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IFS Food: Version 6.1 und 7, Fremdkörperleitfaden und Co.

DTuev-Sued-Lebensmittelprofi10er IFS blickt auf ein arbeitsreiches Jahr zurück: Bis IFS Version 7 in der finalen Version erscheinen wird, tritt Anfang 2018 zuerst IFS Version 6.1 in Kraft. Zudem ist 2017 der IFS-Fremdkörperleitfaden erschienen. Die aktuellen Entwicklungen im Überblick.

Entwickelt vom Handelsverband Deutschland (HDE) zusammen mit Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels (LEH), hat sich IFS Food fest als Standard für die Auditierung von Lebensmittelherstellern etabliert – nicht zuletzt, weil er von der GFSI (Global Food Safety Initiative) anerkannt ist. Ursprünglich sollte IFS Food Version 7 im Frühjahr 2018 veröffentlicht werden. Um jedoch offene Fragen mit allen Beteiligten abschließend zu klären und ein tragfähiges Ergebnis liefern zu können, hat der Standardgeber den Veröffentlichungstermin auf Herbst 2018 verschoben. In der Zwischenzeit gewährleistet Version 6.1, dass der IFS Food-Standard die GFSI-Vorgaben erfüllt.

Neue Anforderungen von IFS Version 6.1

Im Kern bringt IFS Version 6.1 folgende Neuerungen:

  • Nach IFS Food zertifizierte Unternehmen sind ab Juni 2018 zu einer dokumentierten Verletzlichkeitsbewertung hinsichtlich Lebensmittelbetrug verpflichtet. Dafür gilt es, alle Informationen und Daten zu sammeln und angemessene Bewertungen für sämtliche verwendeten Rohmaterialien, Zutaten, Packmittel und ausgelagerte Prozesse vorzunehmen.
  • Zertifizierte Standorte müssen einen dokumentierten Plan zur Risikominderung und Bekämpfung von Lebensmittelbetrug vorlegen können. Dieser basiert auf der Verletzlichkeitsbewertung. Die Umsetzung der eingesetzten Überwachungs- und Kontrollmethoden muss verifiziert sein.
  • Die Verletzlichkeitsbewertung ist jährlich zu überprüfen. Ergibt sich ein erhöhtes Risiko, müssen die Kontroll- und Überwachungsverfahren unter die Lupe genommen und angepasst werden.
  • Allergenmanagement: Unternehmen müssen verifizierte Lenkungsmaßnahmen nachweisen, die eine Minimierung der Kreuzkontamination mit Allergenen sicherstellen. Hierzu lassen sich zum Beispiel Allergenuntersuchungen im Endprodukt, Verschleppungstests, Rohwarentests oder laboranalytische Reinigungstests heranziehen.

Geplante Änderungen in IFS Version 7

In Version 7 seines Food-Standards will der IFS den Produkt- und Prozess-Ansatz weiter stärken. Hierfür plant er, mit einer geringeren Anzahl an Kriterien auszukommen. Zudem soll die Unternehmensleitung stärker als bisher in die Pflicht genommen werden und unter anderem für die Fortführung der Zertifizierung, die Sicherung der Produktintegrität und die Kommunikation mit den Kunden verantwortlich zeichnen.

Diskutiert werden des Weiteren Änderungen in der Prüfsystematik, darunter eine neue Kalkulationsrichtlinie, Vorgaben bei der Auditorenqualifizierung und der Auditdauer sowie Anpassungen der Tech- und Produkt-Scopes. Selbstverständlich hält Sie der Lebensmittel-Profi weiterhin auf dem aktuellen Stand der Entwicklungen.

Der IFS-Fremdkörperleitfaden 2017

Im Juli 2017 hat der IFS seinen Fremdkörperleitfaden veröffentlicht, der über das IFS-Portal zu erwerben ist. Fremdkörper in Lebensmitteln sind der Reklamationsgrund Nummer 1 im Lebensmitteleinzelhandel. Um das Risiko in den Griff zu bekommen und dabei das Augenmaß nicht zu verlieren, gibt der IFS-Leitfaden konkrete Hilfestellungen für die Implementierung eines effektiven Fremdkörpermanagements. Anhand eines Fragenkatalogs führt er durch eine Gefahrenanalyse zum Fremdkörpermanagement. Zudem thematisiert der Leitfaden die Vor- und Nachteile der Möglichkeiten zur Fremdkörperdetektion und liefert Tipps für Maßnahmen, die eine effektive Wirksamkeit sichern. Wer beispielsweise auf eine Sichtprüfung setzt, muss für ausreichende Pausen sorgen und die Bandgeschwindigkeit begrenzen, um einer Ermüdung und Überforderung der qualitätssichernden Mitarbeiter vorzubeugen.

Während eine nachvollziehbare, also lückenlos dokumentierte Risikoanalyse Pflicht ist, schreibt der Leitfaden Metall- oder Röntgendetektoren nicht generell vor. Er verdeutlicht vielmehr, dass die technischen und hygienischen Maßnahmen zur Fremdkörpererkennung in ihrer Gesamtheit dem bestehenden Risiko entsprechen sollten – angefangen bei der Kontrolle der Rohwaren und einem gesicherten Umfeld über die Maschinen und Utensilien bis zum Training des Personals und einem laufend optimierten Prozess.

Formale Änderungen bei IFS-Zertifikaten

Mit dem Ziel, seine Zertifikate auch für Nicht-Fachleute schnell und eindeutig lesbar zu machen, hat der IFS im Laufe des letzten Jahres die Regeln zum Ausschluss von Produkten und Prozessen geändert. Der Geltungsbereich des Zertifikats bezieht sich immer auf alle Produkte und Herstellprozesse des zertifizierten Standorts. Welche Ausnahmen unter welchen Voraussetzungen zulässig sind, beantwortet der „Fragebogen zum Ausschluss“. So können unter Umständen saisonale Produkte wie Weihnachtskrokant ausgeschlossen werden oder Produkte, die aufgrund ihrer Herstellschritte oder einer räumlichen Trennung eindeutig abgegrenzt sind.

Betreibt das Unternehmen ausgelagerte Prozesse und Produkte, weist das Zertifikat explizit darauf hin. Im zugehörigen Bericht ist im Detail nachzulesen, um welche Produkte und Prozesse es sich handelt, wer der Auftragnehmer ist und über welche Zertifizierungen dieser verfügt. Eigenmarken des Handels können grundsätzlich nicht ausgelagert werden.

Ihr TÜV SÜD Experte: Dr. Andreas Daxenberger, Geschäftsentwicklung Lebensmittel/Futtermittel, TÜV SÜD Management Service GmbH

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