Modul 1: Risikoschätzung und -bewertung (ISO 12100)
Dieses Modul behandelt die grundlegende Phase des Sicherheitslebenszyklus: Gefährdungen identifizieren und Risiken bewerten. Die Teilnehmenden lernen die Anwendung der Hazard Rating Number (HRN)-Methode zur Quantifizierung der Risikohöhe. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Definition der Maschinengrenzen sowie der Abgrenzung zwischen „bestimmungsgemäßer Verwendung“ und „vernünftigerweise vorhersehbarem Fehlgebrauch“. Praktische Übungen zur Analyse komplexer Industriemaschinen stellen sicher, dass keine betrieblichen Gefährdungen übersehen werden.
Modul 2: Risikominderungsmaßnahmen und Schutzeinrichtungen
Nach der Identifikation von Risiken behandelt dieses Modul die Auswahl und Umsetzung von Schutzmaßnahmen gemäß der 3-Stufen-Hierarchie. Betrachtet werden inhärent sichere Konstruktionsmerkmale, technische Schutzeinrichtungen wie Lichtvorhänge und Verriegelungen sowie die Rolle von Informationen für die Nutzung. Zudem wird systematisch berechnet, welche tatsächliche Risikominderung durch die jeweiligen Maßnahmen erreicht wird.
Modul 3: Einführung in funktionale Sicherheitsnormen
Überblick über die internationale Normenlandschaft und die Hierarchie der Normen (Typ A, B und C). Behandelt wird das Zusammenspiel von ISO 12100, ISO 13849-1 und IEC 62061 sowie regulatorische Anforderungen, einschließlich der neuen EU-Maschinenverordnung und relevanter US-Normen.
Modul 4: ISO 13849-1 – Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen
Technische Vertiefung zur Auslegung sicherheitsbezogener Steuerungen. Die Teilnehmenden lernen den Aufbau von Sicherheitskreisen für die Kategorien B, 1, 2, 3 und 4 sowie die Bestimmung von Performance Levels (PL a–e). MTTFd-, DC- und CCF-Berechnungen werden sowohl manuell als auch mithilfe von SISTEMA durchgeführt.
Modul 5: Softwareentwicklung nach ISO 13849-1
Fokus auf Lebenszyklusanforderungen für Software mit begrenzter Variabilität (LVL). Anwendung des V-Modells zur Anforderungsspezifikation, Modulgestaltung und zum Test sicherheitsbezogener Software mit dem Ziel einer robusten, verifizierbaren und systematisch fehlerfreien Sicherheitslogik.
Modul 6: Softwareentwicklung und -validierung nach IEC 62061 und IEC 61508
Erweiterung auf komplexe elektronische Systeme. Vergleich zwischen LVL- und FVL-Ansätzen sowie Validierungsanforderungen für Systeme hoher Integrität gemäß IEC 61508.
Modul 7: Verifikation und Validierung nach ISO 13849-2
Dieses Modul zeigt, wie nachgewiesen wird, dass das entwickelte Sicherheitssystem die angestrebten Performance Levels erfüllt. Anhand praktischer Beispiele werden Validierungspläne, Prüfverfahren und technische Sicherheitsdokumentationen erarbeitet.
Modul 8: IEC 62061 – Auslegung und Integration
Praxisorientierte Auslegung sicherheitsbezogener elektrischer, elektronischer und programmierbarer elektronischer Steuerungssysteme. Behandelt werden SIL-Bestimmung und der Einsatz von Tools wie ABB FSDT-01 zur automatisierten Berechnung und sicheren Systemintegration.