Informationsportal Brandschutz

Fachwissen, Aktuelles und Arbeitshilfen zum vorbeugenden Brandschutz

Brandschutz kann Leben retten und Unternehmen vor teuren Schäden schützen. Damit Sie Ihre Aufgaben im vorbeugenden Brandschutz erfüllen können, müssen Sie immer auf dem Laufenden sein. Dabei unterstützen wir Sie mit diesem Informationsportal: Hier stellen wir laufend aktuelle Informationen und Beiträge für Sie ein, dazu Checklisten und praktische Arbeitshilfen für Ihren Arbeitsalltag, die Sie kostenlos downloaden können.

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März 2021

März 2021 | Betrieblicher Brandschutz in der Praxis

Zwei Schriften zum betrieblichen Brandschutz, herausgegeben von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, wurden in einer vollständig überarbeiteten und dem aktuellen Stand der Technik entsprechenden Ausgabe veröffentlicht. Dabei handelt es sich zum einen um die DGUV Information 205-001 „Betrieblicher Brandschutz in der Praxis“ und zum anderen um die DGUV Information 205-003 „Brandschutzbeauftragter“.

Bei der DGUV ist im Dezember 2020 die vollständig überarbeitete DGUV Information 205-001 „Betrieblicher Brandschutz in der Praxis“ erschienen. Neben der DGUV Information 205-001 vom November 2013 wurde auch die DGUV Information 205-002 „Brandschutz bei feuergefährlichen Arbeiten“ (BGHW-Kompakt, Merkblatt 19 – Stand Dezember 2010) integriert und ersetzt somit die beiden älteren Versionen. Mit einem Umfang von 68 Seiten bietet diese Information eine gute Grundlage für alle Personen, die für den betrieblichen Brandschutz zuständig sind – insbesondere Unternehmerinnen und Unternehmer, Führungskräfte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Brandschutzbeauftragte, Sicherheitsbeauftragte und Beschäftigte. Sie bietet Hilfestellungen und Empfehlungen für den baulichen Brandschutz, für technische und organisatorische Maßnahmen und für das Verhalten aller Akteurinnen und Akteure im Brandfall.

Die folgenden Themen werden in der Information angesprochen:
  • Brandursachen
  • Verantwortliche, Beauftragte und Beteiligte im betrieblichen Brandschutz
  • Der Verbrennungsvorgang
  • Gefährdungen durch Brandgase und Brandrauch
  • Prinzipien des Löschens
  • Baulicher Brandschutz
  • Betriebliche Brandschutzmaßnahmen
  • Technischer Brandschutz
  • Verhalten im Brandfall
  • Vorschriften und Regelwerke zum betrieblichen Brandschutz

Überarbeitete DGUV Information 205-003 „Brandschutzbeauftragter“

Im vierten Quartal 2020 ist die überarbeitete DGUV Information 205-003 „Brandschutzbeauftragter“ erschienen. Sie löst damit die Version von November 2014 ab. Auch die aktuelle Fassung ist wieder gleichlautend mit der vfdb-Richtlinie 12-09/01 und der VdS-Richtlinie 3111. Ziel der Überarbeitung war, einzelne Inhalte genauer zu definieren, neue Formen der Wissensvermittlung zu integrieren und Inhalte zu entfernen, die bereits in anderen Regelwerken bestimmt sind. Dies führt zum einen dazu, dass neue Kapitel und Anhänge entstanden sind, zum anderen sind einzelne Themen wie auch Anhänge nicht mehr Inhalt dieser DGUV Information. Sie definiert weiterhin Mindestanforderungen zu den Themen:
  • Brandschutzorganisation
  • Bestellung von Brandschutzbeauftragten
  • Aufgaben von Brandschutzbeauftragten
  • Qualifikation zum Brandschutzbeauftragten
  • Allgemeine Regelungen zur Ausbildung
  • Spezielle Regelungen zur Gestaltung der Ausbildung
  • Hochschulische Ausbildung
  • Fortbildung von Brandschutzbeauftragten
  • Übergangsfristen
TIPP: Entdecken Sie zu diesem Thema auch unsere TÜV SÜD Weiterbildung zum Brandschutzbeauftragten nach nach DGUV Information 205-003 und vfdb-Richtlinie 12/09-01.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Betrieblicher Brandschutz in der Praxis“ von Uwe Wiemann, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 1.2021.


März 2021 | Brandschutz in Kindertageseinrichtungen

Schulen und Kitas sind aufgrund veränderter pädagogischer Konzepte inzwischen auch in brandschutztechnischer Hinsicht einzelfallbezogen zu bewerten. Für Schulgebäude bestehen heute gut anwendbare brandschutztechnische Grundkonzeptionen. Entsprechende Empfehlungen der Feuerwehrverbände und insbesondere die neue Schulbaurichtlinie in Nordrhein-Westfalen bieten praxisgerechte Lösungen für moderne pädagogische Konzepte bei Schulneubauten. Inzwischen lassen sich großflächige Schulkomplexe für Hunderte von Schülern ohne notwendige Flure in maßgeschneiderten brandschutztechnischen Teilabschnitten in Verbindung mit einem durchdachten Entfluchtungskonzept realisieren.

Derartige Konzeptionen für Kindertageseinrichtungen werden allerdings in der beruflichen Praxis offensichtlich deutlich seltener genehmigt werden. Unbestritten bedürfen Kinder unterhalb des schulpflichtigen Alters einer größeren Betreuung im Brandfall, und auch Schlafräume in diesen Einrichtungen stellen ein besonderes Risiko hinsichtlich der Personengefährdung dar. Gleichzeitig ist jedoch zu berücksichtigen, dass in Kitas planmäßig deutlich kleinere Gruppen und ein wesentlich besserer Betreuungsschlüssel gegeben sind.

Die Praxis zeigt, dass es während der Betriebszeiten kaum zu kritischen Brandereignissen kommt. Durch das Personal ist i.d.R. eine frühzeitige Brandentdeckung und damit einhergehend die sofortige Gebäuderäumung garantiert. Der Nachweis zweier baulicher Rettungswege für jeden Gruppen- und Schlafraum sollte zum grundlegenden Standard gehören. Dabei ist ergänzend anzuraten, dass die Ausgangstüren der Gruppen- und Schlafräume auch von außen öffenbar hergestellt werden, damit ggf. eine schnelle Personenrettung vom Freien aus erfolgen kann. Ferner sind in Abhängigkeit von der Größe der Einrichtung natürlich brandschutztechnische Untergliederungen vorzusehen. Diese können sich aus meiner Sicht durchaus an den Clusterlösungen für Schulgebäude orientieren. Unbestritten stellt jedoch der organisatorische Brandschutz in einer Kita den wesentlichen Baustein der Brandverhütung und der Vermeidung von Personenschäden im Brandfall dar.

In meiner beruflichen Praxis mache ich leider zunehmend die Erfahrung, dass Genehmigungsbehörden und Brandschutzdienststellen offensichtlich der sachgerechte Orientierungsmaßstab für Kindertageseinrichtungen verloren gegangen ist.

Vor diesem Hintergrund stelle ich folgende fünf Thesen auf:

  1. Soweit sämtliche Aufenthaltsräume über einen unmittelbaren Ausgang ins Freie bzw. zwei bauliche Rettungswege über verschiedene Räume verfügen, ist die Anordnung notwendiger Flure entbehrlich und bringt weder für die Gebäuderäumung noch für die Einsatzkräfte der Feuerwehr maßgebliche Vorteile.
  2. Die regelmäßige Vorgabe, wonach Ausgangstüren in Fluchtrichtung aufzuschlagen haben, über keine Schwellen verfügen dürfen oder besondere Mindestbreiten erhalten müssen, ist entbehrlich und bringt nachweislich keine Erhöhung des Sicherheitsniveaus.
  3. Es bestehen keine Bedenken, wenn erdgeschossige Kitas bis zu gewissen Flächengrenzen ohne besondere Anforderungen an die Feuerwiderstandsdauer der tragenden und aussteifenden Bauteile errichtet werden.
  4. Die brandschutztechnische Abtrennung von Lager- und Technikräumen ist i.d.R. wenig zielführend und daher nicht erforderlich.
  5. Bei kleineren Kindertageseinrichtungen ist i.d.R. die Anordnung von nichtvernetzten Rauchwarnmeldern hinreichend geeignet, um eine frühzeitige Warnung der Gebäudenutzer und die sofortige Evakuierung einzuleiten. Erst bei Gebäuden größerer Ausdehnung oder bei einer besonderen Atypik sollten weitergehende Anforderungen an die Brandmeldung und Alarmierung gestellt werden.
Quelle: Auszug aus dem Beitrag „Der Brandschutz in Kindertageseinrichtungen“ von Matthias Dietrich, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 1.2021. 


März 2021 | Brandschutz-Konjunkturbarometer 2020-2021  

Die Geschäftsentwicklung im vorbeugenden Brandschutz (VB) folgt grundsätzlich der Baukonjunktur. In den letzten zehn Jahren profitierte die Branche vom Aufschwung des Bausektors, der u.a. von den Niedrigzinsen an den Kapitalmärkten befeuert wurde. Doch die Folgen der Corona-Pandemie bzw. der Maßnahmen zu ihrer Eindämmung spürt auch die Baubranche und mit ihr der Brandschutz. An den Ergebnissen des aktuellen FeuerTrutz Konjunkturbarometers lässt sich dies ablesen.

Folgen der Corona-Pandemie

Die meisten Baustellen und Projektplanungen liefen während des ersten Shutdowns im Frühjahr 2020 weiter. Und auch im Spätherbst mit seinen wieder stark ansteigenden Infektionszahlen kam das Baugeschehen keinesfalls zum Erliegen. Brandschutzplaner berichteten allerdings davon, dass z.B. Genehmigungsbehörden und Brandschutzdienststellen zum Teil schlechter oder zeitweise gar nicht erreichbar waren. Für Brandschutz-Fachbetriebe und Wartungspersonal wurde es teilweise zu einer Herausforderung, die Kundenbetriebe zu betreten und die richtigen Ansprechpartner anzutreffen.

Da eine Reihe von Unternehmen die notgedrungene Stilllegung von Produktionsstätten oder Bürogebäuden nutzte, um hinausgezögerte Modernisierungen durchzuführen, konnten manche Brandschutzfirmen sogar ein coronabedingtes Zusatzgeschäft machen. Insgesamt fällt die Antwort der Teilnehmer auf die Frage „Wie haben sich die Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie auf Ihren Geschäftserfolg ausgewirkt?“ indifferent aus. Das Pendel schlägt nur leicht ins Negative aus (s. Abbildung 1). Hinzu kommt: In weniger als 10 % der Unternehmen kam es zu Entlassungen aufgrund der Pandemie, und nur in knapp einem Viertel der Unternehmen wurde Kurzarbeit geleistet.

Konjunkturbarometer Brandschutz

Geschäftsentwicklung 2020

Trotz der allgemeinen Verunsicherung durch die Coronakrise und obwohl auch die Unternehmen im vorbeugenden Brandschutz mit den Einschränkungen und Komplikationen zu kämpfen haben, die die versuchte Pandemieeindämmung mit sich bringt, schätzen die Befragten die aktuelle konjunkturelle Lage der Branche überwiegend positiv ein (s. Abbildung 2). Das Stimmungsbild fällt zwar deutlich negativer als in den Vorjahren aus, auffällig ist aber dennoch die geringe Zahl von Befragten, die auf der Skala eine deutlich negative Wertung wählten.

Konjunkturbarometer Brandschutz

Beim Blick auf das Geschäft mit unterschiedlichen Auftraggebern zeigt sich, dass die Privatkunden deutlich hinter dem Projektgeschäft mit gewerblichen und öffentlichen Kunden zurückblieben (s. Abbildung 3). Am besten hat 2020 mit Abstand der gewerbliche Sektor abgeschnitten, ähnlich wie in den Vorjahren – allerdings mit weniger Dynamik. In Summe lässt sich festhalten, dass 2020 für die Brandschützer in Deutschland beruflich alles andere als ein verlorenes Jahr gewesen ist.

Konjunkturbarometer Brandschutz

Ausblick auf 2021

Bei der Einschätzung der Geschäftsentwicklung im gerade begonnenen Jahr 2021 rechnet die Branche mit einer Fortsetzung dieser Entwicklung. Allerdings wird für den Privatkundensektor und bei den öffentlichen Auftraggebern eine leichte Verbesserung der Lage erwartet. Offenbar setzen einige Befragte auf kräftige Investitionsprogramme der öffentlichen Hand, um einer drohenden Wirtschaftskrise infolge der Pandemie entgegenzuwirken. Und auch im Wohnungsbau wird sich perspektivisch an der weiteren innerstädtischen Verdichtung und am Wohnraummangel in den Ballungsräumen wenig ändern. So stieg auch die Zahl der genehmigten Wohnbauten 2020 weiter an. Für den Zeitraum Januar bis November 2020 meldet das Statistische Bundesamt einen Anstieg um 3,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Konjunkturbarometer Brandschutz

In den Zahlen sind die Baugenehmigungen sowohl für neue als auch für Baumaßnahmen an bestehenden Wohngebäuden enthalten. Bei der Frage, wie sich die verschiedenen Aufgabenbereiche im vorbeugenden Brandschutz in den kommenden zwei Jahren entwickeln werden, sticht aus den Antworten der befragten Brandschützer vor allem die Konzepterstellung positiv heraus (s. Abbildung 5). Im Punktescore liegt dieser Bereich deutlich vor allen anderen. Darin spiegelt sich offenbar wider, dass die Mehrheit der Befragten selbst als Brandschutzplaner in der Konzepterstellung tätig ist.

Konjunkturbarometer Brandschutz

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Brandschutz-Konjunkturbarometer 2020/2021“ von André Gesellchen, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 1.2021. 


März 2021 | Checkliste Übersicht Flucht- und Rettungswege 

Download Checkliste: Eurocodes für die Standsicherheit zur Bemessung von Bauteilen und Tragwerken

Quelle: Tabelle aus Brandschutz kompakt – Ausgabe 2021/22


März 2021 | DIN EN ISO 1182 (11-2020) Prüfungen zum Brandverhalten von Produkten – Nichtbrennbarkeitsprüfung (ISO 1182:2020)

Diese Internationale Norm legt ein Prüfverfahren zur Bestimmung der Nichtbrennbarkeit von homogenen Produkten und substantiellen Bestandteilen von nichthomogenen Produkten unter festgelegten Bedingungen fest. Informationen zur Präzision des Prüfverfahrens sind Anhang A zu entnehmen. Diese Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 127 "Baulicher Brandschutz" erarbeitet, dessen Sekretariat von BSI (Vereinigtes Königreich) gehalten wird. Das zuständige deutsche Gremium ist der Arbeitsausschuss NA 005-52-01 AA "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Baustoffe" im DIN-Normenausschuss Bauwesen (NABau).


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Februar 2021

Februar 2021 | Brandschutz und Arbeitsschutz

Bauherren, Entwurfsverfasser und Benutzer von Gebäuden kennen vor allem die baurechtlichen Vorschriften. Diese haben während der Erstellung des Gebäudes eine besondere Bedeutung. Vor allem die Baugenehmigung ist ein wichtiger Meilenstein für den Ablauf. Arbeitsschutzbehörden sind in diesem Prozess fast nur noch im Rahmen von Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz beteiligt. Die Vorschriften des Arbeitsschutzrechts werden in diesem Verfahren nur sekundär, wenn überhaupt überprüft. Das ist auch nur begrenzt möglich, da eine Vielzahl der späteren Nutzungsbedingungen nicht abschließend bekannt ist. Hinzu kommt, dass es einige wesentliche Unterschiede in der Rechtssystematik des Arbeitsschutzes gibt. Die Kenntnis dieser Unterschiede hilft, Missverständnisse und Probleme zu vermeiden.

Die Grundbetrachtung des Baurechts bezieht sich auf das Gebäude. Dabei wird zwar die spätere Nutzung eingeschlossen und ist teilweise auch explizit Teil der Genehmigung. Die Abläufe selbst sind aber nicht Gegenstand der Betrachtung. Im Arbeitsschutzrecht ist das anders. Dort wird die Tätigkeit betrachtet. Basierend auf der Tätigkeit werden alle Gefährdungen und die notwendigen Maßnahmen ermittelt. Das bedeutet aber auch, dass der Arbeitgeber eine Vielzahl von Situationen und Zuständen betrachten muss. Auch einmalige Tätigkeiten sind bei Bedarf zu berücksichtigen. Diese Sichtweise ergänzt die baurechtliche Brandschutzbetrachtung. Während das Baurecht primär den schon ausgebrochenen Brand im Fokus hat, sieht das Arbeitsschutzrecht mehr die Arbeitstätigkeit, die zum Brandfall führen kann. Dabei gibt es natürlich Überschneidungen, wie z. B. die Überschneidung beim Thema Flucht- und Rettungswege zeigt (siehe Checkliste Februar 2021).

Daher sind auch viele der bekannten Vorschriften zur Vermeidung von Brandgefahren im Arbeitsschutzrecht zu finden. Anhand der Zündquelle elektrische Geräte wird das schnell deutlich. Elektrische Geräte müssen nach dem Produktsicherheitsrecht sicher sein und dürfen nicht zur Zündquelle werden. Durch wiederkehrende Prüfungen muss auch sichergestellt werden, dass dieser Zustand erhalten bleibt. Letztlich dürfen unsichere Produkte nicht verwendet werden.

An einigen Stellen im Arbeitsschutzrecht gibt es auch bautechnische Anforderungen, z. B. bei Lagerung von Gefahrstoffen (TRGS 509, TRGS 510).

Gefährdungsbeurteilung statt Genehmigung

Die Orientierung an der Tätigkeit zeigt, dass eine ständige Anpassung erfolgen muss. Bei jeder Veränderung ist zu beurteilen, ob sich Auswirkungen ergeben. Eine solche Beurteilung kann nur beim Arbeitgeber erfolgen. Da dieser oft nicht über die notwendigen Kenntnisse verfügt, fordern die meisten Arbeitsschutzvorschriften eine fachkundige Beratung, z. B. durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit. Bei der Festlegung von Arbeitsschutzmaßnahmen ist in der Regel auch der Betriebsrat zu beteiligen.

Um trotzdem eine definierte Situation zu schaffen, muss der Arbeitgeber die Ergebnisse seiner Gefährdungsbeurteilung dokumentieren. Diese Pflicht trifft ihn insbesondere dann, wenn er von den Technischen Regeln abweicht. Genehmigungen gibt es im Arbeitsschutz nur in wenigen Fällen.

Gefährdungsbeurteilung versus Brandschutzkonzept

Auf den ersten Blick gibt es weite Übereinstimmungen zwischen dem Brandschutzkonzept und der Gefährdungsbeurteilung. Beide sollen die notwendigen Maßnahmen für den (späteren) sicheren Betrieb beschreiben und werden schutzzielorientiert erstellt. Das Brandschutzkonzept als Bauvorlage wird Bestandteil der Baugenehmigung. Deswegen müssen alle beschriebenen Maßnahmen dauerhaft umgesetzt werden. Daher werden oft nur die baurechtlich zwingend notwendigen Maßnahmen beschrieben. Im Sinne der ganzheitlichen Betrachtung bzw. Vollständigkeit empfiehlt es sich aber, auch diejenigen Maßnahmen mit zu betrachten, die zur optimalen Funktion erforderlich sind, auch wenn sie baurechtlich nicht relevant sind. Notfalls kann dies ja auch in einem getrennten Teil umgesetzt werden, der nicht als Bauvorlage eingereicht wird. Letztlich ergänzen sich die beiden Dokumente zum Schutz der Beschäftigten im Brandfall.

Schutzziele statt abschließender Rechtsvorschriften

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens werden die einzuhaltenden Bauvorschriften geprüft. Die Bauordnung sowie die Sonderbauverordnungen enthalten definierte Anforderungen. Zu beachtende Regeln und Normen sind abschließend festgelegt. Der Bauherr hat also bei der Erstellung des Gebäudes eine abschließende Zahl von Regelungen zu erfüllen. Das Arbeitsschutzrecht geht einen ganz anderen Weg. Es legt Schutzziele fest und stellt nur in wenigen Fällen, teilweise zur Umsetzung von zwingenden EU-Vorschriften, ganz konkrete Anforderungen. Als Hilfe für den Arbeitgeber werden dann Technische Regeln erstellt, die beschreiben, mit welchen Schutzmaßnahmen er die Vorgaben aus der Verordnung einhalten kann (sogenannte „Vermutungswirkung“). Aber auch in den Fällen ohne konkrete Vorgaben muss der Arbeitgeber entsprechende Maßnahmen ergreifen. Dazu muss er weitgehend technische Regeln berücksichtigen, das umfasst neben dem berufsgenossenschaftlichen Regelwerk auch technische Normen.

Typische Arbeitsschutzanforderungen für Planer und Brandschutzgutachter

Für die Planungsphase gibt es wenige relevante Arbeitsschutzvorschriften. Zentral ist die Arbeitsstättenverordnung, die eigentlich eine Sonderbauverordnung sein könnte. Aus ihr und den konkretisierenden Technischen Regeln für Arbeitsstätten ergibt sich eine Vielzahl von Brandschutzanforderungen, teilweise auch schärfer als im Baurecht.

Es sind vor allem die Anforderungen an Fluchtwege zu nennen, die Einfluss auf die Planung haben. Im Arbeitsschutzrecht sind Verkehrsweg- und Türbreiten und Anforderungen an die Aufschlagrichtungen dieser Türen genannt. Ebenso ist die Kennzeichnung dieser Fluchtwege einschließlich einer möglichen Sicherheitsbeleuchtung vorgegeben, und das mittlerweile detaillierter als im Baurecht üblich; so existieren getrennte Zeichen für Notausstiege oder Rettungsausstiege. Oft wird auch übersehen, dass es insbesondere in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe auch bauliche Anforderungen an Läger gibt. Die dort genannten Anforderungen sind nur beispielhaft und können keinesfalls vollständig sein.

Fazit

Baurecht und Arbeitsschutzrecht haben in Bezug auf Brandschutz im Wesentlichen dieselben Schutzziele. Im Detail unterscheiden sie sich jedoch in den Vorgehensweisen und Rahmenbedingungen. Bezogen auf den zu schützenden Beschäftigten ergänzen sie sich. Aus Sicht des Bauherrn bzw. Arbeitgebers ergeben sich aus dem jeweils anderen Rechtsbereich zusätzliche Pflichten.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Brandschutz aus Sicht eines staatlichen Arbeitsschützers“ von Torsten Wolf, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 6.2020.


Februar 2021 | Feuerwehren testen Löschdecken für brennende Elektroautos

Mit der wachsenden Anzahl von Elektroautos auf deutschen Straßen steigt auch die Gefahr von Autobatterie-Bränden. Eine in Norwegen entwickelte und erprobte Spezial-Löschdecke steht auch ersten deutschen Feuerwehren zur Verfügung.

Löschdecke Elektroautos

In Deutschland steigt der Anteil an Elektroautos langsam, aber stetig. Deshalb sehen sich die Feuerwehren immer häufiger mit nur schwer kontrollierbaren Batteriebränden konfrontiert. Im schleswig-holsteinischen Kreis Segeberg kommen seit September 2020 die Spezial-Löschdecken für e-Autos der norwegischen Firma Bridgehill zum Einsatz. 116 freiwillige Feuerwehren erhielten je ein Modell, mit dem sich die Brandausbreitung und Rauchentwicklung reduzieren lässt. Die 6 x 8 m große Decke aus Quarzsand hält bis zu 48 Stunden Temperaturen von mehr als 1.000 °C stand.

Die Decke wird über das brennende Fahrzeug gezogen und das Feuer somit isoliert. Da sich in Brand geratene Lithium-Ionen-Akkus durch eine Art Kettenreaktion immer wieder selbst entzünden, löschen die Decken den Brand nicht sofort. Sie verringern jedoch die Gefahren für Einsatzkräfte und für andere Autos, z.B. in Parkhäusern, signifikant.

Ein enormer Wasserverbrauch, wie beim konventionellen Löschen, ist nicht erforderlich. Die Löschdecken bestehen aus natürlichen Stoffen und können daher als normaler Abfall entsorgt werden. Es entstehen weder giftige Dämpfe noch gelangen gefährliche Stoffe ins Grundwasser. Auch für brennende Benzin- oder Dieselfahrzeuge sind die Löschdecken einsetzbar.

Fakten zur Löschdecke:
  • Größe: 6 mal 8 Meter
  • Gewicht: 40 kg
  • Die Decke wird in wenigen Sekunden von zwei Personen über das Auto gezogen, das Feuer ist isoliert.
  • Einfache Anwendung
  • Feuer in Lithiumbatterien kann nicht gelöscht werden, es muss ausbrennen. Dies dauert 12-24 Stunden. Die Löschdecke begrenzt das Feuer auf das brennende Auto, so dass das Feuer sich nicht außerhalb der Batterie ausbreiten kann.
  • Umweltfreundlich, da keine giftigen Dämpfe entstehen und kein Löschwasser genutzt wird, durch das giftige Stoffe ins Grundwasser gelangen können.
  • Zwei Varianten: Standard für den einmaligen Gebrauch, z.B. für Parkhäuser, Hotels, Fähren, Einkaufszentren und Krankenhäuser. Pro-Variante für den mehrmaligen Einsatz, z.B. für Feuerwehren.
Quelle


Februar 2021 | Öffnungen zur Rauchableitung und Rauchabzugsanlagen  

Bereits vor einigen Jahren hat die ARGEBAU ihre Anforderung hinsichtlich der Entrauchung von Industriebauten, Versammlungsstätten und Verkaufsstätten grundlegend überarbeitet und vereinheitlicht. Obwohl diese neuen Vorgaben in einigen Bundesländern bereits bauaufsichtlich eingeführt worden sind, zeigen sich regelmäßig Missverständnisse bei der praktischen Anwendung.

Rauchabzugsanlagen

Musterlösungen

Zunächst ist auszuführen, dass die Vorgaben zur Entrauchung in den aktuellen Fassungen der Musterverordnungen lediglich Musterlösungen sind. Es handelt sich somit nicht mehr um ein starres Korsett, das 1:1 umgesetzt werden muss. Lediglich das Schutzziel, die beschriebenen Räume „müssen zur Unterstützung der Brandbekämpfung entraucht werden können“ [Muster-Verkaufsstättenverordnung (MVKVO); Muster-Versammlungsstättenverordnung (MVStätt-VO); Muster-Richtlinie über den baulichen Brandschutz im Industriebau (MIndBauRL)], stellt eine verbindliche Vorgabe der jeweiligen Musterverordnung dar.

Über welchen Weg dieses Schutzziel erfüllt wird, kann im jeweiligen Einzelfall durch die Beteiligten festgelegt werden. Den konkreten Musterlösungen ist die Formulierung „Die Anforderung […] ist insbesondere erfüllt“ vorangestellt. Damit wird deutlich, dass auch alternative Entrauchungsvarianten zulässig sind. Soweit das Schutzziel der Musterverordnung erfüllt ist, stellen diese alternativen Entrauchungsvarianten somit keinen genehmigungspflichtigen Abweichungstatbestand dar.

Öffnungen zur Rauchableitung und Rauchabzugsanlagen

Die Musterverordnungen unterscheiden zwischen Öffnungen zur Rauchableitung und Rauchabzugsanlagen. Daher führt Anhang 14 der aktuellen Fassung der MVV TB konsequent aus: „Verschlüsse von Öffnungen zur Rauchableitung […] sind keine Rauchabzugsanlagen im hier geforderten Sinne“.

Dies hat in der Praxis erhebliche Auswirkungen. Während Öffnungen zur Rauchableitung i.d.R. mit geometrischen Öffnungsquerschnitten bemessen werden, ergeben sich bei Rauchabzugsanlagen Vorgaben unter Bezugnahme auf den aerodynamischen Querschnitt. Öffnungen zur Rauchableitung verfügen (lediglich) über manuelle Vorrichtungen zum Öffnen, die von jederzeit zugänglichen Stellen aus leicht von Hand bedient werden können. Rauchabzugsanlagen müssen dagegen automatisch auslösen und von Hand von einer jederzeit zugänglichen Stelle ausgelöst werden können.

Bei Rauchabzugsanlagen handelt es sich i.d.R. um ganzheitlich geprüfte Gesamtsysteme; Öffnungen zur Rauchableitung benötigen diesen Nachweis nicht. Bei ihnen können einzelne Komponenten zusammengefügt werden. Die Muster-Leitungsanlagenrichtlinie sowie die MVV TB fordern für elektrisch betriebene Rauchabzugsanlagen den Anschluss an eine Sicherheitsstromversorgung und u.U. die Ausbildung der Leitungsanlagen in Funktionserhalt. Solche Vorgaben bestehen für Öffnungen zur Rauchableitung nicht. Auch bzgl. der erstmaligen bzw. wiederkehrenden Prüfung der Rauchableitungseinrichtungen ergeben sich in den technischen Prüfverordnungen der Bundesländer wesentliche Unterschiede.

Unter Berücksichtigung des Geltungsbereichs der jeweiligen Prüfverordnung sind Rauchabzugsanlagen durch anerkannte, technische Sachverständige zu prüfen. Die Öffnungen zur Rauchableitung bedürfen dagegen nur einer Überprüfung durch einen Sachkundigen. Entsprechend dieser Unterscheidungen ist es unabdingbar, im Zuge des Brandschutznachweises zu definieren, ob es sich über Öffnungen zur Rauchableitung oder um Rauchabzugsanlagen handelt.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Öffnungen zur Rauchableitung und Rauchabzugsanlagen“ von Dipl.-Ing. Matthias Dietrich, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 6.2020.


Februar 2021 | Checkliste Übersicht Flucht- und Rettungswege 

Download Checkliste: Übersicht Flucht- und Rettungswege

Quelle: Tabelle aus Magazin-Beitrag Brandschutz - Arbeitsschutz, 6.2020


Februar 2021 | DIN EN 15998 (11-2020) Glas im Bauwesen – Brandsicherheit, Feuerwiderstandsfähigkeit – Verfahrensweise von Glasprüfungen zur Klassifizierung

Diese Europäische Norm legt die anzuwendenden Prüfverfahren für Glasprodukte fest, die als feuerwiderstandsfähig bezeichnet werden. Das Verfahren umfasst die Typprüfung (Initial Type Testing (ITT)) nach der relevanten Produktnorm für Glas. Dieses Dokument gibt Anleitungen für die Deklaration der Eigenschaft "Brandsicherheit - Feuerwiderstand (für Brandschutzglas zum Einsatz in einer speziell für den Brandschutz vorgesehenen Verglasung)" im Rahmen der CE-Kennzeichnung. Dasselbe Verfahren kann auch zur Festlegung der Brandschutzklassifizierung für Marktanwendungen (siehe Anhang B) angewendet werden. Die Verfahrensweise gilt für alle Glasarten, bei denen die Prüfung und Klassifizierung des Feuerwiderstands relevant sein kann. Dieses Dokument wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 129, Glas im Bauwesen, erarbeitet, dessen Sekretariat von NBN (Belgien) gehalten wird. Das zuständige deutsche Gremium ist der Arbeitsausschuss NA 005-52-13 AA "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Brandschutzverglasungen" im DIN-Normenausschuss Bauwesen (NABau).


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Januar 2021

Januar 2021 | Geplante MBO-Änderungen für den Brandschutz

Ende August wurde eine Verbändeanhörung zu einem von der Fachkommission Bautechnik in der Bauministerkonferenz beschlossenen Entwurf für Änderungen der Musterbauordnung gestartet.

Die von der Bauministerkonferenz beschlossene Musterbauordnung (MBO) soll trotz der grundsätzlichen Gesetzgebungskompetenz der Bundesländer im Bauordnungsrecht eine Leitbildfunktion haben und eine Orientierung für die Landesbauordnungen (LBO) bieten. Bundesweit ähnliche technische Anforderungen an die Bauwerke erleichtern die Planung von Bauwerken für bundesweit tätige Büros, aber auch für regional aktive Planer in Bundesland-Grenzgebieten. Seit der weitreichenden MBO-Änderung zum Recht der Bauprodukte und Bauarten vom 13.05.2016 hat die Arbeitsgemeinschaft der für Städtebau, Bau- und Wohnungswesen zuständigen Minister*innen und Senator*innen weitere Änderungen der MBO beschlossen.

Musterbauordnung MBO

Hinsichtlich des Brandschutzes sind insbesondere die notwendigen Ergänzungen zur Umsetzung der geplanten neuen Holzbau-Richtlinie als Konkretisierung der „neuen“ Regelungen zum Bauen mit Holz vom 27.09.2019 von Bedeutung; sie machen die große Mehrheit der Änderungen aus. Damit geht allerdings auch die Möglichkeit für allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnisse als bisheriger Verwendbarkeitsnachweis für hochfeuerhemmende Holzbauteile (als „vorgefertigte“ Bauprodukte) verloren; künftig sind für diese Bauteile Bauartgenehmigungen notwendig. Beim Brandverhalten von Baustoffen wird eine möglicherweise notwendige Angabe einer Rohdichte von Baustoffen ergänzt.

Ebenso sticht aus brandschutztechnischer Sicht sticht die Aufnahme einer Pflicht für Rauchwarnmelder (RWM) für Wohnungen in die MBO hervor. Obwohl schon alle Landesbauordnungen Regelungen dazu enthalten, war in der Musterbauordnung dazu bisher ein „weißer Fleck“. In § 48 MBO, Wohnungen, soll nun als Absatz 4 ergänzt werden:
1 In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben.
2 Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird.

Die Begründung führt ergänzend dazu aus, dass die RWM (nur) zum Schutz der Nutzer der einzelnen Wohnungen dienen sollen und nicht zur Warnung Dritter in anderen Wohnungen oder zur Vermeidung von Sachschäden. Folglich sei die „[…] Anbringung von Rauchwarnmeldern […] nicht Bestandteil des Brandschutzkonzepts der Musterbauordnung, sondern letztlich nur die Ausformulierung einer Obliegenheit, die jeder Wohnungseigentümer im Eigeninteresse und im Interesse weiterer Wohnungsnutzer ohnehin erfüllen sollte.“

Damit wird klar, dass RWM nicht zur Kompensation von Abweichungen von materiellen Anforderungen der Bauordnung herangezogen werden können; dafür wäre eine Brandmeldeanlage oder mindestens eine Brandwarnanlage notwendig. Zur Technik gibt die Begründung an, es würden keine „Anforderungen an die Art der zu verwendenden Rauchwarnmelder […] gestellt“, scheinbar „vorsichtshalber“ erfolgt der Verweis auf die (obligatorische) CE-Kennzeichnung von RWM nach Bauprodukteverordnung auf der Grundlage von EN 14604. Diese Kennzeichnung darf jedoch auch ein RWM tragen, für den nur zu einem der zahlreichen Wesentlichen Merkmale eine Leistung erklärt wird, während zu den anderen Wesentlichen Merkmalen „NPD“, also „keine Leistung bestimmt“, angegeben wird. In solch einem Fall kann das angestrebte Schutzziel nicht unbedingt als erreicht angesehen werden. Da erscheint eine Konkretisierung der technischen Anforderungen an die einzelnen Wesentlichen Merkmale von RWM in der MVV TB als Planungsgrundlage sinnvoll; bisher ist EN 14604 darin nicht berücksichtigt.

Das Thema ist in der Branche hinlänglich bekannt: Einschlägige Publikationen empfehlen, nur solche RWM zu verwenden, bei denen für alle (anwendbaren) Wesentlichen Merkmale „bestanden“ erklärt wird.

Auch einige weitere Änderungen tangieren die brandschutztechnische Planung. So ist eine Befreiung von der Pflicht zum Einbau von (üblicherweise für Gebäude mit einer Höhe von mehr als 13 m notwendigen) Aufzügen vorgesehen, wenn bei Bestandsgebäuden ein oberstes Geschoss ausgebaut oder sogar um bis zu zwei Geschosse aufgestockt wird. Damit entfällt der sonst benötigte feuerwiderstandsfähige Fahrschacht mit entsprechenden Fahrschachttüren in solchen Gebäuden. Die Integration der Fahrschächte ist beim Bauen im Bestand häufig eine besondere Herausforderung mit entsprechend hohen Kosten.

Hinsichtlich der Barrierefreiheit sind in § 50 sowohl einige Erweiterungen der Anforderungen als auch einige zusätzliche Ausnahmetatbestände vorgesehen, auch da im Zusammenhang mit Aufzügen beim Bauen im Bestand.

Bei den verfahrensrechtlichen Regelungen soll ergänzt werden, dass für von einer Genehmigung freigestellte Bauvorhaben das „[…] Recht zur Ausführung des Bauvorhabens entsprechend den eingereichten Unterlagen erlischt, wenn innerhalb von drei Jahren […] mit dessen Ausführung nicht begonnen wurde oder die Bauausführung mehr als drei Jahre unterbrochen worden ist.“ So sollen analoge Regelungen zur befristeten Baugenehmigung für genehmigungsbedürftige Bauvorhaben geschaffen werden. Bei Letzteren soll eine mögliche Unterbrechung von bisher einem Jahr auf bis zu drei Jahre ausgedehnt werden.

Fazit

Zusammenfassend zeigen sich die vorgesehenen Änderungen zum Teil als sinnvolle Präzisierungen und zum Teil als deutliche Beiträge zu einer Vereinfachung des Bauens, insbesondere beim Bauen im Bestand.
Bei der Rauchwarnmelderpflicht wurde dagegen eher die MBO an die LBOs angepasst, als – wie üblicherweise zu erwarten – die LBOs an die MBO.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „MBO Änderung geplant“ von Hanno Werning, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 5.2020.


Januar 2021 | Verantwortung und Pflichten des Unternehmers im betrieblichen Brandschutz

Der Arbeitgeber trägt in vielen Feldern große Verantwortung. Dieser Beitrag geht der Frage nach, wie sich Mitarbeitende in die Verantwortung einbinden lassen, um den Arbeitgeber fachkompetent zu unterstützen, und wie er dies rechtskonform umsetzt.

Der Unternehmer, Arbeitgeber oder Leiter einer Einrichtung ist verantwortlich für den Brandschutz in seinem Betrieb. Die Grundpflichten des Arbeitgebers werden im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) benannt. Gemäß § 3 Abs. 1 ArbSchG ist er „verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen. Er hat die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Dabei hat er eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten anzustreben.“

So obliegt es dem Unternehmer, die Aufgaben zu erfüllen, die sich aus dieser Verantwortung ergeben. Da er dies in der Regel nicht alleine bewältigen kann, muss er eine innerbetriebliche Struktur aufbauen, um hinsichtlich des Brandschutzes Rechtssicherheit zu erreichen. Dies ergibt sich aus Absatz 2: „Zur Planung und Durchführung der Maßnahmen nach Absatz 1 hat der Arbeitgeber unter Berücksichtigung der Art der Tätigkeiten und der Zahl der Beschäftigten,

1. für eine geeignete Organisation zu sorgen und die erforderlichen Mittel bereitzustellen sowie

2. Vorkehrungen zu treffen, dass die Maßnahmen erforderlichenfalls bei allen Tätigkeiten und eingebunden in die betrieblichen Führungsstrukturen beachtet werden und die Beschäftigten ihren Mitwirkungspflichten nachkommen können.“

Was liegt in der Verantwortung des Arbeitgebers?

Der Arbeitgeber als oberste Stufe in der Unternehmenshierarchie ist verantwortlich für alle Belange rund um den Brandschutz. Auch wenn er diese Aufgaben an nachgeordnete Führungskräfte delegiert, entbindet er sich dadurch nicht der Verantwortung: Er hat weiterhin seinen Pflichten im Brandschutz nachzukommen.

Das sind im Einzelnen:
  • Aufbau einer geeigneten Brandschutzorganisation
  • Auswahl geeigneter Funktionsträger (z.B. Brandschutzbeauftragter, Brandschutzhelfer, Evakuierungshelfer)
  • Schriftliche Bestellung des Brandschutzbeauftragten mit klarer Aufgaben-, Kompetenz- und Berichtspflichtenzuweisung
  • Kontrolle der Führungskräfte, Funktionsträger
  • Festlegung der Kommunikationswege
  • Sicherstellung der Behebung von festgestellten
  • Brandschutzmängeln
  • Innerbetriebliche Dokumentation aller getroffenen Maßnahmen
Aufgrund der Vielfältigkeit der Aufgaben kann oder muss der Arbeitgeber sich im Brandschutz der Unterstützung durch einen Brandschutzbeauftragten innerhalb der Brandschutzorganisation bedienen. Die verpflichtende Bestellung eines Brandschutzbeauftragten ergibt sich u.a. aus
  • Bau-, Sonderbauordnungen der Länder sowie durch
  • Brandschutzkonzepte,
  • behördliche Auflagen oder
  • Versicherungsbedingungen.
Übertragung von Pflichten

Der Unternehmer legt die Aufgaben und Verantwortungsbereiche der Führungskräfte fest. Sie haben in dieser Funktion die folgenden Pflichten zu erfüllen:
  • Umsetzen der Brandschutzorganisation
  • Auswahl geeigneter Mitarbeiter für bestimmte Funktionen und Aufgaben
  • Übertragung von Pflichten an nachgeordnete Führungskräfte
  • Übertragung von Aufgaben an nachgeordnete Führungskräfte und Funktionsträger
  • Innerbetriebliche Dokumentation
Um eine rechtssichere Übertragung der oben genannten Pflichten zu gewährleisten, muss der Unternehmer die Übertragung schriftlich dokumentieren. Wichtig ist dabei, dass derjenige, dem die Pflichten übertragen wurden, dies auch schriftlich mittels Unterschrift bestätigt hat. Der Unternehmer hat mehrere Möglichkeiten, Pflichten an Mitarbeiter zu übertragen:
  • Arbeitsvertrag
  • Stellen- und Aufgabenbeschreibung, die mit dem Arbeitsvertrag verbunden ist
  • Schriftliche Aufgabenübertragung mittels separaten Dokuments

TIPP: Entdecken Sie zur Vertiefung dieses Themas auch unser Seminar "Brandschutz im Betrieb".

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Verantwortung und Pflichten des Unternehmers im betrieblichen Brandschutz“ von Dipl.-Ing. Uwe Wiemann, erschienen im Infoservice „Betrieblicher Brandschutz Aktuell“, Ausgabe 2.2020.


Januar 2021 | Gipsplatten für Brandschutzkonstruktionen  

Die Baustoffauswahl ist nur eine der Größen, die neben der Bauteilabmessung, den statischen Anforderungen an das Bauteil und der Konstruktionsart das Brandverhalten und die Feuerwiderstandsfähigkeit eines Bauteils beeinflussen kann.

Die Systeme in Trockenbauweise, die Brandschutzanforderungen erfüllen, bestehen in der Regel aus der vorteilhaften Kombination einzelner Bauprodukte. Dazu gehören auch Plattenwerkstoffe wie z.B. Gipsplatten (Gipsplatten, -faserplatten und –vliesplatten).

Plattenwerkstoffe

Gipsplatten können angewendet werden, um tragende Bauteile vor direkter Brandbeanspruchung zu schützen und/oder als Wand-, Decken und Bodenbekleidung den Raumabschluss zu erhalten sowie Brandlasten in Kanälen zu kapseln. Im Folgenden werden nur die Beplankungen aus Gipsplatten beschrieben.

Gipsplatten

Gipsplatten sind werkseitig bandgefertigte und im Wesentlichen aus Gips bestehende Bauplatten, deren Flächen und Längskanten mit einem fest haftenden, dem Verwendungszweck entsprechenden Karton ummantelt sind. Wesentliche Platteneigenschaften resultieren aus dem Verbund von Gipskern und Kartonummantelung, wobei der Karton als Armierung der Zugzone wirkt und in Verbindung mit dem Gipskern den Platten die erforderliche Festigkeit und Biegesteifigkeit verleiht.

Gipsplatten bieten im Hinblick auf ihre geringe Dicke ausgezeichnete Brandschutzeigenschaften. Der Gipskern enthält etwa 20 % Kristallwasser (z. B. eine 12,5 mm dicke Feuerschutzplatte enthält ca. 2,5 Liter Wasser), das bei Brandeinwirkung verdampft und durch Umwandlung Energie freisetzt. Die Temperatur auf der dem Feuer abgewandten Seite bleibt, solange sich Wasserdampf bildet, bei etwa 110 °C konstant. Die dabei entstehende entwässerte Gipsschicht bietet eine erhöhte Wärmedämmung. Die in der Feuerschutzplatte enthaltene Glasfaser wirkt dabei als Bewehrung des Gipskerns, so dass der Gefüge-Zusammenhalt bei Brandeinwirkung nachhaltig verbessert wird.

Gipsplatten sind geregelte Bauprodukte und werden nach DIN EN 520 hergestellt. Sie werden in Verbindung mit DIN 18180 und DIN 18181 angewendet.

Gipsplatten für Brandschutzkonstruktionen werden in verschiedene Plattentypen unterschieden, die in der Tabelle 1 aufgeführt sind.
Weitere Ausführungsformen sind Putzträgerplatten nach DIN EN 520, Gipsplattenprodukte aus der Weiterverarbeitung (Lochplatten) nach DIN EN 14190 und Gips-Verbundplatten zur Wärme- und Schalldämmung nach DIN EN 13950.

Gipsfaserplatten

Gipsfaserplatten sind werkseitig gefertigte und im Wesentlichen aus Gips und recycelten Papierfasern bestehende Bauplatten. Die beiden natürlichen Rohstoffe werden gemischt und nach Zugabe von Wasser (ohne weitere Bindemittel) zu Platten geformt (gepresst) und getrocknet. Durch das Wasser bindet der Gips ab, durchdringt und umhüllt die Fasern und bewirkt eine hohe Stabilität und Nichtbrennbarkeit der Gipsfaserplatten.

Aufgrund der Materialzusammensetzung sind Gipsfaserplatten universell als Bau- und Feuerschutzplatten und für die gleichen Verwendungszwecke wie Gipsplatten einzusetzen. Durch die im Vergleich zu Gipsplatten höheren Festigkeitswerte und Oberfächenhärten werden Gipsfaserplatten in Fertigteil- und Trockenestrichen angewendet. Die Brandschutzeigenschaften entsprechen denen der Gipsplatten.

Gipsfaserplatten sind geregelte Bauprodukte und werden nach DIN EN 15283-2:2009-12 hergestellt. Sie werden in Verbindung mit der DIN 18181 angewendet und verfügen über eine Leistungserklärung und CE Kennzeichnung. Gipsfaserplatten (GF) können mehrere zusätzliche Leistungsmerkmale der nachfolgend angegebenen Plattentypen aufweisen:

  • Gipsfaserplatten mit verringerter Wasseraufnahmefähigkeit (GF-H)
  • Gipsfaserplatten mit verringerter Wasseraufnahme der Plattenoberfläche (GF-W1, GF-W2)
  • Gipsfaserplatten mit erhöhter Dichte (GF-D)
  • Gipsfaserplatten mit erhöhter Oberflächenhärte (GF-I)
  • Gipsfaserplatten mit erhöhter Festigkeit (GF-R1, GF-R2)


Gipsplatten mit Vliesarmierung

Gipsplatten mit Vliesarmierung (Gipsvliesplatten) sind werkseitig bandgefertigte und im Wesentlichen aus Gips bestehende Bauplatten, in deren Flächen beidseitig ein festhaftender Glasfaservlies eingebettet ist. Wesentliche Platteneigenschaften resultieren aus dem Verbund von Gipskern und Glasfaservlies und einer Kernvergütung aus Glas oder Zellulosefaser.

Gipsvliesplatten bieten im Hinblick auf ihre geringe Dicke ausgezeichnete Brandschutzeigenschaften und werden eingesetzt für kastenförmige Bekleidungen von Stahl- und Holzbauteilen ohne Unterkonstruktion und von Kabel- und Installationskanälen sowie in Konstruktionen mit dem gleichen Verwendungszweck wie Gipsplatten.

Gipsplatten mit Vliesarmierung sind geregelte Bauprodukte nach DIN EN 15283-1 und verfügen über eine Leistungserklärung und CE Kennzeichnung. Gipsplatten mit Vliesarmierung (GM) können mehrere zusätzliche Leistungsmerkmale der nachfolgend angegebenen Plattentypen aufweisen:

  • Gipsplatte mit Vliesarmierung mit verringerter Wasseraufnahmefähigkeit (GM-H1, GM-H2)
  • Gipsplatte mit Vliesarmierung mit erhöhter Oberflächenhärte (GM-I)
  • Gipsplatte mit Vliesarmierung mit erhöhter Festigkeit (GM-R)
  • Gipsplatte mit Vliesarmierung mit verbessertem Gefügezusammenhalt bei hohen Temperaturen (GM-F)


Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Brandverhalten von Trockenbauprodukten“ von Peter Wachs, erschienen im Fachbuch „Brandschutz kompakt 2020/21“ bei FeuerTrutz Network.


Januar 2021 | Checkliste: Verwendung von Gipsplattentypen in Brandschutzkonstruktionen 

Download Checkliste: Verwendung von Gipsplattentypen in Brandschutzkonstruktionen

Quelle: Tabelle aus Brandschutz kompakt 2020/21, S. 91


Januar 2021 | DIN EN 13381 (11-2020) Prüfverfahren zur Bestimmung des Beitrages zum Feuerwiderstand von tragenden Bauteilen – Teil 1: Horizontal angeordnete Brandschutzbekleidungen

Diese Europäische Norm legt ein Prüfverfahren zur Bestimmung der Fähigkeit von als feuerwiderstandsfähigen Sperrschichten eingesetzten horizontalen Brandschutzbekleidungen fest, einen Beitrag zum Feuerwiderstand von horizontalen tragenden Normbauteilen nach 6.4.2 dieser Norm zu leisten. Horizontale Brandschutzbekleidungen, die unter einer bestimmten nicht genormten Decke eingebaut sind, sollten nach EN 1365-2 geprüft werden. Diese Europäische Norm umfasst das Brandprüfverfahren, das die auszuführenden Prüfungen festlegt, bei denen die horizontale Brandschutzbekleidung zusammen mit dem zu schützenden tragenden Bauteil einer in dieser Norm definierten Brandbelastung ausgesetzt wird. Die Brandbeanspruchung entsprechend der Temperaturzeitkurve nach EN 1363-1 erfolgt von unterhalb der Bekleidung. Das Prüfverfahren bietet durch festgelegte optionale Zusatzverfahren die Möglichkeit der Erfassung von Daten, die als direkte Eingangswerte für die rechnerische Ermittlung des Feuerwiderstands entsprechend den Verfahren nach EN 1992-1-2, EN 1993-1-2, EN 1994-1-2 und EN 1995-1-2 eingesetzt werden können. Weiterhin liefert die in dieser Europäischen Norm enthaltene Beurteilung Angaben zur Analyse der Prüfdaten und eine Anleitung zur Auslegung der Ergebnisse der Brandprüfung in Bezug auf die Tragfähigkeitskriterien des geschützten horizontalen tragenden Bauteils. Dieses Dokument wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 127 "Baulicher Brandschutz" erarbeitet, dessen Sekretariat von BSI (Vereinigtes Königreich) gehalten wird. Im DIN-Normenausschuss Bauwesen (NABau) war hierfür der Arbeitsausschuss NA 005-52-02 AA "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Bauteile (SpA zu CEN/TC 127/WG 1 sowie Teilbereichen von CEN/TC 127/ WG 7 und ISO/TC 92/SC 2)" als nationales Spiegelgremium zuständig.


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Dezember 2020

Dezember 2020 | Sicherheit an Sylvester 

Viele Menschen werden auch dieses Jahr den Jahreswechsel mit Böllern und Feuerwerk begrüßen. Durch unsachgemäßes Handeln und falsche Gefahreneinschätzung ereignen sich jedes Jahr zahlreiche Unfälle und Brände. Die Feuerwehr Frankfurt hat für einen sicheren Jahreswechsel ein paar Hinweise zusammengestellt:

Ein Großteil der Rettungsdiensteinsätze lässt sich auf den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern zurückführen. Damit Sie alle einen guten Start ins neue Jahr haben, beachten Sie bitte folgende Hinweise:
  • Verwenden Sie nur Feuerwerkskörper mit CE-Kennzeichnung und Registriernummer.
  • Die Feuerwerkskörper nur in der Originalverpackung und an einem trockenen Ort aufbewahren.
  • Lesen und beachten Sie die Sicherheitshinweise der Gebrauchsanweisung!
  • Weisen Sie Ihre Kinder auf die Gefahren beim Umgang mit Feuerwerkskörpern hin. Achten Sie auf die Einhaltung der Altersvorschriften. Lassen Sie Kinder und Jugendliche nur für sie zugelassene Artikel abbrennen! Beaufsichtigen Sie die Kinder und Jugendlichen dabei und leiten Sie sie an!
  • Alle Artikel, die im Zimmer verwendet werden dürfen, wie zum Beispiel Tischfeuerwerke oder Zimmerfontänen, sollten nicht in der Nähe von leicht entflammbaren Stoffen abgebrannt werden.
  • Alle anderen Artikel, insbesondere die der Kategorie F2, dürfen nur im Freien abgebrannt werden!
  • Feuerwerkskörper, die nicht ausdrücklich gemäß Gebrauchsanweisung in der Hand zu halten sind, wie zum Beispiel Handfontänen oder Bengalfackeln, dürfen während und nach dem Anzünden niemals in der Hand gehalten werden.
  • Knallkörper mit Anzündschnur oder Anzündkopf auf den Boden legen und entzünden. Knallkörper mit Reibkopf werden an der Reibfläche entzündet und auf den Boden gelegt. Anschließend rasch entfernen.
  • Halten Sie die auf dem Feuerwerkskörper angegebenen Sicherheitsabstände ein.
  • Feuerwerkskörper nicht in Personengruppen werfen!
  • Feuerwerkskörper niemals auf Personen, Tiere, Fahrzeuge oder Gebäude richten!
  • Bei allen aufsteigenden Feuerwerkskörpern auf ungehinderte Aufstiegsmöglichkeit achten!
  • Achten Sie beim Abschuss von Raketen auf die Standsicherheit der verwendeten Behältnisse (z.B. Getränkekasten mit leeren Flaschen, usw.).
  • Tragen Sie Feuerwerkskörper niemals an Körper, etwa in Jacken- oder Hosentaschen.
  • Stellen Sie sicher, dass keine gezündeten (brennenden) Feuerwerksartikel durch geöffnete Fenster oder Türen in Ihren Wohnraum gelangen können.
  • Entfernen sie vorsorglich normal oder leicht entflammbare Gegenstände von Ihrem Balkon.
  • Zündversager niemals zweimal anzünden!
  • Blindgänger mit Wasser überschütten und in einem gewässerten Müllbeutel entsorgen.
Zusätzliche Hinweise für Batterie- und Verbundfeuerwerk:
Aufgrund der wesentlich größeren Effektfülle und der Möglichkeit von gefächerten Abschussrohren sind für diese Feuerwerksartikel besondere Sicherheitsaspekte zu beachten. Studieren Sie bitte sorgfältig die Gebrauchsanweisung und achten Sie immer auf einen festen, ebenen Stand und einen ausreichenden Sicherheitsabstand!
Niemals beim Anzünden den Kopf über die Batterien oder Verbundfeuerwerke halten. Dies gilt auch für Römische Lichter, Feuerwerksrohre und Feuertöpfe.
Im Falle eines Zündversagers ca. 15 Minuten warten und dann die Ersatzzündschnur anzünden.

Sollte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch etwas passiert sein, beherzigen Sie die folgenden Punkte:
  • Ruhe bewahren und überlegt handeln.
  • Wählen Sie bei einem Brand oder Unfall sofort den Notruf 112 und fordern sie Hilfe an. Nur eine schnelle Meldung bietet Gewähr für effektive Hilfe.
  • Unternehmen Sie nur eigene Löschversuche, wenn Sie sich selbst nicht in Gefahr bringen.
  • Bei Brandverletzungen sofort mit Wasser kühlen, notfalls sofort einen Arzt verständigen oder auf- suchen.
  • Den Gefahrenbereich verlassen.
  • Fenster und Türen schließen.
  • Die Nachbarn warnen.
  • Die Feuerwehr einweisen.
  • Wenn das Treppenhaus verraucht ist, bleiben Sie in der Wohnung und machen Sie sich für die Feuerwehr bemerkbar.
Quelle: Feuerwehr Frankfurt


Dezember 2020 | Neue Erkenntnisse zum Brandverhalten von Naturdämmstoffen

Der Einsatz von Naturdämmstoffen bei Bauvorhaben ist sicher, kalkulierbar und nachhaltig, so das Ergebnis eines Forschungsprojekts unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI. Auch das Brandschutz- und das Glimmverhalten wurden untersucht.

Die Verwendung von organischen, recyclingfähigen Rohstoffen gewinnt in der Baubranche an Bedeutung. Im Rahmen des Verbundprojekts "Mehr als nur Dämmung – Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen" standen deshalb Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (NawaRO) in den Arbeitsbereichen Brandschutz und Glimmverhalten, Schallschutz, Wärmeschutz, Feuchteschutz, Nachhaltigkeitsanalysen und Emissionen auf dem Prüfstand.

Das Forscherteam unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI, stellte zusammenfassend fest: Naturdämmstoffe haben gesicherte Eigenschaften, Konstruktionen sind verlässlich berechenbar und können in fast allen Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Mit natürlichen Materialien kann somit kalkulierbar dauerhaft und sicher gebaut werden. Normen und baurechtliche Vorschriften ließen sich nun anpassen und der Weg könne freigemacht werden für mehr NawaRo-Dämmstoffe im Bau, so das Fazit.

NawaRo-Dämmstoffe brennen langsamer

In Bezug auf das Brandschutz- und Glimmverhalten konnten die Forscherinnen und Forscher feststellen, dass sich Naturdämmstoffe und erdölbasierte Hartschäume deutlich unterscheiden. Hartschäume verbrennen extrem schnell mit starker dunkler Rauchbildung, schmelzen und tropfen brennend ab. Die untersuchten Dämmstoffe brennen zwar auch, jedoch verhältnismäßig langsam, mit geringer Rauchentwicklung und tropfen nicht brennend ab. Das Brandverhalten von NawaRo-Dämmstoffen sei damit trotz des materialimmanenten Glimmverhaltens insbesondere in der Frühphase eines Brandes deutlich vorteilhafter als das von Hartschäumen und grundsätzlich kalkulierbar, resümiert das Forscherteam.

Die im Arbeitsbereich Schallschutz gewonnenen Bauteil- und Materialdaten wurden bereits in die aktuelle Überarbeitungsrunde der DIN 4109-33 eingebracht. Darüber hinaus wurden Berechnungsverfahren weiterentwickelt, die den prüftechnischen Aufwand in Zukunft erheblich reduzieren können. Unter anderem ermittelten die Forschenden Materialkennwerte, die aufwendige Bauteilprüfungen wie im Schall- und Brandschutz in Zukunft deutlich reduzieren können.

Puffer bei Hitze, Kälte und Feuchte

Bei Dämmstoffen ist neben der Wärmeleitfähigkeit auch die Wärmespeicherkapazität und die Rohdichte bedeutsam. Im Rahmen des Projekts konnte festgestellt werden, dass es auch hier grundsätzlich keine Einschränkungen für die Verwendung von Naturdämmstoffen gibt. Die hohe Speicherfähigkeit wirkt sich nicht nur beim Wärme-, sondern auch beim Feuchteschutz positiv aus, insbesondere in Holzkonstruktionen und im Dachbau. Während mineralische Faserdämmstoffe und erdölbasierte Hartschäume praktisch keine Feuchtigkeit aufnehmen können, sind Naturdämmstoffe in der Lage, kurzzeitige Feuchteschwankungen während der Bauphase oder im Gebrauch abzupuffern, ohne dass sich die Materialfeuchte merklich erhöht. Die Konstruktion wird dadurch deutlich sicherer. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten routinemäßig potenzielle Emissionen und konnten kein grundsätzliches Hindernis für die Verwendung finden. Außerdem ermittelten sie Datensätze zur Ökobilanz, die in die Datenbank Ökobaudat des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) eingepflegt werden können.

Hintergrund:

Das Verbundprojekt „Mehr als nur Dämmung – Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen“ mit 12 Partnern aus Forschung und zahlreichen Industrieunternehmen und -verbänden wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert. Die Gesamtfördersumme belief sich auf über vier Millionen Euro bei einer Laufzeit von dreieinhalb Jahren.

Die Webseite des FNR enthält eine Übersicht des Forschungsverbundes sowie der einzelnen Teilvorhaben der beteiligten Institutionen.

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR)
www.fnr.de


Dezember 2020 | Risikokontrolle durch anlagentechnischen Brandschutz  

Brandmeldeanlagen, Feuerlöschanlagen oder Rauch- und Wärmeabzugsanlagen dienen dazu, Brände zu vermeiden und Schäden zu kontrollieren. Aus realen Bränden lassen sich wertvolle Erkenntnisse für künftige Schutzstrategien gewinnen und die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen lässt sich bewerten. Ausgangspunkt für die im Folgenden dargestellte Wirksamkeitsanalyse ist das Forschungsprojekt „vfdb-Brandschadenstatistik“, in dessen Rahmen eine systematische Datenbasis durch einheitlich erhobene Feuerwehreinsätze bei Gebäudebränden entwickelt wurde. Auf dieser Grundlage lässt sich die Wirksamkeit insbesondere von Brandmeldeanlagen, Feuerlöschanlagen sowie Rauch- und Wärmeabzugsanlagen untersuchen. Die hier vorgestellten Wirksamkeitsnachweise ermöglichen es, typische Brandereignisse und Schadensbilder hinsichtlich des notwendigen Einsatzes von Brandschutzmaßnahmen und des Einflusses der Maßnahmen auf den Brandverlauf zu bewerten. Sie können über die Ingenieurmethoden für quantitative Risikoanalysen im Rahmen der schutzzielorientierten Planung von objektspezifischen Schutzstrategien weiterverwendet werden.

Brandmeldeanlage

Damit ist es möglich, die Schutzziele wirksam, flexibel und wirtschaftlich zu erreichen. Mit den Nachweisen lässt sich in vertiefender Anwendung die Akzeptanz von Kompensationsmaßnahmen erhöhen, wenn damit Abweichungen vom Baurecht abgesichert und Bauvorhaben flexibler gestaltet oder Änderungen der Gebäudenutzung einfacher genehmigt werden. Solche flexiblen Schutzstrategien – ohne Reduzierung des Schutzniveaus – sind hilfreich, wenn qualifiziertes Personal sowie Bauflächen knapp sind und Engpässe durch gezielte, abgesicherte Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden müssen. Die statistischen Wirksamkeitsnachweise sind für Feuerwehren, Brandschutzingenieure und -fachplaner, Baubehörden, Versicherungen, Hersteller und Dienstleister von Brandschutztechnik sowie für die Wissenschaft von Interesse.

Untersuchungsergebnisse

Die Wirksamkeit der betrachteten anlagentechnischen Maßnahmen lässt sich in Anlehnung an ihre Zielstellungen und die gewünschte Wirkung anhand verschiedener Schadenskriterien bemessen (siehe Tabelle unten):

  • geschätzter Sachschaden in Euro,
  • Brandausbreitung beim Eintreffen der Einsatzkräfte,
  • Rauchausbreitung beim Eintreffen der Einsatzkräfte,
  • Vorhandensein einer Rauchschichtung,
  • Begehbarkeit von Flucht- und Rettungswegen sowie
  • zur Brandbekämpfung erforderlicher Löschwasserverbrauch.

Aufgrund der geringen Fallzahlen mit Personenschäden werden über dieses Kriterium keine Aussagen getroffen.

Wirksamkeit von Brandmeldeanlagen

In der Tabelle sind die Brandschadenskriterien für die Brandfälle mit der Auslösung einer Brandmeldeanlage (n = 178) aufgeführt sowie die Fälle ohne Anlagentechnik (n = 731) als Referenzszenario. Es wird deutlich, dass bei Bränden mit der Auslösung von Brandmeldeanlagen der geschätzte Sachschaden deutlich geringer ausfällt (in 83 % der Fälle unter 1.000 Euro) als bei denen ohne Anlagentechnik (in 69 % der Fälle unter 1.000 Euro). In 85 % der Fälle mit Auslösung einer Brandmeldeanlage war der Brand beim Eintreffen der Feuerwehr auf einen Gegenstand bzw. ein Gerät begrenzt. Dies traf im Vergleich nur bei 71 % der Brände ohne Anlagentechnik zu. Darüber hinaus zeigt sich bei Bränden ohne Anlagentechnik, dass sich der Rauch zum Eintreffzeitpunkt der Feuerwehr verhältnismäßig stark weiter ausgebreitet hatte, etwa in die Wohnung, den Treppenraum, den Flur oder über mehrere Geschosse. Darüber hinaus sind die Flucht- und Rettungswege zum Eintreffzeitpunkt der Feuerwehr bei Vorhandensein einer Brandmeldeanlage häufiger noch benutzbar (79 %, 156 von 198 Fälle) als bei Bränden ohne Anlagentechnik (58 %).

Brandmeldeanlagen wirken sich zudem auf den Verbrauch von Löschwasser aus. Bei Bränden ohne Anlagentechnik wurden in 20 % der Fälle mehr als 500 Liter eingesetzt, wogegen dies beim Auslösen einer Brandmeldeanlage nur in 6 % der Fälle notwendig war. Zusammengefasst zeigt sich, dass Brandmeldeanlagen nach allen erhobenen Kriterien zu niedrigeren Brandschäden führen.

Wirksamkeit von Feuerlöschanlagen

Neben Brandmeldeanlagen können anhand der Untersuchungsergebnisse auch Feuerlöschanlagen in ihrer Wirksamkeit beurteilt werden. Die Tabelle zeigt das Ergebnis der Auswertung der Brandschadenskriterien bei Bränden mit der Auslösung von Feuerlöschanlagen (n = 12) im Vergleich zum Referenzszenario. Diese Nachweise sind statistisch zwar nicht belastbar. Es zeichnet sich aber ein Trend ab: Bei Einsätzen, bei denen Feuerlöschanlagen vorhanden waren, lag der Sachschaden in keinem Fall über 100.000 Euro. Aufgrund der hohen Wertekonzentration in Objekten mit Feuerlöschanlagen ist davon auszugehen, dass der verhinderte Sachschaden bei Bränden mit Feuerlöschanlagen deutlich höher war als bei Objekten ohne solche Anlagen. Der Brand hat sich in keinem Fall, in dem Feuerlöschanlagen vorhanden waren, auf den gesamten Brandabschnitt ausgedehnt. Demgegenüber hat sich in 32 von 747 Fällen ohne Feuerlöschanlagen der Brand auf mindestens den gesamten Brandabschnitt oder zumindest mehrere Etagen ausgedehnt. In Hinsicht auf die Rauchausbreitung zeigt sich, dass sich zehn von zwölf Bränden mit Feuerlöschanlagen auf eine Wohnung beschränkten. Der Rauch hat sich bei Vorhandensein von Feuerlöschanlagen in 16 % der Fälle über eine Wohnung auf das Geschoss und den Treppenraum ausgebreitet, wogegen bei Brandfällen ohne Anlagentechnik in insgesamt 21 % der Fälle mehrere Geschosse (5 %), der Flur (3 %), der Treppenraum (5 %) oder ein Geschoss betroffen waren (5 %). Die Flucht- und Rettungswege waren zum Eintreffzeitpunkt der Feuerwehr mit 58 % (sieben von zwölf Fällen bei Feuerlöschanlagen und 446 von 774 Fällen ohne Anlagentechnik) gleichermaßen benutzbar.

Der geringere Einsatz von zusätzlichem Löschwasser in neun von elf Fällen mit weniger als 500 Litern in Kombination mit der geringeren Brandausbreitung zeigt, dass sich Feuerlöschanlagen in den untersuchten Fällen positiv auf die Begrenzung der Brandausbreitung und die Unterstützung der wirksamen Löscharbeiten auswirken.

Fazit

Wie die dargestellten Ergebnisse verdeutlichen, verringern sich die Brandschäden durch den Einsatz der untersuchten Maßnahmen deutlich. Dabei sind die Ergebnisse sogar konservativ zu bewerten, da bei den Gebäuden mit diesen Maßnahmen mit einem größeren Schadenspotenzial zu rechnen ist als in den jeweiligen Referenzszenarien ohne diese Maßnahmen. Die Wirkung der untersuchten Brandschutzmaßnahmen liefert eine quantifizierte Grundlage, um den Einfluss auf die Brandverläufe auf der Basis realer Brände bewerten zu können. Im Rahmen einer objektspezifischen Brandschutzplanung durch ein schutzzielorientiertes Konzept kann unter Zuhilfenahme der aus dieser Untersuchung resultierenden Wirksamkeitsnachweise eine quantitative Risikoanalyse mittels Ingenieurmethoden durchgeführt werden.

TIPP: Entdecken Sie zu diesem Thema auch unser Seminar "Anlagentechnischer Brandschutz" oder unsere Seminare aus dem Bereich "Brandschutz in der Planung".

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Risikokontrolle durch anlagentechnischen Brandschutz“ von Dr. Sebastian Festag, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 5.2020.


Dezember 2020 | Tabelle: Auswertung von Brandschadenskriterien nach der vfdb-Brandschadenstatistik 

Download Tabelle: Auswertung von Brandschadenskriterien nach der vfdb-Brandschadenstatistik

Quelle: Auszug aus Magazin-Beitrag 5.2020: Tabelle 2


Dezember 2020 | DIN EN 15269-11 (09-2019): Erweiterter Anwendungsbereich von Prüfergebnissen zur Feuerwiderstandsfähigkeit und/oder Rauchdichtigkeit von Türen, Toren und Fenstern, einschließlich ihrer Baubeschläge – Teil 11: Feuerwiderstandsfähigkeit von Feuerschutzvorhängen

Dieses Dokument behandelt vertikal montierte Arten hand- oder kraftbetätigter Feuerschutzvorhänge mit nach unten gerichtetem Schließvorgang. Behangsysteme unterscheiden sich von (sind getrennt von) Tür-/Torsystemen aufgrund ihrer nicht starren Verschlusselemente, die in der Regel aus dünnwandigen Materialien, wie zum Beispiel gewebten oder gewirkten Stoffen oder Folien, bestehen. Diese Verschlusselemente sind nicht in der Lage, erhebliche Lasten senkrecht zur Oberfläche durch ihre Biegesteifigkeit zu tragen. Mit anderen Worten sind Behangsysteme von Tür-/ Torsystemen getrennt, weil sie Zugkräfte nur durch Zugspannung in der Ebene ihrer Oberfläche übertragen können. Druckkräfte werden in der Ebene ihrer Oberfläche nicht übertragen. Dieses Dokument legt die Methoden zur Erweiterung der Anwendung von Ergebnissen dar, die aus Prüfverfahren von Abschlüssen nach EN 1634-1 erhalten wurden.


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November 2020

November 2020 | Auswirkungen von klimabedingten Bränden für Industrieanlagen

Die Wald- und Flächenbrandgefahr in Europa nimmt aufgrund der Erderwärmung zu. Welche konkreten Auswirkungen das für Industriestandorte hat und welche Brandschutzmaßnahmen vor diesem Hintergrund erforderlich sind, stellt eine Studie der Europäischen Kommission heraus.

Aufgrund des Klimawandels steigt das Wald- und Flächenbrandbrandrisiko in Europa. Gleiches gilt für die geografische Ausdehnung von Bränden nach Nord- und Südosteuropa. Besonders verheerend sind die Folgen für Mensch und Umwelt, wenn Industriestandorte von den Feuern erfasst werden, an denen Gefahrgüter und -stoffe gelagert sind. Denn dadurch kommt es nicht nur zum Brand und zu Explosionen, sondern sehr häufig auch zur Freisetzung giftiger und gefährlicher Stoffe.

Vor dem Hintergrund einer kritischeren Betrachtung der Sicherheitsvorkehrungen in Industrieanlagen und dem Fehlen eines integrierten europäischen Brandmanagementsystems zur Verhütung von Industrieunfällen durch Wald- und Flächenbrände hat die Europäische Kommission eine Studie veröffentlicht. Darin wird die Anfälligkeit europäischer Industriestandorte für solche Brandvorkommen auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und internationaler Initiativen analysiert. Die Publikation enthält außerdem Empfehlungen für politische Entscheidungsträger, Industrie, Einsatzkräfte und Hochschulen, wie bestehende Lücken im Risikomanagement geschlossen werden können.

Die englischsprachige Publikation "Wildfires Triggering Natech Events" kann auf der Webseite der EU-Kommission kostenfrei heruntergeladen werden.


November 2020 | Neue Honorarordnung für Architekten und Ingenieure in Kraft  

Das Bundeskabinett hat am 18. September 2020 den Entwurf zur Änderung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, kurz HOAI, beschlossen. Einer Forderung der Interessensvertretungen auf Seiten der Planer, die Formulierung zur Angemessenheit von Honoraren anzupassen, wurde am 8. Oktober 2020 zugestimmt.

Mit dem Beschluss des von Peter Altmaier vorgelegten Entwurfs setzt die Bundesregierung ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) um. Dieser hatte die verbindlichen Mindest- und Höchsthonorare der HOAI für unvereinbar mit der EU-Dienstleistungsrichtlinie erklärt. Die neue Honorarordnung trage den Vorgaben Rechnung, die der EuGH gemacht hat, so das Bundeswirtschaftsministerium.

Konkret ist vorgesehen, dass die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen künftig frei vereinbart werden können. Die Grundsätze und Maßstäbe der HOAI können von den Vertragsparteien zur Honorarermittlung herangezogen werden und eine Richtschnur bilden. Bezüglich der Honorarhöhe enthält die HOAI Preisspannen als unverbindliche Orientierungswerte. Für den Fall, dass keine wirksame Honorarvereinbarung geschlossen wurde, gilt der sogenannte Basishonorarsatz als vereinbart, dessen Höhe dem bisherigen Mindestsatz entspricht.

Die HOAI beruht auf dem Gesetz zur Regelung von Ingenieur- und Architektenleistungen, das infolge des EuGH-Urteils ebenfalls angepasst werden muss. Einen Gesetzentwurf hat das Bundeskabinett bereits am 15. Juli 2020 beschlossen. Sobald das laufende parlamentarische Verfahren abgeschlossen und das Gesetz in Kraft getreten ist, kann auch die neue Fassung der HOAI in Kraft treten. Nach dem Beschluss des Bundeskabinetts muss noch der Bundesrat der Verordnung zustimmen.

Die Verordnung zur Änderung der HOAI steht auf der Webseite des BMWi als Download zur Verfügung.

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
www.bmwi.de


November 2020 | Brandrisiken in der Industrie  

Stationäre Löschanlagen sind aus dem Brandschutz nicht mehr wegzudenken. Sie detektieren und alarmieren nicht nur, sondern bekämpfen ein Feuer aktiv und automatisch. Im Idealfall wird ein Entstehungsbrand gelöscht oder seine Ausbreitung bis zum Eintreffen der Feuerwehr verhindert. Häufig eingesetzt werden Sprinkleranlagen, Sprühwasser- und Wassernebel-Löschanlagen. Wasser besitzt zahlreiche Vorteile: Es ist ungiftig, leicht zu verteilen und bindet große Mengen an Verbrennungswärme. Dennoch gibt es Anwendungen, bei denen Wasser nicht geeignet ist. In diesen Fällen stellen Speziallöschanlagen wie Gas-, Funken- und Kleinlöschanlagen sowie Brandvermeidungssysteme passende Lösungen zur Verfügung. Entscheidend für einen optimalen Schutz ist bei diesen Löschanlagenarten die richtige Auswahl des Löschprinzips und des Löschmittels.

Gaslöschtechnik | TÜV SÜD Akademie

Erfolgsstatistik Löschanlagen

Doch wo sind die Brandrisiken am größten, und mit welchen Löschanlagen lassen sie sich beherrschen? Hinweise zu diesen Fragen gibt die Löschanlagenstatistik des bvfa. Dessen Mitgliedsunternehmen melden seit 14 Jahren durch stationäre Löschanlagen nachweislich gelöschte Brände. Erfasst werden dabei u.a. die Branche, das gelöschte Objekt und die Löschmethode. Die auf freiwilligen Meldungen beruhende Löschanlagenstatistik kann zwar kein umfassendes Monitoring aller in Deutschland installierten Löschanlagen darstellen. Der lange Meldezeitraum und die Vielzahl der Daten lassen aber Rückschlüsse auf Risikoschwerpunkte und den Löscherfolg zu.

Metall, Maschinen und elektrischer Strom

Die Auswertung der gesamten Löschanlagenstatistik für die Jahre 2006 bis 2019 zeigt zwei Risikoschwerpunkte auf: Etwa 35 % der gemeldeten Brände traten in elektrischen Schalträumen und EDV-Anlagen auf, weitere 27 % entstanden in Maschinen, insbesondere während der Metallbearbeitung. Gezählt wurden Maschinen im weiteren Sinne, also u.a. Werkzeugmaschinen, Prüfstände, Druckmaschinen oder Walzgerüste. Diese Erkenntnisse sind nachvollziehbar, denn in beiden Anwendungsbereichen kommt es insbesondere bei Fehlerzuständen zu sehr hohen Temperaturen. In der IFS-Brandursachenstatistik der Versicherer ist elektrischer Strom auch 2019 mit 30 % nach wie vor Brandursache Nr. 1. Bei Lichtbögen infolge fehlerhafter Isolierungen beispielsweise entstehen außerordentlich hohe Temperaturen, die schnell zu einem Brand führen. In Rechenzentren müssen darüber hinaus große Wärmemengen abgeführt werden. Eine schnelle automatische Brandbekämpfung in EDV-Anlagen und elektrischen Schalträumen ist besonders wichtig, da dort Brände häufig in schlecht einsehbaren Bereichen auftreten.

In Maschinen werden häufig brennbare Schmieröle und Kühlflüssigkeiten verwendet, die sich auch als Nebel in der Maschine verteilen. Bei der spanenden Metallbearbeitung kann es durch Werkzeugbruch, Fehlsteuerungen oder Trockenlaufen der Werkzeuge zur Zündung des Öl-Luft-Gemisches und damit zu einer Verpuffung mit Folgebrand kommen. Diese Ursachenabschätzung wird durch einen Blick auf die Branchen bestätigt, in denen Speziallöschanlagen erfolgreich zum Einsatz kommen. Die meisten gemeldeten Brände entstehen in der Metallindustrie (31 %), der Automobilindustrie (16 %), der Energieversorgung (11,6 %) und in Druckereien (7,1 %), also überall dort, wo Maschinen zur Metallbearbeitung oder elektrischer Strom eingesetzt werden. Wasserlöschanlagen kommen mit 24% der gemeldeten Brände naturgemäß vor allem im Handel zum Einsatz.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Brandrisiken in der Industrie“ von Dr. Wolfram Krause, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 4.2020.


November 2020 | DIN EN 13823 (09-2020): Prüfungen zum Brandverhalten von Bauprodukten – Thermische Beanspruchung durch einen einzelnen brennenden Gegenstand für Bauprodukte mit Ausnahme von Bodenbelegen

Diese Europäische Norm legt ein Prüfverfahren zur Bestimmung des Brandverhaltens von Bauprodukten bei thermischer Beanspruchung durch einen einzelnen brennenden Gegenstand (SBI: "Single Burning Item"), ausgenommen Bodenbeläge sowie Bauprodukte, die in der Delegierten Verordnung (EU) 2016/364 aufgeführt sind, fest. Die Berechnungsverfahren sind in Anhang A angegeben. Informationen zur Genauigkeit des Prüfverfahrens sind in Anhang B angegeben. Die Kalibrierverfahren sind in Anhang C und Anhang D angegeben, wobei Anhang C normativ ist. Dieses Dokument wurde erstellt, um das Brandverhalten von im Wesentlichen ebenen Bauprodukten zu bestimmen. Die Behandlung von einigen Produktfamilien, wie Rohre, Lüftungsleitungen, Kabel und so weiter kann besondere Regeln erfordern. Dieses Dokument wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 127 "Baulicher Brandschutz" erarbeitet, dessen Sekretariat von BSI (Vereinigtes Königreich) gehalten wird. Das zuständige deutsche Gremium ist der Arbeitsausschuss NA 005-52-01 AA "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Baustoffe (SpA zu CEN/TC 127/WG 4 sowie Teilbereichen von CEN/TC 127/WG 7 und ISO/TC 92/SC 1)" im DIN-Normenausschuss Bauwesen(NABau). 


November 2020 | Checkliste: Übersichtstabelle „Aufbau eines Brandmelde- und Alarmierungskonzeptes“

Download Checkliste: Übersichtstabelle „Aufbau eines Brandmelde- und Alarmierungskonzeptes“

Quelle: Auszug aus dem Brandschutz Pocket „Brandmelde- und Alarmierungskonzept"


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Oktober 2020

Oktober 2020 | Normgerechte Brandwarnanlagen in Kitas

Ein zentraler Bestandteil in allen deutschen Landesbauordnungen sind Regelungen zum Brandschutz. Allerdings gab es über viele Jahre eine Lücke in diesem Bereich. So war zwar die Ausrüstung von Privatwohnungen und -häusern mit Rauchmeldern in den meisten Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben. Auch für größere Zweckbauten hatte der Gesetzgeber die Pflicht zum Einbau von Brandmeldeanlagen (BMA) festgelegt. Dazwischen gab es lange Zeit allerdings den ungeregelten Bereich der kleineren Sonderbauten, zu denen auch Kindergärten und -tagesstätten gehören.

Die DIN VDE V 0826-2 regelt detailliert alle Anforderungen für den konzeptionellen Aufbau, die Dimensionierung, Installation, Inbetriebnahme und den Betrieb von Brandwarnanlagen in Sonderbauten wie Kindergärten oder Kindertagesstätten. Generell müssen die Systeme eine frühzeitige Erkennung von Bränden sowie eine örtliche Warnung von Personen sicherstellen. Für die örtliche Warnung sind Signalisierungseinrichtungen vorgesehen und die Komponenten der Anlage müssen nach EN 54 zertifiziert sein.

Als Hilfe bei der Projektierung einer normgerechten Anlage hat die Telenot GmbH als Hersteller von elektronischer Sicherheitstechnik und Alarmanlagen das "Muster-Sicherheitshandbuch im Bereich Brandwarnanlagen für Kindertagesstätten nach DIN VDE V 0826-2" erstellt. Darin finden alle, die sich mit der Projektierung einer solchen Anlage befassen müssen, sämtliche relevanten Informationen kompakt und verständlich zusammengefasst – inklusive eines Leitfadens für Bauherren.

Für Träger von Kindergärten und vergleichbaren Einrichtungen ebenfalls interessant: Telenot erstellt seit vielen Jahren solche Sicherheitshandbücher individuell für seine Kunden. In ihnen ist das maßgeschneiderte Sicherheitskonzept, mit welchem ein Gebäude geschützt wird, gebündelt. Für neue Objekte mit ähnlicher oder gleicher Bauweise verfügen so alle Beteiligten über die Planungs-, Bau- und Nutzungsbeschreibungen der Sicherheitslösung.

Wer Interesse am „Muster-Sicherheitshandbuch im Bereich Brandwarnanlagen für Kindertagesstätten nach DIN VDE V 0826-2“ hat, kann eine E-Mail an [email protected] senden. Das Unternehmen setzt sich dann mit dem Interessenten in Verbindung und stellt das Handbuch zur Verfügung.


Oktober 2020 | Blitzeinschlag – das unkalkulierbare Risiko?  

Gemäß § 46 Musterbauordnung (MBO) sind bauliche Anlagen, bei denen nach Lage, Bauart oder Nutzung Blitzschlag leicht eintreten oder zu schweren Folgen führen kann, mit dauernd wirksamen Blitzschutzanlagen zu versehen. Diese abstrakte Formulierung, die in nahezu wortgleicher Form in zahlreichen Landesbauordnungen zu finden ist, führt bei der Anwendung in der beruflichen Praxis zunehmend zu Problemen. Bei Standardbauten und ungeregelten Sonderbauten gemäß MBO muss die Notwendigkeit einer Blitzschutzanlage im Einzelfall festgelegt werden. Dies fällt schwer, denn es existiert in der Bundesrepublik kein technisches Dokument, das als verlässliche Bewertungsgrundlage herangezogen werden kann. Insbesondere die Risikoanalyse gemäß DIN EN 62305-2 bzw. VDE 0185-305-2 gilt in Fachkreisen als umstritten. In der MBO wird zwischen zwei eigenständigen Anforderungen bezüglich der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Folgen des Blitzeinschlags unterschieden. Bereits einer der beiden Faktoren führt zur Notwendigkeit einer Blitzschutzanlage.

Blitzeinschlag - das unkalkulierbare Risiko | TÜV SÜD Akademie

Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Blitzschlags wird im Gesetzestext dahin gehend konkretisiert, dass damit die Lage, Bauart oder Nutzung der baulichen Anlage gemeint ist. Es sind somit vermutlich die baulichen Faktoren, der Bezug auf das umliegende Gelände und deren Höhenbezüge gemeint. Der zweite Teil stellt den Schaden eines Blitzeinschlags in den Fokus. Leider fehlt sowohl in der MBO als auch in den zugehörigen Erläuterungen eine abschließende Klarstellung, was damit genau gemeint ist. Das Abzielen auf die potenzielle Brandgefahr durch Blitzeinschlag wäre zu einfach – letztlich wären in diesem Fall alle baulichen Anlagen mit Blitzschutzanlagen auszustatten.

Genau aus diesem Grund werden in allen Gebäuden in Abhängigkeit von Gebäudeklasse und Nutzung verschiedenste Brandschutzvorkehrungen getroffen. Hinsichtlich der Brandausbreitung oder der Personenrettung ist es dabei völlig unerheblich, ob die konkrete Brandentstehung durch technischen Defekt, Fahrlässigkeit oder Blitzeinschlag verursacht wird. Allein die Brandentstehung dürfte daher nicht ohne weitere Analyse als schwerer Schaden zu bezeichnen sein. Es ist daher anzunehmen, dass ein schwerer Schaden in erster Linie bei baulichen Anlagen, deren Nutzung durch Umgang oder Lagerung von Stoffen mit Explosions- oder erhöhter Brandgefahr im Sinne § 2 Absatz 4 Nummer 19 MBO verbunden ist, unterstellt werden muss. Bei Regelbauten oder anderen Sonderbauten muss ein „schwerer Schaden“ bei Blitzeinschlag dagegen nicht unmittelbar befürchtet werden. Aus Blitzschlag können neben der Gefahr einer Brandentstehung auch Schäden für Personen (durch Direkteinschlag, Blitzüberschlag oder Spannungstrichter) resultieren. Aber auch in diesem Fall wäre nicht plausibel nachzuvollziehen, warum das Gefahrenpotenzial lediglich bei besonderen Gebäudenutzungen als schwerer Schaden anzusehen ist. Wären ernsthafte Verletzungen oder gar Todesfälle durch Blitzschlag grundsätzlich als schwerer Schaden zu betrachten, müsste folglich jedes Gebäude mit einer Blitzschutzanlage ausgestattet werden. Somit führt auch eine Bezugnahme auf Gesundheitsgefahren durch Blitzschlag nicht zu einer schutzzielbezogenen Bewertung.

Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass durch Blitzeinschlag auch indirekte Gefahren durch Beschädigungen von sicherheitstechnischen Anlagen und Einrichtungen befürchtet werden müssen. Da ein plötzlicher Ausfall der sicherheitstechnischen Infrastruktur in Abhängigkeit von der konkreten Gebäudenutzung erfolgen kann, wäre eine Bezugnahme auf derartige Auswirkungen eines Blitzschlags als schwerer Schaden naheliegend. Die vorgenannten Ausführungen machen deutlich, dass der Gesetzestext des § 46 MBO dringend einer konkretisierenden Erläuterung bedarf.

Brandschutzfachplanern und den prüfenden Instanzen fehlt derzeit eine nutzbare Bewertungsgrundlage, wann bauliche Anlagen mit einer Blitzschutzanlage auszustatten sind. Es ist zu befürchten, dass im Zuge zivilrechtlicher Auseinandersetzungen jede Gefahr eines Blitzeinschlags aufgrund der potenziellen Brand- oder Verletzungsgefahr unreflektiert als schwerer Schaden angesehen wird. Die aktuellen Ausführungen der MVV TB tragen gegenwärtig leider nicht zur Aufklärung bei. Mit Abschnitt A 2.1.15.2 MVV TB ist jedoch bereits die ideale Grundlage für eine weitergehende Erläuterung gegeben.

Quelle: Auszug aus dem Artikel „Blitzeinschlag – das unkalkulierbare Risiko“ von Dipl.-Ing. Matthias Dietrich, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 4.2020


Oktober 2020 | Bauprodukt Rauchwarnmelder  

Die Anforderungen an bestimmte Bauprodukte hat die EU-Kommission im Mandat M/109 an das Europäische Komitee für Normung CEN niedergelegt. Daraus erstellt das CEN mit der Bauproduktenrichtlinie harmonisierte Europäische Normen. Für Rauchwarnmelder gilt die harmonisierte Produktnorm EN 14604:2005, die als deutsche Fassung in der DIN EN 14604 vorliegt. Die technischen Anforderungen an ferninspizierbare Rauchwarnmelder sind mangels harmonisierter Norm in der DIN SPEC 91388 festgelegt. Die Anforderungen an Planung, Einbau, Betrieb und Instandhaltung von Rauchwarnmeldern werden in der Anwendungsnorm DIN 14676-1 beschrieben. Weil es sich um ein harmonisiertes Bauprodukt handelt, dürfen in Deutschland nur nach DIN EN 14604 zertifizierte Rauchwarnmelder auf den Markt gebracht und installiert werden. Die Norm legt im Anhang ZA acht „Wesentliche Merkmale“ für die Produkte fest:
  • Nennauslösebedingungen/-empfindlichkeit (Ansprechzeit) und Leistungsfähigkeit im Brandfall
  • Betriebszuverlässigkeit
  • Toleranz der Versorgungsspannung
Dauerhafte Betriebszuverlässigkeit der:
  • Ansprechverzögerung
  • Vibrationsfestigkeit
  • Feuchtigkeitsbeständigkeit
  • Korrosionsbeständigkeit
  • elektrischen Stabilität
Zur Überprüfung dieser „Wesentlichen Merkmale“ listet die Norm 29 Prüfverfahren auf, die von einer notifizierten Zertifizierungsstelle durchzuführen sind. Mittels Erst- und Folgeprüfungen werden auch der Fertigungsprozess und die Qualitätssicherung beim Hersteller kontrolliert. Nach positivem Prüfbericht erstellt der Hersteller je eine Konformitäts- und eine Leistungserklärung. Erstere bestätigt die Konformität mit den einschlägigen EU-Richtlinien, wie beispielsweise der BauPVO und der EMV-Richtlinie und listet die zum Nachweis der jeweiligen Konformität angewendeten Normen auf.

Rauchwarnmelder | TÜV SÜD Akademie

In der Leistungserklärung listet der Hersteller die Leistung des Rauchwarnmelders in Bezug auf die im Anhang ZA der DIN EN 14604 enthaltenen „Wesentlichen Merkmale“ auf. Da in der DIN EN 14604 keine Werte bzw. Stufen oder Klassen für Rauchwarnmelder festgelegt sind, steht dort bei Übereinstimmung mit den Anforderungen „erfüllt“ oder „bestanden“. Darüber hinaus kann und muss die CE-Kennzeichnung mit folgenden Mindestangaben am Bauprodukt angebracht werden:
  • Jahr des Inverkehrbringens
  • EN 14604:2005
  • Name/Handelszeichen und Adresse des Herstellers
  • Kennnummer des Produkttyps
  • Nummer der zum Produkt gehörenden Leistungserklärung
  • Kennnummer der notifizierten Stelle
  • Verwendungszweck: Brandschutz
Da in Deutschland keine weiteren bauaufsichtlichen Forderungen an Rauchwarnmelder gestellt werden, darf jeder Melder mit einer ordnungsgemäßen CE-Kennzeichnung auf den Markt gebracht und installiert werden.

Eine CE-Kennzeichnung reicht trotzdem nicht immer aus, die Eignung eines bestimmten Rauchwarnmelders für eine konkrete Einbausituation zu beurteilen. Der Hauptgrund dafür ist eine Besonderheit der BauPVO, die von der EU-Kommission festgelegt wurde und sinngemäß für alle Bauprodukte gilt. Danach bleibt es einem Hersteller von Rauchwarnmeldern – unabhängig von den Festlegungen in der eigentlich mit der BauPVO harmonisierten Norm DIN EN 14604 – selbst überlassen, für welche „Wesentlichen Merkmale“ eine Leistung erklärt wird. Für eine ordnungsgemäße CE-Kennzeichnung muss lediglich für mindestens ein Merkmal die Leistung geprüft und auf der Leistungserklärung vermerkt werden. Für alle anderen, nicht geprüften Merkmale ist dann „NPD“ (No Performance Determined) anzugeben. Damit bleibt trotz detaillierter Anforderungen der Norm DIN EN 14604 unklar, warum der Hersteller nicht alle „Wesentlichen Merkmale“ geprüft hat.

Grundsätzlich legt die europäische Produktnorm DIN EN 14604 lediglich die Mindestanforderungen an Rauchwarnmelder fest. Manche für einen langfristig störungsfreien und wirtschaftlichen Einsatz erforderlichen Eigenschaften werden gar nicht geprüft, wie beispielsweise der Stromverbrauch im Zusammenhang mit der Zuverlässigkeit von Langzeitbatterien.

Stellt eine bestimmte Einbausituation besondere Anforderungen, beispielsweise an Korrosionsbeständigkeit oder elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), ist die Eignung eines Rauchwarnmelders vom Fachplaner bzw. Installateur gesondert zu prüfen. Dazu ist im Regelfall ein genaues Studium der Datenblätter bzw. die Rücksprache mit dem Hersteller erforderlich.

Als Alternative zur aufwendigen Einzelprüfung steht für die einfache Erkennung von Qualitätsrauchwarnmeldern europaweit das freiwillige Prüfsiegel „Q“ zur Verfügung. Das seit dem Jahr 2012 vergebene Qualitätskennzeichen ergänzt die bestehenden Anforderungen der DIN EN 14604 und gilt ausschließlich für Geräte mit Zehnjahresbatterie. Rauchwarnmelder mit diesem Zeichen werden im Vergleich zur DIN EN 14604 nach deutlich höheren Anforderungen geprüft und zertifiziert, u.a. in Bezug auf elektromagnetische Abschirmung (EMV), Lagerfähigkeit, Temperaturschwankungen und Korrosionsbeständigkeit. Rauchwarnmelder mit „Q“-Zeichen eignen sich deshalb besonders für den Langzeiteinsatz. Die Zertifizierung erfolgt durch ein unabhängiges Prüfinstitut.

Tipp: Bilden Sie sich bei der TÜV SÜD Akademie weiter und erhalten Sie das Zertifikat "Fachkraft für Rauchwarnmelder nach DIN 14676 und für Kohlenmonoxidwarnmelder in Wohnräumen".

Quelle: Auszug aus dem Artikel „Bauprodukt Rauchwarnmelder“ von Thorsten Teichert, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 4.2020


Oktober 2020 | DIN EN 12259-14 (07-2020): Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen – Bauteile für Sprinkler- und Sprühwasseranlagen – Teil 14: Sprinkler für die Anwendung im Wohnbereich 

In dieser Norm sind Anforderungen an die Konstruktion und die Leistungsfähigkeit von Wohnraumsprinklern für die ausschließliche Verwendung in automatischen Sprinkleranlagen für den Wohn- und Hausgebrauch festgelegt. Des Weiteren sind die Prüfverfahren zur Bauartzulassung enthalten. Wohnraumsprinkler nach diesem Dokument öffnen, wenn sich bei Erwärmung der Zustand eines Elements ändert oder ein Glasfass zerspringt. Die Norm deckt weder repräsentative Brand- und andere Prüfungen für spezielle Sprinkler für besondere Brandgefahren ab, noch Brand- und andere Prüfungen für Sprinkler für handelsübliche und industrielle Sprinkleranlagen nach EN 12845. Deren Prüfanforderungen sind durch EN 12259-1 abgedeckt. Erarbeitet wurde diese Norm vom Technischen Komitee CEN/TC 191 "Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen", dessen Sekretariat von BSI (Vereinigtes Königreich) gehalten wird. Das zuständige deutsche Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NA 031-03-03 AA "Wasserlöschanlagen und Bauteile - SpA zu CEN/TC 191/WG 5 und WG 10" im DIN-Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW).


Oktober 2020 | Checkliste: Übersicht Rettungszeichen gemäß DIN EN ISO 7010 

Download Checkliste: Übersicht Rettungszeichen gemäß DIN EN ISO 7010

Quelle: Auszug aus Fachbuch „Brandschutz kompakt“ 2019/20, S. 144-145


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September 2020

September 2020 | Novelle der Bayerischen Bauordnung soll das Bauen vereinfachen

Mit der Neufassung der Bayerischen Bauordnung soll das Bauen im Freistaat in Zukunft leichter und schneller gehen. Der Ministerrat hat die Novelle am 23. Juni 2020 beschlossen, nun ist der Landtag am Zug.

Einer der Hauptpunkte der Novelle ist die sogenannte Genehmigungsfiktion. Damit sollen Bauvorhaben im Bereich des Wohnungsbaus deutlich schneller genehmigt werden können. Bayerns Bauministerin Kerstin Schreyer erklärt: "Wir machen es Bauherren so leicht wie möglich. Für die meisten geplanten Wohngebäude gilt künftig: Wenn sich die Baugenehmigungsbehörde drei Monate nach dem Einreichen des Bauantrags nicht meldet oder anders entscheidet, gilt der Antrag automatisch als genehmigt. Wir denken beim Bauen vom Menschen her und beschleunigen die Verfahren deswegen massiv."

Mit der Novelle der Bayerischen Bauordnung wird auch das Abstandsflächenrecht deutlich vereinfacht. Die Abstandsflächen werden auf 40 Prozent der Wandhöhe reduziert, in Gewerbe- und Industriegebieten sogar noch weiter. "Damit fahren wir den Flächenverbrauch stark zurück. Mir ist aber wichtig, dass das verträglich ist. Deshalb bleibt ein Mindestmaß von drei Metern. Gemeinden können wie bisher auch größere Abstandsflächen in einer Satzung festlegen", so Ministerin Schreyer.

Darüber hinaus wird das Bauen mit Holz erleichtert. Es kann künftig in allen Gebäudeklassen verwendet werden. Außerdem wird es für Bauherren günstiger. Die neue Bayerische Bauordnung sieht etwa vor, dass die Kommunen die Stellplatzpflicht flexibler regeln können, weil sie zum Beispiel alternative Mobilitätskonzepte berücksichtigen können. Für den Ausbau von Dachgeschossen ist künftig keine Genehmigung mehr nötig. Außerdem soll die Pflicht zum Einbau eines Aufzugs wegfallen, wenn der Aufwand dafür unverhältnismäßig groß wäre.

In der Bayerischen Bauordnung sind das Verfahrensrecht und die Sicherheitsanforderungen an bauliche Anlagen geregelt. Die Bauordnungsnovelle geht zurück auf den Wohnungsgipfel vom 11. September 2019. Sie berücksichtigt wesentliche Ergebnisse einer umfangreichen Abfrage unter den Verbänden des Wohnungsbaus, der Bauwirtschaft und der kommunalen Spitzenverbände sowie einer vom Bayerischen Landtag am 22. Oktober 2019 durchgeführten Expertenanhörung.

Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
www.stmb.bayern.de


September 2020 | VdS 2496 aktualisiert: Sichere Ansteuerung von Löschanlagen  

Elektrische Steuereinrichtungen für automatische Löschanlagen koordinieren und kontrollieren nicht nur das Löschen selbst, sondern oft auch Alarmierungseinrichtungen und Brandfallsteuerungen. Die Publikation für die sichere Planung und den Einbau der Ansteuerung von Feuerlöschanlagen (VdS 2496) wurden jetzt aktualisiert.

Die neuen VdS 2496 listen u.a. gerätespezifische Voraussetzungen für eine verlässliche Installation und bieten präzise Vorgaben für zuverlässige Kommunikation zwischen Brandmeldung und Löschanlage. Ein wichtiger Fokus liegt auf der 'Standard-Schnittstelle Löschen' sowie auf der Direktansteuerung von Alarmventilen in Sprinkler- und Sprühwasserlöschanlagen.

„Das komplette VdS-Wissen für die sichere Projektierung dieser Techniken komprimieren wir auf 41 Seiten“, erklärt Torsten Pfeiffer, VdS-Produktgruppenleiter für Brandmelde-/Alarmierungsanlagen und verantwortlich für die neue Richtlinien-Version. „Neu sind jetzt u.a. eine Funktionsmatrix zu delegierbaren Funktionen und die von unseren Partnern gewünschten Ergänzungen zum Thema `Feuerwehrbedienfeld und Löschanlage´. All das erweitert um Schemata sowie konkrete Vorgaben, was Errichter u.a. bei Gas-, Sprühwasser-, Schaum- und weiteren speziellen Löschanlagen beachten sollten.“

Die überarbeiteten Richtlinien VdS 2496, „Ansteuerung von Feuerlöschanlagen, Planung und Einbau“, sind im vds-shop.de erhältlich.


September 2020 | Merkblatt des bvfa zu Revisionseinrichtungen 

Die Fachgruppe "Ansteuerung" des bvfa Bundesverband Technischer Brandschutz e. V. hat ein neues Merkblatt erstellt, welches Informationen zu Funktionsprüfungen bei Gaslöschanlagen enthält.

Zur Wartung von Feuerlöschanlagen gehört nicht nur die Funktionsprüfung der Löschanlage selbst, sondern auch die Ansteuerung von Betriebsmitteln, um das ordnungsgemäße Zusammenspiel festzustellen und zu dokumentieren. Besonders dann, wenn Betriebsmittelansteuerungen zu Produktionsunterbrechungen (Maschinenabschaltungen) führen oder die Sicherheit der Einrichtungen gefährden (Klimaabschaltung in EDV Bereichen) werden die Prüfungen oftmals durch den Betreiber nicht zugelassen.

Um den Anforderungen aus Normen und Richtlinien jedoch entsprechen zu können, soll das bvfa Merkblatt Möglichkeiten zur technischen Umsetzung von Revisionseinrichtungen aufzeigen.

Aus dem Inhalt:
  • Anforderungen
  • Technische Ausführung des Revisionsschalters
  • Praktische Umsetzung bei den Wartungsarbeiten

Alle Merkblätter können kostenlos auf der Webseite des bvfa im Bereich Publikationen / Merkblätter, Positionspapiere, Informationen heruntergeladen werden.

Bundesverband Technischer Brandschutz e. V.
www.bvfa.de


September 2020 | DIN EN 12845 (05-2020): Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen – Automatische Sprinkleranlagen – Planung, Installation und Instandhaltung

Diese Europäische Norm legt Anforderungen fest und gibt Empfehlungen für die Planung, den Einbau und die Instandhaltung von ortsfesten Sprinkleranlagen in Gebäuden und Industrieanlagen. Sie legt Anforderungen an besondere Sprinkleranlagen fest, die für Maßnahmen zum Schutz des menschlichen Lebens wesentlich sind. Diese Europäische Norm umfasst die Klassifizierung von Gefahren, die Art der Wasserversorgungen, die zu verwendenden Bauteile, den Einbau und die Prüfung der Anlage, die Instandhaltung und Erweiterung bestehender Anlagen. Sie weist Konstruktionsdetails von Gebäuden aus, die für das ordnungsgemäße Funktionieren von Sprinkleranlagen nach dieser Europäischen Norm erforderlich sind. Diese Europäische Norm gilt nicht für Wasserversorgungen für andere als Sprinkleranlagen. Ihre Anforderungen können als Leitfaden für andere ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen verwendet werden, wobei vorausgesetzt wird, dass für andere Löschmittel besondere Anforderungen zu berücksichtigen sind. Diese Europäische Norm richtet sich an alle, die mit der Beschaffung, der Planung, dem Einbau, der Prüfung, der Überprüfung, die Anerkennung, dem Betreiben und der Instandhaltung von automatischen Sprinkleranlagen befasst sind, um sicherzustellen, dass diese Einrichtungen wie vorgesehen während ihrer gesamten Lebensdauer ordnungsgemäß arbeiten. Das Dokument wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 191 "Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen" erarbeitet, dessen Sekretariat von BSI gehalten wird. Das zuständige deutsche Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NA 031-03-03 AA "Wasserlöschanlagen und Bauteile - SpA zu CEN/TC 191/WG 5 und WG 10" im DIN-Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW). 


September 2020 | Checkliste: Abschottungen von Leitungen – Anforderungen nach MBO (2002/2016) 

Download Checkliste: Abschottungen von Leitungen - Anforderungen nach MBO

Quelle: Auszug aus Fachbuch „Brandschutz kompakt“ 2019/20, S. 189-190


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August 2020

August 2020 | Wirksamkeit von Sprachalarmanlagen (SAA)

Sprachalarmanlagen dienen im Fall einer Brandalarmierung zur Übertragung von Anweisungen an Besucher und Bedienstete. Die Wirksamkeit ist eng verknüpft mit der Sprachverständlichkeit der SAA. Die Sprachverständlichkeit ist ein wichtiges Planungskriterium und wird spätestens zur Inbetriebsetzung messtechnisch erfasst. Dieses Planungsziel zu erreichen muss nicht grundsätzlich eine technische und wirtschaftliche Herausforderung darstellen.

Sprachalarmanlagen werden zumeist dort ausgeführt, wo eine entsprechende Verordnung unter bestimmten Randbedingungen dies erfordert oder auch die Risikoanalyse zur brandschutztechnischen Gesamtbetrachtung eine Notwendigkeit zum Einsatz einer Sprachalarmanlage ergibt. So sind Sprachalarmanlagen oft in Versammlungsstätten, Verkaufsstätten, Schulgebäuden, Hotels, Flughäfen, Bahnhöfen und Verwaltungsgebäuden vorzufinden. Die bei Sprachalarmanlagen zur Übertragung eingesetzten Lautsprecher müssen gemäß DIN VDE 0833-4 Festlegungen für Anlagen zur Sprachalarmierung im Brandfall nach DIN EN 54-24 zertifiziert sein.

Für die meisten Beschallungsaufgaben stellt diese Voraussetzung keine Einschränkung mehr dar, weil für annähernd jede typische Raumsituation die dazu passenden Lautsprecher von den Herstellern zertifiziert wurden. Dies suggeriert also schon, dass es nicht einen Standardlautsprecher gibt, um sämtliche Beschallungsaufgaben zu lösen, sondern eine auf verschiedene Randbedingungen zugeschnittene Beschallungslösung geplant und später ausgeführt werden muss. Diese verschiedenen Randbedingungen werden vorwiegend durch die Dimension der zu beschallenden Räume, durch die im jeweiligen Raum vorherrschenden akustischen Bedingungen, durch die zu erwartenden Störgeräusche und durch die geometrischen und strukturellen Gegebenheiten im jeweiligen Raum definiert.

An dieser Stelle mögen die architektonischen Anforderungen ebenfalls unter den Randbedingungen der geometrischen und strukturellen Gegebenheiten einsortiert werden. Praktisch betrachtet heißt dies also, dass die Lautsprecher oftmals nicht an die eigentlich akustisch optimalen Positionen gebracht werden können, da diese unter Umständen architektonisch nicht akzeptabel sind oder die statischen Bedingungen eine Montage von Lautsprechern nicht ermöglichen. Gemeinsam mit den raumakustischen Randbedingungen, die als Nachhallzeit definiert werden können, und den zu erwartenden Störgeräuschen ergibt sich sodann die eigentliche Aufgabenstellung.

Dabei ist es also erforderlich, planerisch festzulegen, welche Lautsprecher mit welchem Funktionsprinzip und welcher Wirkungsweise wo positioniert und ausgerichtet werden. Auch die elektroakustische Ansteuerung und die Einspeisung mit mehreren Stromkreisen (z.B. bei der Forderung der Sicherheitsstufe II) sind dabei zu berücksichtigen. In der DIN 14675 Brandmeldeanlagen – Teil 1: Aufbau und Betrieb ist in der Phase der Planung die Festlegung des Wirkungsumfangs auf der Basis identifizierbarer Risiken und bekannter Randbedingungen vorzunehmen. Ebenso ist definiert, dass die planerischen Anforderungen nach DIN VDE 0833-4 erfüllt werden müssen. Demnach ist die Planung der SAA mit besonderem Fokus auf deren Wirksamkeit unter Berücksichtigung aller Randbedingungen vom zertifizierten Fachplaner aufzustellen.

Tipp: Bilden Sie sich bei der TÜV SÜD Akademie weiter und erhalten Sie das Zertifikat "Verantwortliche Person für Sprachalarmanlagen nach DIN 14675 und nach DIN EN 16763".

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Wirksamkeit von Sprachalarmanlagen (SAA)“ von Dipl.-Ing. Andreas Simon, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 3.2020.


August 2020 | Brandschutz für stationäre Lithium-Ionen-Batterien  

Lithium-Ionen-Batterien bieten eine hohe Energiedichte auf kleinem Raum und kommen in immer mehr Gebäuden zum Einsatz. Aus guten Gründen arbeiten sie deshalb in stationären elektrischen Energiespeichern, wie sie im Zuge der Energiewende in immer mehr Gebäuden und Infrastrukturen zum Einsatz kommen. Doch bringen diese positiven Eigenschaften auch charakteristische Brandrisiken mit sich. Ein vom VdS anerkanntes anwendungsspezifisches Schutzkonzept für stationäre Lithium-Ionen-Batterie-Energiespeichersysteme ist eine Möglichkeit, die Herausforderung zu begrenzen.

Brandschutz Lithium-Ionen Batterien

Jede Lithium-Ionen-Batteriezelle besteht aus zwei Elektroden, der negativen Anode und der positiven Kathode. Sie sind durch einen Separator getrennt. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist das ionenleitende Elektrolyt. Allerdings birgt dieses erfolgreiche und i.d.R. auch sichere Funktionsprinzip einige bauartbedingte Risiken. So erzeugen die Batteriezellen eine große Menge chemischer Energie auf kleinem Raum und haben einen geringen Abstand zwischen den Elektroden (Separatorschicht typisch ≈ 30 μm). Gleichzeitig sind die eingesetzten Elektrolyten typischerweise brennbar bzw. leicht entzündlich. Ein Batteriemanagementsystem (BMS) übernimmt deshalb neben der Steuerung sowie Überwachung des Ladezustands auf Zellen- und Systemebene auch das Temperaturmanagement beim Laden und Entladen. So soll sichergestellt werden, dass die Zelle im definierten sicheren Betriebsbereich gehalten wird.

Thermal Runaway als Gefahrenszenario
Wird der sichere Temperaturbereich überschritten, kann es zu einem sog. Thermal Runaway kommen, was im deutschen Sprachbereich auch als thermisches Durchgehen bezeichnet wird. Bei einem Runaway wird in der Batterie gespeicherte Energie schlagartig freigesetzt, und die Temperatur steigt innerhalb von Millisekunden auf mehrere 100 °C an. Das Elektrolyt entzündet sich bzw. das Elektrolytgas explodiert. Im Zuge der Entwicklung eines Thermal Runaway verdampft das Elektrolyt mit ansteigender Temperatur sukzessive. Dadurch baut sich der Innendruck in der Zelle immer weiter auf, bis der Elektrolytdampf entweder über ein Überdruckventil oder durch das Bersten der Hülle freigesetzt wird. Ohne Gegenmaßnahmen kann dabei ein explosives Gas-Luft-Gemisch entstehen. Eine Zündquelle reicht dann aus, um eine explosionsartige Verbrennung herbeizuführen. Zudem kann sich ein Thermal Runaway in einem Batteriesystem von Zelle zu Zelle ausbreiten und so zu einem Großbrand führen.

Eine Thermal-Runaway-Ausbreitung vermeiden
Wie Versuche im Brandlabor an Lithium-Ionen-Batterien unterschiedlichster Zellchemien gezeigt haben, kündigt sich ein Thermal Runaway schon vor dem eigentlichen thermischen Durchgehen an. Ein zuverlässiger Indikator ist das ausgasende Elektrolyt. Sobald also ein Elektrolytgas auftritt, ist mit einem Thermal Runaway zu rechnen. Es bleibt dann aber noch genügend Zeit, um automatisch geeignete Gegen- bzw. Löschmaßnahmen auszulösen. Das heißt zum einen: Löschmittel in ausreichender Konzentration in den Batterieraum einzubringen, bevor der Separator der ersten Batteriezelle ausfällt, zum anderen über das Batteriemanagementsystem die Abschaltungen vorzunehmen, die die Entwicklung eines Runaways durch Überladung oder Überlast möglicherweise noch stoppen können. Die schnelle Flutung des Batterieraums mit dem Löschmittel verhindert, dass große Mengen an explosivem Elektrolyt-Sauerstoff-Gemisch entstehen und dass die Ausprägung eines ersten Thermal Runaway verringert sowie das Übergreifen auf benachbarte Batteriezellen gehemmt wird. Sekundärbrände und – durch eine langanhaltende Inertisierung – auch Rückzündungen sind ausgeschlossen.

Fazit
Lithium-Ionen-Batterien bergen charakteristische Brandrisiken. Ein anwendungsspezifisches Schutzkonzept kombiniert frühestmögliche Branderkennung mit leistungsfähigen Ansaugrauchmeldern und Inertgaslöschanlagen.
Eine sehr frühe Flutung mit dem Löschmittel verhindert die Bildung großer Mengen explosiver Elektrolyt-Sauerstoff-Gemische, reduziert die Ausprägung eines ersten Thermal Runaway, hemmt das Übergreifen solcher Runaways auf andere Batterien und vermeidet Sekundärbrände sowie Rückzündungen. Mithilfe eines solchen Schutzkonzepts, sind stationäre Lithium-Ionen-Batteriespeichersysteme ein beherrschbares Risiko.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Brandschutz für stationäre Lithium-Ionen-Batterien“ von Dipl.-Ing. Gerd Hülsen, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 3.2020.


August 2020 | Risikoeinstufung bei der Berufshaftplicht im Brandschutz 

Wenn die Frage nach dem Haftungsrisiko für Architekten, Ingenieure, Fachplaner, Gutachter und (Prüf-)Sachverständige aufkommt, wird immer Bezug auf die einschlägigen Rechtsgrundlagen genommen:
  • Werkvertragsrecht nach § 631 ff BGB für die Architekten- und Ingenieurverträge,
  • VOB/B Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen,
  • HOAI Honorarordnung für Architekten und Ingenieure und
  • die jeweiligen Landesbauordnungen.

An der Vielzahl der Beteiligten und Rechtsgrundlagen ist schon erkennbar, dass Haftungsfragen beim Brandschutz komplex sein können und nicht immer von allen Beteiligten im Vorhinein sicher abschätzbar sind. Wer schuldet also wem eine mangelfreie Leistung auf der Basis welcher Rechtsgrundlagen, und welche Haftung lässt sich daraus für die Beteiligten ableiten? Die planenden Architekten/ Ingenieure müssen sich bewusst sein, dass die rechtliche Grundlage ihres Handelns und der daraus resultierenden Pflichten und Verantwortlichkeiten i.d.R. ein Werkvertrag gemäß § 631 BGB ist.

Dieser ist im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass der Auftragnehmer anstatt seiner bloßen Tätigkeit den Erfolg schuldet. Mit anderen Worten: Derjenige, der einen Werkvertrag schließt, muss sich über das Risiko der damit verbundenen Erfolgsschuld im Klaren und der konkreten Auswirkungen bewusst sein.

Berufshaftpflicht Brandschutz

Die Berufshaftpflichtversicherung

Jeder Architekt, Ingenieur, Gutachter oder Sachverständige haftet für etwaige Schäden Dritter, die aus seinem Tun und/oder Unterlassen resultieren, persönlich und unbegrenzt. Somit kann es durchaus zu existenzbedrohenden Schadenersatzansprüchen kommen. Eine Versicherung, die vor den Folgen einer fehlerhaften Leistung schützt, kann daher sinnvoll sein und ist zum Teil gesetzlich vorgeschrieben (s.u.). Zusätzlich schützt eine in dieser Versicherung enthaltene „passive Rechtsschutzfunktion“ vor unberechtigten Schadenersatzansprüchen.

Denn der Versicherer prüft grundsätzlich zunächst die Haftung und fungiert somit quasi als ausgelagerte Rechtsabteilung. Die deutsche Versicherungswirtschaft klassifiziert bei der Berufshaftpflichtversicherung für Architekten, Bauingenieure, Beratende Ingenieure, Gutachter und Sachverständige verschiedene Risikogruppen. Diese Klassifizierung dient der Beitragsfindung und der Beitragsgerechtigkeit. Je höher die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines potenziellen Haftungsrisikos und je höher die daraus resultierenden Schadenersatzansprüche sind, desto höher fällt der Beitrag für die Berufshaftpflichtversicherung aus. Architekten, Generalplaner sowie Bauingenieure, die bauvorlageberechtigt sind, werden aufgrund der ihnen zuzuordnenden gesamtschuldnerischen Haftung in die höchste Risikogruppe eingestuft. Daher sehen die Landesbauordnungen auch eine Pflicht zum Abschluss und Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung für die bauvorlageberechtigten Personen vor. Ihnen folgen die Baugrundgutachter/Geologen, die Ingenieure im Maschinen- und Anlagenbau sowie die Umweltingenieure. Die dritte Risikogruppe ist die umfangreichste. In ihr finden sich alle sonstigen Beratenden Ingenieure wieder, also z.B. Statiker/Tragwerksplaner, Ingenieure für die technische Gebäudeausrüstung, Straßen- und Tiefbauplaner, Ingenieure im Brückenbau, Vermessungsingenieure und auch Ingenieure und Sachverständige für den vorbeugenden Brandschutz. Die vierte Gruppe mit dem niedrigsten Risiko sind die Bausachverständigen, Gutachter für Bauschäden sowie alle hoheitlich tätigen Prüfsachverständigen und Prüfingenieure. Brandschutzplaner, -gutachter und -sachverständige werden oftmals im Haftungsrisiko, aber auch in der Höhe der möglichen Schadenersatzansprüche mit vielen Berufskollegen gleich- gestellt – oder auch negativ gesagt: in einen Topf geworfen. Bei näherer Betrachtung wird dabei jedoch nicht berücksichtigt, dass diese Gruppen zwar planerisch und bauleitend tätig sind, aber auch viele Leistungen erbringen, die eindeutig dem Bereich der Gutachter und Sachverständigen zuzuordnen sind.

Genau da setzen differenzierte Versicherungslösungen mit einer Einstufung für die Architekten, Ingenieure, Gutachter und Sachverständigen für den vorbeugenden Brandschutz an, die dem tatsächlichen Haftungsrisiko dieser Gruppe gerecht werden.
Die Beitragsberechnung der Berufshaftpflichtversicherung orientiert sich grundsätzlich am Jahreshonorarumsatz. Dabei wird der Beitragssatz je 1.000 Euro Umsatz durch die folgenden Größen beeinflusst:
  • die Höhe der Deckungssummen für Personen-, Sach- und Vermögensschäden bis zu der der Versicherer je Schadenfall maximal Schadenersatz leistet,
  • die Höhe der vertraglichen Selbstbeteiligung, die der Versicherungsnehmer je Schadenfall trägt, und
  • die Vertragsdauer.

Dieses Sonderkonzept berücksichtigt zusätzlich, wie hoch die Anteile der Jahresleistungen im Bereich „Hohes Risiko“ und „Niedriges Risiko“ sind. Je mehr Umsatz durch Leistungen aus dem Bereich „Niedriges Risiko“ erzielt wird, desto höher werden die Nachlässe, die gewährt werden.

Bis zu 30 % zusätzlicher Rabatt auf den Beitragssatz können so erzielt werden. Positiv ist, dass der Risikobeitrag grundsätzlich nicht teurer, sondern ausschließlich günstiger werden kann. Es werden also keine Risikozuschläge erhoben, wenn ein Brandschutzplaner ausschließlich Leistungen aus dem Bereich „Hohes Risiko“ erbringt.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Risikoeinstufung bei der Berufshaftpflicht im Brandschutz“ von Matthias Wendt, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 3.2020.


August 2020 | DIN EN 1363-1 (05-2020): Feuerwiderstandsprüfungen Teil 1 – Allgemeine Anforderungen

Diese Europäische Norm stellt allgemeine Grundsätze für die Bestimmung der Feuerwiderstandsdauer von verschiedenartigen Bauteilen auf, die unter genormten Bedingungen dem Feuer ausgesetzt werden. Alternative und ergänzende Verfahren zur Erfüllung besonderer Anforderungen sind in EN 1363-2 angegeben. Alle Europäischen Normen zur Feuerwiderstandsprüfung folgen dem Prinzip, dass Aspekte und Durchführungen, die für alle spezifischen Prüfverfahren gemeinsam gelten, zum Beispiel die Temperaturzeitkurve, in diesem Prüfverfahren festgelegt sind. Gilt für viele spezifische Prüfverfahren ein gemeinsames Prinzip während jedoch die Details in Abhängigkeit vom zu prüfenden Bauteil variieren, (zum Beispiel die Messung der Temperatur auf der unbeflammten Seite), dann ist dieses Prinzip in der vorliegenden Norm enthalten, die Details sind jedoch im spezifischen Prüfverfahren angegeben. Sind bei einem bestimmten spezifischen Prüfverfahren bestimmte Aspekte der Prüfung für dieses Prüfverfahren einmalig, zum Beispiel die Prüfung der Leckrate bei Brandschutzklappen, dann sind im vorliegenden Dokument keine Details enthalten. Dieses Dokument wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 127 "Baulicher Brandschutz" erarbeitet, dessen Sekretariat vom BSI (Vereinigtes Königreich) gehalten wird. Im DIN-Normenausschuss Bauwesen (NABau) war hierfür der Arbeitsausschuss NA 005-52-02 AA "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Bauteile" zuständig. 


August 2020 | Checkliste: Bauprodukte/Bausätze und Bauarten gemäß MBO (2002/2016)

Download Checkliste: Bauprodukte/Bausätze und Bauarten gemäß MBO (2002/2016) 

Quelle: Auszug aus Fachbuch „Brandschutz kompakt“ 2020/21, S. 170-171


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Juli 2020

Juli 2020 | Aufgaben des Brandschutzbeauftragten im betrieblichen Brandschutz

Was gehört zu den Aufgaben des Brandschutzbeauftragten und wie kann dieser den Arbeitgeber in dessen Verantwortung unterstützen und entlasten?

Der betriebliche Brandschutz umfasst alle Brandschutzmaßnahmen, die ein Betrieb oder Unternehmen in Bezug auf sein Grundstück und Betriebsgebäude trifft. Verantwortlich ist der Arbeitgeber oder Unternehmer, der Betriebsleiter oder der Behördenleiter.
Zur Minimierung von Brandrisiken müssen bauliche, technische und organisatorische Brandschutzmaßnahmen ausgewählt und aufeinander abgestimmt werden. Dies sind z. B. verfahrenstechnische Sicherheitsmaßnahmen, die Beschaffung, Wartung und Kontrolle baulicher und anlagentechnischer Brandschutzeinrichtungen, die Unterweisung von Beschäftigten im Brandschutz oder gar die Aufstellung betrieblicher Brandschutzkräfte (Räumungshelfer, Brandschutzhelfer). Die Gliederung des Brandschutzes richtet sich nach der Art der getroffenen Maßnahmen:
  • Baulicher Brandschutz: Der bauliche Brandschutz beinhaltet bautechnische Maßnahmen zum Schutz vor Bränden und deren Auswirkungen bzw. zur Rettung im Brandfall, wie z. B. Brandwände, Brandschutztüren, Rauchabzüge und Fluchtwege.
  • Anlagentechnischer Brandschutz: Der anlagentechnische Brandschutz beinhaltet technische Maßnahmen zur Brandvermeidung, -erkennung oder -bekämpfung, wie z. B. Absaugeinrichtungen, Brandmeldeanlagen, Löschanlagen und -geräte.
  • Organisatorischer Brandschutz: Der organisatorische Brandschutz beinhaltet alle administrativen und organisatorischen Maßnahmen zur Verhinderung von Bränden und zur Brandbekämpfung und Rettung im Brandfall, wie z. B. Notfallpläne, Ausbildung der Mitarbeiter, Ablauf- und Verantwortungsstrukturen.

Der Brandschutzbeauftragte ist ein wesentlicher Unterstützer des Unternehmers bei dessen Erfüllung der Vorgaben im betrieblichen Brandschutz. Diese Unterstützung ist in der vfdb-Richtlinie 12-09/01:2014-11 näher beschrieben.
Unter die Aufgaben des Brandschutzbeauftragten fallen unter anderem folgende Beratungs- und Unterstützungstätigkeiten:
  • Erstellen/Fortschreiben der Brandschutzordnung (Teile A, B, C)
  • Mitwirken bei Beurteilungen der Brandgefährdung an Arbeitsplätzen
  • Beraten bei feuergefährlichen Arbeitsverfahren und beim Einsatz brennbarer Arbeitsstoffe
  • Mitwirken bei der Ausarbeitung von Betriebsanweisungen, soweit sie den Brandschutz betreffen
  • Mitwirken bei der Umsetzung des Brandschutzkonzeptes
  • Planen, Organisieren und Durchführen von Räumungsübungen
  • Teilnehmen an behördlichen Brandschauen und Durchführen von internen Brandschutzbegehungen
  • Kontrollieren der Sicherheitskennzeichnungen für Brandschutzeinrichtungen und für die Flucht- und Rettungswege
  • Überwachen der Benutzbarkeit von Flucht- und Rettungswegen
  • Organisation der Prüfung und Wartung von brandschutztechnischen Einrichtungen
  • Dokumentieren aller Tätigkeiten im Brandschutz
Brandschutzbeauftragte: Aufgaben und Pflichten

Tipp: Zur weiteren Vertiefung des Themas, empfehlen wir Ihnen unsere Seminare Brandschutzbeauftragter gemäß vfdb-Richtlinie 12/09-01.

Auszug aus „Betrieblicher Brandschutz Aktuell – Der Infoservice für organisatorischen Brandschutz und Arbeitssicherheit“, Ausgabe 01.2020, Beitrag von Dipl.-Ing. Uwe Wiemann, herausgegeben von FeuerTrutz Network.


Juli 2020 | Einsatz von Löschdecken nach DIN EN 1869 

Löschdecken können in gewissen Situationen bei der Bekämpfung von Entstehungsbränden unterstützen. Dieser Beitrag gibt einen kurzen Überblick über die Inhalte, die in der neuen Norm benannt sind.
Im Oktober 2019 ist die überarbeitete DIN EN 1869 „Löschdecken“ erschienen. Diese ersetzt die DIN EN 1869:2001-01. Dabei wurden umfangreiche Änderungen und Ergänzungen der Norm vorgenommen, um den Einsatz von Löschdecken besser zu spezifizieren. Zudem wurden die Prüfungsbedingungen zur Zulassung von Löschdecken überarbeitet und ergänzt.

Inhalte der DIN EN 1869
In der DIN werden Anforderungen an Löschdecken und deren Aufbewahrung festgelegt. Löschdecken helfen bei der Bekämpfung kleiner Brände in der Entstehungsphase. Zwar ist es möglich, dass sie bei längerem Kontakt mit Flammen ebenfalls brennen, doch in der Entstehungsphase von Bränden erfüllen sie dennoch ihren Zweck. Die Löschdecke erstickt kleine Brände und begrenzt das Risiko, dass die Verwender einen elektrischen Schlag erleiden, wenn Brände von elektrischen Geräten bekämpft werden. Die Norm schränkt den Anwendungsbereich ein, indem nur Löschdecken betrachtet werden, die einmalig durch einzelne Personen verwendbar sind.

Die DIN stellt Anforderungen an
  • Ausführung (Beschaffenheit, Handhaltevorrichtungen, Größe, Gewicht und Aufbewahrung),
  • Brandverhalten,
  • Kennzeichnung sowie
  • den Mindestinhalt des Prüfberichtes für jede geprüfte Löschdecke.

Im Anhang der DIN werden
  • die Prüfbedingungen,
  • die Prüfung des elektrischen Widerstands,
  • die Prüfung des Brandverhaltens bei Speiseölbrand und
  • die Prüfung des Brandverhaltens bei Heptan-Brand vorgegeben.

Auszug aus „Betrieblicher Brandschutz Aktuell – Der Infoservice für organisatorischen Brandschutz und Arbeitssicherheit“, Ausgabe 01.2020, Beitrag von Dipl.-Ing. Uwe Wiemann, herausgegeben von FeuerTrutz Network.


Juli 2020 | Reaktive Brandschutzbeschichtungen und Brandschutzsysteme

Unter reaktiven Brandschutzbeschichtungen werden Beschichtungen verstanden, die bei Temperatureinwirkung reagieren und dann eine schaumartige Schutzschicht bilden. Je nach Schichtdicke und Untergrund können so unterschiedliche Feuerwiderstandsdauern realisiert werden.
Da die Produkte, z.B. auf Stahl, mit einer Grundierung und einem Decklack kombiniert werden, spricht man auch von "reaktiven Brandschutzsystemen", da die brandschutztechnische Schutzwirkung nur in dem System nachgewiesen wurde.
Die Systeme unterscheiden sich hinsichtlich der Anwendung im Innen- und Außenbereich, da diese Systeme auf Feuchtigkeit im Endanwendungszustand sensibel reagieren können. Die bekannten Systeme sind auf Lösemittel- oder Wasserbasis hergestellt. Sie können im Streich-, Roll- oder Airless-Spritzverfahren aufgebracht werden.
Vorteile der Beschichtungen sind, dass sie relativ dünn aufgetragen werden und so auch das gestalterische Element der Bauteile hervortreten lassen können. So kann Brandschutz und Gestaltung sehr gut in Einklang gebracht werden. Sie stellen allerdings auch eine in brandschutztechnischer Hinsicht sehr anspruchsvolle Aufgabe dar, sodass die Arbeiten nur von Hersteller speziell geschulten Fachfirmen vorgenommen werden dürfen.

Anwendung auf Stahlbauteilen
Stahl verliert bei ca. 500 °C seine Tragfähigkeit. Bei einer geringeren statischen Ausnutzung steigt diese kritische Temperatur an, d.h. es sind auch höhere Temperaturen am Stahlbauteil zulässig. Im Allgemeinen liegen den deutschen Nachweisen jedoch die 500 °C zugrunde.
Zur Anwendung von reaktiven Brandschutzsystemen auf Stahlbauteilen stehen zwei Nachweismöglichkeiten zur Verfügung. Zum einen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung in Kombination mit einer allgemeinen Bauartgenehmigung (aBG) und alternativ eine Europäisch Technische Bewertung (ETA) in Verbindung mit einer aBG.
Die erreichte Feuerwiderstandsdauer hängt von dem vorhandenen Stahlprofil und der daraus für die Feuerwiderstandsdauer erforderlichen Schichtdicke ab. Bei ein und derselben Feuerwiderstandsdauer variiert die Schichtdicke.
Zur Bestimmung der erforderlichen Schichtdicke ist die Berechnung des U/A-Wertes erforderlich. Dieser Wert kennzeichnet das Verhältnis von Umfang zur Querschnittsfläche des Stahlbauteils. Dabei sind die beflammten Umfangflächen zu betrachten. Wenn z.B. auf einem Stahlträger eine Betonplatte aufliegt, werden nur die frei sichtbaren Flächen berücksichtigt. In DIN 4102-4 sind Berechnungsformeln sowie vereinfachte Ansätze zur Berechnung vorhanden. Es gilt, dass geringe U/A-Werte ein massiges, schweres Bauteil darstellen, während hohe U/A-Werte filigrane und leichte Querschnitte abbilden. Mit steigendem U/A-Wert verringert sich die eigene Feuerwiderstandsfähigkeit des Bauteils, sodass die Brandschutzmaßnahme einen höheren Anteil übernehmen muss. Bei den reaktiven Systemen äußert sich dieses durch größer werdende Schichtdicken der reaktiven Komponente.

Reaktive Brandschutzbeschichtung Stahlbauteile

Reaktive Brandschutzsysteme auf anderen Untergründen
Es gibt reaktive Brandschutzsysteme, die auch auf anderen Untergründen als Stahl angewendet werden dürfen. Hierbei handelt es sich z.B. um reaktive Systeme auf Holz. Diese führen aber nicht zu einer Feuerwiderstandsdauer, sondern meist zu einer Verbesserung des Brandverhaltens des Baustoffs von normalentflammbar zu schwerentflammbar. Hierdurch können Hölzer, die mit einer Schutzschicht versehen sind, in Bereichen verwendet werden, in denen "schwerentflammbare" Oberflächen vorgeschrieben sind.
Für Beton gibt es Ansätze zur Verbesserung der Feuerwiderstandsdauer. Allerdings ist hier zu berücksichtigen, dass beim Beton bei ca. 100 °C das enthaltene Wasser ausgetrieben wird, was der Wirkungsweise eines reaktiven Systems entgegensteht. Diese Systeme benötigen höhere Temperaturen, um die Schutzwirkung entfalten zu können. Für Aluminiumtragwerke starten auf europäischer Ebene gerade die Vorbereitungen für ein Normungsprojekt, um den Feuerwiderstand mit einer reaktiven Beschichtung zu erhöhen.

Zusammenfassung
Reaktive Brandschutzsysteme für tragende Bauteile stellen eine Möglichkeit dar, bei filigranen Konstruktionen die bauordnungsrechtlichen Schutzziele sicherzustellen. Die Anwendung ist komplex, sodass hohe Anforderungen an die auf der Baustelle verarbeitenden Unternehmen gestellt werden.
Der Hauptanwendungsfall sind Stahlbauteile, da auf diesem Untergrund nennenswerte Steigerungen der Feuerwiderstandsfähigkeit erzielt werden können. Aber auch auf anderen Untergründen können brandschutztechnische Verbesserungen erzielt werden.
In Deutschland werden parallel Kombi-Bescheide mit Regelungen zum Produkt und zur Anwendung des Produktes auf rein deutscher Basis sowie reine allgemeine Bauartgenehmigungen für Produkte mit Regelungen nach einer ETA vorhanden sein.
Auszug aus „Reaktive Brandschutzbeschichtungen / Brandschutzsysteme“ in der Online-Reihe „Brandschutz Basics“, Beitrag von Thorsten Mittmann, veröffentlicht von FeuerTrutz Network.

Den kompletten Beitrag finden Sie hier.


Juli 2020 | DIN EN 54-3 (11-2019) Brandmeldeanlagen Teil 3 – Feueralarmeinrichtungen – Akustische Signalgeber

Diese Europäische Norm legt die Anforderungen, Prüfverfahren und Leistungskriterien für akustische Signalgeber, einschließlich Sprachsignalgeber, fest, die in einer ortsfesten Installation für die Abgabe einer akustischen Warnung von einer Brandmeldeanlage an die Personen im Gebäude vorgesehenen sind (siehe EN 54-1:2011). Diese Europäische Norm sieht die Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit (AVCP) von akustischen Signalgebern nach dieser EN vor. Diese Europäische Norm ist nicht dafür vorgesehen Folgendes abzudecken: a) Lautsprechereinrichtungen, die primär für die Aussendung von Alarmdurchsagen vorgesehen sind, die in externen Audioquellen erzeugt werden; b) Statustongeber, die zum Beispiel innerhalb von Brandmelderzentralen vorgesehen sind.


Juli 2020 | Checkliste: Fristen nach VOB/B nach Ausgabe 2016 - Teil 3

Download Checkliste: Fristen nach VOB/B nach Ausgabe 2016

Quelle: Auszug aus Fachbuch "Brandschutz kompakt" 2020/21, S. 166-168


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Juni 2020

Juni 2020 | Sichere Treppenräume in Gebäuden unterhalb der Hochhausgrenze mit Druckbelüftungsanlagen (VDMA Informationsblatt Nr. 10)

Grundsätzlich ist das Konzept „Zwei Rettungswege als Grundprinzip der Personenrettung“ gesetzlich vorgeschrieben. Es gibt jedoch auch Ausnahmen für Neu und Bestandsbauten, in denen kein zweiter Rettungsweg vorhanden ist. Dieser ist nicht erforderlich, wenn die Rettung über einen sicher erreichbaren Treppenraum möglich ist, in den Feuer und Rauch nicht eindringen können. Solche Treppenräume werden als Sicherheitstreppenräume bezeichnet und können außenliegend oder innenliegend ausgeführt werden.
Die Publikation beschreibt unterschiedliche Lösungsansätze für innenliegende Treppenräume unterhalb der Hochhausgrenze (nach Muster- Hochhaus- Richtlinie) in Neu­ und Bestandsbauten, wenn ausschließlich nur ein Rettungsweg gegeben ist. Dabei werden mögliche Erleichterungen für druckbelüftete Sicherheitstreppenräume unterhalb der Hochhausgrenze sowie mögliche Erleichterungen im Bestand beleuchtet. Zudem wird beschrieben, was in den Brandschutznachweis gehört und was bei Erstprüfung, Wiederholungsprüfung und Wartung zu beachten ist.

Link zum Informationsblatt


Juni 2020 | Aufbau eines Brandmelde- und Alarmierungskonzeptes

Nach DIN 14675-1 ist grundsätzlich der Auftraggeber einer Brandmeldeanlage (BMA) für die Erstellung des BMA-Konzeptes sowie für die Vollständigkeit und Genauigkeit der Dokumentation verantwortlich. Für diese Aufgaben kann er eine Fachfirma beauftragen. Die Konzeptersteller müssen „genügend theoretische und praktische Kenntnisse“ besitzen. Die Norm legt in der Phase Brandmelde- und Alarmierungskonzept fest, dass die Schutzziele für die Brandmeldeanlagen (BMA) bzw. Sprachalarmierungsanlagen (SAA) „unter Berücksichtigung behördlicher Auflagen, dem Brandrisiko, der Brandgefährdung, der Umweltbedingungen, der baulichen und betrieblichen Gegebenheiten, der Alarmorganisation und möglicher Störgrößen aus dem Brandschutzkonzept entnommen werden.“ In Kapitel 5 der Norm sind als Mindestanforderungen Schutzziele, Schutzumfang der Überwachung, Alarmierung und Alarmorganisation aufgeführt. Folgende Schutzziele müssen mindestens erreicht werden:

  • Entdeckung von Bränden in der Entstehungsphase;
  • schnelle Information und Alarmierung der betroffenen Menschen inklusive Anforderungen an die Barrierefreiheit;
  • automatische Ansteuerung von Brandschutz- und Betriebseinrichtungen, sofern vorhanden;
  • schnelle Alarmierung der Feuerwehr und/oder anderer hilfeleistender Stellen;
  • eindeutiges Lokalisieren des Gefahrenbereiches und dessen Anzeige.

Für die BMA sind unter anderem und je nach Objekt folgende Festlegungen zu berücksichtigen:
  • Sicherungsbereiche und Überwachungsumfang
  • Alarmierungsbereiche: Art und Umfang der Alarmierung
  • Steuerungen brandschutzrelevanter Systeme und Einrichtungen sowie von Betriebseinrichtungen
  • hilfeleistende Kräfte des Betreibers, Alarmpläne
  • Alarmierung der Feuerwehr
  • Feuerwehrpläne, Anfahrtsmöglichkeit von Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr
  • Gebäude- bzw. Raumnutzung sowie Angaben über Täuschungsgrößen
  • Feststellung gefährlicher und explosionsgefährdeter Bereiche

Die Alarmorganisation nach DIN 14675-1 muss unter anderem enthalten:
  • die Räumungsanweisungen bzw. die Art der Räumung im Brandfall
  • die Pflichten und Verantwortlichkeiten der Mitarbeiter
  • die Art und Weise, wie die Personen, die sich im Gebäude befinden, über den Brandfall informiert werden
  • die Erfordernisse und Maßnahmen zur Lokalisierung des Brandes
  • die Unterteilung des Sicherungsbereiches in Alarmierungsbereiche
  • Art der Alarmierung der Feuerwehr
  • Zugangsmöglichkeiten für die Feuerwehr
  • das Vorgehen bei Falschalarmen und Störungen
  • Änderungen der Alarmorganisation zwischen Tag und Nacht oder zwischen Arbeits- und Feiertagen

Die an BMA bzw. SAA zu stellenden Mindestanforderungen müssen durch Absprachen zwischen dem Auftraggeber bzw. seinem Beauftragten und den zuständigen Stellen eindeutig geklärt und festgelegt werden, z. B. Baubehörden, Brandschutzdienststelle und Versicherer.

TIPP: Werden auch Sie BMA-Experte mit unserem TÜV SÜD Seminar: "Verantwortliche Person für Brandmeldeanlagen nach DIN 14675 und DIN EN 16763"

Quelle: Auszug aus dem Brandschutz pocket „Brandmelde- und Alarmierungskonzept“, erschienen bei FeuerTrutz Network.


Juni 2020 | Auswirkungen der Corona-Krise auf den vorbeugenden Brandschutz

FeuerTrutz Network führte vor Ostern eine kurze Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Beteiligten im vorbeugenden Brandschutz durch. Rund 100 Experten aus dem Brandschutz haben teilgenommen, davon ca. 50% aus den Bereichen Planung und Prüfung, weitere ca. 50% verteilen sich auf Facherrichter, Behördenvertreter und Betreiber. Auf die Frage, wie sich die Corona-Krise auf die Auftragslage auswirkt, gaben 40 % der Befragten an, bisher keine Veränderung zu spüren (2% haben sogar mehr Aufträge). 26 % der Befragten haben nur einen geringen Rückgang. Bei insgesamt 32 % ist die Auftragslage rückläufig (20 %) bzw. stark rückläufig (12 %).

Kurzumfrage

Die Möglichkeiten von Hilfsmaßnahmen oder Kurzarbeit haben bisher nur vergleichsweise wenige in Anspruch nehmen müssen: Kurzarbeit gibt es bisher nur bei 11 % der Befragten.

Kurzumfrage

Die von der Regierung geschaffenen Hilfsmaßnahmen werden unterschiedlich beurteilt: 25 % gaben an, dass ihr Unternehmen diese Hilfen nicht benötigt. 18 % erklärten wiederum, dass die Hilfen gerade so (9 %) oder gar nicht ausreichten (9 %). Mehr als die Hälfte (56 %) konnte das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilen.

Kurzumfrage

Bei der Frage, wie schwerwiegend die Folgen der Corona-Krise in 2020 insgesamt für die Branche des vorbeugenden Brandschutzes sein werden, zeigt sich kein eindeutiges Meinungsbild. Knapp ein Drittel der Befragten (31 %) hält die Folgen für "schwerwiegend" oder gar "extrem schwerwiegend". Die Hälfte der Befragten erwartet mittelschwere Auswirkungen und 21 % befürchten keine schwerwiegenden Auswirkungen in diesem Jahr.

Kurzumfrage

Diese Umfrage gibt allerdings nur einen aktuellen Einblick: Die Auswirkungen der Corona-Krise können zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilt werden. Erst die nächsten Monate werden zeigen, wie die Auswirkungen für die Brandschutzbranche sich abzeichnen werden.

Bisher ist der vorbeugende Brandschutz jedoch insgesamt weniger betroffen als andere Branchen, die unmittelbar mit den Folgen zu kämpfen haben.


Juni 2020 | DIN 14675-2 (01-2020) Brandmeldeanlagen Teil 2 – Anforderungen an die Fachfirma

Dieses Dokument legt Anforderungen für den Nachweis der Verantwortlichkeit und Kompetenz für Fachfirmen zur Planung, Projektierung, Montage, Inbetriebnahme, Abnahme und Instandhaltung von Brandmelde- und Sprachalarmierungsanlagen fest. Dieses Dokument wurde vom Arbeitskreis NA 031-02-06 AA "Planung, Instandhaltung, Montage - SpA zu CEN/TC 72/WG 11" im DIN-Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW) erarbeitet.

Neben dem Anwendungsbereich und normativen Verweisen geht es um die verschiedenen Phasen des Aufbaus und Betriebs von Brandmeldeanlagen sowie den Nachweis der Fachkompetenz einer Firma und die Mindestqualifikation und Prüfungsinhalte für die verantwortliche Person.


Juni 2020 | Checkliste: Fristen nach VOB/B nach Ausgabe 2016 - Teil 2

Download Checkliste: Fristen nach VOB/B nach Ausgabe 2016

Quelle: Auszug aus Fachbuch "Brandschutz kompakt" 2020/21, S. 166-168


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Mai 2020

Mai 2020 | Rauchwarnmelder – Vor-Ort-Inspektion oder Ferninspektion?

Die Einführung der Ferninspektion und technische Neuerungen erhöhen die Anforderungen an die strukturierte Planung von Rauchwarnmeldern in Wohngebäuden. Gemäß DIN 14676-1 sind für eine Ferninspektion Melder der Bauweise B oder C erforderlich. Zusätzliche Funktionen wie eine Vernetzung oder eine barrierefreie Ausführung sind derzeit nur mit Rauchwarnmeldern der Bauweise A realisierbar.

Die im Dezember 2018 in Kraft getretene Norm DIN 14676-1 schafft die normativen Voraussetzungen, die gesetzlich geforderte „Sicherstellung der Betriebsbereitschaft“ über die Gerätelebensdauer von 10 Jahren vollständig aus der Ferne vorzunehmen. Damit wird das Betreten von Wohnungen zur Inspektion von Rauchwarnmeldern überflüssig. Mit Verfügbarkeit der Ferninspektion als zusätzlicher Installationsvariante steigt allerdings auch die Komplexität bei der Planung von Rauchwarnmeldern im Wohngebäude. Die DIN 14676-1 legt in Verbindung mit der DIN SPEC 91388 drei verschiedene Bauweisen für Rauchwarnmelder fest: Geräte der Bauweise A werden ausschließlich vor Ort von einer Fachkraft inspiziert, während Melder der Bauweisen B und C teilweise oder komplett ferninspizierbar sind. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die am Markt verfügbaren ferninspizierbaren Rauchwarnmelder ausschließlich für den Stand-alone-Einsatz eignen.

Rauchwarnmelder der Bauweise A hingegen erlauben zusätzliche Funktionen wie z.B. eine Vernetzung, sind aber für die Ferninspektion ungeeignet. Gleichzeitig gewinnen zusätzliche Funktionalitäten, die über die Mindestanforderungen der Landesbauordnungen (LBO) hinausgehen, immer mehr an Bedeutung. So bringt die wachsende Digitalisierung von Gebäuden zunehmend die Anbindung vernetzter Rauchwarnmelder an andere gebäude- und sicherheitstechnische Systeme mit sich. Auch für Anforderungen von Menschen mit besonderen Bedürfnissen müssen geeignete Lösungen sowohl für die Gefahrenwarnung nach dem Zwei-Sinne-Prinzip als auch für die barrierefreie Bedienung geplant werden. Bei der Ausstattung von Wohngebäuden mit Rauchwarnmeldern sind die Anforderungen von Bauherren, Betreibern und Bewohnern deshalb gleichermaßen frühzeitig und vorausschauend zu berücksichtigen.

Diese Vorgehensweise empfiehlt sich nicht nur für Neubauten, sondern auch beim Austausch von Rauchwarnmeldern nach zehnjähriger Betriebsdauer, der zurzeit in zahlreichen Bundesländern ansteht. Da die neuen Rauchwarnmelder wiederum für einen 10-Jahres-Zeitraum geplant werden, sollten kommende Marktentwicklungen ebenfalls berücksichtigt werden.

So erlauben Rauchwarnmelder der Bauweisen B und C, deren Datenübertragung mittels offener Standards erfolgt, einen gemeinsamen Betrieb mit fernauslesbaren Verbrauchszählern. Das kann z.B. im Hinblick auf die Umsetzung der novellierten EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED) interessant sein.

ABC Rauchwarnmelder

Mindestausstattung nach LBO Ausgangspunkt für die Planung von Rauchwarnmeldern in Wohngebäuden sind immer die gesetzlichen Anforderungen der jeweils geltenden LBO. Diese sehen als Mindestausstattung nach der Produktnorm DIN EN 14604 zugelassene Rauchwarnmelder in allen Schlafzimmern, Fluren und teilweise in Aufenthaltsräumen vor. I.d.R. werden die Melder als Stand-alone-Geräte mit 10-Jahres-Lithiumbatterien ausgeführt. Eine Funkvernetzung ist möglich, erfolgt dann aber auf freiwilliger Basis.

Tipp: Bilden Sie sich bei der TÜV SÜD Akademie weiter und erhalten Sie das Zertifikat "Fachkraft für Rauchwarnmelder nach DIN 14676 und für Kohlenmonoxidwarnmelder in Wohnräumen".

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Welcher Rauchwarnmelder ist der Richtige?“ von Philip Kennedy, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 2.2020


Mai 2020 | Ingenieurmethoden des Brandschutzes: Neuer Leitfaden des vfdb

Ziel des fast 500 Seiten starken vfdb-Leitfadens "Ingenieurmethoden des Brandschutzes" ist es, dazu beitragen, die bisher noch sehr uneinheitlichen Vorgehensweisen und Annahmen bei der Anwendung ingenieurmäßiger Nachweise im Rahmen von Brandschutzkonzepten zu harmonisieren. Des Weiteren sollen Fehlanwendungen, z.B. durch Verlassen des abgesicherten Anwendungsbereiches oder Verwenden unzutreffender Eingangsdaten, vermieden werden. Der Grundgedanke des Leitfadens ist, dass die Struktur dem realen Ablauf einer Projektbearbeitung bei der Anwendung ingenieurtechnischer Verfahren des Brandschutzes entspricht.

Der Leitfaden, der seit Ende März 2020 in der 4., überarbeiteten und ergänzten Auflage vorliegt, wurde vom vfdb-Referat 4 "Ingenieurmethoden des Brandschutzes" unter Vorsitz von Prof. Dr.-Ing. Jochen Zehfuß erarbeitet. Er hat von Beginn an einen pränormativen Charakter, was in der Vorbemerkung deutlich wird: Er dient nicht als Lehrbuch der Ingenieurmethoden und enthält in weiten Teilen auch keine konkreten Regelungen wie man sie von einer Norm erwarten würde. Vielmehr äußert sich der pränormative Charakter in einer erläuternden Darstellung von Verfahren und Berechnungsmethoden, Hintergrundinformationen und Anwendungsbeispielen. Die Vorgehensweise und Ausprägung ist dabei in den einzelnen Kapiteln unterschiedlich. So sind konkrete Regelungen und Nachweisgleichungen in solchen Bereichen vermehrt enthalten, für die bisher keine deutschen oder europäischen Normen vorliegen, wie im Bereich der Personenstromanalyse. In Bereichen, die bereits normativ geregelt sind, wie z.B. Brandschutznachweise der Eurocodes, werden verstärkt Hintergrundinformationen und Anwendungshilfen gegeben.

Neben der Beschreibung und Bewertung neu entwickelter Ansätze und Verfahren der Ingenieurmethoden liegt daher ein Schwerpunkt der Neufassung insbesondere auf der Standardisierung und der Verbesserung der Nachweisqualität durch geeignete Validierung und Dokumentationen.

Auf der Website des vfdb kann der Leitfaden als PDF heruntergeladen werden.


Mai 2020 | Arbeitshilfen für den Umgang mit dem Coronavirus in der Baubranche

Auf der Website der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) erhalten die Unternehmen der Bauwirtschaft und baunaher Dienstleistungen wichtige Hilfen zum Umgang mit dem Thema Coronavirus im Betrieb, insbesondere verschiedenen Handlungshilfen und eigens angepasste Gefährdungsbeurteilungen z.B. für Beschäftigte, Baustellen, Handwerker etc. Das Ziel der Handlungshilfen ist es, die Risiken während der Arbeit zu verringern. Dazu können verschiedene Maßnahmen beitragen, die auch im Alltag gelten, wie unter anderen:
  • Hygieneregeln einhalten (richtiges Händewaschen, in die Armbeuge husten und niesen, Abstandhalten)
  • Beschäftigte mit Atemwegsinfektionen bleiben der Arbeit fern
  • Bei der Anfahrt zur Arbeitsstelle die Abstandsregeln einhalten
  • Kundenkontakte über Telefon oder Videokonferenzen ermöglichen
  • Abläufe so gestalten, dass der notwendige Abstand eingehalten werden kann
  • Bei der Personalplanung darauf achten, dass in kleinen Teams mit immer den gleichen Beschäftigten gearbeitet wird

Ebenso ist es angesichts der Corona-Epidemie zusätzlich wichtig, die Gefährdungsbeurteilung neu zu erstellen, da mit dem neuen Virus ist eine weitere Gefährdung hinzugekommen ist. Unternehmerinnen und Unternehmer sind nach dem Arbeitsschutzgesetz dazu verpflichtet, die Gefährdungen am Arbeitsplatz zu ermitteln, zu dokumentieren und sie zu minimieren. Dazu hat die BG Bau neue Handlungshilfen erstellt, die Unternehmen dabei unterstützten, die Maßnahmen in ihrem Betrieb umzusetzen.

Auf der Seite der BG Bau finden Sie einige Kurz-Handlungshilfen zur Gefährdungsbeurteilung als PDF-Dokumente zum Download.


Mai 2020 | DIN 14675-1 (01-2020) Brandmeldeanlagen Teil 1 – Aufbau und Betrieb

Dieses Dokument enthält Änderungen an die Anwendungsregeln für den Aufbau und Betrieb von Brandmeldeanlagen (BMA) und Sprachalarmanlagen (SAA) unter besonderer Berücksichtigung von baurechtlichen und feuerwehrspezifischen Anforderungen. Für die automatische Weiterleitung von Alarmen von der BMA an die Feuerwehr wurden die Forderungen der Vertreter der Feuerwehren berücksichtigt und durch entsprechende Anforderungen der neuen Europäischen Normenreihe DIN EN 50136 "Alarmanlagen-, Alarmübertragungsanlagen und -Einrichtungen" und der DIN EN 16763 "Dienstleistungen für Sicherheitsanlagen" umgesetzt. Dieses Dokument basiert auf dem Europäischen Dokument CEN/TS 54-14:2004 des CEN/TC 72, an dem Experten des FNFW-Arbeitsausschusses NA 031-02-06 AA mitgearbeitet haben. Ziel des Dokuments ist, zusammen mit den Normen der Normenreihe VDE 0833 die Anforderungen, die bisher in den "Technischen Anschlussbedingungen der Feuerwehr" enthalten sind, durch normative Festlegungen weitestgehend zu vereinheitlichen.


Mai 2020 | Checkliste: Fristen nach VOB/B nach Ausgabe 2016 - Teil 1

Download Checkliste: Fristen nach VOB/B nach Ausgabe 2016

Quelle: Auszug aus Fachbuch "Brandschutz kompakt" 2020/21, S. 166-168


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April 2020

April 2020 | Planung von Trockenbausystemen für den baulichen Brandschutz

Die Brandschutzanforderungen beeinflussen die Wahl der Wandbekleidungen und die Wahl der Wand- und Deckensysteme. Zu den Trockenbausystemen, die als Maßnahmen des baulichen Brandschutzes eingesetzt werden können, gehören:
  • feuerbeständige, hochfeuerhemmende oder feuerhemmende Trennwände in Holz- oder Metallständerbauart
  • feuerbeständige, hochfeuerhemmende oder feuerhemmende Schachtwände (Trennwände mit einseitiger Beplankung
  • Systembrandwände in Metallständerbauart, Gebäudeabschlusswände in Holzbauart
  • feuerbeständige, hochfeuerhemmende oder feuerhemmende selbstständige Unterdecken
  • feuerbeständige, hochfeuerhemmende oder feuerhemmende Deckenbekleidungen der Decken in Bauart I bis III und Holzbauart (IV) nach DIN 4102-4
  • feuerbeständige, hochfeuerhemmende oder feuerhemmende Systemböden und Trockenestriche
  • feuerbeständige, hochfeuerhemmende oder feuerhemmende Brandschutzbekleidungen tragender Holz- und Stahltragwerke, z. B. Stahlstützen- bzw. Stahlträgerbekleidungen
  • feuerbeständige, hochfeuerhemmende oder feuerhemmende Installationskanäle
  • feuerbeständige, hochfeuerhemmende oder feuerhemmende Kabalkanäle für den Funktionserhalt 101
  • feuerbeständige, hochfeuerhemmende oder feuerhemmende Bekleidung von Lüftungsleitungen aus Stahlblech
  • Wände in Holz- oder Metallständerbauart
  • ausgebautes Dachgeschoss.
Trockenbausysteme

Die Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Bereiche, in denen Trockenbaukonstruktionen Einfluss auf den baulichen Brandschutz haben. Die Zusammenstellung verdeutlicht aber auch, wie viele Gewerke an der Umsetzung der Anforderungen des baulichen Brandschutzes beteiligt sind. Nur eine erfolgreiche Koordinierung der beteiligten Gewerke führt zur Vermeidung von Fehlern und sichert eine hohe Qualität der Leistungen. Höchste Bedeutung hat dabei das Hintergrundwissen über die Schnittstellen sowie über die Einflussfaktoren im technischen Bereich der Umsetzung.

Dies war ein Auszug aus Teil A des Buches „Brandschutz im Detail – Trockenbau“ von Peter Wachs. Im Teil B dieses Werkes werden wichtige Kriterien für die fachgerechte brandschutztechnische Umsetzung der geforderten Leistungen im Trockenbau beschrieben. Dabei sind bei der Planung und Ausführung besonders zu beachten:
  • genaue Bezeichnung der eingesetzten Bauprodukte und Bauarten
  • geometrische Vorgaben und Mindestanforderungen unter Berücksichtigung der Baustoff- und Ausführungstoleranzen
  • Einsatz der geeigneten Systeme unter Berücksichtigung der Anwendbarkeitsnachweise
  • besondere objektbezogene Maßnahmen, wie Brandabschnitte, Tragkonstruktion, Installationen und Gebäudeversorgung
  • Erstellung von Ausführungsunterlagen und Arbeitsanweisungen.
Buchtipp: Brandschutz im Detail - Trockenbau von Peter Wachs

Quelle: Auszug aus dem Fachbuch „Brandschutz im Detail - Trockenbau“ von Peter Wachs, FeuerTrutz Network, 2017.


April 2020 | Dämmstoffe in Trockenbausystemen

Dämmstoffe in Trockenbausystemen haben für die Verbesserung des Schall- und Wärmeschutzes eine wesentliche Bedeutung. Dagegen müssen Dämmstoffe für den Brandschutz nicht zwingend vorteilhaft sein, denn ein möglicher Wärmestau kann zur schnelleren Dehydratation des Gipsbaustoffes und damit zum vorzeitigen Versagen führen. Dämmstoffe in Brandschutzkonstruktionen dienen vor allem zur Reduktion des Wärmestroms zu der dem Feuer abgewandten Seite des Bauteils. Entscheidende Kriterien sind dabei die Baustoffklasse, die Rohdichte (kg/m3), der Schmelzpunkt bzw. Schmelzbereich und das Stehvermögen (Formstabilität) des Dämmstoffes.

Mineralwolle-Dämmstoff

Dem Brandverhalten nach gehören Mineralwolle-Dämmstoffe der Klasse der nichtbrennbaren Baustoffe (Baustoffklasse A 1/A 2) an. Die DIN EN 13162 legt die Anforderungen für werkseitig hergestellte Produkte aus Mineralwolle mit oder ohne Kaschierung fest. Die Anwendung brandschutztechnischer notwendiger Dämmstoffe muss unter Einhaltung der Anforderungen der DIN 4102-4 bzw. der allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisse (abP) erfolgen. Dabei dürfen je nach Verwendung keine oder eine begrenzt bleibende Entzündung, geringstmögliche Rauchentwicklung, kein fortschreitendes Glimmen und/oder Schwelen und kein Abtropfen (ausgenommen Aluminium) oder Abfallen auftreten.

Während nichtbrennbare Dämmstoffe mit einem Schmelzpunkt von ≥ 1.000 °C durch ihre Temperaturbeständigkeit die Feuerwiderstandsfähigkeit eines Bauteils entscheidend beeinflussen können, leisten nichtbrennbare Dämmstoffe mit Schmelzpunkt < 1.000 °C wie Glaswolle hierzu keinen Beitrag. Entscheidend für die Feuerwiderstandsfähigkeit mit brandschutztechnisch notwendigen Dämmstoffen ist die Lagesicherung der Dämmstoffe im Bauteil. Die Dämmung ist deshalb dauerhaft abgleitsicher (flankenformschlüssig) einzubauen, damit sie bei einer Zerstörung der Beplankung ihre Schutzfunktion erfüllen kann und nicht aus dem Wand- oder Deckenhohlraum herausfällt. Fugen von stumpfgestoßenen Dämmschichten müssen dicht sein.

Organische Faserdämmstoffe

Dem Brandverhalten nach gehören organische Faserdämmstoffe der Klasse der brennbaren Baustoffe (Baustoffklasse B 1/B 2) an. Eingesetzt werden können z. B. Holzfaser- oder Zellulosefaser-Dämmstoffe, aber auch Flachs- oder Hanffaser-Dämmstoffe. Organische Faserdämmstoffe leisten in der Regel keinen entscheidenden Beitrag zur Feuerwiderstandsfähigkeit des Bauteils. Die Anwendung muss unter Einhaltung der Anforderungen des abPs für das entsprechende Bauteil erfolgen.

Buchtipp: Brandschutz im Detail - Trockenbau von Peter Wachs

Quelle: Auszug aus dem Fachbuch „Brandschutz im Detail - Trockenbau“ von Peter Wachs, FeuerTrutz Network, 2017.


April 2020 | Informationsverhalten und Sicht auf Herstellerleistungen der Anwender im vorbeugenden Brandschutz – Studie „Brandschutz Insights 2020“ liefert Einblicke

Wie und wo informieren sich Anwender im vorbeugenden Brandschutz über neue Trends und Marktentwicklungen? FeuerTrutz Network führte im November und Dezember 2019 unter anderem dazu eine Online-Umfrage unter 258 Fachplanern, Architekten, Behördenvertretern, Facherrichtern und Handwerkern, Prüfsachverständigen sowie Betreibern im vorbeugenden Brandschutz durch. Diese Ergebnisse wurden in der umfangreichen Marktstudie „Brandschutz Insights 2020“ veröffentlicht.

Brandschutz Insights

Das Internet ist nach wie vor Informationsquelle Nummer eins, knapp 90 Prozent der Befragten informieren sich im Internet über neue Trends und Marktentwicklungen, dicht gefolgt von Veranstaltungen wie Kongresse, Tagungen und Seminare (76,7%) und Fachzeitschriften (74,4 %). Interessanterweise gaben auch über 44 Prozent der Befragten an, dass sie Newsletter nutzen, um sich über neue Trends und Marktentwicklungen zu informieren. Damit wird dem Newsletter eine ähnlich hohe Bedeutung zugesprochen wie den Fachbüchern, sogar noch vor den Fachmessen mit 42 Prozent – wobei die Tiefe und Qualität der gefundenen Inhalte selbstverständlich unterschiedlich zu bewerten ist. Kundenzeitschriften von Herstellern haben offenbar an Bedeutung verloren. Anders als Fachzeitschriften rutschte ihre Nutzung im Vergleich zu 2016 um fast 10 Prozent ab.

Auch Impulse für Kaufentscheidungen erhalten die Hauptzielgruppen vor allem über das Internet sowie über Veranstaltungen. Bei den Facherrichtern und Handwerkern spielt auch der Außendienst mit fast 55 Prozent eine wichtige Rolle.

Brandschutz Insights

Ebenfalls befragt wurden die Anwender, wie gut sie sich im Tagesgeschäft von Produktherstellern unterstützt fühlen. Ca. 85 Prozent der Befragten sehen sich vorbildlich, sehr gut oder zufriedenstellend unterstützt bei der Bereitstellung von technischer Dokumentation und bei der technischen Beratung. Weniger gut fühlen sich die Befragten bei der Beurteilung von Abweichungen unterstützt, nur ca. 60 Prozent geben an, sich sehr gut oder zufriedenstellend unterstützt zu fühlen. Auch bei der Unterstützung bei Gewährleistungsfällen ist mit ca. 50 Prozent der Befragten, die sich sehr gut oder zufriedenstellend unterstützt fühlen, noch Luft nach oben, denn die restlichen 50 Prozent fühlen sich hierbei wenig oder gar nicht unterstützt.

Brandschutz Insights

Als wichtigste Kriterien für die Produktauswahl wurden das Leistungsspektrum des Produkts, die Übereinstimmung mit den Ausschreibungsdokumenten, die eigene positive Erfahrung sowie geringe Instandhaltungskosten im Betrieb gesehen.

Quelle: Auszug aus der Studie „Brandschutz Insights 2020“, FeuerTrutz Network, 2020.


April 2020 | E VDI 3819 Blatt 4 (12-2019) (Entwurf): Brandschutz für Gebäude – Anforderungen an Brandschutzpläne

Die neue Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) 3819 Blatt 4 schlägt einen Standard zur einheitlichen Gestaltung der Brandschutzpläne vor. Dieser soll auch die Lesbarkeit sicherstellen.

Auf der Basis dieser Richtlinie können neben Visualisierungen auch Bestandspläne zum Brandschutz für Gebäude erstellt werden. Die Empfehlungen in der Richtlinie sind unabhängig von der Methode der Planerstellung und können sowohl bei Handskizzen, bei EDV-Zeichentools, als auch bei der Ausgabe von Zeichnungen aus einem BIM-Werkzeug umgesetzt werden.

Die Brandschutzanforderungen an bauliche Anlagen werden i.d.R. textlich in Brandschutzkonzepten oder -nachweisen festgelegt. Dazu gehören auch die Brandschutzvisualisierungspläne zur Verortung und zeichnerischen Umsetzung dieser Anforderungen. Für die fertigen Pläne werden Mindestinhalte und -qualitäten in Leistungsphasen beschrieben, Gestaltungsempfehlungen gegeben und Grundlagen für ordnungsgemäße Planung, Errichtung und sicheren Gebäudebetrieb festgelegt. Die Richtlinie ermöglicht es, durch Farben und Schraffierungen, die jeweils mit den RGB-Werten aufgenommen wurden, die Anforderungen an den Brandschutz einheitlich und detailliert darzustellen. Dies soll vor allem eine differenzierte Darstellung in der Ausführungsplanung und Objektüberwachung erleichtern.


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März 2020

März 2020 | Interpretation von Flucht- und Rettungswegen

Die Auslegung der Flucht- und Rettungswege wird heutzutage extrem missverständlich interpretiert. Die für die Gebäudesicherheit zuständigen Personen (Hausmeister, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Brandschutzbeauftragter oder die Feuerwehr) interpretieren die Anforderungen an die Flucht- und Rettungswege mitunter aufgrund der Darstellung in den Flucht- und Rettungsplänen sehr unterschiedlich.

Nicht selten verstehen sie das Dokument in der Weise, dass es erhöhte Anforderungen an das Gebäude oder an einen Bereich (Verkehrsweg) darin stellt. Dann muss vorab darauf hingewiesen werden:

Ein Flucht- und Rettungsplan kann keine baulichen oder materiellen Anforderungen an einen Verkehrsweg festlegen!

Dies bedeutet, dass ein Flucht- und Rettungsplan keinen Brandschutzplan darstellt, aus dem ersichtlich wird, an welche Bereiche (z.B. notwendiger Flur) besondere Anforderungen gestellt werden.

Am Beispiel eines Bürogebäudes wird ersichtlich, dass ein darin grün dargestellter Fluchtweg in einem Flucht- und Rettungsplan nicht automatisch bedeutet, dass der Flur ein besonderer Verkehrsweg (notwendiger Flur) ist. Aufgrund derartiger Fehlinterpretation kommt es dann in der Praxis regelmäßig dazu, dass z.B. Einbauten (Kopierer, Wartebereiche etc.) in Fluren ohne besondere Anforderungen unbegründet bemängelt werden.

Solcher „blinder“ Aktionismus eventuell verbunden mit Unwissenheit, führt oft zu Maßnahmen, die für den Betreiber sehr kostenintensiv werden können. Der schlechte Informationsstand bei vielen Beteiligten rührt daher, dass in den verschiedenen Aus- und Weiterbildungen z.B. zur Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) oder zum Brandschutzbeauftragten diese Thematik oft nur oberflächlich vermittelt wird. Um Missverständnisse oder Fehlinterpretationen zu vermeiden bzw. zu minimieren, besteht z.B. die Möglichkeit, dass der Fluchtweg in einem Flucht- und Rettungsplan nicht bis an die Wand markiert wird, sodass der Verkehrsweg als eine Art Hauptgang interpretiert werden kann. Generell sollten bei der Erstellung eines Flucht- und Rettungsplans alle vorhandenen Unterlagen geprüft werden (Brandschutzkonzept, Baugenehmigung, Stellungnahmen der Feuerwehr etc.) und eventuelle Unklarheiten mit einem Brandschutzsachverständigen oder der Feuerwehr abgestimmt werden.

Buchtipp: Flucht- und Rettungspläne – Anforderungen und praktische Umsetzung Von M.Eng. M. Roszak und Dipl.-Ing. (FH) C. Schmitz

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Interpretation von Flucht- und Rettungswegen“ von Martin Roszak und Constantin Schmitz, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 1.2020


März 2020 | Videoinspektion von Brandschutzklappen

Brandschutzklappen müssen für die mindestens jährliche Funktionsprüfung frei zugänglich eingebaut sein – eigentlich. Tatsache ist aber, dass der Einbauort von Brandschutzklappen oft schwer zu erreichen ist oder spätere Installationen im Weg sind. Ergibt die Überprüfung, dass die Brandschutzklappe nicht richtig schließt, ist somit eine Ursachenanalyse oft nur durch äußerst aufwendige Demontagearbeiten möglich. Deutlich einfacher ist da die Videoinspektion mit Kameras. Durch den dadurch möglichen Blick ins Innere lässt sich zudem bewerten, ob asbestbelastete Brandschutzklappen auszutauschen sind.

Der häufig von Herstellern verwendete Begriff „wartungsfreie Brandschutzklappen“ suggeriert, dass nach dem Einbau an ihnen keinerlei Arbeiten mehr anfallen. Zwar muss der Mechanismus hochwertiger Brandschutzklappen beispielsweise nicht mehr „geölt“, justiert oder regelmäßig erneuert werden, um dauerhaft sicher zu funktionieren. Doch unabhängig von solchen Verschleißkompensationen verlangt die Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) eine „Instandhaltung nach EN 13306 in Verbindung mit DIN 31051 mindestens in halbjährlichem Abstand“.

Auch wenn Hersteller ihre Brandschutz- und Entrauchungsklappen als wartungsfrei bezeichnen, ist doch in den meisten Montage- und Betriebsanleitungen der Hinweis auf eine notwendige, regelmäßige Reinigung der Brandschutzklappen zu lesen. Bei einer Überprüfung weist oft das Auslöseverhalten auf eine Verunreinigung hin – oder auf ein anderes Problem. Dann ist eine Sichtprüfung erforderlich, um die Ursache zu ermitteln und zu beseitigen. Der Einbauort einer Klappe kann die Sache allerdings kompliziert und aufwendig machen. Videoinspektionskameras sind dann eine Möglichkeit, schnell zu klaren Erkenntnissen zu kommen, wie es im Innern einer Brandschutz- oder Entrauchungsklappe wirklich aussieht.

Der Trend geht bei Brandschutz- und Entrauchungsklappen in größeren Objekten zur thermisch-motorischen Auslösung. Der Vorteil: Die Funktionsüberprüfung der Klappen kann auch über eine Fernauslösung wie beispielsweise eine Gebäudeleittechnik (GLT) erfolgen. Nicht jede Brandschutzklappe per Hand auszulösen, spart schließlich beträchtlich Zeit. Allerdings verleitet das bei der Planung dazu, der Zugänglichkeit von Brandschutzklappen weniger Beachtung zu schenken.

Wird dann doch eine Sichtprüfung vor Ort notwendig, ist die vorgeschriebene Revisionsöffnung mitunter schwer zu erreichen oder einzusehen. Nicht selten müssen andere Installationen demontiert oder die Lüftungsleitung muss abgetrennt werden, um Einblick in die Brandschutzklappe zu erhalten. Eine Inspektionskamera macht solchen Aufwand i.d.R. überflüssig. Videoinspektionskameras für Brandschutzklappen liefern farbige, detailgetreue Bilder aus dem Inneren. Über eine robuste, flexible Stange, in der die Bildübertragungsleitung geschützt ist, lässt sich der Kamerakopf an die gewünschte Position schieben. Auf dem daran angeschlossenen Monitor können dann die Live-Bilder betrachtet werden. Dabei ist es wichtig, tatsächlich jede Einzelheit sicher erkennen zu können: Wie sehen die Dichtungen und (soweit vorhanden) das Schmelzlot aus? Ist der Klappenanschlag (soweit vorhanden) intakt und in der exakten Position? Ist die Mechanik sauber? Diese wenigen Beispiele machen deutlich: Viele sicherheitsrelevante Inspektionspunkte sind filigran und finden sich an unterschiedlichsten Positionen. Damit in dem engen Raum einer Brandschutzklappe diese Details eindeutig aufgenommen werden können, sollte die Videoinspektionskamera über folgende Merkmale verfügen:
  • Fernsteuerbarer Kamerakopf, schwenkbar und um 360° drehbar.
  • Fokusfunktion zum Scharfstellen der Aufnahmen bei kurzen Betrachtungsdistanzen.
  • Ausreichend großes, aber handliches Display – z.B. mit einer Bildschirmdiagonale von sieben Zoll.
  • Gute Auflösung des Displays und des Kamerakopfs, vorzugsweise in HD.
  • Kamerakopf mit starker Lichtquelle, vorzugsweise langlebige LEDs, denn nur bei einer guten Ausleuchtung kann die Kamera klare
  • Bilder aus dem Inneren einer Brandschutzklappe liefern.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Videoinspektion von Brandschutzklappen“ von Christian Beyerstedt, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 1.2020


März 2020 Checkliste: Flucht- und Rettungsplan

Download Checkliste: Flucht- und Rettungsplan

Quelle: Flucht- und Rettungspläne – Anforderungen und praktische Umsetzung von M.Eng. M. Roszak und Dipl.-Ing. (FH) C. Schmitz, erschienen bei FeuerTrutz Network.


März 2020 | DIN EN 15254-3 (11-2019)

Erweiterter Anwendungsbereich der Ergebnisse von Feuerwiderstandsprüfungen – Nichttragende Wände – Teil 3: Leichte Trennwände

Diese Europäische Norm enthält eine Anleitung für Änderungen bestimmter Parameter und Faktoren, die die Gestaltung von nach EN 1364-1 geprüften und nach EN 13501-2 klassifizierten leichten Trennwänden betreffen. Weiterhin definiert dieses Dokument, sofern zutreffend, die entsprechenden Verfahren. Dieses Dokument gilt nur für nichttragende leichte Trennwände mit einem Einfachständerwerk aus Stahl, das auf beiden Seiten des Ständerwerks mit einer Beplankung versehen ist. Der Hohlraum der leichten Trennwand kann über eine Wärmedämmung aus Mineralwolle verfügen. Dieses Dokument gilt nicht für jegliche anderen in EN 1364-1 behandelten Arten von nichttragenden leichten Trennwänden. Dieses Dokument wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 127 "Baulicher Brandschutz" erarbeitet, dessen Sekretariat von BSI (Vereinigtes Königreich) gehalten wird. Im DIN-Normenausschuss Bauwesen war hierfür der Arbeitsausschuss NA 005-52-02 AA "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Bauteile" zuständig.


März 2020 Brandschutz-Konjunkturbarometer 2019/20

Der vorbeugende Brandschutz konnte in den vergangenen Jahren vom Bauboom in Deutschland kräftig profitieren. Wie die Branche das vergangene Jahr beurteilt und wie sie auf die Geschäftsentwicklung in 2020 blickt, verrät das FeuerTrutz Brandschutz-Konjunkturbarometer 2019/20.

Die 258 Befragten der aktuellen Onlineumfrage zur Konjunkturentwicklung im vorbeugenden Brandschutz zeichnen ein zwiespältiges Bild. Zwar beurteilen sie die Lage der Branche zum jetzigen Zeitpunkt als sehr gut (s. Abbildung 1), in der Bewertung der Geschäftsentwicklung 2019 zeigt sich aber über alle abgefragten Bereiche hinweg ein deutlicher Rückgang des Wachstums (s. Abbildung 2).

Abbildung 1
Abb. 1: Die konjunkturelle Lage im vorbeugenden Brandschutz wird von den Befragten als sehr gut bewertet.

Abbildung 2

Abb. 2: Das Konjunkturbarometer für den vorbeugenden Brandschutz zeigte 2019 deutlich nach unten – das heißt allerdings nur, dass das Wachstum geringer ausgefallen ist als in den Vorjahren, nicht etwa, dass die Branche weniger zu tun hätte.

Deutlich weniger Planer, Errichter, Prüfer und Betreiber konnten 2019 eine Verbesserung bei den Geschäften mit öffentlichen, gewerblichen und privaten Kunden verzeichnen. In allen Bereichen, und damit auch in der Gesamtbetrachtung, liegt das Wachstum im vorbeugenden Brandschutz damit auf dem schlechtesten Wert seit 2014, dem Beginn der regelmäßigen Befragungen. Ein Hinweis zur Darstellung in Abbildung 2: Die Nulllinie spiegelt Stillstand wider, alle Segmente entwickelten sich 2019 also weiter positiv – jedoch deutlich weniger dynamisch als in den Vorjahren. Damit erfüllte sich die zurückhaltende Prognose der Branche von vor zwölf Monaten.

Ausblick 2020:

Die Befragten erwarten zudem für das begonnene Jahr 2020 eine weitere Dämpfung des Wachstums. Allerdings liegt der erwartete Rückgang des Wachstums kumuliert für den Gesamtmarkt für 2020 mit gut –12 Punkten weit unter dem von 2019 (–21,3 Punkte). Interessant ist, dass die Hersteller im Brandschutz in der parallel durchgeführten Marktstudie Brandschutz Insights 2020 von einem weiter kräftigen Wachstum im „Gesamtmarkt vorbeugender Brandschutz“ berichten konnten (https://www.feuertrutz.de/insights).

Erst im Forecast auf die kommenden drei Jahre rechnen sie mit einer Eintrübung ihrer Geschäfte – allerdings stets noch mit einem kleinen Wachstum. Zusammengenommen lassen die Ergebnisse der Anwender- und Herstellerbefragungen vermuten, dass die Jahre des starken Wachstums für den vorbeugenden Brandschutz zunächst vorbei sind. Von einem Einbruch der Geschäfte kann jedoch keine Rede sein.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Brandschutz-Konjunkturbarometer 2019/20“ von André Gesellchen, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 1.2020


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Februar 2020

Februar 2020 | Fachbauleiter Brandschutz: Baurechtliche Forderung oder wirksame Maßnahme zur Qualitätssicherung am Bau?

Immer öfter ist in Fachpublikationen vom „Fachbauleiter Brandschutz“ die Rede. Aber was genau macht ein solcher Fachbauleiter? Welche Qualifikation braucht er? Und ist eine solche Spezialisierung überhaupt sinnvoll? Die rechtliche Grundlage findet sich in § 56 Abs. 2 MBO („Bauleiter“): „Der Bauleiter muss über die für seine Aufgabe erforderliche Sachkunde und Erfahrung verfügen. Verfügt er auf einzelnen Teilgebieten nicht über die erforderliche Sachkunde, so sind geeignete Fachbauleiter heranzuziehen.“

Zwar wird hier nicht explizit von einer Fachbauleitung Brandschutz gesprochen. Im Regelfall ist der Bauleiter aber als Generalist auf der Baustelle tätig und verfügt nicht über eine in die Tiefe gehende, detaillierte Sachkunde im Sinne der MBO. Außerdem kann der klassische Bauleiter bei großen Objekten schon aus Kapazitätsgründen kein ausreichendes Augenmerk auf die komplexen Brandschutzmaßnahmen legen:

Das Brandschutzkonzept bzw. der Brandschutznachweis wird, insbesondere bei größeren Projekten, über die Fachplanungen mehrerer Gewerke umgesetzt. Es gibt also viele Schnittstellen zwischen den einzelnen Planungen. Mangelnde Abstimmung wird oft bei der Planung noch nicht bemerkt, sondern erst in Bauphase sichtbar. Das kann zu teuren Umplanungen und nachträglichen Änderungen führen, die den Baufortschritt behindern. Derartige Probleme sind nach Ansicht von Fachleuten nicht zuletzt für die große Verzögerung bei der Fertigstellung des Flughafens BER verantwortlich.

Hier kommt der Fachbauleiter Brandschutz als unterstützender Spezialist ins Spiel:
Er kümmert sich zum einen um die Abstimmung zwischen den verschiedenen Gewerken (z. B. bei Schottung von Leitungsdurchführungen), zum anderen behält er die Ausführung bestimmter brandschutzrelevanter Arbeiten (z. B. fachgerechter Einbau einer Brandschutztür) genau im Blick.

Er muss auf Basis der Verwendbarkeitsnachweise viele unterschiedliche Bauprodukte und Bauarten prüfen und von den Errichtern Dokumentationen darüber einfordern. Dazu benötigt er detailliertes Wissen, denn die Qualität der Ausführung ist oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen und nach Abschluss der Bauarbeiten oft auch nicht zerstörungsfrei prüfbar.

Werden die Mängel erst bei der Abnahme entdeckt, kann das zur teuren Sanierung eines noch nicht einmal fertiggestellten Bauwerks führen. Noch schwerwiegender sind die Folgen, wenn – wie es oft der Fall ist – Ausführungsmängel bei brandschutzrelevanten Bauteilen die normale Nutzung nicht beeinträchtigen und deswegen nicht bemerkt werden. Das kann dramatische Auswirkungen im Brandfall haben. Wenn z. B. ein Feuerschutzabschluss vor der geforderten Feuerwiderstandsdauer versagt, kann das im schlimmsten Fall Menschenleben kosten. In den meisten Fällen werden sich auch die Sachschäden deutlich erhöhen.

Fazit:
Der Einsatz eines Fachbauleiters Brandschutz erfüllt bauordnungsrechtliche Anforderungen. Vor allem aber dient er der Qualitätssicherung und der Erfüllung der Schutzziele im Brandschutz.

Die TÜV SÜD Akademie bietet eine Ausbildung zum Fachbauleiter für vorbeugenden Brandschutz – TÜV an, die aus drei Modulen besteht und insgesamt zehn Seminartage umfasst. Diese Module sind auch Teil der Ausbildung zum Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz – TÜV. Hier finden Sie weitere Informationen zu diesen modularen Ausbildungen, deren Bestandteile auch einzeln gebucht werden können.


Feburar 2020 | Brandschadenstatistik

Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) hat gemeinsam mit Feuerwehren, Industrie und Wissenschaft eine bundesweit übergreifende nationale Brandschadenstatistik entwickelt. Die Statistik schließt eine Lücke im deutschen Brandschutz und wird stets weiter aktualisiert. Die statistischen Daten helfen bei der Untersuchung der Wirksamkeit von hauptsächlich anlagentechnischen Brandschutzmaßnahmen. Bislang wurden für diese Brandschadenstatistik mehr als 5.000 Einsätze erfasst. Damit gibt es eine aussagefähige Basis über das Brandgeschehen in Deutschland.

Knapp 80 Prozent aller Alarmierungen erreichen Werkfeuerwehren über Brandmeldeanlagen, bei Berufsfeuerwehren und Freiwilligen Feuerwehren sind es rund 60 Prozent. Nur knapp zwei Prozent kommen bei den Werksfeuerwehren über das Festnetztelefon an, bei den Berufsfeuerwehren gut 21 Prozent und bei den Freiwilligen Feuerwehren rund 24 Prozent. Der Anteil von Mobiltelefonen bei der Alarmierung ist bei allen Feuerwehren ungefähr gleich groß und liegt zwischen 11,5 und 13,4 Prozent.

Die Statistiken liefern neben der Wirksamkeit von anlagentechnischen Brandschutzmaßnahmen auch zusätzliche, feuerwehrübergreifende Erkenntnisse über das Brandphänomen. Die vfdb zeigt, dass beispielsweise das Verständnis von den Entstehungsbedingungen eines Brandes für die Prävention und Brandbekämpfung wichtig für die Wahl von effektiven und effizienten Gegenmaßnahmen sei.

Die Datenerfassung wird fortgesetzt. Die Auswertung der Fragebögen läuft kontinuierlich, sodass bei weiteren Fallzahlen und ausreichender Anzahl von Einzelmeldungen pro Fragenkomplex ständig weitere Ergebnisse veröffentlicht werden können.

Weitere Informationen unter:
www.brandschadenstatistik.de


Februar 2020 | BIM im vorbeugenden Brandschutz

Mit 8,5% erreicht das Wachstum der hiesigen Bauwirtschaft derzeit ein neues Rekordhoch. Zulieferer, Planungsbüros, Bauunternehmer aber auch Handwerker kommen derzeit kaum dazu, ihre Aufträge abzuarbeiten. Von der einknickenden Konjunktur ist auf dem Bau noch nicht viel zu spüren – allenfalls die im Herbst 2019 sinkenden Baugenehmigungen weisen auf eine Abkühlung des Bausektors hin. Kleine und mittelständische Unternehmen laufen derzeit jedoch zumeist an ihrer Kapazitätsgrenze. In diese geschäftige und teilweise stressige Gemengelage platzt nun die Digitalisierung. Plötzlich sollen sich Unternehmen, die seit Jahren erfolgreich Gebäude geplant, gebaut oder Dachziegel hergestellt haben, mit Building Information Modeling (BIM) beschäftigen. Digitalisierung spielt im weitesten Sinne nur eine Rolle als Excel-Tabelle, Email, CAD oder mal das eine oder andere Berechnungsprogramm. Doch auf allen einschlägigen Baufachmessen bekommt BIM plötzlich ein eigenes Podium.

In einer aktuellen Feuertrutz Studie („Branchenbarometer Brandschutz 2019: Digitalisierung und BIM“) wurden Unternehmen befragt, was sie bei der Einführung von BIM bremst. Knapp 51% gaben an, dass sie „noch keinen konkreten Auftrag vom Kunden haben“. Viel spannender ist die Frage nach den Kosten, die bei der Nichtnutzung von BIM und digitalen Werkzeugen entstehen. Unabhängig davon, ob es sich um den Produkthersteller, den Fachplaner, den Errichter, den Handwerker, das Bauunternehmen oder den Betreiber handelt, traditionelles Bauen ist langsam, teuer, schwerfällig, schwierig und teilweise sogar gefährlich. Im Durchschnitt sind 30 % der Baukosten reine Verschwendung. Über 70 % der Bauprojekte enden entweder nach geplanter Projektzeit, über geplanten Kosten oder meist über beides. Die Produktivität auf dem Bau hat sich in den letzten 25 Jahren im Gegensatz zu allen anderen Branchen nicht verändert. Darüber hinaus hat die Bauindustrie einen riesigen Einfluss auf das Klima. Fast 40% der globalen CO2 Emissionen entstehen auf Baustellen und bei den Bauzulieferern. Natürlich kann man weiter ohne BIM und ohne digitale Tools bauen, aber die Kosten sind enorm, wenn die Arbeitsweise nicht verbessert wird.

Auch wenn knapp 80 % der Befragten in der oben erwähnten Studie noch nie in einem BIM Projekt im vorbeugenden Brandschutz mitgewirkt haben, erwarten mehr als 85 % der Befragten durch BIM eine erhöhte Planungssicherheit und Produktivität. Das heißt, den Befragten ist absolut klar, was ihnen die Digitalisierung und damit auch BIM bringen kann. Doch warum kommt BIM nur so langsam in Deutschland voran?

Status Quo BIM

Seit 2003 werden BIM-Projekte in den USA staatlich gefördert. Seit 2015 ist BIM Pflicht bei allen öffentlichen Bauprojekten in Finnland, Norwegen und Schweden. 2016 folgte Großbritannien und seit diesem Jahr Spanien. In Deutschland hat das Bundesverkehrsministerium 2015 einen strategischen Fahrplan zur BIM Einführung vorgelegt. Ziel ist die verpflichtende Nutzung von BIM bei öffentlichen Bauprojekten ab 2020. Innovative Unternehmen warten nicht auf staatlich verordnete Maßnahmen. Sie haben längst den Nutzen von BIM verstanden. Dabei verfolgen die Protagonisten teils gleiche, teils aber auch völlig unterschiedliche Ziele. So will der Bauherr sein Gebäude in geplanter Zeit zu geplanten Kosten fertiggestellt haben. Das Bauunternehmen will Kosten senken und Prozesse straffen. Der Bauzulieferer will sicherstellen, dass er bei BIM-Ausschreibungen ganz vorn mit dabei ist. Bei den frühen Einsteigern wächst sogar der Umsatz, da sie innovativer als ihre Mitbewerber sind und sich ihnen durch BIM neue Zielgruppen und Absatzkanäle erschließen. Last but not least die Planer, die durch eine BIM-gerechte Planung Zeit sparen und Fehler reduzieren wollen bzw. können. Sowohl große Planungsunternehmen und Errichter als auch kleine Ingenieurbüros haben den BIM Dschungel betreten und sich ihren Weg durch den Dschungel gebahnt.

In der bereits zitierten Studie von Feuertrutz sind die Top 6 Gründe für die Nichteinführung von BIM:
  • 50,7 % Noch keine Anforderungen durch Auftraggeber,
  • 44,8 % fehlendes Fachwissen,
  • 36,5 % Abstimmungsprobleme mit angrenzenden Gewerken,
  • 31,0 % hohe Software Kosten,
  • 28,6 % geringer Entwicklungsgrad BIM Software,
  • 22,7 % fehlende BIM Daten von Brandschutz-Produkten.
Bemerkenswert ist die erste Aussage. Mehr als der Hälfte der Planer, Genehmiger, Bauunternehmen, Prüfer und Betreiber warten auf die Anforderung vom Auftraggeber. Interessanterweise beschäftigen sich die Innovatoren mit BIM, ohne dass diese möglicherweise konkrete Anforderungen ihrer Auftraggeber haben. Dies betrifft alle Beteiligten der Bauindustrie, also Bauunternehmen genauso wie Planer, Hersteller oder Betreiber. Auch wenn man heute über maximale Kundenzentriertheit spricht, ist es unabdingbar, nicht der Zufriedenheitsfalle zu erliegen. Es gilt nicht darauf zu warten, dass die Anforderungen kommen, sondern sich mit der Digitalisierung und den Konsequenzen intensiv auseinanderzusetzen. Fast die Hälfte der Befragten nennt als weiteren Hinderungsgrund das fehlende Fachwissen. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist das ein großes Thema.

Jeder fünfte Befragte nennt als Hinderungsgrund die fehlenden BIM-Daten von Brandschutz Produkten. Die Produkthersteller stehen vor diversen Fragestellungen. BIM Daten werden gefordert. Doch welches Format, welche Detailierungsstufe? Wie können die digitalen Zwillinge tagesaktuell vorgehalten werden? Wie werden die Informationen intern aufbereitet? Erstellt man die BIM-Daten intern oder zieht man einen externen Partner hinzu? Wo bietet man BIM-Daten seinen Kunden zum Download an? In den meisten Fällen äußert sich der Planer kaum im Detail, was er eigentlich benötigt. Manchmal weiß er es selber noch nicht genau. Das bedeutet, dass der Hersteller seine Gestalterrolle übernehmen sollte und aktiv seine Kunden und Planer unterstützt. Basierend auf einer BIM-Strategie kennt er die relevanten Kontaktpunkte und die Anforderungen seiner Kunden. Dadurch kann er eine ganz neue Beziehung zu seinen Kunden, Planern und langfristig auch zu den Gebäudebetreibern aufbauen. BIM bedeutet nicht nur Arbeiten an einem digitalen Modell, sondern vor allen Dingen auch Kollaboration. Eine Selbstverständlichkeit im unternehmerischen Alltag, leider noch eine Ausnahme in vielen Bauprozessen. Doch erst durch die transparente Zusammenarbeit aller Beteiligter wird der volle Nutzen durch BIM spürbar.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Warum niemand um BIM herumkommen wird“ von Matthias Huth, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 1.2020


Februar 2020 | DIBt-Zulassungen ab 2020 kostenlos

Um ordnungs- und regelgerecht bauen zu können, benötigen die Akteure im Bauwesen in vielen Fällen Zugriff auf die Zulassungs-, Genehmigungs- und ETA-Dokumente des DIBt. Ab 2020 stellt das Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt) die Zulassungs-, Genehmigungs- und ETA-Dokumente kostenlos auf seiner Website zur Verfügung.

Für eine kurze Übergangszeit melden sich interessierte Nutzer zum Download der Dokumente noch im DIBt-Zulassungsshop an und legen das gewünschte Dokument im Warenkorb ab. Von dort aus gibt es die Möglichkeit eines kostenlosen Downloads der Dokumente.

Spätestens ab März können die Zulassungen, Bauartgenehmigungen und ETAs dann über den Reiter „Zulassungsdownload“ oder das allgemeine Suchfeld recherchiert und direkt und ohne vorherige Anmeldung und Registrierung heruntergeladen werden.

Deutsches Institut für Bautechnik:
www.dibt.de


Februar 2020 | DIN EN 15269-1 (10-2019)

Erweiterter Anwendungsbereich von Prüfergebnissen zur Feuerwiderstandsfähigkeit und/oder Rauchdichtigkeit von Türen, Toren und Fenstern einschließlich ihrer Baubeschläge – Teil 1: Allgemeine Anforderungen

Dieses Dokument legt die allgemeinen Grundlagen für den erweiterten Anwendungsbereich der Prüfergebnisse fest, die aus nach EN 1634-1 und/oder EN 1634-3 durchgeführten Prüfungen an feuerwiderstandsfähigen und rauchdichten Abschlüssen, d. h. an den in der Einleitung aufgeführten Typen von Türen, Toren, Feuerschutzvorhängen und Fenstern, resultieren. Dieses Dokument stellt die allgemeinen Grundlagen bereit, die für die Anwendung im Zusammenhang mit dem entsprechenden Teil der Normenreihe EN 15269, abhängig von dem speziell zu beurteilenden Produkttyp, vorgesehen sind.


Februar 2020 | Kennen Sie die Symbole der Brandschutzzeichen?

Download Checkliste: Sicherheitskennzeichen Symbole - Brandschutzzeichen gemäß DIN EN ISO 7010


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Januar 2020

Januar 2020 | DIN EN 15254-3 (11-2019)

Erweiterter Anwendungsbereich der Ergebnisse von Feuerwiderstandsprüfungen – Nichttragende Wände – Teil 3: Leichte Trennwände

Diese Europäische Norm enthält eine Anleitung für Änderungen bestimmter Parameter und Faktoren, die die Gestaltung von nach EN 1364-1 geprüften und nach EN 13501-2 klassifizierten leichten Trennwänden betreffen. Weiterhin definiert dieses Dokument, sofern zutreffend, die entsprechenden Verfahren. Dieses Dokument gilt nur für nichttragende leichte Trennwände mit einem Einfachständerwerk aus Stahl, das auf beiden Seiten des Ständerwerks mit einer Beplankung versehen ist. Der Hohlraum der leichten Trennwand kann über eine Wärmedämmung aus Mineralwolle verfügen. Dieses Dokument gilt nicht für jegliche anderen in EN 1364-1 behandelten Arten von nichttragenden leichten Trennwänden. Dieses Dokument wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 127 "Baulicher Brandschutz" erarbeitet, dessen Sekretariat von BSI (Vereinigtes Königreich) gehalten wird. Im DIN-Normenausschuss Bauwesen war hierfür der Arbeitsausschuss NA 005-52-02 AA "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Bauteile" zuständig.


Januar 2020 | Simulationen in der Brandschutzplanung einsetzen

Brandverläufe und dabei entstehende Temperaturen oder Rauchentwicklungen lassen sich am Rechner ebenso simulieren und berechnen, wie Menge und Zusammensetzung von Rauchgasen oder Sichtweiten. Darauf aufbauend können Lösungen für unterschiedliche Problemfälle aus der Bau- und Tragwerksplanung, der Brandursachen und Brandfolgenermittlung oder bei der Untersuchung von Brandphänomenen und Schadensverläufen erarbeitet werden. Falsche Randbedingungen, zu grobe Rechengitter oder vernachlässigte Brandszenarien können allerdings fehlerhafte Ergebnisse liefern. Sie müssen deshalb von Experten hinterfragt und bewertet werden.

Mit rechnergestützten Brand-, Entrauchungs- und Evakuierungssimulationen lassen sich auf der Grundlage mathematisch-physikalischer Modelle individuelle Nachweise erbringen. Das ist insbesondere bei Sonderbauten mit einem hohen Risiko- und Gefahrenpotenzial wie etwa Hochhäusern oder Versammlungsstätten relevant, aber auch bei Gebäuden mit individuellen Architektur- und Nutzungskonzepten. Dass die vom Gesetzgeber geforderten Schutzziele eingehalten werden, kann beispielsweise durch ingenieurmäßige Verfahren und entsprechende Softwarelösungen wie ANSYS Fluent, Firex, CFdesign, Fire Dynamics Simulator oder MRFC nachgewiesen werden. In der Bauplanung dienen Simulationsrechnungen vor allem der Lokalisierung von Problemzonen im Gebäude und der Entwicklung von Konzepten und Lösungen. Individuelle brandschutztechnische Konzepte, Gutachten oder Stellungnahmen lassen sich mit Simulationsrechnungen untermauern.

Sie helfen bei der Dimensionierung und Optimierung brandschutztechnischer Einrichtungen, etwa von Rauchabzügen oder Anlagen für die maschinelle Entrauchung und ermöglichen Aussagen über deren Einfluss auf den Brandverlauf. Da wichtige Daten wie Dichte, Temperatur oder Geschwindigkeit zu jedem Zeitpunkt des Brandes berechenbar sind, lassen sich für jeden Punkt innerhalb eines Objekts belastbare Aussagen treffen, auch beispielsweise zur Ruß- oder Rauchgaskonzentration, zur Reduktion des Sauerstoffgehalts oder zur Sichtweite.

Mit exakten Berechnungen der Wärmestrahlung von Flammen und Rauchgasen können auch thermische Belastungen für jeden Punkt der Tragwerkskonstruktion ermittelt werden. Damit lassen sich Stahl- und Verbundtragwerke mithilfe der sogenannten Heißbemessung nach Eurocode-Norm sehr exakt dimensionieren – und damit häufig schlanker, filigraner und kostengünstiger als mit konventionellen Rechenverfahren. Bei haustechnischen Anlagen kann man ermitteln, welche Bereiche und Bauteile einen zusätzlichen Brand- oder Sprinklerschutz benötigen. Die Einsatzmöglichkeiten von Brandsimulationsprogrammen reichen von einfachen Volumenbränden über Flächenbrände bis hin zu komplexen Brandszenarien. Mithilfe von Personenstrom-Simulationen können bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen für die Evakuierung von Gebäuden entwickelt und optimiert werden.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Einsatz von Simulationen in der Brandschutzplanung“ von Marian Behanek, erschienen im FeuerTrutz Spezial Band 10 „Entrauchung und Evakuierung“, 2019


Januar 2020 I Fluchtverhalten im Brandfall

Ob Einkaufszentrum, Opernhaus oder Produktionshalle: Die Anforderungen an den vorbeugenden baulichen und anlagentechnischen Brandschutz in Sonderbauten sind hoch. Denn im Brandfall werden nicht nur die Flammen und die Hitze zu einer Gefahr. Giftige und ätzende Rauchgase können dramatisch die Sicht behindern und bereits nach wenigen Atemzügen lebensbedrohliche Verletzungen verursachen. Umso kritischer ist es, dass vielen Menschen dieses Risiko nicht bewusst ist.

Meist vergehen nur wenige Minuten im Brandfall, bis der Rauch zu einer ernsthaften Gefahr wird. Dieses kurze Zeitfenster stellt insbesondere in öffentlichen Gebäuden wie Versammlungsstätten, Flughäfen oder Einkaufszentren hohe Anforderungen an das Sicherheitskonzept. Neben baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Maßnahmen muss bei der Brandschutzplanung auch das menschliche Fehlverhalten berücksichtigt werden. Trotz der Gefahren unterschätzen viele die gesundheitlichen Folgen des Brandrauchs.

So zeigen Analysen von Tunnelbränden, dass Menschen in ihren Fahrzeugen sitzen bleiben, wenn das Feuer nicht in unmittelbarer Nähe ausbricht. Die Entscheidungsfindung während eines Brandes zeigt charakteristische Merkmale, die vom gewöhnlichen Entscheidungsverhalten abweichen. Zunächst erhält der Betroffene erste Hinweise darauf, dass seine Situation sich verändert – etwa durch einen plötzlich einsetzenden Feueralarm oder auffälliges Verhalten anderer Personen. Diese Informationen lösen emotionalen Stress aus, weil sie unvollständig, mehrdeutig und ungewöhnlich sind.

Hinzu kommt das fehlende Wissen über die tatsächlichen Risiken von Rauch und Hitze. Daher nehmen die Betroffenen zunächst eine abwartende Haltung ein und orientieren sich an dem Verhalten anderer. Erst in einem zweiten Schritt interpretieren sie die Situation in Bezug auf ihre eigene Sicherheit und leiten notwendige Maßnahmen ein. Zu diesem Zeitpunkt kann der Brandrauch eine Selbstrettung bereits erheblich behindern.

Daher ist es sinnvoll, dieses mögliche Fehlverhalten bereits im Brandschutzplan zu berücksichtigen und entsprechend bauliche und anlagentechnische Maßnahmen vorzusehen. Rauchschutztüren eignen sich insbesondere für kleine Büroräume oder Flurabschnitte. Größere Räume oder Hallen müssen mit qualifizierten Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) ausgestattet werden. Sie sind ein elementarer Bestandteil des Brandschutzkonzepts und stellen im Notfall einen kontrollierten Rauchabzug sicher. Qualifizierte Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sorgen dafür, dass toxische Rauchgase bereits in der Brandentstehungsphase abgeführt werden, sich in Bodennähe eine raucharme Schicht bildet. Damit bleibt eingeschlossenen Personen mehr Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Gleichzeitig erleichtern sie der Feuerwehr eventuell notwendige Rettungsmaßnahmen.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Fluchtverhalten im Brandfall“ von Thomas Hegger, erschienen im FeuerTrutz Spezial Band 10 „Entrauchung und Evakuierung“, 2019


Januar 2020 | Tabellen: Nationale Klassifizierung

Download Tabelle: Nationale Klassifizierung - geregelt

Download Tabelle: Nationale Klassifzierung - nicht geregelt


Januar 2020 I Die allgemeine Bauartgenehmigung

Die vollzogene Novellierung des Baurechtssystems dient insbesondere dazu, fortan mit einer steigenden Anzahl europäisch-harmonisierter Bauprodukte umgehen zu können. Der entscheidende Kunstgriff dieser Systemumstellung ist neben der Formulierung von bauwerksbezogenen Anforderungen die stärkere Nutzung von Anwendungsregelungen. Hierzu rückt das bewährte Konzept der Bauartregelung weiter in den Fokus und wird nicht nur klarer abgegrenzt, sondern fortan auch genutzt, um Einbaubedingungen harmonisierter Bauprodukte zu konkretisieren. In diesem Zusammenhang wurde ein neuer Nachweistyp, die allgemeine Bauartgenehmigung (aBG), geschaffen.

Aufbau der allgemeinen Bauartgenehmigung

Die allgemeine Bauartgenehmigung weist zwei Teile auf, und zwar die Allgemeinen Bestimmungen sowie die Besonderen Bestimmungen. Bei den Allgemeinen Bestimmungen handelt es sich um formelle grundsätzliche Aussagen in Bezug auf den Nachweis. Erst die Besonderen Bestimmungen gehen dann konkret auf den Regelungsgegenstand ein. Aufbau einer allgemeinen Bauartgenehmigung:

I. Allgemeine Bestimmungen

II. Besondere Bestimmungen

1. Regelungsgegenstand und Anwendungsbereich

2. Bestimmungen für Planung, Bemessung und Ausführung

III. Anhänge

Unter den Allgemeinen Bestimmungen findet sich in den aBG`s, neben den grundsätzlichen Aussagen, die nachfolgende zunächst irreführende Festlegung: „Die von diesem Bescheid umfasste allgemeine Bauartgenehmigung gilt zugleich als allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für die Bauart.“ Diese Definition ist erforderlich (gewesen) für Bundesländer, welche das neue Baurechtskonzept noch nicht in Form einer angepassten Bauordnung umgesetzt haben. Hier gibt bzw. gab es formal die Bauartgenehmigung noch nicht. Die Besonderen Bestimmungen definieren zunächst den Regelungsgegenstand und Anwendungsbereich des Nachweises.

Hier wird definiert, um welche Bauart es sich handelt und welchen Zweck diese aufweist. Ferner wird hier bereits dargelegt, aus welchen Bauprodukten die Bauart besteht und in welchen Anwendungsfällen die Bauart angewandt werden kann.

Die „kombinierten“ Nachweise definieren hier zudem den Zulassungsgegenstand und Verwendungsbereich und nachfolgend die Bestimmungen für das Bauprodukt. Der wesentlichste und umfangreichste Bestandteil der allgemeinen Bauartgenehmigung sind die Bestimmungen für die Planung, Bemessung und Ausführung. Je nach Bauart ist dieser Bestandteil in diverse weitere Unterpunkte gegliedert. Im Wesentlichen finden sich hier aber stets die nachfolgenden Inhalte:
  • Bestimmungen, welche Bauprodukte Teil der Bauart sind.
  • Voraussetzungen für die Errichtung, wie z.B. das Zurverfügungstellen einer Einbau- bzw. Montageanleitung sowie die Schulung der Errichter.
  • Der wohl wichtigste Teil der Bauartgenehmigung: Die Bestimmungen für den Einbau!
  • Die Kennzeichnung der Bauart mit einem entsprechendem Schild mit den wesentlichen Angaben wie dem Namen der Bauart, die Angabe des Errichters, die Nummer der Bauartgenehmigung, das Herstellungsjahr und ggf. die erbrachte Leistung.
  • Die Festlegung, dass eine Übereinstimmungserklärung durch den Errichter zu erfolgen hat.
  • Bestimmungen für die Nutzung, Unterhalt und die Wartung.

Die Bauartgenehmigung wird zudem i.d.R. um Anhänge ergänzt, welche die Planungs-, Bemessungs- und Ausführungsregelungen noch weiter konkretisieren und ggf. mit Konstruktions- bzw. Einbauzeichnungen ergänzen. Wie bereits von den früheren Anwendungszulassungen bekannt, ist zumeist auf der letzten Seite ein Muster für eine Übereinstimmungsbestätigung des Errichters abgedruckt. (Hinweis: Ein ausfüllbares Muster für eine Übereinstimmungsbestätigung für alle Nachweisarten kann zudem auf der Webseite des Verfassers www.derbrandschützer.de heruntergeladen werden.)

Fazit

Durch die striktere Trennung von Produktregelungen zu Anwendungsregelungen werden die am Bau Beteiligten fortan mit einem neuen Nachweis, der allgemeinen Bauartgenehmigung, konfrontiert. Diese kann eine „große“ Bauart für das Zusammenspiel mehrerer Bauprodukte regeln oder aber die Einbaubedingungen von einzelnen harmonisierten und nicht-harmonisierten Bauprodukten bestimmen. Im Falle von nicht nicht-harmonisierten Bauprodukten kann die Verwendbarkeit und Anwendbarkeit weiterhin in einem Dokument geregelt werden, und zwar als „kombinierte“ abZ/aBG.


Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Die allgemeine Bauartgenehmigung“ von Patrick Gerhold, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 6.2019



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