TÜV SÜD: Wandern & Ausrüstung
TÜV SÜD: Wandern & Ausrüstung
29. April 2026
Ob Feierabendrunde, Wochenendtour oder Mehrtagestrekking: Wanderstöcke, meist in Form von teleskopierbaren Modellen, sind zum Start in die Wandersaison für viele Wandernde mittlerweile zum Standard geworden. Richtig ausgewählt und eingestellt, können sie auf unebenem Gelände für mehr Halt sorgen und vor allem beim Bergabgehen Knie und Sprunggelenke entlasten. Wann sich Wanderstöcke besonders bewähren und worauf beim Kauf zu achten ist, erklärt Thomas Michael Maier, Produktexperte bei TÜV SÜD.
„Wanderstöcke können auf losem Untergrund, bei Nässe oder Geröll zusätzliche Stabilität geben – entscheidend ist aber, dass sie zur Tour und zur Person passen“, sagt Thomas Michael Maier. „Gerade bergab lohnt sich der Einsatz häufig, weil ein Teil der Last über Arme und Oberkörper abgefangen werden kann.“ Auch wer mit schwerem Rucksack unterwegs ist, profitiert häufig von mehr Balance und einem gleichmäßigeren Bewegungsablauf. Wie stark sich Wanderstöcke auf den Energieaufwand auswirken, hängt von Tempo, Technik und Last ab. Besonders für Einsteiger, ältere Wandernde oder Personen mit Gelenkproblemen kann der Einsatz sinnvoll sein, da die Belastung besser verteilt wird.
Für den Aufstieg werden die Stöcke in der Regel etwas kürzer eingestellt. In steileren Passagen kann es hilfreich sein, alternativ am Schaft unterhalb des Griffs zu greifen, sofern die Griffzone bzw. das Material dies zulässt. Für den Abstieg werden die Stöcke meist etwas länger eingestellt, um den Oberkörper zu stabilisieren und die Knie zu entlasten. Wichtig: Verriegelung und Segmente unterwegs regelmäßig kurz prüfen – besonders bei Teleskopstöcken. Ein unbemerktes Nachgeben oder Verdrehen kann bergab schnell zum Sicherheitsrisiko werden. Als grobe Orientierung für die Grundlänge gilt: Wenn der Stock flach aufgesetzt ist, sollte der Ellenbogen etwa einen rechten Winkel (ca. 90 Grad) bilden. Wichtig ist zudem die richtige Technik: Die Schlaufen sollten aktiv genutzt werden, damit die Kraftübertragung aus dem Handgelenk erfolgt und die Hände entlastet werden.
„Vor dem Verstauen lohnt sich ein kurzer Materialcheck: Sind die Segmente trocken, ist die Spitze intakt und funktioniert die Verriegelung einwandfrei? Das verlängert die Lebensdauer und gibt bei der nächsten Tour ein besseres Gefühl“, empfiehlt der TÜV SÜD-Experte. Zusätzlich sollten die Stöcke nach Touren bei Nässe oder Schmutz gereinigt und vollständig getrocknet werden, um Korrosion oder Funktionsstörungen zu vermeiden. Auch ein gelegentliches Zerlegen – sofern vom Hersteller vorgesehen – kann helfen, die Mechanik langfristig zuverlässig zu halten.
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Pressekontakt: Dirk Moser-Delarami