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Risikomanagement im Gesundheitswesen – Pflicht oder Kür?

Wenig Personal und Zeit, dagegen viel Arbeit und immer komplexere Prozesse – die steigenden Anforderungen im Alltag in Krankenhäusern und Arztpraxen bringen ein erhöhtes Fehlerrisiko mit sich. Gerade im Gesundheitswesen kann dies gravierende Folgen für das Wohl und die Sicherheit des Patienten haben. Daher schreiben die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vertragsärztlichen Praxen und Krankenhäusern inzwischen den Aufbau von Risikomanagement- und Fehlermeldesystemen verbindlich vor.

Gesetzlichen und unternehmerischen Anforderungen gerecht werden

Der G-BA setzt damit die Vorgaben aus dem Patientenrechtgesetz um, dessen Anforderungen an ein internes Qualitätsmanagement Anfang 2014 erstmals erweitert wurden. So müssen Krankenhäuser ein patientenorientiertes Beschwerdemanagement etablieren, Mindeststandards für ein klinisches Risikomanagement erfüllen, ein einrichtungsinternes Fehlermeldesystem haben und an einem einrichtungsübergreifenden Fehlermeldesystem teilnehmen. Eine praktisch angewendete Risikostrategie soll zusätzlich für Patientensicherheit sorgen.

Zu diesen gesetzlichen Regelungen kommen interne Vorgaben, mit denen Akteure im Gesundheitswesen unerwünschten Vorfällen und Patientenschaden vorbeugen wollen – etwa um ihr Unternehmensleitbild konsequent in den praktischen Alltag einzubetten und sich auch gegen Haftungsansprüche abzusichern.

Ein systematisches Risikomanagement bietet eine zuverlässige Grundlage, sowohl gesetzlichen als auch internen Regularien gerecht zu werden. Und es hilft, Optimierungspotenziale in der Organisation zu orten und Risiken nachhaltig zu minimieren.

Viele Wege führen zum Ziel

Orientierung bei der Umsetzung eines solchen Risikomanagementsystems bieten unter anderem die ISO 9001, die ISO 31000 sowie die DIN EN 15224. So legt die frisch veröffentlichte Revision der Qualitätsnorm ISO 9001:2015 erstmals den Fokus auf die Betrachtung von Chancen und Risiken. Risikobasiertes Denken wird damit zum integralen Bestandteil eines umfassenden und effektiven Qualitätsmanagements, das auch Management- und unterstützende Prozesse umfasst, etwa die Finanzplanung.

Explizit auf klinische Risiken konzentriert sich dagegen die DIN EN 15224. Dabei steht die Interaktion zwischen dem Patienten und dem „Profi“, also dem Arzt, der Pflegekraft oder dem Therapeuten, im Mittelpunkt. Nichtklinische Risikofaktoren, zum Beispiel Fehler, die im Beschaffungsprozess passieren und ebenfalls erhebliche Auswirkungen auf den Patienten haben können, werden hier ebenfalls berücksichtigt. Die DIN EN 15224 formuliert darüber hinaus elf Qualitätsmerkmale, darunter die Patientensicherheit. Diese liefern eine fundierte und praktisch anwendbare Basis für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung.

Einen umfassenden Ansatz für Risikomanagement verfolgt die ISO 31000. Die Norm versteht Risikomanagement als Führungsaufgabe und betrachtet Risiken in der gesamten Organisation, also auch wirtschaftliche, rechtliche und wettbewerbliche Faktoren.

Passgenau und regelkonform: Wege zum individuellen Risikomanagement

Welchen Weg zum Risikomanagement ein Unternehmen im Gesundheitswesen einschlägt, ist nicht verbindlich vorgeschrieben – vorausgesetzt, die gesetzlichen Anforderungen sind erfüllt. Da die bestehenden Normen bereits griffige und praxiserprobte Leitlinien liefern, bietet es sich an, diese bei der Umsetzung des Risikomanagements gezielt heranzuziehen. Die große Risikomanagement-Lösung nach der ISO 31000 muss dabei nicht zwangsläufig die richtige sein. Sinnvoller ist es, aus den drei Welten – ISO 9001, DIN EN 15224 und ISO 31000 – die Aspekte herauszugreifen, die am ehesten den spezifischen Gegebenheiten der Organisation entsprechen, etwa hinsichtlich vertraglicher Verpflichtungen oder des Unternehmensleitbilds. Diese gilt es dann im Abgleich mit den Vorschriften aus dem Patientenrecht, den G-BA-Richtlinien und anderen gesetzlichen und behördlichen Anforderungen konzentriert umzusetzen.

Ein Unternehmen beispielsweise, das bereits ein Qualitätsmanagementsystem nach der ISO 9001:2015 mit der geforderten Risikobetrachtung etabliert hat und entsprechende Maßnahmen ergreift, kann den gesetzlichen Vorgaben bereits nachkommen. Ergänzend dazu kann es sein klinisches Risikomanagement optimieren, indem es sich auf die elf Qualitätsmerkmale der DIN EN 15224 konzentriert und diese gezielt umsetzt – stets orientiert am Nutzen für den Patienten und das Unternehmen.

Ausführliche Informationen über die verschiedenen Lösungswege zum effektiven Risikomanagement erhalten Sie auf der Veranstaltung „Risikomanagement im Gesundheitswesen – Pflicht oder Kür?“, zu der die TÜV SÜD Management Service zusammen mit der TÜV SÜD Akademie am 12. November 2015, 15:00 bis 18:30 Uhr einlädt. Hier finden Sie alle Veranstaltungsdetails.

Weiterbildungen zum Risikomanager im Gesundheitswesen bietet die TÜV SÜD Akademie an.

TÜV SÜD Ansprechpartner: Jens Linstädt, Leiter Strategische Geschäftseinheit Gesundheitswesen bei der TÜV SÜD Management Service GmbH

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