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Human Centric Lighting

Insicht - Das Digitaljournal von TÜV SÜD Product Service

Kampf gegen Winterblues und Nachmittagstief

Mit der Entwicklung der LED-Technologie ist die Innenbeleuchtung vor einigen Jahren in neue Dimensionen vorgestoßen, was Effizienz und Langlebigkeit angeht. Heute jedoch ist eine „zweite Revolution“ im Lichtbereich im Gange. Denn LED-Leuchten machen es erstmals möglich, die Wellenlänge und damit die sensorische Qualität von Licht stufenlos zu steuern. Die Folge: Unter Begriffen wie „biologisches Licht“ oder „Human Centric Lighting“ treten im Industrie- und im Endverbraucherbereich Produkte auf den Plan, die das natürliche Licht und den natürlichen Lichtverlauf immer präziser nachahmen – mit positiver Auswirkung auf Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Pflanzenwachstum. Und die lassen sich nachweisen – unter anderem in einem hochmodernen Lichtlabor von TÜV SÜD.

Fast 22 Stunden verbringt der durchschnittliche Mitteleuropäer heute „indoors“, abgeschnitten vom Tageslicht. Dieser Mangel an natürlichem Sonnenschein hat Einfluss auf Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Vom „Winterblues“ bis zum „Nachmittagstief“: Häufig hängen diese Phänomene mit falschem oder mangelndem Licht zusammen. Denn bis zu 100.000 Lux bekommt der Körper im Sommer bei blauem Himmel an einem Tag – eine konventionelle Treppenhausbeleuchtung erreicht dagegen nur 200 Lux. Auch am Büroarbeitsplatz herrscht mit durchschnittlich 500 Lux fast immer Lichtmangel.

 

Biologisches Licht HCL

90 Prozent der Zeit im Innenraum

Unter dem Begriff „Human Centric Lighting“ (HCL) hat sich in den letzten Jahren eine Bewegung entwickelt, die versucht, mit Erkenntnissen aus Biologie und Medizin sowie den technischen Möglichkeiten moderner LED-Leuchten neue, am Menschen orientierte Lichtkonzepte zu entwickeln. Die Basis sind Leuchten, die höhere Lichtströme erreichen und ihre Lichtfarbe anpassen können. So erhöht weißes Licht mit erhöhtem Blauanteil oder Licht mit hoher Farbtemperatur, wie es dem Streulicht eines blauen Taghimmels entspricht, Wachheit und Aufmerksamkeit. Gleichzeitig hilft wärmeres, abendliches Licht dem Menschen bei der Entspannung und der Vorbereitung auf den Schlaf, da es die natürliche Ausschüttung des „Schlafhormons“ Melatonin begünstigt.

Der Mensch lebt nach einem sogenannten „circadianen Rhythmus”. Darunter versteht man einen biologischen Rhythmus mit einer Dauer von etwa 24 Stunden. Ein typischer circadianer Rhythmus ist also der Schlaf-wach-Rhythmus des Menschen, der mit dem Morgengrauen aufwacht und sich mit dem Sonnenuntergang auf den Nachtschlaf vorbereitet. HCL überträgt das Wechselspiel der natürlichen Beleuchtung und ihre biologische Wirkung in alle Innenräume, bringt Tageslicht ins Gebäude und ergänzt es bedarfsgerecht durch künstliches Licht in der jeweils passenden Helligkeit und Farbtemperatur.

Horticulture Lighting Labor

Auch Pflanzen profitieren

Auch Pflanzen brauchen natürliches Licht zum Gedeihen. Gerade in kleinen oder ungünstig belichteten Wohnungen und vor allem in professionellen Gewächshäusern kann eine zusätzliche Beleuchtung dabei helfen, das Pflanzenwachstum zu steigern. Ein nur auf den ersten Blick sehr ungewöhnlicher Ansatz heißt Vertical Farming – Gemüseanbau auf mehrstöckigen Regalbeeten in fensterlosen Hallen mit für Pflanzenwachstum optimalem Licht: Denn nur bestimmte Spektralbereiche, nämlich der violett-blaue und der orange-rote Spektralbereich, sind für die Fotosynthese nutzbar.

Durch die neuen Wachstumsleuchten wird der Ertrag gesteigert – übrigens auch im privaten Bereich. „Indoor Farming“ heißt der Trend, bei dem in Küche oder Wohnzimmer „Kräutertöpfchen 4.0“ Einzug halten: Ausgestattet mit leistungsfähigen LED-Leuchten und damit völlig unabhängig vom natürlichen Sonnenlicht, lässt sich mit ihnen Basilikum auch im Dezember ernten – selbst in der nach Norden ausgerichteten Wohnung.

Licht auf dem Prüfstand

Ob für Mensch oder Pflanze, wo Licht biologisch aktiv wird, geht es bei der Prüfung um Energieeffizienz, Haltbarkeit oder Sicherheit. Aber auch die Wirkung – zum Beispiel auf das Wachstum von Pflanzen – will geprüft und zertifiziert sein. Dafür benötigen Prüfdienstleister aufwendige, technische Infrastruktur. TÜV SÜD besitzt für diese Aufgabe zusätzlich zu seinen bestehenden drei Lichtprüfzentren ein weiteres Forschungslabor in Singapur, in dem Pflanzenbauexperten, Lebensmittelfachmänner und weitere Projektpartner zusammenarbeiten. „Kunden verlangen immer mehr nach der Validierung von Beleuchtungsprodukten, woraufhin uns Hersteller gebeten haben, sie bei der Beantwortung dieser Fragen zu unterstützen”, erklärt Florian Hockel, Segmentleiter Licht, Leuchten und Multimedia bei TÜV SÜD. „Mit unserem Lichtlabor in Singapur haben wir für diese Prüfdisziplin nun einen hochmodernen Standort geschaffen.“


Was versteht man unter der Prüfung von Lampen und Leuchten?

 

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