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Anzahl Arbeitsunfälle halbiert: GEKA und die ISO 45001

Der Hersteller von Bürsten, Applikatoren sowie kompletten Verpackungssystemen für die Kosmetikindustrie hat ein Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsystem umgesetzt und von TÜV SÜD zertifizieren lassen. Die Erfahrungen mit der Norm schildern Lisa Däschlein, Head of Global Quality Management, und Jürgen Blank, ESH-Officer bei GEKA, im Interview.

GEKA Däschlein BlankUrsprünglich im Jahr 1925 als Pinselfabrik durch Georg Karl gegründet, ist GEKA heute einer der weltweit führenden Hersteller von kompletten Verpackungssystemen und Applikatoren für die Kosmetikindustrie. Das Unternehmen gehört der Sparte APS der Schweizer Sulzer AG an. Seit 2019 betreibt das Unternehmen ein zertifiziertes Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsystem nach der ISO 45001.

Warum hat sich GEKA für ein Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsystem, kurz: A&G-MS, entschieden?

Däschlein: Bei uns stehen die Sicherheit und der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter an vorderster Stelle, getreu unserem Motto „Safety First“. Die oberste Leitung war dabei von Beginn an ein aktiver Treiber und Unterstützer dieser Initiative. Mit dieser bewussten Entscheidung senden wir auch ein Signal an unsere Mitarbeiter, unsere externen Partner und die Gesellschaft.

Und wieso die ISO 45001?

Däschlein: Ziel war es, unser bestehendes Arbeitsschutzsystem zu verbessern und die Integration in unser übergeordnetes Managementsystem zu formalisieren. Da hat sich die international anerkannte ISO 45001 natürlich angeboten. Wir haben dank der ISO 9001 und ISO 14001 bereits viel Erfahrung mit der High-Level-Structure. Das hat uns die Umsetzung der ISO 45001 deutlich erleichtert. Wir haben uns von der Norm und von verschiedenen Richtlinien inspirieren lassen und das A&G-MS auf unser Unternehmen adaptiert aufgesetzt – in verschiedenen Sitzungen und Arbeitskreisen mit unterschiedlichen Fachbereichen. Übrigens sind wir von TÜV SÜD auch nach SA 8000 zertifiziert, dieser Standard beschäftigt sich mit sozialer Verantwortung und angemessenen Arbeitsbedingungen; sie ergänzt unser A&G-MS optimal.

Bei GEKA gilt: Das Fundament für ein erfolgreiches Unternehmen sind motivierte Mitarbeiter, und der verantwortungsvolle Umgang mit Mensch und Natur hat einen hohen Stellenwert. Welche Rolle spielt dabei das A&G-MS?

Däschlein: Das A&G-MS als Bestandteil unseres integrierten Managementsystems gibt einen Rahmen hierfür vor. In mehreren Arbeitssicherheitsbegehungen im Jahr durch die einzelnen Mitarbeiter binden wir diese aktiv in den Arbeits- und Gesundheitsschutz ein. Sie können mitunter am besten beurteilen, wo Gefahren lauern, und verfassen im Anschluss Berichte über ihre Beobachtungen an ihren oder anderen Arbeitsplätzen. Bei unserem „Beinahe Unfälle“-Konzept sowie bei unsicheren Arbeitssituationen melden die Mitarbeiter, wenn es irgendwo fast zu einem Unfall gekommen wäre. Daraufhin analysieren wir die Ursache und implementieren entsprechende Maßnahmen. Wer die Belegschaft einbindet, sorgt für ein gelebtes, erfolgreiches Managementsystem. Darüber hinaus sind Sicherheit und Gesundheitsschutz in den Zielen sowohl des Führungspersonals als auch der Belegschaft verankert.

Wie macht sich das Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsystem im Alltag noch bemerkbar?

Blank: Dazu möchte ich ein paar Beispiele anführen. Alle unsere Mitarbeiter bekommen eine Sicherheitskarte. Darauf stehen unsere sechs wichtigsten Sicherheitsregeln und alle relevanten Notrufnummern – im Fall der Fälle ist alles sofort zur Hand. Zudem begehen wir regelmäßig die Fertigung und befragen Mitarbeiter nach Verbesserungspotenzial im Arbeitsschutz. Beim „Line of Fire“-Programm schulen wir die Mitarbeiter speziell hinsichtlich schwieriger Situationen. Alle Vorgesetzten führen Safety Walks und Safety Observations durch, besprechen Vorkommnisse im Team und verbessern so das tägliche Arbeitsumfeld. In den wöchentlichen Meetings der Leitung steht der Arbeitsschutz ebenfalls auf dem Programm. Hinzu kommen regelmäßige Veranstaltungen wie zum Beispiel ein Gesundheitstag in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft zum Thema „Stolpern, Stürzen, Ausrutschen“ und Events mit Krankenkassen – letztens zum Thema „Körperstatur“. Das macht auch Spaß, und so lässt sich Arbeitsschutz nachhaltig in die Köpfe bringen.

Wie kommt das A&G-MS bei den Mitarbeitern an?

Däschlein: Für die Prävention von Unfällen im Alltag und die Gesundheit der Mitarbeiter ist das A&G-MS ein wirklich großer Gewinn. Unsere Mitarbeiter sehen das System als eine Bereicherung an, denn es erleichtert ihnen den Alltag und verbessert das Wohlbefinden. Und sie können es aktiv beeinflussen.

Hat sich das A&G-MS für GEKA ausgezahlt?

Blank: Das zeigt nicht zuletzt ein Blick in unsere Statistik: Im vergangenen Jahr haben wir die Anzahl der Unfälle halbieren können, und die Ausfalltage sind sogar um 90 Prozent zurückgegangen. Die Mitarbeiter sind begeistert, machen sich Gedanken, und sie reichen über das betriebliche Vorschlagswesen immer wieder Verbesserungsvorschläge ein.

Wie zufrieden sind Sie mit der Leistung von TÜV SÜD?

Däschlein: Arbeitssicherheit hat einen sehr hohen Stellenwert bei uns, deshalb wollten wir dies auch im Rahmen einer externen Prüfung untermauern lassen. Unsere Partnerschaft mit der TÜV SÜD Management Service besteht schon über mehrere Jahre auch in Zusammenhang mit den weiteren Zertifizierungen und Auditierungen nach ISO 9001, ISO 14001, FSC, SA 8000 sowie demnächst nach ISO 50001. TÜV SÜD hatten wir aufgrund der guten Reputation am Markt ausgewählt und sind mit der stets konstruktiven Zusammenarbeit zu unserer kontinuierlichen Verbesserung sehr zufrieden.

Welche Tipps würden Sie anderen Unternehmen bei der Umsetzung der ISO 45001 geben?

Däschlein: Um ein wirklich nachhaltiges System zu implementieren, ist unser Tipp, sich intensiv mit dem Standard auseinanderzusetzen und genügend Vorbereitungszeit einzuplanen. Elementar ist dabei, das ganze Unternehmen mitzunehmen und Arbeits- sowie Gesundheitsschutz zur Angelegenheit jedes einzelnen Mitarbeiters zu machen, damit das System wirklich gelebt wird und fortwährend verbessert werden kann. Vorteilhaft ist auch ein bereits bestehendes Managementsystem nach der High-Level-Structure zu unterhalten, in das sich die ISO 45001 dann integrieren lässt.

Frau Däschlein, Herr Blank, vielen Dank für das Gespräch.

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