TÜV SÜD/Caravan/Winterpause
TÜV SÜD/Caravan/Winterpause
29. Oktober 2026
Für die meisten Wohnwagen und Wohnmobile beginnt nach den Herbstferien die Winterpause. „Damit nicht rostet, was rastet, sollten die Besitzer dieser rollenden Feriendomizile einige wichtige Wartungs- und Pflegearbeiten durchführen“, erinnert Alexander Bausch von TÜV SÜD.
Zuvor gilt es jedoch, einen passenden Abstellplatz zu finden. „Am besten eignet sich eine trockene Halle, eine Scheune oder ein Carport“, empfiehlt Bausch. Von einer Abdeckung des Ferienmobils mit einer einfachen Plane rät der Experte ab: „Darunter bildet sich schnell Kondenswasser, was zu Rost und Schimmel führt.“ Wer die Vorbereitung nicht selbst übernehmen möchte, kann eine komplette Reinigung des Fahrzeugs sowie der Wassertanks als Serviceleistung bei vielen Caravaning-Fachhändlern buchen. Hierfür sollte rechtzeitig ein Termin vereinbart werden. „Wer die Wartungsarbeiten lieber selbst in die Hand nimmt, sollte eine feste Reihenfolge beachten: Erst innen, dann außen und schließlich die Technik“, empfiehlt der TÜV SÜD-Fachmann.
Der Innenraum wird komplett ausgesaugt – einschließlich der Polster – und danach feucht ausgewischt. „Teppiche und Polster überwintern im Idealfall in einem trockenen Lagerraum außerhalb des Fahrzeugs“, empfiehlt Bausch. „Ist das nicht möglich, sollte man sie im Innenraum locker aufstellen, um eine optimale Belüftung zu gewährleisten.“ Zudem bleiben alle Möbelklappen sowie die Kühlschranktür während der Winterpause geöffnet, damit die Luft frei zirkulieren kann. Gelüftet werden sollte das Reisemobil im Winter nur bei trockenem Wetter, da sonst muffige Gerüche entstehen.
Bei der Außenreinigung ist bei den Acrylfenstern Vorsicht geboten. Haushaltsübliche Glasreiniger können das Material stumpf und blind machen. Stattdessen sollten spezielle Reiniger aus dem Fachhandel verwendet werden. Die Gummidichtungen an Fenstern und Türen werden mit geeigneten Pflegemitteln behandelt, damit sie trotz Kälte elastisch bleiben. Die Kurbelstützen werden gründlich gefettet und, um Standplatten zu vermeiden, wird der Reifendruck um etwa 0,5 bar erhöht.
Als Letztes folgt die Bordtechnik des Wohnaufbaus. „Sie muss für das Überwintern komplett stillgelegt werden“, erläutert Bausch. Der Frischwassertank wird mit speziellen Mitteln aus dem Fachhandel gereinigt und desinfiziert. Anschließend wird sämtliches Wasser aus dem Frisch- und Abwassertank, der Toilette, dem Heizungsboiler sowie allen Leitungen komplett abgelassen. Alle Wasserhähne und Ablassventile bleiben während der gesamten Standzeit geöffnet.
Alle Gashähne werden geschlossen. Die Gasschläuche und der Druckminderer sollten von den Flaschen abgeschraubt werden. „Die Bordbatterie sollte ausgebaut, in einem frostfreien, trockenen Raum gelagert und zwischendurch regelmäßig nachgeladen werden“, so der TÜV SÜD-Fachmann und gibt noch einen Spartipp: „Wer sein Fahrzeug im Winter definitiv nicht nutzt, kann durch ein Saisonkennzeichen oder eine vorübergehende Abmeldung Steuern und Versicherung sparen. Fällt der Termin der Hauptuntersuchung (HU) in den Zeitraum der Abmeldung, sollte sie im ersten Monat nachgeholt werden, in dem das Fahrzeug wieder bewegt werden darf.
Pressekontakt: Vincenzo Lucá