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Volltreffer in Sachen Produktprüfung

Das Digitaljournal von TÜV SÜD Product Service

TÜV SÜD erfindet die Ballwurfmaschine 

Ballsportarten wie Tennis, Handball, Basket-, Volley- oder Völkerball gehören zu den Lieblingssportarten der Deutschen. Vor allem in den kälteren Monaten werden sie meist in der Halle gespielt. Damit die Sportler hier nicht sprichwörtlich im Dunkeln tappen, braucht jede Indoorsportstätte auch eine entsprechende Beleuchtung. An sie werden dabei besonders hohe Anforderungen gestellt: Trifft ein Ball versehentlich eine Lampe, darf keine Gefahr für die Sportler bestehen – zum Beispiel durch herabfallende Splitter. Ob Indoorleuchten in Sportstätten sämtliche Anforderungen erfüllen und rundum sicher sind, prüfen die Experten von TÜV SÜD.

Ballwurfmaschine Prüfung Lampen

Zündende Idee für die Leuchtenprüfung in Sporthallen

Als bei TÜV SÜD die Anfrage für die Prüfung von Beleuchtungen für Indoorsportstätten einging, sahen sich unsere Experten mehr als einem Problem gegenüber: Gemäß geltenden Normen müssen Deckenleuchten 60 km/h schnelle Ball-„Angriffe“ aushalten, Wandleuchten sogar Treffer mit 85 km/h Wurfgeschwindigkeit. Des Weiteren schreibt die Norm vor, dass bei der Leuchtenprüfung stolze 36 Schuss abzugeben sind – und zwar im 60-Grad-Winkel. Wie sollte man diesen Vorgaben gerecht werden? Einen Profisportler zu engagieren und ihn Bälle werfen zu lassen schien nicht gerade zielführend. Nach einigen Überlegungen war klar: Um zuverlässige und vergleichbare Ergebnisse zu liefern, musste eine Methode her, bei der man Wurfstärken und Ballflugwinkel exakt einstellen kann – die Idee für die TÜV SÜD-eigene Ballwurfmaschine war geboren. 

Gut in Schuss: ein Katapult mit rotierenden Reifen

Die TÜV SÜD-Ballwurfmaschine erinnert optisch an ein modernes Katapult, in dessen Innerem sich zwei Reifen drehen. Nach kurzer Warmlaufphase und Einstellung des Abschusswinkels spannt man einen Tennis-, Hockey- oder Fußball im Balleinschub ein. Er wird durch die zwei Reifen komprimiert, dadurch beschleunigt und vorn aus dem Kasten geschossen. Beim Austritt durchquert er zwei Lichtschranken, mit deren Hilfe sich die genaue Abschussgeschwindigkeit dokumentieren lässt. Der Ball wird in Richtung der zu prüfenden Lampe geschossen, die oben am Gerät an einer eingezogenen Holzdecke montiert ist, trifft diese und landet anschließend in einem Fangnetz. Damit den Prüfern – in der Regel ist man zu zweit: einer an der Wurfmaschine, einer am Laptop – nichts passiert, herrscht vorsorglich Helmpflicht. 

Alles Einstellungssache: Ort, Winkel und Geschwindigkeit

Die Maschine selbst ist komplett in Plexiglas eingefasst, dank Rädern mobil einsetzbar und auch der Winkel und die gewünschte Wurfgeschwindigkeit können beliebig verändert werden. „Wir haben nicht für jedes Produkt – denn manchmal sind diese äußerst speziell – den passenden Prüfablauf oder das geeignete Prüfgerät im Schrank. Dann heißt es, etwas mit viel Grips und Know-how zu konstruieren. Oft kommen dabei verschiedene Normen zum Einsatz“, so Daniel Würtz, Produktexperte und Projektleiter für den Bereich Fitnessgeräte bei TÜV SÜD. „Die Maschine ist im Rahmen einer Bachelorarbeit entstanden, Hauptentwicklung und Umsetzung lagen allerdings bei TÜV SÜD. Es stecken viel Arbeit, Zeit und Herzblut drin.“

Jeder Wurf ein Beitrag zur Sicherheit

Die TÜV SÜD-Ballwurfmaschine bringt die Wahrheit über die Qualität der zu prüfenden Lampe ans Licht, indem sie deren Bruchfestigkeit zuverlässig und realitätsnah testet. Selbst wenn sie einen absoluten Volltreffer landet, darf keine Splittergefahr bestehen. Außerdem muss ausgeschlossen sein, dass sich durch den Aufprall des Balls Leitungen oder Komponenten im Lampengehäuse verschieben. Das könnte nämlich dazu führen, dass das Gehäuse unter Strom steht und Personen, die mit der Lampe in Berührung kommen, einen Schlag bekommen – zum Beispiel beim Wechseln der Glühbirne. 

Vielseitig verwendbares Unikat 

Etwa alle zwei Monate kommt die Ballwurfmaschine bei TÜV SÜD zum Einsatz, teilweise nicht nur für Lampen, sondern auch für andere Produkte. Jüngst testete sie etwa mit großem Erfolg die Qualität und Haltbarkeit von Fußballtoren. Für diese Prüfung kam ein Fußball zum Einsatz, der wiederholt mit hoher Geschwindigkeit ins Tor geschossen wurde. Das dürfte längst nicht der letzte Einsatzbereich der Maschine gewesen sein. Die Erfinder freut es – zeigt es doch, dass ihnen mit ihrer Maschine buchstäblich ein guter Wurf gelungen ist. 


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