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Urlaubsautos schlucken mehr

TÜV SÜD/Urlaubsfahrt/Spritverbrauch

TÜV SÜD/Urlaubsfahrt/Spritverbrauch

22. Mai 2026

Mancher Autourlauber reibt sich an der Zapfsäule verdutzt die Augen. Der Wagen hat auf der Ferienfahrt offensichtlich mehr teuren Kraftstoff verbrannt als gewohnt. „Das ist normal“, beruhigt Marcellus Kaup von TÜV SÜD, „doch mit einer vorausschauenden Fahrweise und wohlüberlegten Vorbereitungen für die lange Fahrt lässt sich der Mehrverbrauch deutlich eingrenzen.“ 15 bis 20 Prozent Spriteinsparung sind erfahrungsgemäß möglich. Das entlastet die Urlaubskasse spürbar. „Zudem bieten moderne Navigationssysteme Funktionen zu einer verbrauchsarmen Routenplanung an, die durchaus zehn und mehr Prozent Sprit sparen können“, schildert Kaup seine Erfahrungen. Die Elektronik berücksichtigt dazu die Motorenart und Verkehrslage für effizientere Strecken und berücksichtigt topografische Bedingungen wie etwa Steigungen.

Grundsätzlich resultiert der höhere Spritkonsum während der Urlaubsreise auf dem höheren Gewicht des Ferienfahrzeugs. „100 Kilogramm schlagen an der Zapfsäule etwa mit einem halben Liter je 100 Kilometer zu Buche“, nennt der TÜV SÜD-Fachmann eine Faustformel und „wer schließlich am Urlaubsziel sein Fahrzeug - soweit es Sinn macht - entlädt, spart ebenfalls, denn auch am Urlaubsort kommen erfahrungsgemäß einige Kilometer an Fahrstrecke zusammen“.

Tribut an der Zapfsäule kostet ebenso ein zu geringer Reifendruck. Deshalb muss der Reifendruck entsprechend der Herstellerangabe dem Mehrgewicht angepasst werden. Zu geringer Luftdruck vergrößert den Rollwiderstand, und das führt unweigerlich zu einem höheren Verbrauch. Wird der Wagen wieder im Alltag eingesetzt, sollte der Reifendruck wieder entsprechend reduziert werden.

Grundsätzlich plädiert der Fahrzeugexperte von TÜV SÜD zu einer zurückhaltenden, vorausschauenden Fahrweise. Häufiges Gas geben, heftiges Abbremsen treiben den Kraftstoffverbrauch in die Höhe. „Eine Reisegeschwindigkeit von 130 Kilometer pro Stunde (km/h) ist eine optimale Kombination aus zügiger Fahrt und vertretbarem Verbrauch“, rät Kaup. Wenn eine verkehrsarme Autobahn zum Gas geben verführt, sollte man sich vor Augen halten - der Luftwiderstand bei Tempo 160 ist etwa vier Mal so hoch wie bei Tempo 80, und das Ticket für die flotte Fahrt wird an der Tankstelle fällig.

Spritsparend lässt sich überdies der Einsatz der Klimaanlage regulieren. Sinnfrei ist ein ständiges Fahren mit offenen Fenstern und eingeschalteter Klimaanlage. Dabei entweicht die abgekühlte Luft nahezu wirkungslos gleich wieder. Noch einen weiteren, weitgehend wirkungslosen Einsatz kennt der Fachmann: „Bei kurzen Fahrten lohnt sich das Einschalten der Innenraum-Kühlung nicht. Keine Klimaanlage befördert auf ein paar Kilometer die Hitze aus dem Auto.“ Und wer bei einer Stammtischdebatte über den Mehrverbrauch durch den Gebrauch einer Klimaanlage mitmischen möchte, sollte darauf hinweisen, dass geöffnete Fenster den Cw-Wert eines Autos verschlechtern und so ebenfalls zu einem Mehrverbrauch beitragen.

Sparpolitisch korrekt und umweltbewusst verhält sich überdies, wer frühzeitig hochschaltet, die Schubabschaltung des Motors beim Ausrollen nutzt und bei längeren Stopps - etwa im Stau - den Motor abstellt. Moderne Fahrzeuge haben aus diesem Grund eine Start-Stopp-Automatik an Bord.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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