TÜV SÜD/Batterie/Pflege
TÜV SÜD/Batterie/Pflege
29. Oktober 2026
Um die Batterie ihres Autos kümmern sich erfahrungsgemäß die wenigsten Autofahrer. Geht es nach den Akku-Herstellern, ist das auch kein Problem – schließlich gelten moderne Fahrzeugbatterien als wartungsfrei. „Wartungsfrei heißt aber nicht pflegefrei“, gibt Ann-Christin Mainz von TÜV SÜD zu bedenken. Spätestens nach den ersten Frostnächten zeigt sich, ob der Autoakku noch leistungsfähig ist. Die Statistiken der Pannenhilfen sprechen eine deutliche Sprache: Bei mehr als 80 Prozent aller Einsätze im Winter ist eine leere oder defekte Batterie die Ursache.
Nicht nur der aktuelle Ladezustand ist für die Leistungsfähigkeit entscheidend. Ebenso wichtig ist die Speicherkapazität. Mit zunehmender Kälte verliert der Energiespeicher drastisch an Kraft. „Bei minus zehn Grad Celsius stehen beispielsweise nur noch 65 Prozent der eigentlichen Leistung zur Verfügung, bei minus 20 Grad sind es lediglich 50 Prozent“, schildert die TÜV SÜD-Expertin den Kraftverlust. Ohne ausreichend Strom lassen sich moderne Autos praktisch nicht mehr starten. Das gilt längst nicht mehr nur für Fahrzeuge mit Automatikgetriebe: „Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass nur diese betroffen sind“, erläutert Mainz. „Neben dem Anlasser benötigen auch das Motormanagement und die Kraftstoffversorgung viel Energie. Und die muss die Batterie liefern.“
Diesem Leistungsabfall beugt am besten vor, wer sein Auto regelmäßig zur Inspektion bringt. Die Profis in der Werkstatt messen dabei nicht nur die Spannung und Stromstärke des Generators, sondern prüfen darüberhinaus die Leistungsreserve sowie das Alter der Batterie. Bei starken Schwankungen oder Verschleiß ist ein Austausch fällig. Wer selbst unter der Haube nachschaut, sollte auf folgende Punkte achten: Die Oberfläche der Batterie muss sauber und trocken sein, um Kriechströme zu vermeiden. Die Polklemmen müssen fest sitzen; die Polabdeckungen dürfen nicht fehlen und Pole sowie Anschlussklemmen sollten mit Säureschutzfett konserviert werden.
Um die Batterie beim Anlassen zu schonen, rät die TÜV SÜD-Fachfrau, vor dem Starten alle unnötigen Verbraucher wie Beleuchtung, Radio, Gebläse oder Sitzheizung abzuschalten. Sollte der Motor nicht sofort anspringen: Den Startvorgang nach spätestens zehn Sekunden abbrechen und erst nach einer Pause von etwa einer halben Minute einen neuen Versuch starten.
Pressekontakt: Vincenzo Lucá