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Motorradhelm nicht übereilt kaufen

TÜV SÜD/Motorrad/Helm

TÜV SÜD/Motorrad/Helm

8. September 2026

Je nach Material der Helmschale sollten Motorradfahrer ihren Schutzhelm nach drei bis sieben Jahren durch ein neues Modell ersetzen – selbst wenn er optisch noch einwandfrei aussieht. Den Grund dafür erklärt Alexander Bausch von TÜV SÜD: „Jeder Helm verliert mit der Zeit an Schutzwirkung. Die Helmschalen aus thermoplastischen Materialien wie Polycarbonat oder Polyamid altern schneller, hier sollte der Austausch spätestens nach fünf Jahren erfolgen. Helme aus Carbon oder Glasfaserverbundwerkstoffen (Duroplaste) halten theoretisch bis zu zehn Jahren. Das Problem ist die innere Dämpfungsschicht, die im Ernstfall die Energie aufnimmt. Sie besteht aus EPS-Schaumstoff, der durch Temperaturschwankungen und dem Kontakt mit Körperschweiß und Pflegeprodukten über die Zeit aushärtet. Deshalb sollten auch Fahrer von Duroplast-Helmen nach etwa sieben Jahren den Austausch erwägen.“ Zudem verschleißen die Innenpolster im Laufe der Jahre, wodurch der feste Sitz verloren geht. Ein Neukauf bringt zudem den Vorteil, von modernsten Sicherheitstechnologien zu profitieren. „Nach einem Unfall ist der Austausch ohnehin Pflicht – selbst wenn äußerlich keine Schäden sichtbar sind“, betont der Experte. Das Ende der Motorradsaison ist ein idealer Zeitpunkt für die Suche, da der Fachhandel dann oft mit attraktiven Sonderangeboten lockt.

„Für die Neuanschaffung sollten sich Biker unbedingt Zeit nehmen“, empfiehlt Bausch. Ein Helm muss fest sitzen, darf aber keine Druckstellen verursachen. Ob Passform und Windgeräusche stimmen, zeigt sich am besten bei einer ausgiebigen Probefahrt. Ein wichtiges Sicherheitskriterium: Bei geschlossenem Kinnriemen darf sich der Helm nicht vom Kopf abstreifen lassen.

Laut Straßenverkehrsordnung (§ 21a Abs. 2 StVO) müssen Motorradfahrer lediglich einen „geeigneten“ Schutzhelm tragen. Eine strenge ECE-Zulassung ist gesetzlich zwar keine Pflicht – weshalb auch nostalgische Helme theoretisch erlaubt sind – TÜV SÜD rät von solchen Modellen jedoch dringend ab. „Sparen Sie nicht an Ihrer Lebensversicherung“, warnt Bausch. „Achten Sie beim Kauf unbedingt auf die aktuelle ECE-Norm 22.06 (erkennbar am Prüfetikett im Helmfutter oder am Kinnriemen).“

Checkliste für den Helmkauf:

  • Geduld bei der Anprobe: Den Helm im Laden mindestens zehn Minuten tragen, um Druckstellen auszuschließen.
  • Abstand halten: Das Kinn darf den Kinnschutz nicht berühren.
  • Bedienbarkeit testen: Funktionen wie Visier, Sonnenblende und Belüftung müssen sich auch mit Motorradhandschuhen leicht bedienen lassen.
  • Auf das Gewicht achten: Ein leichterer Helm erhöht den Tragekomfort und entlastet bei einem Sturz die Halswirbelsäule.
  • Akustik prüfen: Eine Probefahrt klärt, ob störende Windgeräusche auftreten und ob wichtige Umgebungssignale noch gut hörbar sind.

 

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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