TÜV SÜD/Schulanfänger/Schulweg
TÜV SÜD/Schulanfänger/Schulweg
5. August 2025
Irgendwann gehen selbst die schönsten Sommerferien zu Ende. Dann beginnt laut dem Statistischen Bundesamt für knapp 830 000 Kinder die Schule. „Die Mädchen und Jungen müssen aber nicht nur das ABC lernen, sondern zuvor etliche Verkehrsregeln - und am ersten Schultag ist es dazu zu spät“, erinnert Andrea Häußler, Verkehrspsychologin von TÜV SÜD Life Service, Eltern. „Aufgrund ihres Entwicklungsstandes sind Schulanfänger ohne vorherige Übungen den komplexen Situationen des Straßenverkehrs nicht gewachsen, mithin schnell überfordert“, schildert sie ihre Erfahrungen. Allein schon wegen ihrer Körpergröße fehle ihnen der nötige Überblick, und sie würden leicht übersehen. Häußler empfiehlt Erwachsenen, einmal in die Hocke zu gehen und so den Straßenverkehr aus Sicht der Kinder zu erleben: „Das wirkt.“
„Den Schulweg muss man mit seinen Kindern üben. Mehrmals, zu den schulüblichen Zeiten und dabei vor allem das Überqueren von Straßen und Kreuzungen trainieren“, rät die TÜV SÜD-Expertin. „Oft genug sind gerade Erwachsene ein schlechtes Vorbild, weil sie rote Ampeln missachten. Auch solches Fehlverhalten sollte mit den Kindern besprochen werden.“ Erst wenn alles gut klappt und sich die Kinder sicher fühlen, sollten sie sich allein auf den Schulweg machen. Als Faustregel gelten, einfache Schulwege mindestens drei bis vier Mal abgehen, schwierigere mindestens zehn Mal.
Unfallursache Nummer Eins bei Kindern, die zu Fuß zur Schule gehen, ist das Überqueren der Fahrbahn. Deshalb üben: vor dem Betreten der Fahrbahn stets am Bordstein stehen bleiben, nach allen Seiten schauen, zuerst nach links, dann nach rechts, dann wieder nach links und dann auf kürzestem Weg über die Straße zu gehen. Wenn möglich, die Straße nur an Ampeln und Fußgängerüberwegen überqueren. An Zebrastreifen Blickkontakt zu den Autofahrern aufnehmen, ebenso auf Fahrbahnteilern.
„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“, gibt Häußler zu bedenken und verhalten sich mitunter völlig anders, wenn sie allein oder in einer Gruppe sind. Werden beispielsweise Klassenkameraden auf der anderen Straßenseite entdeckt, wird der Verkehr uninteressant. „Gerade jüngere Kinder handeln impulsiv. Das sollte man ebenfalls ansprechen“, weiß Häußler.
Mit dem Fahrrad zur Schule, davon ist abzuraten. Selbst wenn Kinder ihr Rad schon beherrschen, so sind sie im Straßenverkehr doch immer noch rasch überfordert, gibt die TÜV SÜD-Fachfrau zu bedenken. Wird mit dem Schulbus der Weg absolviert, dann sollten Eltern dies ebenfalls mit ihren Sprösslingen trainieren. Das gilt für den Hin- und Rückweg zur Haltestelle. Das gilt ebenso für das Ein- und Aussteigen. Immer erst an den Bus herantreten, wenn er zum Stehen gekommen ist und die Tür geöffnet ist. Nach dem Aussteigen warten, bis der Bus weggefahren ist. Erst dann die Fahrbahn überqueren. Wenn möglich, am nächsten Fußgängerüberweg oder an einer Ampel. Wichtig ist zudem, dass das Kind rechtzeitig zur Haltestelle losgeht, damit es nicht unter Zeitdruck kommt.
Pressekontakt: Vincenzo Lucá