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Abnahmeprüfung von Monitoren an C-Bögen

(Stand 05.2021)

In vielen Arztpraxen und Kliniken existieren ältere C-Bögen. Oft herrscht Ungewissheit, wie lange und unter welchen Voraussetzungen sie noch betrieben werden dürfen. Auch die Bedingungen für die Abnahme oder einen Verkauf der Geräte sind häufig unklar. 

Den entsprechenden Rahmen bilden die QS-RL und die SV-RL mit den darin angeführten Normen zur Abnahme- und Konstanzprüfung. Wie die 2015 eingeführte Norm zur "Abnahme- und Konstanzprüfung nach RöV an Bildwiedergabesystemen in ihrer Umgebung". Teil 157 der Normenreihe DIN 6868 "Sicherung der Bildqualität in röntgendiagnostischen Betrieben" bezieht dabei auch Monitore an mobilen Durchleuchtungsgeräten (C-Bögen) in die Prüfvorschriften ein. Die Monitore an C-Bögen sollen analog zu Befundmonitoren aus der Radiologie nach Raumklassen (RK) anhand Ihres Einsatzgebietes eingeteilt und abgenommen werden. Anschließend erfolgt eine regelmäßige Kontrolle der Qualität des Bildwiedergabesystems (Konstanzprüfung) gemäß §115 StrlSchV.

Noch bis 2025 laufen Übergangsfristen für die Abnahmeprüfung von Monitoren an C-Bögen. Die Möglichkeiten für die Interpretation der aktuell geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen wurden 2016 angepasst und 2020 noch einmal ergänzt. Mit den jüngsten Erläuterungen von April 2021 gibt es nun mehr Gewissheit bzgl. der notwendigen Prüfungen für einen rechtskonformen Betrieb von C-Bögen. 

Die folgende Darstellung bezieht sich auf die Abnahme von Monitoren bzw. Bildwiedergabesystemen und lässt jegliche Abnahme des gesamten Röntgensystems unbeachtet. Die Betrachtung gibt den aktuellen Wissens- und Interpretationsstand wieder. Dieser kann sich jedoch weiterhin verändern.

Der Weg zur Prüfung von Monitoren an C-Bögen

Infografik DIN 6868 157

  • Gruppe 1: Geräte, die nach dem 01.05.2015 in Betrieb gegangen sind.
    • Szenario (SZO) 1a: Die Anlage wurde nach dem 01.05.2015 nach DIN 6868-157 abgenommen.
      Hier ist nichts weiter zu tun. Das Gerät kann unter Einhaltung der Raumklassen und der Konstanzprüfungen des BWS uneingeschränkt bis auf weiteres betrieben werden.
      • Hinweis 1: Auf die regelmäßigen Konstanzprüfungen des BWS ist zu achten.
      • Hinweis 2: Die Raumklasse 4 ist nicht zulässig. 
    • Szenario 1b: Die Anlage wurde in der Übergangsfrist (bis 30.06.2018) nach DIN V 6868-57 abgenommen.
      Soweit in der QS-RL (Stand 2016) festgelegt, hat bis zum 01.01.2025 eine erneute Abnahme nach DIN 6868-157 zu erfolgen. Für diese müssen die Testbilder nach DIN 6868-157 auf das Gerät aufgespielt werden. Der Prüfung sind die Raumklassen zugrunde zu legen. Danach kann das Gerät, unter Einhaltung der Raumklassen und der Konstanzprüfungen des BWS, uneingeschränkt bis auf weiteres betrieben werden
      • Hinweis 1: Auf die regelmäßigen Konstanzprüfungen des BWS ist zu achten.
      • Hinweis 2: Die Raumklasse 4 ist nicht zulässig.
  • Gruppe 2: Geräte, die vor dem 01.05.2015 in Betrieb gegangen sind.

    Bei allen Betrachtungen aus Gruppe 2 ist zu beachten, dass in dieser Gruppe viele Geräte zu finden sind, welche den Prüfpunkt M04H25 nicht erfüllen:

    "Funktion vorhanden, die die Parameter zur Ermittlung der Exposition des Patienten elektronisch aufzeichnet und für die Qualitätssicherung elektronisch nutzbar macht."

    Diese Forderung ist für Geräte die vor dem 31.01.2018 erstmals in Betrieb gegangen sind ab dem 01.01.2023 und für Geräte die nach dem 31.01.2018 in Betrieb gegangen sind seit dem 01.01.2021 zu erfüllen. Bei Nichterfüllung ist die Betrachtung der Qualität des BWGs nach dem 01.01.2023 für diese Röntgenanlagen somit hinfällig.


    Für Geräte aus Gruppe 2 hat sich aufgrund der Anlage 1 der SV-RL die Situation etwas entschärft. Denn in Tabelle 5a Zeile 12 und Tabelle 5b Zeile 8 wird ein BWS/ BWG mit Befundqualität für den Untersucher am Arbeitsplatz gefordert. Laut Erläuterung 3 (Anlage 1, E3 der SV-RL) bedeutet dies:

    "Die technischen Mindestanforderungen bei Bildwiedergabegeräten bzw. -systemen nach DIN 6868-157 oder DIN V 6868-57 müssen im Rahmen der wiederkehrenden Prüfung nach § 88 Absatz 4 Nummer 1 StrlSchV erfüllt sein. Dies gilt insbesondere für die Festlegungen der Tätigkeitarten und Raumklassen für die jeweilige Anwendung und die Prüfbarkeit mit Testbildern nach DIN 6868-157 bzw. DIN V 6868-57."

    Aufgrund dieser Informationen und dem Abschnitt 4.4 Absatz 2 der QS-RL in dem es heißt: "…ggf. erforderliche Teil- oder Abnahmeprüfungen…" lassen sich für die Geräte aus Gruppe 2 einige Szenarien getrennt betrachten.

    Die folgende Darstellung gibt den aktuellen Wissens- und Interpretationsstand wieder. Dieser kann sich jedoch weiterhin verändern - insbesondere mit Erscheinen der nächsten QS-RL (voraussichtlich 2022).

    • Szenario 2a: Der C-Bogen hat bisher keinerlei Abnahmeprüfung am BWG erfahren und es besteht keine Notwendigkeit zum Austausch des BWG:
      In diesem Fall muss der Arzt bestätigen, dass der Monitor die Befundqualität für ihn erfüllt und ein Techniker muss die Einhaltung der technischen Mindestanforderungen bestätigen. 
      Dies kann anhand von auf dem C-Bogen hinterlegten Testbildern nach DIN V 6868-57 bzw. DIN 6868-157 oder durch Einspielen der Testbilder nach DIN V 6868-57 über eine externe Quelle (Bildgenerator/ Laptop) erfolgen. Die Leuchtdichteverhältnisse und die Bildqualität sind dabei zu dokumentieren und zu bewerten. Die Messungen sollten in Anlehnung an DIN V 6868-57 erfolgen. Die Raumklassen aus DIN 6868-157 sind der Messung zugrunde zu legen. Es empfiehlt sich den Titel des Protokolls anzupassen (z. B: "Nachweis der Erfüllung der Mindestanforderung in Anlehnung nach DIN V 6868-57"). 
      In diesem Fall ist keine weitere Konstanzprüfung des BWGs notwendig. Die Qualität wird mittels der turnusgemäßen Konstanzprüfung der Durchleuchtungseinheit mit geprüft.
      Da der Sachverständige die Einhaltung der Mindestanforderung alle 5 Jahre erneut bestätigen muss, empfiehlt es sich diese Prüfung regelmäßig durchzuführen.
    • Szenario 2b: Der C-Bogen hat bisher keinerlei Abnahmeprüfung am BWG erfahren und es besteht die Notwendigkeit zum Austausch des BWG:
      In diesem Fall ist gemäß Szenario 1a vorzugehen. Nach der Reparatur ist, soweit in der QS-RL (Stand 2016) festgelegt, eine Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 notwendig.

    Darüber hinaus existieren einige Szenarien, die Besonderheiten darstellen:

    • Szenario 2c: Der C-Bogen hat eine Abnahmeprüfung nach DIN V 6868-57 mit Hilfe der entsprechenden Testbilder am BWG erfahren und nach dem 01.01.2015 hat kein Wechsel des BWGs stattgefunden:
      Hier ist entsprechend Szenario 1b zu verfahren. Es ist zu prüfen, ob die Möglichkeit besteht, auf ein Verfahren nach Szenario 2a umzuschwenken.
    • Szenario 2d: Der C-Bogen hat eine Abnahmeprüfung nach DIN V 6868-57 mit Hilfe der entsprechenden Testbilder am BWG erfahren und nach dem 01.01.2015 hat ein Wechsel des BWGs stattgefunden:
      Hier ist nach heutigem Stand der QS-RL (Stand 2016) entsprechend Szenario 1b zu verfahren.
    • Szenario 2e: Der C-Bogen hat eine Abnahmeprüfung nach DIN V 6868-57 Abschnitt 9.5 erfahren und nach dem 01.01.2015 hat kein oder ein Wechsel des BWGs stattgefunden:
      In diesem Fall muss das Verfahren aus Szenario 2a angewendet werden. Ein Weiterbetrieb ohne einen Nachweis für die Erfüllung der Mindestanforderungen mittels Testbilder ist nicht mehr möglich.

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