TÜV SÜD/Technik/Kühlflüssigkeit
TÜV SÜD/Technik/Kühlflüssigkeit
8. Oktober 2026
Mit dem Wechsel der Jahreszeit ist es Zeit, den Vorrat der Scheibenwaschflüssigkeit frostfest zu machen. Bei dieser Gelegenheit kann man auch einen kontrollierenden Blick auf den Vorratsbehälter des Kühlsystems werfen. Ein korrekt gewarteter Kühlkreislauf ist essenziell, um kostspielige Motorschäden durch Überhitzung zu vermeiden. „Allerdings“, gibt Ann-Christin Mainz von TÜV SÜD zu bedenken, „Kontrollen und Nachfüllarbeiten am Ausgleichsbehälter sollten zwingend nur bei kaltem Motor erfolgen, um schwere Verbrühungen und Risse im Kühlsystem durch Druckverlust zu vermeiden.“ Für den optimalen Frost- und Korrosionsschutz ist das korrekte Mischungsverhältnis sowie die Beachtung der spezifischen Typenkennung (z.B. G12+) entscheidend, nicht die Farbe der Flüssigkeit.
„Öffnen Sie niemals den Deckel des Ausgleichsbehälters, solange der Motor läuft oder warm ist“, warnt Mainz: „Das System steht unter hohem Druck. Beim Öffnen drohen schwere Verbrühungen durch herausspritzende, heiße Flüssigkeit.“ Der meist transparente Kunststoffbehälter zeigt ein Warnsymbol für Verbrühungsgefahr sowie eine Min- und Max-Markierung. Bei kaltem Motor muss der Pegel dazwischen liegen.
Bei dem Sichtcheck sollte man auch auf den Zustand der Flüssigkeit achten. Verfärbungen oder Partikel deuten auf Korrosion hin. Ein sichtbarer Ölfilm ist ein starkes Indiz für eine defekte Zylinderkopfdichtung.
Den Deckel des Behälters ausschließlich bei kaltem Motor öffnen. Vorsichtig die Flüssigkeit auffüllen, bis der Pegel genau zwischen der Min- und der Max-Markierung steht. Das Kühlsystem ist ein komplexer Kreislauf – hier entscheidet die richtige Mischung. Im Handel gibt es Konzentrate zum Selbstanmischen sowie gebrauchsfertige Fertigmischungen. Das korrekte Mischungsverhältnis findet sich in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs. Nur so bleibt der optimale Frost- und Korrosionsschutz erhalten, betont die TÜV SÜD-Expertin.
Die unterschiedlichen Farben der Flüssigkeiten dienen der Orientierung, damit verschiedene Spezifikationen nicht versehentlich gemischt werden. Entscheidend ist jedoch nicht die Farbe, sondern die Typenkennung (z.B. G11, G12+ oder G13).
Pressekontakt: Vincenzo Lucà