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FSSC 22000 Version 4 bringt unangekündigte Audits und eine Erweiterung des Anwendungsbereiches auf Catering sowie Storage & Transport

Unangekündigte Audits werden in Zukunft verpflichtend. Künftig können sich Unternehmen aus dem Bereich Catering nach FSSC 22000 zertifizieren lassen – ab dem ersten Quartal 2017 gilt das ebenfalls für die Branche Storage & Transport.

Spätestens Anfang Oktober will die Foundation for Food Safety Certification die Version 4 von FSSC 22000 veröffentlichen. Dann werden nach einer Übergangsfrist die weltweit mehr als 12.000 Unternehmen in 154 Ländern ihre Zertifizierung umstellen. FSSC 22000 basiert auf der ISO 22000 und wird je nach Branche um entsprechende Hygienevorschriften ergänzt. Große Player wie Coca Cola, Unilever, Nestlé, Cargill und Mondelez setzen bei der Auswahl ihrer Lieferanten auf den Standard. Die FSSC 22000-Zertifizierung ist ein weltweit anerkannter Nachweis für ein umfassendes Lebensmittelsicherheits-Managementsystem und genießt eine hohe Akzeptanz im internationalen Handel und in der weiterverarbeitenden Industrie.

Neu in der Version 4: unangekündigte Audits

In Zukunft muss eines der beiden vorgeschriebenen Wiederholungsaudits komplett unangekündigt ablaufen, um die FSSC 22000-Zertifizierung aufrecht zu erhalten. Damit sollen gleichbleibend hohe Hygienestandards sichergestellt und schwarze Schafe identifiziert werden. Vom „Gleiches-Recht-für-alle“-Prinzip profitieren sämtliche Unternehmen, die die Anforderungen des Standards konsequent und kontinuierlich erfüllen. TÜV SÜD hat die Entwicklung der Version 4 von FSSC 22000 maßgeblich beeinflusst. Das Unternehmen war Teilnehmer am Pilotprojekt zum Test der unangekündigten Audits und hat die Einführung von unangekündigten Audits befürwortet. Laut TÜV SÜD-Empfehlung an die Foundation for Food Safety Certification sollte in jedem zertifizierten Unternehmen ein Überwachungsaudit unangekündigt stattfinden. Dieser Einschätzung ist der Standardgeber vollständig gefolgt. Viele Manager von Lebensmittelunternehmen teilen diese Ansicht und befürworten unangekündigte Audits ebenfalls. Sie erwarten von ihren Betrieben, dass sie jeden Tag so aussehen, als würde ein Audit stattfinden.

Eine weitere Neuerung: Der Bereich Catering wird ab sofort von FSSC 22000 abgedeckt. Ab dem ersten Quartal 2017 gilt das auch für Firmen aus dem Sektor Storage & Transport, die sich dann ebenfalls nach FSSC zertifizieren lassen können. Für diese Branche erarbeitet das niederländische Normungsinstitut NEN derzeit die entsprechenden Präventivprogramme.

Prävention gegen Lebensmittelbetrug

Prävention gegen Lebensmittelbetrug ist ebenfalls ein Kernbereich der Version 4. Unternehmen, die ihre Anfälligkeit für sogenannten Food Fraud überprüfen wollen, können das schon heute mit dem sehr umfangreichen Excel-Tool von SSAFE tun. Die Software durchläuft aktuell ein Pilotprojekt vom Standardgeber, um die Praxistauglichkeit zu belegen; es soll Unternehmen den Einstieg in die Thematik erleichtern. Das kostenlose SSAFE Food Fraud Vulnerability Assessment Tool gibt es hier zum Download. Geplant sind zudem eine Web-Version sowie eine App.

Bei der Auditdurchführung erlaubt FSSC neuerdings computergestützte Hilfe (CAAT). Das bedeutet, Unternehmen mit mehreren Standorten können während eines Audits in einer Niederlassung die Zentrale beispielsweise über Webex oder Skype zuschalten. So kann der Auditor die dort liegenden Dokumente einfach online bewerten.

Darüber hinaus wird das Integrity Program weiter intensiviert und der Standard damit weltweit gestärkt. In diesem Programm wird überprüft, ob Zertifizierer und Auditoren sämtliche Regeln einhalten. Im Rahmen des Integrity Program werden per Desk-Review mindestens fünf Prozent der Auditvorgänge jeder Zertifizierungsstelle durchleuchtet und alle relevanten Dokumente wie der Auditbericht, der Vertrag, die Kalkulation der Auditzeit und die Nachweise für die Qualifikation des Auditors unter die Lupe genommen. Darüber hinaus begutachtet der FSSC jede Zertifizierstelle einmal in drei Jahren vor Ort.

Interessant für Lebensmittelexporteure in die USA: FSSC übererfüllt die Regeln des Food Safety Modernization Act (FSMA) – der umfassendsten Überarbeitung des US-amerikanischen Lebensmittelsicherheitssystems seit 1938. Der FSSC-Standard steht den Anforderungen der FDA (Food and Drug Administration) in nichts nach und übertrifft diese gar an vielen Stellen. Das dürfte das Ansehen des FSSC 22000-Zertifikats bei US-amerikanischen Handelspartnern im Lebensmittelbereich weiter steigern.

Das Versions-Update von FSSC wurde nötig, nachdem die GFSI (Global Food Safety Initiative) ein neues Guidance Document entwickelt hat, das unter anderem unangekündigte Audits vorsieht. Sobald das Dokument verfügbar ist, wird die Foundation for Food Safety Certification die Anerkennung der Version 4 durch die GFSI beantragen – und aller Voraussicht nach auch erhalten.

TÜV SÜD Expertin: Susanne Lange, Produktmanager FSSC 22000 und ISO 22000 in der Zertifizierungsstelle der TÜV SÜD Management Service GmbH

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