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Eigendynamik im Gepäckabteil

TÜV SÜD/Winterurlaub/Ladungssicherheit

TÜV SÜD/Winterurlaub/Ladungssicherheit

8. Oktober 2026

Ein Winterurlaub mit der Familie bringt erfahrungsgemäß fast jedes Auto an die Grenze seiner Transportkapazität. Ski, Skistiefel, Schlitten und jede Menge warme Kleidung müssen mit. Damit dieses Konvolut beispielsweise bei einer Notbremsung keine gefährliche Eigendynamik entwickelt, muss alles sicher verstaut sein. Andernfalls können sich Ski durch die Rückenlehnen bohren oder Skistiefel zu gefährlichen Geschossen werden.

„Ein 20 Kilogramm schweres Gepäckstück trifft bei einem Crash mit Tempo 50 mit einer Wucht von bis zu einer Tonne auf“, gibt Ann-Christin Mainz von TÜV SÜD zu bedenken. „Zudem wird ungesicherte Ladung mit bis zu 75 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg geahndet.“ Kaskoversicherungen leisten bei Schäden durch unzureichend gesicherte Ladung in der Regel nicht, da sie meist nur bei Unfällen mit von außen wirkender mechanischer Gewalt greifen. Die TÜV SÜD-Fachfrau empfiehlt daher grundsätzlich: „Schwere Gegenstände und Koffer gehören immer nach unten und sollten möglichst direkt an die Rücksitzlehne geschoben werden. Die Rücksitze sollten nur falls unbedingt nötig umgeklappt werden.“

Oben auf dem Gepäckstapel sollten nur leichte Gegenstände liegen. Wird über die Höhe der Rücksitzlehne hinaus geladen, ist ein Gepäcknetz oder ein Laderaumgitter Pflicht. In Kombis empfiehlt es sich, die gesamte Ladung mit einer Decke abzudecken und diagonal mit Gurten zu sichern. Dafür sollten die Zurrösen am Ladeboden genutzt werden. Der beste Platz für schwere Skistiefel ist der Fußraum im Fond. Besitzt das Fahrzeug eine Durchladeöffnung zum Kofferraum, finden lange Ski selbst in kleineren Autos sicheren Platz. Optimal sind in diesem Fall Skisäcke, die die Bretter in der Durchlade stabil fixieren.

„Sperrige Fracht wie Skier oder Snowboards wird am besten in einer Dachbox deponiert, wenn im Innenraum kein sicherer Platz ist“, empfiehlt Mainz. Das Gepäck in der Box muss ebenfalls mit Spanngurten fixiert werden. Das verhindert, dass es bei extremen Manövern aus der Box herausschießt. Ein aufgerollter Schlafsack oder eine Decke in der Boxspitze verringert zudem das Risiko, dass empfindliches Frachtgut bei Bremsmanövern verrutscht und beschädigt wird. „Nach etwa 50 Kilometern Fahrt sollte man die Befestigung der Dachbox am Fahrzeug nochmals kontrollieren und gegebenenfalls nachziehen“, legt der Experten-Tipp Autofahrern ans Herz.

„Bei schwerer Beladung ändert sich grundsätzlich das Fahrverhalten eines Autos“, erinnert die TÜV SÜD-Fachfrau. Beim Bremsen, Beschleunigen und in Kurven reagiert das Fahrzeug träger oder ungewohnt. „Bremsproben auf einem leeren Parkplatz helfen, sich an den längeren Bremsweg zu gewöhnen. Auch auf das veränderte Fahrverhalten bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn muss man sich rechtzeitig einstellen“, so die TÜV SÜD-Expertin.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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