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TÜV SÜD Impulse: Autonomes Fahren - Wenn Autos denken lernen

TÜV SÜD Impulse: Autonomes Fahren - Wenn Autos denken lernen

Im Rahmen des TÜV SÜD Online-Impulses „Autonomes Fahren – Wenn Autos denken lernen“, diskutierten Top-Experten relevante Perspektiven zu selbstfahrenden Fahrzeugen – von Künstlicher Intelligenz über Dimensionen für Sicherheit und Verlässlichkeit bis hin zur Notwendigkeit von einheitlichen Standards zur Gewährleistung von technischer Zuverlässigkeit und Akzeptanz innovativer Technologien. Der Impuls machte deutlich, dass das Thema – auch emotional – bewegt und autonomes Fahren großes Potenzial zur Verbesserung und Erleichterung von Mobilität im Alltag hat. Bis zum großflächigen Einsatz ist es aber noch ein weiter Weg. Durch den virtuellen Expertengipfel führten Dipl.-Ing. Viktor Metz, Geschäftsführer von TÜV SÜD in Österreich, und Moderatorin Dr. Gudrun Ghezzo.

Wien, 20. Oktober 2021 – Bei TÜV SÜD beschäftigen sich weltweit rund 7.000 Spezialistinnen und Spezialisten mit dem Thema Mobilität – von konkreten Sicherheitsüberprüfungen für gewerbliche und private Kunden bis hin zur Schaffung einheitlicher Standards und Testverfahren sowie der Begleitung von Unternehmen bei der sicheren und wirtschaftlichen Einführung von Innovationen. Auf den Bereich autonomes Fahren hat sich TÜV SÜD frühzeitig fokussiert und agiert als unabhängiger Prüfer sowie verantwortungsvoller Prozess- und Sparringpartner für ein Höchstmaß an technischer Zuverlässigkeit. „Unser Ziel ist es, weltweite Standards für selbstfahrende Autos zu etablieren. Das schafft ein Höchstmaß an Sicherheit für alle Beteiligten bei der Einführung innovativer Technologien – besonders der Mobilitätssektor ist hier sehr sensibel. Einheitliche Standards ermöglichen Vergleichbarkeit von Prüf- und Testverfahren und erhöhen damit auch die Akzeptanz von Technologien. Unser globales Expertinnenund Experten-Netzwerk bietet hierfür beste Voraussetzungen“, berichtet Mag. Christian Lausmann, Head of Divison Mobility von TÜV SÜD in Österreich.

Künstliche Intelligenz und das Auto von morgen
Autonomes Fahren ist untrennbar mit Künstlicher Intelligenz (KI) verbunden. Grundsätzlich handelt es
sich bei KI um „IT-Lösungen, die Probleme eigenständig lösen, obwohl die zugrundeliegenden Regeln nicht explizit programmiert sind“, definiert Clemens Wasner, Founder & CEO der EnliteAI GmbH. Aktuelle Haupteinsatzgebiete umfassen Forcecasting, Zeitreihenanalysen und Computer Vision (Analyse
von Bildmaterial). „Jedoch entwickeln sich KI-Lösungen mehr und mehr von der Mustererkennung, wo Systeme mit unzähligen Daten inklusive Lösung gefüttert werden, zum Reinforcement Learning. Vereinfacht ausgedrückt kann man sich das als selbständiges Lernen, ausgelöst durch Anreize (Business
KPIs), vorstellen. Dieser Ansatz ermöglicht oft völlig neue Lösungsansätze und neue Einsatzmöglichkeiten von KI.“

Sicherheit & Verlässlichkeit
Mit sicherheitstechnischen Aspekten beschäftigte sich Dr.-Ing. Tobias Düser, Head of ADAS/AD Virtual Testing Solutions bei AVL. Er veranschaulichte anhand einer Analogie: „Bei herkömmlichen Fahrzeugen gibt es eine klare Trennung zwischen Fahrzeughersteller und Lenker. In Zukunft verschiebt sich das immer mehr in Richtung Fahrzeughersteller, da Fahrzeuge die Entscheidungen treffen. Hier gilt es, Verantwortlichkeiten zu klären.“ Einen wesentlichen Teil seiner Arbeit umfasst die Entwicklung von geeigneten Testmethoden für autonome Fahrzeuge. Dabei geht er der Frage nach, wie man mit den vielen verschiedenen Testfällen unter Einsatz von virtuellen Methoden effizient umgehen kann. Die größten Herausforderungen sieht er in den Segmenten Validierung und Standardisierung. „Die Limitierung ergibt sich aus fehlenden Testmöglichkeiten und nicht mehr zeitgemäßen Rahmenbedingungen. In der eigentlichen Konstruktion selbstfahrender Fahrzeuge sehe ich die weniger gravierende Herausforderung“, führte er aus.

Dr. Simon Rößner, Leiter Funktionale Sicherheit Highly Automated Driving bei der TÜV SÜD Autoservice GmbH, erörterte im weiteren Verlauf die Leistungen von TÜV SÜD im Bereich des autonomen Fahrens. Diese umfassen die Testung und Validierung (sowohl physisch wie auch virtuell), die Entwicklung von Regularien und Standards sowie die Überprüfung von Software- und Systemqualität. Dies schließt die funktionale Sicherheit sowie Cybersecurity ein. „Es wird nicht von heute auf morgen den Big Bang geben, an dem wir alle mit autonom fahrenden Automobilen unterwegs sind. Wir wollen die neuen Technologien Schritt für Schritt absichern und sukzessive weiterentwickeln. Damit schaffen wir eine zukunftsfitte und wirtschaftlich sinnvolle Mobilitätsalternative, die konkrete Verbesserungen und mehr Sicherheit im Vergleich zu traditionellen Lösungen bietet.“

Herausforderungen für Städte
Sicherheit und Verlässlichkeit spielen auch für DI Helmut Augustin vom Referat für Mobilitätsstrategien der Stadt Wien eine wesentliche Rolle. Oberstes Ziel in der Stadtentwicklung ist es, bis 2040 CO2-Neutralität zu erreichen. Andere Vorhaben müssten sich diesem ambitionierten Ziel unterordnen. "Autonome Fahrzeuge haben sich den Bedürfnissen der Menschen anzupassen, die Gesellschaft steht im Mittelpunkt. Räume müssen effizient genutzt werden. Das bedeutet auch, dass Konzepte für selbstfahrende Autos den ÖPVN ergänzen und nicht hierzu in Konkurrenz stehen dürfen." Es sei unabdingbar, dass selbstfahrende Autos "selbstsicher" sind, da die öffentliche Verwaltung für eventuelle negative Effekte nicht die Verantwortung tragen kann. "Zusätzliche Infrastruktur für selbstfahrende Autos in den Straßen steht oftmals Zielsetzungen einer Smart City entgegen." Autonomes Fahren sei per se weder positiv oder negativ zu bewerten, wichtig ist der zugrundliegende Rechtsrahmen mit klar festgelegter Verantwortlichkeit der Fahrzeugherzsteller.

Über TÜV SÜD in Österreich
TÜV SÜD in Österreich ist der Spezialist für Industrie, Mobilität und Zertifizierung. Das Unternehmen ist verantwortungsbewusster Prozesspartner in den Kernkompetenzen Prüfung, Tests, Gutachten, Zertifizierung sowie Ausbildung und begleitet Kunden in der gesamten Wertschöpfungskette. Über 200 hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Standorten in Wien, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg ermöglichen Kunden nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg und leisten einen wesentlichen Beitrag zu Sicherheit und Zuverlässigkeit technischer Innovationen. TÜV SÜD in Österreich ist eine Tochtergesellschaft von TÜV SÜD und Teil des weltweiten Kompetenznetzwerks mit über 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an über 1.000 Standorten in mehr als 50 Ländern.

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Pressekontakt: Sylke Kanits

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