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Wozu Druckgeräte in Baugruppen prüfen?

Updates aus der Schweiz - Bereich Anlagensicherheit

Wozu Druckgeräte in Baugruppen prüfen?

Anlagenbetreiber werden durch Investitionen oder Verfahrensänderungen oft Hersteller von verfahrenstechnischen Druckanlagen (EKAS 6516). Es kann hierbei notwendig sein, je nach Gefahrenkategorien ein Konformitätsverfahren mit notifizierten Stellen zu durchlaufen. Ganze Baugruppen geraten in den Fokus, welche der Richtlinie 2014/68/EU entsprechen sollen. Dabei kommt häufig die Einzelprüfung der Baugruppe nach Modul G zum Tragen. Was hat es damit auf sich?

September 2018


In den Schweizer Verordnungen zur Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV) und der Druckgeräteverwendungsverordnung (DGVV) sind Bestimmungen erlassen, welche den Arbeitgeber zu Massnahmen für den Gebrauch von Druckgeräten verpflichten. Ein bewährtes Nachweisdokument hierzu ist die Konformitätserklärung, welche von Druckgeräteherstellern ausgestellt wird.

Aufgrund wirtschaftlicher Interessen sind Konformitätserklärungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union in den bilateralen Verträgen geregelt. Dies ermöglicht einen erleichterten Handel von Warengütern, der auf Basis harmonisierter Konformitätsbewertungen zum Nachweis der geprüften Sicherheit basiert.

Eine dafür in der Europäischen Union bekannte CE-Kennzeichnung ist in der Schweiz nicht unbedingt Pflicht, jedoch häufig in Schweizer Verwendung.

Wenn ein Objekt für das Inverkehrbringen auf dem europäischen Markt bestimmt ist, einschliesslich der Schweiz, hat der Hersteller eines druckrelevanten Produktes die Verpflichtung, das dem Produkt entsprechende Konformitätsverfahren nach Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU anzuwenden. Prinzipiell gilt, dass bei einem Überdruck grösser 500 mbar die Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU zur Anwendung kommt, sei es für Geräte selbst oder deren Zusammenschluss zu einer Baugruppe. Druckgeräte können Behälter, Rohrleitungen aber auch druckhaltende Ausrüstungsteile oder deren Zusammenbau in Form einer Baugruppe sein. Die Richtlinienanwendung muss nicht verpflichtend sein, wenn der Geltungsbereich gewisse Druckgeräte ausschliesst.

Über Konformitätsbewertungsdiagramme werden betroffenen Objekten Gefahrenkategorien zugewiesen: Kategorien I bis IV, wobei IV die höchste Gefahrenkategorie darstellt. Sollte keine dieser Gefahrenkategorien zutreffen, kann das Produkt der geltenden guten Ingenieurpraxis entsprechend ausgelegt und hergestellt werden. Druckgeräte oder Baugruppen nach guter Ingenieurpraxis dürfen keine CE-Kennzeichnung erhalten.

Je höher die Gefahrenkategorie, desto höher die fertigungsbegleitenden Aufwände, die Qualifikationsanforderungen des Herstellers oder die Notwendigkeit des Beizuges einer akkreditierten Stelle zur Richtlinie 2014/68/EU. Das Konformitätsbewertungs-verfahren nach Modul A entspricht einer firmeninternen Fertigungskontrolle, die keine notifizierte Stelle benötigt (Tabelle 1).

Grob kann konstatiert werden, dass bei Massenproduktionen die Fertigung den Herstelleransprüchen entsprechend flexibler und von Dritten unabhängiger gestaltet werden kann. Dazu werden vom Hersteller höhere Qualitätsqualifikationen gefordert und diese von notifizierten Stellen beispielhaft und wiederkehrend geprüft.

Demgegenüber ist ausdrücklich das Prüfverfahren nach Modul G ein sehr flexibel ausgerichtetes Konformitätsbewertungsverfahren, worin Produktunikate bei Fertigung durch notifizierte Stellen begleitet und deren Konformität einzelproduktbezogen attestiert werden. Insbesondere kommt dieses Prüfverfahren bei Prozessbetreibern zum Zuge, da jede Anlagenzusammenstellung ein Einzelstück darstellt.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Prozessbetreiber zusammengesetzte Anlagen als Baugruppe so auszulegen haben, dass zitierend aus der Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU:

  • die untereinander verbundenen Komponenten zuverlässig und für ihre Betriebsbedingungen geeignet sind
  • der richtige Einbau aller Komponenten und ihre angemessene Integration und Montage innerhalb der Baugruppe gewährleistet wird.

Mit geeigneten Risikoanalysen kommen viele Betreiber diesen geforderten wesentlichen Sicherheitsanforderungen mit geeigneten Massnahmen akkurat nach. Nach einschlägigen Gesetzen müssen diese neuen Verfahren je nach Gefährlichkeit von unabhängigen, akkreditierten Expertisenträgern begleitet und geprüft werden (Bild 1).

Bild 1: Life Cycle Services der TÜV SÜD Schweiz AG

Wenn die Frage ‚Wozu Druckgeräte in Baugruppen prüfen?‘ noch nicht beantwortet ist oder Sie nicht sicher sind, ob Sie als Betreiber auch Hersteller bzw. Inverkehrbringer Ihrer Anlage sind, freuen wir uns, zu Ihren Fragen Stellung zu nehmen. Bitte kontaktieren Sie uns.

 

Autor:

Orkun Cati

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