögerten Einreichung von Energieauditnachweisen gem. EDL-G §8 zu berücksichtigen.

 

09/2019: Änderungen zur Energieaudit-Pflicht

Das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) ist mit folgenden Neuerungen überarbeitet und verabschiedet worden:

  • Einführung einer Bagatellgrenze: Unternehmen mit <500.000 kWh/a sind künftig von der Energieauditpflicht befreit. Maß­geb­lich ist der Ver­brauch des Jah­res, das dem Jahr vor­aus­geht, in dem das nächste Ener­gieau­dit hätte durch­ge­führt wer­den müs­sen. Gemäß EDL-G müssen Energieaudits alle 4 Jahre wiederholt werden.
  • Einführung einer verpflichtenden Online-Meldung: Spätestens 2 Monate nach Abschluss des Energieaudits müssen wichtige Kernergebnisse aus dem Auditbericht (z.B. Art und Höhe der identifizierten Energieeinsparpotenziale) mittels eines Online-Portals an das BAFA gemeldet werden. Bei Nicht- oder Falscherfüllung dieser Anforderungen drohen Bußgelder bis zu 50T€.
    ACHTUNG: Unternehmen, die aufgrund der Bagatellgrenze von der Energieauditpflicht befreit sind, müssen diese Online-Meldung trotzdem durchführen, wenn auch mit deutlich weniger Angaben.
  • Energieaudits dürfen nur von anerkannten Energieauditoren durchgeführt werden. Diese müssen alle 2 Jahre adäquate Weiterbildungen in einem Umfang von mindestens 16 Unterrichtseinheiten) nachweisen.

 

07/2019: „Hinweis zum Messen und Schätzen bei EEG-Umlagepflichten“ (Konsultationsfassung) von der Bundesnetzagentur

Das EEG fordert in §62b: „Strommengen, für die die volle oder anteilige EEG-Umlage zu zahlen ist, sind durch mess- und eichrechtskonforme Messeinrichtungen zu erfassen.“ Von diesen Strommengen müssen eventuelle Stromlieferungen an Dritte abgegrenzt werden (sog. „Drittmengen“) – das sind z.B. Stromverbräuche von unter 3500 kWh/a durch eingemietete Fremdfirmen auf dem Betriebsgelände. Auch diese Abgrenzung muss mittels geeichter Messungen durchgeführt werden.

Eine Übergangsregelung in §104 EEG ermöglicht für das Kalenderjahr 2020 Ausnahmen in Fällen, in denen aktuell noch nicht geeicht gemessen wird. Demnach ist ab dem 1.1.2021 ein geeignetes Messkonzept verpflichtend. Darin muss dargelegt werden, wie ab dem 1. Januar 2021 die Verpflichtung zur geeichten Messung umgesetzt werden soll.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat für die Erläuterung konkreter Praxisfragen einen „Leitfaden zum Messen und Schätzen“ herausgegeben, welcher konkrete Hinweise gibt und Anforderungen stellt.

Hilfreich ist dieser Leitfaden für alle Unternehmen, die folgende Umlagenreduzierungen nutzen:

  • Begrenzung der Netzumlage (KWKG-Umlage, §19 StromNEV-Umlage, Offshore-Haftungs-Umlage)
  • besondere Ausgleichsregelung nach EEG
  • EEG-Umlagebefreiung oder -reduzierung für Eigenstrom aus Eigenerzeugung.

 

Der Leitfaden liegt aktuell nur in einer Entwurfsfassung vor.

Ergänzung 17. September 2020: Die veröffentlichte Konsultationsfassung des Hinweisblattes vom Juli 2019 kann nach aktuellen Aussagen der Rechtsanwaltskanzlei BBH bereits als belastbar gelten.

Zum „Hinweis zum Messen und Schätzen bei EEG-Umlagepflichten“ (Konsultationsfassung)“

 

12/2018: Revision der ISO 50001 in deutscher Sprache veröffentlicht

Die ISO 5000, weltweit gültige Norm zur Gestaltung eines Energiemanagementsystems (EnMS), ist überarbeitet worden. Nach der Veröffentlichung der englischen Version am 21. August 2018 steht nunmehr auch die deutsche Übersetzung zur Verfügung. Welche Veränderungen kommen nun auf zertifizierte Unternehmen zu?

Stakeholder-Analyse (interessierte Parteien, interne und externe Themen)

Mit der revidierten ISO 50001 müssen sich Unternehmen verstärkt mit den Anforderungen ihres Umfeldes auseinandersetzen, bestehende Chancen und Risiken identifizieren und diese Analyse in ihrem Alltagsgeschäft berücksichtigen. Dafür müssen in einem ersten Schritt die sogenannten „interessierten Parteien“ des Unternehmens (Stakeholder) herausgearbeitet werden – das sind alle Akteure, die von den unternehmerischen Aktivitäten betroffen sind (bzw. sich betroffen fühlen) oder Einfluss auf das Unternehmen haben. Dazu können beispielsweise Eigentümer, Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, Gesetzgeber, Fremdfirmen oder Behörden gehören.

Zusätzlich muss das Unternehmen seine internen und externen Themen identifizieren und überprüfen. Zu den internen Themen gehören z.B. Ziele, Strategien oder genutzte Technologien, zu den externen Themen können branchenspezifische Verpflichtungen oder die Entwicklung der Energiekosten gehören.

Die finalen Fragen dieser Analyse lauten: Welche der identifizierten Anforderungen der interessierten Parteien müssen nun mit dem EnMS behandelt werden? Und welche Auswirkungen haben die Ergebnisse der Analyse auf den Anwendungsbereich und die Grenzen des EnMS?

Rolle der Führungskräfte

Die Führungskräfte spielen in der revidierten ISO 50001 eine noch zentralere Rolle. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Forderungen des EnMS tatsächlich in allen betrieblichen Abläufen berücksichtigt werden. Die oberste Leitung ist nach ISO 50001:2018 direkt für den Erfolg des EnMS verantwortlich. Sie muss u.a. durch vorausschauende Führung dafür sorgen, dass alle EnMS-Anforderungen in die Managementprozesse integriert werden, und bei Bedarf neue Prozesse schaffen, die für eine Verbesserung der energiebezogenen Leistung sorgen.

Nachweisbare Verbesserung der energiebezogenen Leistung

Die „Verbesserung der energiebezogenen Leistung“ zieht sich wie ein roter Faden durch die ISO 50001:2018. Die Energiedatensammlung ist künftig Teil des Planungsprozesses. Damit soll sichergestellt werden, dass die erforderlichen Daten für den Nachweis der (z.B. durch eine Maßnahme) erreichten energetischen Verbesserung auch wirklich erhoben werden können. Ohne konkrete Nachweise über die Verbesserung der energiebezogenen Leistung darf künftig kein Zertifikat mehr erteilt, aufrechterhalten oder verlängert werden.

Normalisierung von Energieverbrauchskennzahlen (EnPI) und Ausgangsbasen (EnB)

Eine der größten praktischen Herausforderungen der ISO 50001:2018 steckt in der Normalisierung von EnPIs und EnBs. Sobald Daten vorliegen, die auf einen wesentlichen Einfluss bestimmter Variablen auf die energiebezogene Leistung hinweisen, muss das Unternehmen dafür sorgen, dass diese Variablen aus den Kennzahlen und Ausgangsbasen „herausgerechnet“ werden – dass die EnPI und EnBs also „normalisiert“ werden.

Übergangsregelungen in der Zertifizierung

Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) hat festgelegt, dass die Zertifizierstellen nur noch bis zum 21.2.2020 nach der „alten“ Norm arbeiten dürfen. Danach müssen sie für Erstzertifizierungs-, Überwachungs- und Rezertifizierungsaudits die ISO 50001:2018 heranziehen. Bestehende Zertifikate auf Basis der ISO 50001:2011 sind noch bis zum 20.8.2021 gültig. 

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