Informationsportal Brandschutz

Fachwissen, Aktuelles und Arbeitshilfen zum vorbeugenden Brandschutz

Brandschutz kann Leben retten und Unternehmen vor teuren Schäden schützen. Damit Sie Ihre Aufgaben im vorbeugenden Brandschutz erfüllen können, müssen Sie immer auf dem Laufenden sein. Dabei unterstützen wir Sie mit diesem Informationsportal: Hier stellen wir laufend aktuelle Informationen und Beiträge für Sie ein, dazu Checklisten und praktische Arbeitshilfen für Ihren Arbeitsalltag, die Sie kostenlos downloaden können.

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Oktober 2020

Oktober 2020 | Normgerechte Brandwarnanlagen in Kitas

Ein zentraler Bestandteil in allen deutschen Landesbauordnungen sind Regelungen zum Brandschutz. Allerdings gab es über viele Jahre eine Lücke in diesem Bereich. So war zwar die Ausrüstung von Privatwohnungen und -häusern mit Rauchmeldern in den meisten Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben. Auch für größere Zweckbauten hatte der Gesetzgeber die Pflicht zum Einbau von Brandmeldeanlagen (BMA) festgelegt. Dazwischen gab es lange Zeit allerdings den ungeregelten Bereich der kleineren Sonderbauten, zu denen auch Kindergärten und -tagesstätten gehören.

Die DIN VDE V 0826-2 regelt detailliert alle Anforderungen für den konzeptionellen Aufbau, die Dimensionierung, Installation, Inbetriebnahme und den Betrieb von Brandwarnanlagen in Sonderbauten wie Kindergärten oder Kindertagesstätten. Generell müssen die Systeme eine frühzeitige Erkennung von Bränden sowie eine örtliche Warnung von Personen sicherstellen. Für die örtliche Warnung sind Signalisierungseinrichtungen vorgesehen und die Komponenten der Anlage müssen nach EN 54 zertifiziert sein.

Als Hilfe bei der Projektierung einer normgerechten Anlage hat die Telenot GmbH als Hersteller von elektronischer Sicherheitstechnik und Alarmanlagen das "Muster-Sicherheitshandbuch im Bereich Brandwarnanlagen für Kindertagesstätten nach DIN VDE V 0826-2" erstellt. Darin finden alle, die sich mit der Projektierung einer solchen Anlage befassen müssen, sämtliche relevanten Informationen kompakt und verständlich zusammengefasst – inklusive eines Leitfadens für Bauherren.

Für Träger von Kindergärten und vergleichbaren Einrichtungen ebenfalls interessant: Telenot erstellt seit vielen Jahren solche Sicherheitshandbücher individuell für seine Kunden. In ihnen ist das maßgeschneiderte Sicherheitskonzept, mit welchem ein Gebäude geschützt wird, gebündelt. Für neue Objekte mit ähnlicher oder gleicher Bauweise verfügen so alle Beteiligten über die Planungs-, Bau- und Nutzungsbeschreibungen der Sicherheitslösung.

Wer Interesse am „Muster-Sicherheitshandbuch im Bereich Brandwarnanlagen für Kindertagesstätten nach DIN VDE V 0826-2“ hat, kann eine E-Mail an [email protected] senden. Das Unternehmen setzt sich dann mit dem Interessenten in Verbindung und stellt das Handbuch zur Verfügung.


Oktober 2020 | Blitzeinschlag – das unkalkulierbare Risiko?  

Gemäß § 46 Musterbauordnung (MBO) sind bauliche Anlagen, bei denen nach Lage, Bauart oder Nutzung Blitzschlag leicht eintreten oder zu schweren Folgen führen kann, mit dauernd wirksamen Blitzschutzanlagen zu versehen. Diese abstrakte Formulierung, die in nahezu wortgleicher Form in zahlreichen Landesbauordnungen zu finden ist, führt bei der Anwendung in der beruflichen Praxis zunehmend zu Problemen. Bei Standardbauten und ungeregelten Sonderbauten gemäß MBO muss die Notwendigkeit einer Blitzschutzanlage im Einzelfall festgelegt werden. Dies fällt schwer, denn es existiert in der Bundesrepublik kein technisches Dokument, das als verlässliche Bewertungsgrundlage herangezogen werden kann. Insbesondere die Risikoanalyse gemäß DIN EN 62305-2 bzw. VDE 0185-305-2 gilt in Fachkreisen als umstritten. In der MBO wird zwischen zwei eigenständigen Anforderungen bezüglich der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Folgen des Blitzeinschlags unterschieden. Bereits einer der beiden Faktoren führt zur Notwendigkeit einer Blitzschutzanlage.

Blitzeinschlag - das unkalkulierbare Risiko | TÜV SÜD Akademie

Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Blitzschlags wird im Gesetzestext dahin gehend konkretisiert, dass damit die Lage, Bauart oder Nutzung der baulichen Anlage gemeint ist. Es sind somit vermutlich die baulichen Faktoren, der Bezug auf das umliegende Gelände und deren Höhenbezüge gemeint. Der zweite Teil stellt den Schaden eines Blitzeinschlags in den Fokus. Leider fehlt sowohl in der MBO als auch in den zugehörigen Erläuterungen eine abschließende Klarstellung, was damit genau gemeint ist. Das Abzielen auf die potenzielle Brandgefahr durch Blitzeinschlag wäre zu einfach – letztlich wären in diesem Fall alle baulichen Anlagen mit Blitzschutzanlagen auszustatten.

Genau aus diesem Grund werden in allen Gebäuden in Abhängigkeit von Gebäudeklasse und Nutzung verschiedenste Brandschutzvorkehrungen getroffen. Hinsichtlich der Brandausbreitung oder der Personenrettung ist es dabei völlig unerheblich, ob die konkrete Brandentstehung durch technischen Defekt, Fahrlässigkeit oder Blitzeinschlag verursacht wird. Allein die Brandentstehung dürfte daher nicht ohne weitere Analyse als schwerer Schaden zu bezeichnen sein. Es ist daher anzunehmen, dass ein schwerer Schaden in erster Linie bei baulichen Anlagen, deren Nutzung durch Umgang oder Lagerung von Stoffen mit Explosions- oder erhöhter Brandgefahr im Sinne § 2 Absatz 4 Nummer 19 MBO verbunden ist, unterstellt werden muss. Bei Regelbauten oder anderen Sonderbauten muss ein „schwerer Schaden“ bei Blitzeinschlag dagegen nicht unmittelbar befürchtet werden. Aus Blitzschlag können neben der Gefahr einer Brandentstehung auch Schäden für Personen (durch Direkteinschlag, Blitzüberschlag oder Spannungstrichter) resultieren. Aber auch in diesem Fall wäre nicht plausibel nachzuvollziehen, warum das Gefahrenpotenzial lediglich bei besonderen Gebäudenutzungen als schwerer Schaden anzusehen ist. Wären ernsthafte Verletzungen oder gar Todesfälle durch Blitzschlag grundsätzlich als schwerer Schaden zu betrachten, müsste folglich jedes Gebäude mit einer Blitzschutzanlage ausgestattet werden. Somit führt auch eine Bezugnahme auf Gesundheitsgefahren durch Blitzschlag nicht zu einer schutzzielbezogenen Bewertung.

Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass durch Blitzeinschlag auch indirekte Gefahren durch Beschädigungen von sicherheitstechnischen Anlagen und Einrichtungen befürchtet werden müssen. Da ein plötzlicher Ausfall der sicherheitstechnischen Infrastruktur in Abhängigkeit von der konkreten Gebäudenutzung erfolgen kann, wäre eine Bezugnahme auf derartige Auswirkungen eines Blitzschlags als schwerer Schaden naheliegend. Die vorgenannten Ausführungen machen deutlich, dass der Gesetzestext des § 46 MBO dringend einer konkretisierenden Erläuterung bedarf.

Brandschutzfachplanern und den prüfenden Instanzen fehlt derzeit eine nutzbare Bewertungsgrundlage, wann bauliche Anlagen mit einer Blitzschutzanlage auszustatten sind. Es ist zu befürchten, dass im Zuge zivilrechtlicher Auseinandersetzungen jede Gefahr eines Blitzeinschlags aufgrund der potenziellen Brand- oder Verletzungsgefahr unreflektiert als schwerer Schaden angesehen wird. Die aktuellen Ausführungen der MVV TB tragen gegenwärtig leider nicht zur Aufklärung bei. Mit Abschnitt A 2.1.15.2 MVV TB ist jedoch bereits die ideale Grundlage für eine weitergehende Erläuterung gegeben.

Quelle: Auszug aus dem Artikel „Blitzeinschlag – das unkalkulierbare Risiko“ von Dipl.-Ing. Matthias Dietrich, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 4.2020


Oktober 2020 | Bauprodukt Rauchwarnmelder  

Die Anforderungen an bestimmte Bauprodukte hat die EU-Kommission im Mandat M/109 an das Europäische Komitee für Normung CEN niedergelegt. Daraus erstellt das CEN mit der Bauproduktenrichtlinie harmonisierte Europäische Normen. Für Rauchwarnmelder gilt die harmonisierte Produktnorm EN 14604:2005, die als deutsche Fassung in der DIN EN 14604 vorliegt. Die technischen Anforderungen an ferninspizierbare Rauchwarnmelder sind mangels harmonisierter Norm in der DIN SPEC 91388 festgelegt. Die Anforderungen an Planung, Einbau, Betrieb und Instandhaltung von Rauchwarnmeldern werden in der Anwendungsnorm DIN 14676-1 beschrieben. Weil es sich um ein harmonisiertes Bauprodukt handelt, dürfen in Deutschland nur nach DIN EN 14604 zertifizierte Rauchwarnmelder auf den Markt gebracht und installiert werden. Die Norm legt im Anhang ZA acht „Wesentliche Merkmale“ für die Produkte fest:
  • Nennauslösebedingungen/-empfindlichkeit (Ansprechzeit) und Leistungsfähigkeit im Brandfall
  • Betriebszuverlässigkeit
  • Toleranz der Versorgungsspannung
Dauerhafte Betriebszuverlässigkeit der:
  • Ansprechverzögerung
  • Vibrationsfestigkeit
  • Feuchtigkeitsbeständigkeit
  • Korrosionsbeständigkeit
  • elektrischen Stabilität
Zur Überprüfung dieser „Wesentlichen Merkmale“ listet die Norm 29 Prüfverfahren auf, die von einer notifizierten Zertifizierungsstelle durchzuführen sind. Mittels Erst- und Folgeprüfungen werden auch der Fertigungsprozess und die Qualitätssicherung beim Hersteller kontrolliert. Nach positivem Prüfbericht erstellt der Hersteller je eine Konformitäts- und eine Leistungserklärung. Erstere bestätigt die Konformität mit den einschlägigen EU-Richtlinien, wie beispielsweise der BauPVO und der EMV-Richtlinie und listet die zum Nachweis der jeweiligen Konformität angewendeten Normen auf.

Rauchwarnmelder | TÜV SÜD Akademie

In der Leistungserklärung listet der Hersteller die Leistung des Rauchwarnmelders in Bezug auf die im Anhang ZA der DIN EN 14604 enthaltenen „Wesentlichen Merkmale“ auf. Da in der DIN EN 14604 keine Werte bzw. Stufen oder Klassen für Rauchwarnmelder festgelegt sind, steht dort bei Übereinstimmung mit den Anforderungen „erfüllt“ oder „bestanden“. Darüber hinaus kann und muss die CE-Kennzeichnung mit folgenden Mindestangaben am Bauprodukt angebracht werden:
  • Jahr des Inverkehrbringens
  • EN 14604:2005
  • Name/Handelszeichen und Adresse des Herstellers
  • Kennnummer des Produkttyps
  • Nummer der zum Produkt gehörenden Leistungserklärung
  • Kennnummer der notifizierten Stelle
  • Verwendungszweck: Brandschutz
Da in Deutschland keine weiteren bauaufsichtlichen Forderungen an Rauchwarnmelder gestellt werden, darf jeder Melder mit einer ordnungsgemäßen CE-Kennzeichnung auf den Markt gebracht und installiert werden.

Eine CE-Kennzeichnung reicht trotzdem nicht immer aus, die Eignung eines bestimmten Rauchwarnmelders für eine konkrete Einbausituation zu beurteilen. Der Hauptgrund dafür ist eine Besonderheit der BauPVO, die von der EU-Kommission festgelegt wurde und sinngemäß für alle Bauprodukte gilt. Danach bleibt es einem Hersteller von Rauchwarnmeldern – unabhängig von den Festlegungen in der eigentlich mit der BauPVO harmonisierten Norm DIN EN 14604 – selbst überlassen, für welche „Wesentlichen Merkmale“ eine Leistung erklärt wird. Für eine ordnungsgemäße CE-Kennzeichnung muss lediglich für mindestens ein Merkmal die Leistung geprüft und auf der Leistungserklärung vermerkt werden. Für alle anderen, nicht geprüften Merkmale ist dann „NPD“ (No Performance Determined) anzugeben. Damit bleibt trotz detaillierter Anforderungen der Norm DIN EN 14604 unklar, warum der Hersteller nicht alle „Wesentlichen Merkmale“ geprüft hat.

Grundsätzlich legt die europäische Produktnorm DIN EN 14604 lediglich die Mindestanforderungen an Rauchwarnmelder fest. Manche für einen langfristig störungsfreien und wirtschaftlichen Einsatz erforderlichen Eigenschaften werden gar nicht geprüft, wie beispielsweise der Stromverbrauch im Zusammenhang mit der Zuverlässigkeit von Langzeitbatterien.

Stellt eine bestimmte Einbausituation besondere Anforderungen, beispielsweise an Korrosionsbeständigkeit oder elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), ist die Eignung eines Rauchwarnmelders vom Fachplaner bzw. Installateur gesondert zu prüfen. Dazu ist im Regelfall ein genaues Studium der Datenblätter bzw. die Rücksprache mit dem Hersteller erforderlich.

Als Alternative zur aufwendigen Einzelprüfung steht für die einfache Erkennung von Qualitätsrauchwarnmeldern europaweit das freiwillige Prüfsiegel „Q“ zur Verfügung. Das seit dem Jahr 2012 vergebene Qualitätskennzeichen ergänzt die bestehenden Anforderungen der DIN EN 14604 und gilt ausschließlich für Geräte mit Zehnjahresbatterie. Rauchwarnmelder mit diesem Zeichen werden im Vergleich zur DIN EN 14604 nach deutlich höheren Anforderungen geprüft und zertifiziert, u.a. in Bezug auf elektromagnetische Abschirmung (EMV), Lagerfähigkeit, Temperaturschwankungen und Korrosionsbeständigkeit. Rauchwarnmelder mit „Q“-Zeichen eignen sich deshalb besonders für den Langzeiteinsatz. Die Zertifizierung erfolgt durch ein unabhängiges Prüfinstitut.

Tipp: Bilden Sie sich bei der TÜV SÜD Akademie weiter und erhalten Sie das Zertifikat "Fachkraft für Rauchwarnmelder nach DIN 14676 und für Kohlenmonoxidwarnmelder in Wohnräumen".

Quelle: Auszug aus dem Artikel „Bauprodukt Rauchwarnmelder“ von Thorsten Teichert, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 4.2020


Oktober 2020 | DIN EN 12259-14 (07-2020): Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen – Bauteile für Sprinkler- und Sprühwasseranlagen – Teil 14: Sprinkler für die Anwendung im Wohnbereich 

In dieser Norm sind Anforderungen an die Konstruktion und die Leistungsfähigkeit von Wohnraumsprinklern für die ausschließliche Verwendung in automatischen Sprinkleranlagen für den Wohn- und Hausgebrauch festgelegt. Des Weiteren sind die Prüfverfahren zur Bauartzulassung enthalten. Wohnraumsprinkler nach diesem Dokument öffnen, wenn sich bei Erwärmung der Zustand eines Elements ändert oder ein Glasfass zerspringt. Die Norm deckt weder repräsentative Brand- und andere Prüfungen für spezielle Sprinkler für besondere Brandgefahren ab, noch Brand- und andere Prüfungen für Sprinkler für handelsübliche und industrielle Sprinkleranlagen nach EN 12845. Deren Prüfanforderungen sind durch EN 12259-1 abgedeckt. Erarbeitet wurde diese Norm vom Technischen Komitee CEN/TC 191 "Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen", dessen Sekretariat von BSI (Vereinigtes Königreich) gehalten wird. Das zuständige deutsche Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NA 031-03-03 AA "Wasserlöschanlagen und Bauteile - SpA zu CEN/TC 191/WG 5 und WG 10" im DIN-Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW).


Oktober 2020 | Checkliste: Übersicht Rettungszeichen gemäß DIN EN ISO 7010 

Download Checkliste: Übersicht Rettungszeichen gemäß DIN EN ISO 7010

Quelle: Auszug aus Fachbuch „Brandschutz kompakt“ 2019/20, S. 144-145


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September 2020

September 2020 | Novelle der Bayerischen Bauordnung soll das Bauen vereinfachen

Mit der Neufassung der Bayerischen Bauordnung soll das Bauen im Freistaat in Zukunft leichter und schneller gehen. Der Ministerrat hat die Novelle am 23. Juni 2020 beschlossen, nun ist der Landtag am Zug.

Einer der Hauptpunkte der Novelle ist die sogenannte Genehmigungsfiktion. Damit sollen Bauvorhaben im Bereich des Wohnungsbaus deutlich schneller genehmigt werden können. Bayerns Bauministerin Kerstin Schreyer erklärt: "Wir machen es Bauherren so leicht wie möglich. Für die meisten geplanten Wohngebäude gilt künftig: Wenn sich die Baugenehmigungsbehörde drei Monate nach dem Einreichen des Bauantrags nicht meldet oder anders entscheidet, gilt der Antrag automatisch als genehmigt. Wir denken beim Bauen vom Menschen her und beschleunigen die Verfahren deswegen massiv."

Mit der Novelle der Bayerischen Bauordnung wird auch das Abstandsflächenrecht deutlich vereinfacht. Die Abstandsflächen werden auf 40 Prozent der Wandhöhe reduziert, in Gewerbe- und Industriegebieten sogar noch weiter. "Damit fahren wir den Flächenverbrauch stark zurück. Mir ist aber wichtig, dass das verträglich ist. Deshalb bleibt ein Mindestmaß von drei Metern. Gemeinden können wie bisher auch größere Abstandsflächen in einer Satzung festlegen", so Ministerin Schreyer.

Darüber hinaus wird das Bauen mit Holz erleichtert. Es kann künftig in allen Gebäudeklassen verwendet werden. Außerdem wird es für Bauherren günstiger. Die neue Bayerische Bauordnung sieht etwa vor, dass die Kommunen die Stellplatzpflicht flexibler regeln können, weil sie zum Beispiel alternative Mobilitätskonzepte berücksichtigen können. Für den Ausbau von Dachgeschossen ist künftig keine Genehmigung mehr nötig. Außerdem soll die Pflicht zum Einbau eines Aufzugs wegfallen, wenn der Aufwand dafür unverhältnismäßig groß wäre.

In der Bayerischen Bauordnung sind das Verfahrensrecht und die Sicherheitsanforderungen an bauliche Anlagen geregelt. Die Bauordnungsnovelle geht zurück auf den Wohnungsgipfel vom 11. September 2019. Sie berücksichtigt wesentliche Ergebnisse einer umfangreichen Abfrage unter den Verbänden des Wohnungsbaus, der Bauwirtschaft und der kommunalen Spitzenverbände sowie einer vom Bayerischen Landtag am 22. Oktober 2019 durchgeführten Expertenanhörung.

Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
www.stmb.bayern.de


September 2020 | VdS 2496 aktualisiert: Sichere Ansteuerung von Löschanlagen  

Elektrische Steuereinrichtungen für automatische Löschanlagen koordinieren und kontrollieren nicht nur das Löschen selbst, sondern oft auch Alarmierungseinrichtungen und Brandfallsteuerungen. Die Publikation für die sichere Planung und den Einbau der Ansteuerung von Feuerlöschanlagen (VdS 2496) wurden jetzt aktualisiert.

Die neuen VdS 2496 listen u.a. gerätespezifische Voraussetzungen für eine verlässliche Installation und bieten präzise Vorgaben für zuverlässige Kommunikation zwischen Brandmeldung und Löschanlage. Ein wichtiger Fokus liegt auf der 'Standard-Schnittstelle Löschen' sowie auf der Direktansteuerung von Alarmventilen in Sprinkler- und Sprühwasserlöschanlagen.

„Das komplette VdS-Wissen für die sichere Projektierung dieser Techniken komprimieren wir auf 41 Seiten“, erklärt Torsten Pfeiffer, VdS-Produktgruppenleiter für Brandmelde-/Alarmierungsanlagen und verantwortlich für die neue Richtlinien-Version. „Neu sind jetzt u.a. eine Funktionsmatrix zu delegierbaren Funktionen und die von unseren Partnern gewünschten Ergänzungen zum Thema `Feuerwehrbedienfeld und Löschanlage´. All das erweitert um Schemata sowie konkrete Vorgaben, was Errichter u.a. bei Gas-, Sprühwasser-, Schaum- und weiteren speziellen Löschanlagen beachten sollten.“

Die überarbeiteten Richtlinien VdS 2496, „Ansteuerung von Feuerlöschanlagen, Planung und Einbau“, sind im vds-shop.de erhältlich.


September 2020 | Merkblatt des bvfa zu Revisionseinrichtungen 

Die Fachgruppe "Ansteuerung" des bvfa Bundesverband Technischer Brandschutz e. V. hat ein neues Merkblatt erstellt, welches Informationen zu Funktionsprüfungen bei Gaslöschanlagen enthält.

Zur Wartung von Feuerlöschanlagen gehört nicht nur die Funktionsprüfung der Löschanlage selbst, sondern auch die Ansteuerung von Betriebsmitteln, um das ordnungsgemäße Zusammenspiel festzustellen und zu dokumentieren. Besonders dann, wenn Betriebsmittelansteuerungen zu Produktionsunterbrechungen (Maschinenabschaltungen) führen oder die Sicherheit der Einrichtungen gefährden (Klimaabschaltung in EDV Bereichen) werden die Prüfungen oftmals durch den Betreiber nicht zugelassen.

Um den Anforderungen aus Normen und Richtlinien jedoch entsprechen zu können, soll das bvfa Merkblatt Möglichkeiten zur technischen Umsetzung von Revisionseinrichtungen aufzeigen.

Aus dem Inhalt:
  • Anforderungen
  • Technische Ausführung des Revisionsschalters
  • Praktische Umsetzung bei den Wartungsarbeiten

Alle Merkblätter können kostenlos auf der Webseite des bvfa im Bereich Publikationen / Merkblätter, Positionspapiere, Informationen heruntergeladen werden.

Bundesverband Technischer Brandschutz e. V.
www.bvfa.de


September 2020 | DIN EN 12845 (05-2020): Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen – Automatische Sprinkleranlagen – Planung, Installation und Instandhaltung

Diese Europäische Norm legt Anforderungen fest und gibt Empfehlungen für die Planung, den Einbau und die Instandhaltung von ortsfesten Sprinkleranlagen in Gebäuden und Industrieanlagen. Sie legt Anforderungen an besondere Sprinkleranlagen fest, die für Maßnahmen zum Schutz des menschlichen Lebens wesentlich sind. Diese Europäische Norm umfasst die Klassifizierung von Gefahren, die Art der Wasserversorgungen, die zu verwendenden Bauteile, den Einbau und die Prüfung der Anlage, die Instandhaltung und Erweiterung bestehender Anlagen. Sie weist Konstruktionsdetails von Gebäuden aus, die für das ordnungsgemäße Funktionieren von Sprinkleranlagen nach dieser Europäischen Norm erforderlich sind. Diese Europäische Norm gilt nicht für Wasserversorgungen für andere als Sprinkleranlagen. Ihre Anforderungen können als Leitfaden für andere ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen verwendet werden, wobei vorausgesetzt wird, dass für andere Löschmittel besondere Anforderungen zu berücksichtigen sind. Diese Europäische Norm richtet sich an alle, die mit der Beschaffung, der Planung, dem Einbau, der Prüfung, der Überprüfung, die Anerkennung, dem Betreiben und der Instandhaltung von automatischen Sprinkleranlagen befasst sind, um sicherzustellen, dass diese Einrichtungen wie vorgesehen während ihrer gesamten Lebensdauer ordnungsgemäß arbeiten. Das Dokument wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 191 "Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen" erarbeitet, dessen Sekretariat von BSI gehalten wird. Das zuständige deutsche Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NA 031-03-03 AA "Wasserlöschanlagen und Bauteile - SpA zu CEN/TC 191/WG 5 und WG 10" im DIN-Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW). 


September 2020 | Checkliste: Abschottungen von Leitungen – Anforderungen nach MBO (2002/2016) 

Download Checkliste: Abschottungen von Leitungen - Anforderungen nach MBO

Quelle: Auszug aus Fachbuch „Brandschutz kompakt“ 2019/20, S. 189-190


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August 2020

August 2020 | Wirksamkeit von Sprachalarmanlagen (SAA)

Sprachalarmanlagen dienen im Fall einer Brandalarmierung zur Übertragung von Anweisungen an Besucher und Bedienstete. Die Wirksamkeit ist eng verknüpft mit der Sprachverständlichkeit der SAA. Die Sprachverständlichkeit ist ein wichtiges Planungskriterium und wird spätestens zur Inbetriebsetzung messtechnisch erfasst. Dieses Planungsziel zu erreichen muss nicht grundsätzlich eine technische und wirtschaftliche Herausforderung darstellen.

Sprachalarmanlagen werden zumeist dort ausgeführt, wo eine entsprechende Verordnung unter bestimmten Randbedingungen dies erfordert oder auch die Risikoanalyse zur brandschutztechnischen Gesamtbetrachtung eine Notwendigkeit zum Einsatz einer Sprachalarmanlage ergibt. So sind Sprachalarmanlagen oft in Versammlungsstätten, Verkaufsstätten, Schulgebäuden, Hotels, Flughäfen, Bahnhöfen und Verwaltungsgebäuden vorzufinden. Die bei Sprachalarmanlagen zur Übertragung eingesetzten Lautsprecher müssen gemäß DIN VDE 0833-4 Festlegungen für Anlagen zur Sprachalarmierung im Brandfall nach DIN EN 54-24 zertifiziert sein.

Für die meisten Beschallungsaufgaben stellt diese Voraussetzung keine Einschränkung mehr dar, weil für annähernd jede typische Raumsituation die dazu passenden Lautsprecher von den Herstellern zertifiziert wurden. Dies suggeriert also schon, dass es nicht einen Standardlautsprecher gibt, um sämtliche Beschallungsaufgaben zu lösen, sondern eine auf verschiedene Randbedingungen zugeschnittene Beschallungslösung geplant und später ausgeführt werden muss. Diese verschiedenen Randbedingungen werden vorwiegend durch die Dimension der zu beschallenden Räume, durch die im jeweiligen Raum vorherrschenden akustischen Bedingungen, durch die zu erwartenden Störgeräusche und durch die geometrischen und strukturellen Gegebenheiten im jeweiligen Raum definiert.

An dieser Stelle mögen die architektonischen Anforderungen ebenfalls unter den Randbedingungen der geometrischen und strukturellen Gegebenheiten einsortiert werden. Praktisch betrachtet heißt dies also, dass die Lautsprecher oftmals nicht an die eigentlich akustisch optimalen Positionen gebracht werden können, da diese unter Umständen architektonisch nicht akzeptabel sind oder die statischen Bedingungen eine Montage von Lautsprechern nicht ermöglichen. Gemeinsam mit den raumakustischen Randbedingungen, die als Nachhallzeit definiert werden können, und den zu erwartenden Störgeräuschen ergibt sich sodann die eigentliche Aufgabenstellung.

Dabei ist es also erforderlich, planerisch festzulegen, welche Lautsprecher mit welchem Funktionsprinzip und welcher Wirkungsweise wo positioniert und ausgerichtet werden. Auch die elektroakustische Ansteuerung und die Einspeisung mit mehreren Stromkreisen (z.B. bei der Forderung der Sicherheitsstufe II) sind dabei zu berücksichtigen. In der DIN 14675 Brandmeldeanlagen – Teil 1: Aufbau und Betrieb ist in der Phase der Planung die Festlegung des Wirkungsumfangs auf der Basis identifizierbarer Risiken und bekannter Randbedingungen vorzunehmen. Ebenso ist definiert, dass die planerischen Anforderungen nach DIN VDE 0833-4 erfüllt werden müssen. Demnach ist die Planung der SAA mit besonderem Fokus auf deren Wirksamkeit unter Berücksichtigung aller Randbedingungen vom zertifizierten Fachplaner aufzustellen.

Tipp: Bilden Sie sich bei der TÜV SÜD Akademie weiter und erhalten Sie das Zertifikat "Verantwortliche Person für Sprachalarmanlagen nach DIN 14675 und nach DIN EN 16763".

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Wirksamkeit von Sprachalarmanlagen (SAA)“ von Dipl.-Ing. Andreas Simon, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 3.2020.


August 2020 | Brandschutz für stationäre Lithium-Ionen-Batterien  

Lithium-Ionen-Batterien bieten eine hohe Energiedichte auf kleinem Raum und kommen in immer mehr Gebäuden zum Einsatz. Aus guten Gründen arbeiten sie deshalb in stationären elektrischen Energiespeichern, wie sie im Zuge der Energiewende in immer mehr Gebäuden und Infrastrukturen zum Einsatz kommen. Doch bringen diese positiven Eigenschaften auch charakteristische Brandrisiken mit sich. Ein vom VdS anerkanntes anwendungsspezifisches Schutzkonzept für stationäre Lithium-Ionen-Batterie-Energiespeichersysteme ist eine Möglichkeit, die Herausforderung zu begrenzen.

Brandschutz Lithium-Ionen Batterien

Jede Lithium-Ionen-Batteriezelle besteht aus zwei Elektroden, der negativen Anode und der positiven Kathode. Sie sind durch einen Separator getrennt. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist das ionenleitende Elektrolyt. Allerdings birgt dieses erfolgreiche und i.d.R. auch sichere Funktionsprinzip einige bauartbedingte Risiken. So erzeugen die Batteriezellen eine große Menge chemischer Energie auf kleinem Raum und haben einen geringen Abstand zwischen den Elektroden (Separatorschicht typisch ≈ 30 μm). Gleichzeitig sind die eingesetzten Elektrolyten typischerweise brennbar bzw. leicht entzündlich. Ein Batteriemanagementsystem (BMS) übernimmt deshalb neben der Steuerung sowie Überwachung des Ladezustands auf Zellen- und Systemebene auch das Temperaturmanagement beim Laden und Entladen. So soll sichergestellt werden, dass die Zelle im definierten sicheren Betriebsbereich gehalten wird.

Thermal Runaway als Gefahrenszenario
Wird der sichere Temperaturbereich überschritten, kann es zu einem sog. Thermal Runaway kommen, was im deutschen Sprachbereich auch als thermisches Durchgehen bezeichnet wird. Bei einem Runaway wird in der Batterie gespeicherte Energie schlagartig freigesetzt, und die Temperatur steigt innerhalb von Millisekunden auf mehrere 100 °C an. Das Elektrolyt entzündet sich bzw. das Elektrolytgas explodiert. Im Zuge der Entwicklung eines Thermal Runaway verdampft das Elektrolyt mit ansteigender Temperatur sukzessive. Dadurch baut sich der Innendruck in der Zelle immer weiter auf, bis der Elektrolytdampf entweder über ein Überdruckventil oder durch das Bersten der Hülle freigesetzt wird. Ohne Gegenmaßnahmen kann dabei ein explosives Gas-Luft-Gemisch entstehen. Eine Zündquelle reicht dann aus, um eine explosionsartige Verbrennung herbeizuführen. Zudem kann sich ein Thermal Runaway in einem Batteriesystem von Zelle zu Zelle ausbreiten und so zu einem Großbrand führen.

Eine Thermal-Runaway-Ausbreitung vermeiden
Wie Versuche im Brandlabor an Lithium-Ionen-Batterien unterschiedlichster Zellchemien gezeigt haben, kündigt sich ein Thermal Runaway schon vor dem eigentlichen thermischen Durchgehen an. Ein zuverlässiger Indikator ist das ausgasende Elektrolyt. Sobald also ein Elektrolytgas auftritt, ist mit einem Thermal Runaway zu rechnen. Es bleibt dann aber noch genügend Zeit, um automatisch geeignete Gegen- bzw. Löschmaßnahmen auszulösen. Das heißt zum einen: Löschmittel in ausreichender Konzentration in den Batterieraum einzubringen, bevor der Separator der ersten Batteriezelle ausfällt, zum anderen über das Batteriemanagementsystem die Abschaltungen vorzunehmen, die die Entwicklung eines Runaways durch Überladung oder Überlast möglicherweise noch stoppen können. Die schnelle Flutung des Batterieraums mit dem Löschmittel verhindert, dass große Mengen an explosivem Elektrolyt-Sauerstoff-Gemisch entstehen und dass die Ausprägung eines ersten Thermal Runaway verringert sowie das Übergreifen auf benachbarte Batteriezellen gehemmt wird. Sekundärbrände und – durch eine langanhaltende Inertisierung – auch Rückzündungen sind ausgeschlossen.

Fazit
Lithium-Ionen-Batterien bergen charakteristische Brandrisiken. Ein anwendungsspezifisches Schutzkonzept kombiniert frühestmögliche Branderkennung mit leistungsfähigen Ansaugrauchmeldern und Inertgaslöschanlagen.
Eine sehr frühe Flutung mit dem Löschmittel verhindert die Bildung großer Mengen explosiver Elektrolyt-Sauerstoff-Gemische, reduziert die Ausprägung eines ersten Thermal Runaway, hemmt das Übergreifen solcher Runaways auf andere Batterien und vermeidet Sekundärbrände sowie Rückzündungen. Mithilfe eines solchen Schutzkonzepts, sind stationäre Lithium-Ionen-Batteriespeichersysteme ein beherrschbares Risiko.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Brandschutz für stationäre Lithium-Ionen-Batterien“ von Dipl.-Ing. Gerd Hülsen, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 3.2020.


August 2020 | Risikoeinstufung bei der Berufshaftplicht im Brandschutz 

Wenn die Frage nach dem Haftungsrisiko für Architekten, Ingenieure, Fachplaner, Gutachter und (Prüf-)Sachverständige aufkommt, wird immer Bezug auf die einschlägigen Rechtsgrundlagen genommen:
  • Werkvertragsrecht nach § 631 ff BGB für die Architekten- und Ingenieurverträge,
  • VOB/B Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen,
  • HOAI Honorarordnung für Architekten und Ingenieure und
  • die jeweiligen Landesbauordnungen.

An der Vielzahl der Beteiligten und Rechtsgrundlagen ist schon erkennbar, dass Haftungsfragen beim Brandschutz komplex sein können und nicht immer von allen Beteiligten im Vorhinein sicher abschätzbar sind. Wer schuldet also wem eine mangelfreie Leistung auf der Basis welcher Rechtsgrundlagen, und welche Haftung lässt sich daraus für die Beteiligten ableiten? Die planenden Architekten/ Ingenieure müssen sich bewusst sein, dass die rechtliche Grundlage ihres Handelns und der daraus resultierenden Pflichten und Verantwortlichkeiten i.d.R. ein Werkvertrag gemäß § 631 BGB ist.

Dieser ist im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass der Auftragnehmer anstatt seiner bloßen Tätigkeit den Erfolg schuldet. Mit anderen Worten: Derjenige, der einen Werkvertrag schließt, muss sich über das Risiko der damit verbundenen Erfolgsschuld im Klaren und der konkreten Auswirkungen bewusst sein.

Berufshaftpflicht Brandschutz

Die Berufshaftpflichtversicherung

Jeder Architekt, Ingenieur, Gutachter oder Sachverständige haftet für etwaige Schäden Dritter, die aus seinem Tun und/oder Unterlassen resultieren, persönlich und unbegrenzt. Somit kann es durchaus zu existenzbedrohenden Schadenersatzansprüchen kommen. Eine Versicherung, die vor den Folgen einer fehlerhaften Leistung schützt, kann daher sinnvoll sein und ist zum Teil gesetzlich vorgeschrieben (s.u.). Zusätzlich schützt eine in dieser Versicherung enthaltene „passive Rechtsschutzfunktion“ vor unberechtigten Schadenersatzansprüchen.

Denn der Versicherer prüft grundsätzlich zunächst die Haftung und fungiert somit quasi als ausgelagerte Rechtsabteilung. Die deutsche Versicherungswirtschaft klassifiziert bei der Berufshaftpflichtversicherung für Architekten, Bauingenieure, Beratende Ingenieure, Gutachter und Sachverständige verschiedene Risikogruppen. Diese Klassifizierung dient der Beitragsfindung und der Beitragsgerechtigkeit. Je höher die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines potenziellen Haftungsrisikos und je höher die daraus resultierenden Schadenersatzansprüche sind, desto höher fällt der Beitrag für die Berufshaftpflichtversicherung aus. Architekten, Generalplaner sowie Bauingenieure, die bauvorlageberechtigt sind, werden aufgrund der ihnen zuzuordnenden gesamtschuldnerischen Haftung in die höchste Risikogruppe eingestuft. Daher sehen die Landesbauordnungen auch eine Pflicht zum Abschluss und Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung für die bauvorlageberechtigten Personen vor. Ihnen folgen die Baugrundgutachter/Geologen, die Ingenieure im Maschinen- und Anlagenbau sowie die Umweltingenieure. Die dritte Risikogruppe ist die umfangreichste. In ihr finden sich alle sonstigen Beratenden Ingenieure wieder, also z.B. Statiker/Tragwerksplaner, Ingenieure für die technische Gebäudeausrüstung, Straßen- und Tiefbauplaner, Ingenieure im Brückenbau, Vermessungsingenieure und auch Ingenieure und Sachverständige für den vorbeugenden Brandschutz. Die vierte Gruppe mit dem niedrigsten Risiko sind die Bausachverständigen, Gutachter für Bauschäden sowie alle hoheitlich tätigen Prüfsachverständigen und Prüfingenieure. Brandschutzplaner, -gutachter und -sachverständige werden oftmals im Haftungsrisiko, aber auch in der Höhe der möglichen Schadenersatzansprüche mit vielen Berufskollegen gleich- gestellt – oder auch negativ gesagt: in einen Topf geworfen. Bei näherer Betrachtung wird dabei jedoch nicht berücksichtigt, dass diese Gruppen zwar planerisch und bauleitend tätig sind, aber auch viele Leistungen erbringen, die eindeutig dem Bereich der Gutachter und Sachverständigen zuzuordnen sind.

Genau da setzen differenzierte Versicherungslösungen mit einer Einstufung für die Architekten, Ingenieure, Gutachter und Sachverständigen für den vorbeugenden Brandschutz an, die dem tatsächlichen Haftungsrisiko dieser Gruppe gerecht werden.
Die Beitragsberechnung der Berufshaftpflichtversicherung orientiert sich grundsätzlich am Jahreshonorarumsatz. Dabei wird der Beitragssatz je 1.000 Euro Umsatz durch die folgenden Größen beeinflusst:
  • die Höhe der Deckungssummen für Personen-, Sach- und Vermögensschäden bis zu der der Versicherer je Schadenfall maximal Schadenersatz leistet,
  • die Höhe der vertraglichen Selbstbeteiligung, die der Versicherungsnehmer je Schadenfall trägt, und
  • die Vertragsdauer.

Dieses Sonderkonzept berücksichtigt zusätzlich, wie hoch die Anteile der Jahresleistungen im Bereich „Hohes Risiko“ und „Niedriges Risiko“ sind. Je mehr Umsatz durch Leistungen aus dem Bereich „Niedriges Risiko“ erzielt wird, desto höher werden die Nachlässe, die gewährt werden.

Bis zu 30 % zusätzlicher Rabatt auf den Beitragssatz können so erzielt werden. Positiv ist, dass der Risikobeitrag grundsätzlich nicht teurer, sondern ausschließlich günstiger werden kann. Es werden also keine Risikozuschläge erhoben, wenn ein Brandschutzplaner ausschließlich Leistungen aus dem Bereich „Hohes Risiko“ erbringt.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Risikoeinstufung bei der Berufshaftpflicht im Brandschutz“ von Matthias Wendt, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 3.2020.


August 2020 | DIN EN 1363-1 (05-2020): Feuerwiderstandsprüfungen Teil 1 – Allgemeine Anforderungen

Diese Europäische Norm stellt allgemeine Grundsätze für die Bestimmung der Feuerwiderstandsdauer von verschiedenartigen Bauteilen auf, die unter genormten Bedingungen dem Feuer ausgesetzt werden. Alternative und ergänzende Verfahren zur Erfüllung besonderer Anforderungen sind in EN 1363-2 angegeben. Alle Europäischen Normen zur Feuerwiderstandsprüfung folgen dem Prinzip, dass Aspekte und Durchführungen, die für alle spezifischen Prüfverfahren gemeinsam gelten, zum Beispiel die Temperaturzeitkurve, in diesem Prüfverfahren festgelegt sind. Gilt für viele spezifische Prüfverfahren ein gemeinsames Prinzip während jedoch die Details in Abhängigkeit vom zu prüfenden Bauteil variieren, (zum Beispiel die Messung der Temperatur auf der unbeflammten Seite), dann ist dieses Prinzip in der vorliegenden Norm enthalten, die Details sind jedoch im spezifischen Prüfverfahren angegeben. Sind bei einem bestimmten spezifischen Prüfverfahren bestimmte Aspekte der Prüfung für dieses Prüfverfahren einmalig, zum Beispiel die Prüfung der Leckrate bei Brandschutzklappen, dann sind im vorliegenden Dokument keine Details enthalten. Dieses Dokument wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 127 "Baulicher Brandschutz" erarbeitet, dessen Sekretariat vom BSI (Vereinigtes Königreich) gehalten wird. Im DIN-Normenausschuss Bauwesen (NABau) war hierfür der Arbeitsausschuss NA 005-52-02 AA "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Bauteile" zuständig. 


August 2020 | Checkliste: Bauprodukte/Bausätze und Bauarten gemäß MBO (2002/2016)

Download Checkliste: Bauprodukte/Bausätze und Bauarten gemäß MBO (2002/2016) 

Quelle: Auszug aus Fachbuch „Brandschutz kompakt“ 2020/21, S. 170-171


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Juli 2020

Juli 2020 | Aufgaben des Brandschutzbeauftragten im betrieblichen Brandschutz

Was gehört zu den Aufgaben des Brandschutzbeauftragten und wie kann dieser den Arbeitgeber in dessen Verantwortung unterstützen und entlasten?

Der betriebliche Brandschutz umfasst alle Brandschutzmaßnahmen, die ein Betrieb oder Unternehmen in Bezug auf sein Grundstück und Betriebsgebäude trifft. Verantwortlich ist der Arbeitgeber oder Unternehmer, der Betriebsleiter oder der Behördenleiter.
Zur Minimierung von Brandrisiken müssen bauliche, technische und organisatorische Brandschutzmaßnahmen ausgewählt und aufeinander abgestimmt werden. Dies sind z. B. verfahrenstechnische Sicherheitsmaßnahmen, die Beschaffung, Wartung und Kontrolle baulicher und anlagentechnischer Brandschutzeinrichtungen, die Unterweisung von Beschäftigten im Brandschutz oder gar die Aufstellung betrieblicher Brandschutzkräfte (Räumungshelfer, Brandschutzhelfer). Die Gliederung des Brandschutzes richtet sich nach der Art der getroffenen Maßnahmen:
  • Baulicher Brandschutz: Der bauliche Brandschutz beinhaltet bautechnische Maßnahmen zum Schutz vor Bränden und deren Auswirkungen bzw. zur Rettung im Brandfall, wie z. B. Brandwände, Brandschutztüren, Rauchabzüge und Fluchtwege.
  • Anlagentechnischer Brandschutz: Der anlagentechnische Brandschutz beinhaltet technische Maßnahmen zur Brandvermeidung, -erkennung oder -bekämpfung, wie z. B. Absaugeinrichtungen, Brandmeldeanlagen, Löschanlagen und -geräte.
  • Organisatorischer Brandschutz: Der organisatorische Brandschutz beinhaltet alle administrativen und organisatorischen Maßnahmen zur Verhinderung von Bränden und zur Brandbekämpfung und Rettung im Brandfall, wie z. B. Notfallpläne, Ausbildung der Mitarbeiter, Ablauf- und Verantwortungsstrukturen.

Der Brandschutzbeauftragte ist ein wesentlicher Unterstützer des Unternehmers bei dessen Erfüllung der Vorgaben im betrieblichen Brandschutz. Diese Unterstützung ist in der vfdb-Richtlinie 12-09/01:2014-11 näher beschrieben.
Unter die Aufgaben des Brandschutzbeauftragten fallen unter anderem folgende Beratungs- und Unterstützungstätigkeiten:
  • Erstellen/Fortschreiben der Brandschutzordnung (Teile A, B, C)
  • Mitwirken bei Beurteilungen der Brandgefährdung an Arbeitsplätzen
  • Beraten bei feuergefährlichen Arbeitsverfahren und beim Einsatz brennbarer Arbeitsstoffe
  • Mitwirken bei der Ausarbeitung von Betriebsanweisungen, soweit sie den Brandschutz betreffen
  • Mitwirken bei der Umsetzung des Brandschutzkonzeptes
  • Planen, Organisieren und Durchführen von Räumungsübungen
  • Teilnehmen an behördlichen Brandschauen und Durchführen von internen Brandschutzbegehungen
  • Kontrollieren der Sicherheitskennzeichnungen für Brandschutzeinrichtungen und für die Flucht- und Rettungswege
  • Überwachen der Benutzbarkeit von Flucht- und Rettungswegen
  • Organisation der Prüfung und Wartung von brandschutztechnischen Einrichtungen
  • Dokumentieren aller Tätigkeiten im Brandschutz
Gliederung des Brandschutzes

Tipp: Zur weiteren Vertiefung des Themas, empfehlen wir Ihnen unsere Seminare Brandschutzbeauftragter gemäß vfdb-Richtlinie 12/09-01.

Auszug aus „Betrieblicher Brandschutz Aktuell – Der Infoservice für organisatorischen Brandschutz und Arbeitssicherheit“, Ausgabe 01.2020, Beitrag von Dipl.-Ing. Uwe Wiemann, herausgegeben von FeuerTrutz Network.


Juli 2020 | Einsatz von Löschdecken nach DIN EN 1869 

Löschdecken können in gewissen Situationen bei der Bekämpfung von Entstehungsbränden unterstützen. Dieser Beitrag gibt einen kurzen Überblick über die Inhalte, die in der neuen Norm benannt sind.
Im Oktober 2019 ist die überarbeitete DIN EN 1869 „Löschdecken“ erschienen. Diese ersetzt die DIN EN 1869:2001-01. Dabei wurden umfangreiche Änderungen und Ergänzungen der Norm vorgenommen, um den Einsatz von Löschdecken besser zu spezifizieren. Zudem wurden die Prüfungsbedingungen zur Zulassung von Löschdecken überarbeitet und ergänzt.

Inhalte der DIN EN 1869
In der DIN werden Anforderungen an Löschdecken und deren Aufbewahrung festgelegt. Löschdecken helfen bei der Bekämpfung kleiner Brände in der Entstehungsphase. Zwar ist es möglich, dass sie bei längerem Kontakt mit Flammen ebenfalls brennen, doch in der Entstehungsphase von Bränden erfüllen sie dennoch ihren Zweck. Die Löschdecke erstickt kleine Brände und begrenzt das Risiko, dass die Verwender einen elektrischen Schlag erleiden, wenn Brände von elektrischen Geräten bekämpft werden. Die Norm schränkt den Anwendungsbereich ein, indem nur Löschdecken betrachtet werden, die einmalig durch einzelne Personen verwendbar sind.

Die DIN stellt Anforderungen an
  • Ausführung (Beschaffenheit, Handhaltevorrichtungen, Größe, Gewicht und Aufbewahrung),
  • Brandverhalten,
  • Kennzeichnung sowie
  • den Mindestinhalt des Prüfberichtes für jede geprüfte Löschdecke.

Im Anhang der DIN werden
  • die Prüfbedingungen,
  • die Prüfung des elektrischen Widerstands,
  • die Prüfung des Brandverhaltens bei Speiseölbrand und
  • die Prüfung des Brandverhaltens bei Heptan-Brand vorgegeben.

Auszug aus „Betrieblicher Brandschutz Aktuell – Der Infoservice für organisatorischen Brandschutz und Arbeitssicherheit“, Ausgabe 01.2020, Beitrag von Dipl.-Ing. Uwe Wiemann, herausgegeben von FeuerTrutz Network.


Juli 2020 | Reaktive Brandschutzbeschichtungen und Brandschutzsysteme

Unter reaktiven Brandschutzbeschichtungen werden Beschichtungen verstanden, die bei Temperatureinwirkung reagieren und dann eine schaumartige Schutzschicht bilden. Je nach Schichtdicke und Untergrund können so unterschiedliche Feuerwiderstandsdauern realisiert werden.
Da die Produkte, z.B. auf Stahl, mit einer Grundierung und einem Decklack kombiniert werden, spricht man auch von "reaktiven Brandschutzsystemen", da die brandschutztechnische Schutzwirkung nur in dem System nachgewiesen wurde.
Die Systeme unterscheiden sich hinsichtlich der Anwendung im Innen- und Außenbereich, da diese Systeme auf Feuchtigkeit im Endanwendungszustand sensibel reagieren können. Die bekannten Systeme sind auf Lösemittel- oder Wasserbasis hergestellt. Sie können im Streich-, Roll- oder Airless-Spritzverfahren aufgebracht werden.
Vorteile der Beschichtungen sind, dass sie relativ dünn aufgetragen werden und so auch das gestalterische Element der Bauteile hervortreten lassen können. So kann Brandschutz und Gestaltung sehr gut in Einklang gebracht werden. Sie stellen allerdings auch eine in brandschutztechnischer Hinsicht sehr anspruchsvolle Aufgabe dar, sodass die Arbeiten nur von Hersteller speziell geschulten Fachfirmen vorgenommen werden dürfen.

Anwendung auf Stahlbauteilen
Stahl verliert bei ca. 500 °C seine Tragfähigkeit. Bei einer geringeren statischen Ausnutzung steigt diese kritische Temperatur an, d.h. es sind auch höhere Temperaturen am Stahlbauteil zulässig. Im Allgemeinen liegen den deutschen Nachweisen jedoch die 500 °C zugrunde.
Zur Anwendung von reaktiven Brandschutzsystemen auf Stahlbauteilen stehen zwei Nachweismöglichkeiten zur Verfügung. Zum einen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung in Kombination mit einer allgemeinen Bauartgenehmigung (aBG) und alternativ eine Europäisch Technische Bewertung (ETA) in Verbindung mit einer aBG.
Die erreichte Feuerwiderstandsdauer hängt von dem vorhandenen Stahlprofil und der daraus für die Feuerwiderstandsdauer erforderlichen Schichtdicke ab. Bei ein und derselben Feuerwiderstandsdauer variiert die Schichtdicke.
Zur Bestimmung der erforderlichen Schichtdicke ist die Berechnung des U/A-Wertes erforderlich. Dieser Wert kennzeichnet das Verhältnis von Umfang zur Querschnittsfläche des Stahlbauteils. Dabei sind die beflammten Umfangflächen zu betrachten. Wenn z.B. auf einem Stahlträger eine Betonplatte aufliegt, werden nur die frei sichtbaren Flächen berücksichtigt. In DIN 4102-4 sind Berechnungsformeln sowie vereinfachte Ansätze zur Berechnung vorhanden. Es gilt, dass geringe U/A-Werte ein massiges, schweres Bauteil darstellen, während hohe U/A-Werte filigrane und leichte Querschnitte abbilden. Mit steigendem U/A-Wert verringert sich die eigene Feuerwiderstandsfähigkeit des Bauteils, sodass die Brandschutzmaßnahme einen höheren Anteil übernehmen muss. Bei den reaktiven Systemen äußert sich dieses durch größer werdende Schichtdicken der reaktiven Komponente.

Reaktive Brandschutzbeschichtung Stahlbauteile

Reaktive Brandschutzsysteme auf anderen Untergründen
Es gibt reaktive Brandschutzsysteme, die auch auf anderen Untergründen als Stahl angewendet werden dürfen. Hierbei handelt es sich z.B. um reaktive Systeme auf Holz. Diese führen aber nicht zu einer Feuerwiderstandsdauer, sondern meist zu einer Verbesserung des Brandverhaltens des Baustoffs von normalentflammbar zu schwerentflammbar. Hierdurch können Hölzer, die mit einer Schutzschicht versehen sind, in Bereichen verwendet werden, in denen "schwerentflammbare" Oberflächen vorgeschrieben sind.
Für Beton gibt es Ansätze zur Verbesserung der Feuerwiderstandsdauer. Allerdings ist hier zu berücksichtigen, dass beim Beton bei ca. 100 °C das enthaltene Wasser ausgetrieben wird, was der Wirkungsweise eines reaktiven Systems entgegensteht. Diese Systeme benötigen höhere Temperaturen, um die Schutzwirkung entfalten zu können. Für Aluminiumtragwerke starten auf europäischer Ebene gerade die Vorbereitungen für ein Normungsprojekt, um den Feuerwiderstand mit einer reaktiven Beschichtung zu erhöhen.

Zusammenfassung
Reaktive Brandschutzsysteme für tragende Bauteile stellen eine Möglichkeit dar, bei filigranen Konstruktionen die bauordnungsrechtlichen Schutzziele sicherzustellen. Die Anwendung ist komplex, sodass hohe Anforderungen an die auf der Baustelle verarbeitenden Unternehmen gestellt werden.
Der Hauptanwendungsfall sind Stahlbauteile, da auf diesem Untergrund nennenswerte Steigerungen der Feuerwiderstandsfähigkeit erzielt werden können. Aber auch auf anderen Untergründen können brandschutztechnische Verbesserungen erzielt werden.
In Deutschland werden parallel Kombi-Bescheide mit Regelungen zum Produkt und zur Anwendung des Produktes auf rein deutscher Basis sowie reine allgemeine Bauartgenehmigungen für Produkte mit Regelungen nach einer ETA vorhanden sein.
Auszug aus „Reaktive Brandschutzbeschichtungen / Brandschutzsysteme“ in der Online-Reihe „Brandschutz Basics“, Beitrag von Thorsten Mittmann, veröffentlicht von FeuerTrutz Network.

Den kompletten Beitrag finden Sie hier.


Juli 2020 | DIN EN 54-3 (11-2019) Brandmeldeanlagen Teil 3 – Feueralarmeinrichtungen – Akustische Signalgeber

Diese Europäische Norm legt die Anforderungen, Prüfverfahren und Leistungskriterien für akustische Signalgeber, einschließlich Sprachsignalgeber, fest, die in einer ortsfesten Installation für die Abgabe einer akustischen Warnung von einer Brandmeldeanlage an die Personen im Gebäude vorgesehenen sind (siehe EN 54-1:2011). Diese Europäische Norm sieht die Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit (AVCP) von akustischen Signalgebern nach dieser EN vor. Diese Europäische Norm ist nicht dafür vorgesehen Folgendes abzudecken: a) Lautsprechereinrichtungen, die primär für die Aussendung von Alarmdurchsagen vorgesehen sind, die in externen Audioquellen erzeugt werden; b) Statustongeber, die zum Beispiel innerhalb von Brandmelderzentralen vorgesehen sind.


Juli 2020 | Checkliste: Fristen nach VOB/B nach Ausgabe 2016 - Teil 3

Download Checkliste: Fristen nach VOB/B nach Ausgabe 2016

Quelle: Auszug aus Fachbuch "Brandschutz kompakt" 2020/21, S. 166-168


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Juni 2020

Juni 2020 | Sichere Treppenräume in Gebäuden unterhalb der Hochhausgrenze mit Druckbelüftungsanlagen (VDMA Informationsblatt Nr. 10)

Grundsätzlich ist das Konzept „Zwei Rettungswege als Grundprinzip der Personenrettung“ gesetzlich vorgeschrieben. Es gibt jedoch auch Ausnahmen für Neu und Bestandsbauten, in denen kein zweiter Rettungsweg vorhanden ist. Dieser ist nicht erforderlich, wenn die Rettung über einen sicher erreichbaren Treppenraum möglich ist, in den Feuer und Rauch nicht eindringen können. Solche Treppenräume werden als Sicherheitstreppenräume bezeichnet und können außenliegend oder innenliegend ausgeführt werden.
Die Publikation beschreibt unterschiedliche Lösungsansätze für innenliegende Treppenräume unterhalb der Hochhausgrenze (nach Muster- Hochhaus- Richtlinie) in Neu­ und Bestandsbauten, wenn ausschließlich nur ein Rettungsweg gegeben ist. Dabei werden mögliche Erleichterungen für druckbelüftete Sicherheitstreppenräume unterhalb der Hochhausgrenze sowie mögliche Erleichterungen im Bestand beleuchtet. Zudem wird beschrieben, was in den Brandschutznachweis gehört und was bei Erstprüfung, Wiederholungsprüfung und Wartung zu beachten ist.

Link zum Informationsblatt


Juni 2020 | Aufbau eines Brandmelde- und Alarmierungskonzeptes

Nach DIN 14675-1 ist grundsätzlich der Auftraggeber einer Brandmeldeanlage (BMA) für die Erstellung des BMA-Konzeptes sowie für die Vollständigkeit und Genauigkeit der Dokumentation verantwortlich. Für diese Aufgaben kann er eine Fachfirma beauftragen. Die Konzeptersteller müssen „genügend theoretische und praktische Kenntnisse“ besitzen. Die Norm legt in der Phase Brandmelde- und Alarmierungskonzept fest, dass die Schutzziele für die Brandmeldeanlagen (BMA) bzw. Sprachalarmierungsanlagen (SAA) „unter Berücksichtigung behördlicher Auflagen, dem Brandrisiko, der Brandgefährdung, der Umweltbedingungen, der baulichen und betrieblichen Gegebenheiten, der Alarmorganisation und möglicher Störgrößen aus dem Brandschutzkonzept entnommen werden.“ In Kapitel 5 der Norm sind als Mindestanforderungen Schutzziele, Schutzumfang der Überwachung, Alarmierung und Alarmorganisation aufgeführt. Folgende Schutzziele müssen mindestens erreicht werden:

  • Entdeckung von Bränden in der Entstehungsphase;
  • schnelle Information und Alarmierung der betroffenen Menschen inklusive Anforderungen an die Barrierefreiheit;
  • automatische Ansteuerung von Brandschutz- und Betriebseinrichtungen, sofern vorhanden;
  • schnelle Alarmierung der Feuerwehr und/oder anderer hilfeleistender Stellen;
  • eindeutiges Lokalisieren des Gefahrenbereiches und dessen Anzeige.

Für die BMA sind unter anderem und je nach Objekt folgende Festlegungen zu berücksichtigen:
  • Sicherungsbereiche und Überwachungsumfang
  • Alarmierungsbereiche: Art und Umfang der Alarmierung
  • Steuerungen brandschutzrelevanter Systeme und Einrichtungen sowie von Betriebseinrichtungen
  • hilfeleistende Kräfte des Betreibers, Alarmpläne
  • Alarmierung der Feuerwehr
  • Feuerwehrpläne, Anfahrtsmöglichkeit von Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr
  • Gebäude- bzw. Raumnutzung sowie Angaben über Täuschungsgrößen
  • Feststellung gefährlicher und explosionsgefährdeter Bereiche

Die Alarmorganisation nach DIN 14675-1 muss unter anderem enthalten:
  • die Räumungsanweisungen bzw. die Art der Räumung im Brandfall
  • die Pflichten und Verantwortlichkeiten der Mitarbeiter
  • die Art und Weise, wie die Personen, die sich im Gebäude befinden, über den Brandfall informiert werden
  • die Erfordernisse und Maßnahmen zur Lokalisierung des Brandes
  • die Unterteilung des Sicherungsbereiches in Alarmierungsbereiche
  • Art der Alarmierung der Feuerwehr
  • Zugangsmöglichkeiten für die Feuerwehr
  • das Vorgehen bei Falschalarmen und Störungen
  • Änderungen der Alarmorganisation zwischen Tag und Nacht oder zwischen Arbeits- und Feiertagen

Die an BMA bzw. SAA zu stellenden Mindestanforderungen müssen durch Absprachen zwischen dem Auftraggeber bzw. seinem Beauftragten und den zuständigen Stellen eindeutig geklärt und festgelegt werden, z. B. Baubehörden, Brandschutzdienststelle und Versicherer.

Quelle: Auszug aus dem Brandschutz pocket „Brandmelde- und Alarmierungskonzept“, erschienen bei FeuerTrutz Network.


Juni 2020 | Auswirkungen der Corona-Krise auf den vorbeugenden Brandschutz

FeuerTrutz Network führte vor Ostern eine kurze Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Beteiligten im vorbeugenden Brandschutz durch. Rund 100 Experten aus dem Brandschutz haben teilgenommen, davon ca. 50% aus den Bereichen Planung und Prüfung, weitere ca. 50% verteilen sich auf Facherrichter, Behördenvertreter und Betreiber. Auf die Frage, wie sich die Corona-Krise auf die Auftragslage auswirkt, gaben 40 % der Befragten an, bisher keine Veränderung zu spüren (2% haben sogar mehr Aufträge). 26 % der Befragten haben nur einen geringen Rückgang. Bei insgesamt 32 % ist die Auftragslage rückläufig (20 %) bzw. stark rückläufig (12 %).

Kurzumfrage

Die Möglichkeiten von Hilfsmaßnahmen oder Kurzarbeit haben bisher nur vergleichsweise wenige in Anspruch nehmen müssen: Kurzarbeit gibt es bisher nur bei 11 % der Befragten.

Kurzumfrage

Die von der Regierung geschaffenen Hilfsmaßnahmen werden unterschiedlich beurteilt: 25 % gaben an, dass ihr Unternehmen diese Hilfen nicht benötigt. 18 % erklärten wiederum, dass die Hilfen gerade so (9 %) oder gar nicht ausreichten (9 %). Mehr als die Hälfte (56 %) konnte das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilen.

Kurzumfrage

Bei der Frage, wie schwerwiegend die Folgen der Corona-Krise in 2020 insgesamt für die Branche des vorbeugenden Brandschutzes sein werden, zeigt sich kein eindeutiges Meinungsbild. Knapp ein Drittel der Befragten (31 %) hält die Folgen für "schwerwiegend" oder gar "extrem schwerwiegend". Die Hälfte der Befragten erwartet mittelschwere Auswirkungen und 21 % befürchten keine schwerwiegenden Auswirkungen in diesem Jahr.

Kurzumfrage

Diese Umfrage gibt allerdings nur einen aktuellen Einblick: Die Auswirkungen der Corona-Krise können zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilt werden. Erst die nächsten Monate werden zeigen, wie die Auswirkungen für die Brandschutzbranche sich abzeichnen werden.

Bisher ist der vorbeugende Brandschutz jedoch insgesamt weniger betroffen als andere Branchen, die unmittelbar mit den Folgen zu kämpfen haben.


Juni 2020 | DIN 14675-2 (01-2020) Brandmeldeanlagen Teil 2 – Anforderungen an die Fachfirma

Dieses Dokument legt Anforderungen für den Nachweis der Verantwortlichkeit und Kompetenz für Fachfirmen zur Planung, Projektierung, Montage, Inbetriebnahme, Abnahme und Instandhaltung von Brandmelde- und Sprachalarmierungsanlagen fest. Dieses Dokument wurde vom Arbeitskreis NA 031-02-06 AA "Planung, Instandhaltung, Montage - SpA zu CEN/TC 72/WG 11" im DIN-Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW) erarbeitet.

Neben dem Anwendungsbereich und normativen Verweisen geht es um die verschiedenen Phasen des Aufbaus und Betriebs von Brandmeldeanlagen sowie den Nachweis der Fachkompetenz einer Firma und die Mindestqualifikation und Prüfungsinhalte für die verantwortliche Person.


Juni 2020 | Checkliste: Fristen nach VOB/B nach Ausgabe 2016 - Teil 2

Download Checkliste: Fristen nach VOB/B nach Ausgabe 2016

Quelle: Auszug aus Fachbuch "Brandschutz kompakt" 2020/21, S. 166-168


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Mai 2020

Mai 2020 | Rauchwarnmelder – Vor-Ort-Inspektion oder Ferninspektion?

Rauchwarnmelder
Mindestausstattung nach LBO Ausgangspunkt für die Planung von Rauchwarnmeldern in Wohngebäuden sind immer die gesetzlichen Anforderungen der jeweils geltenden LBO. Diese sehen als Mindestausstattung nach der Produktnorm DIN EN 14604 zugelassene Rauchwarnmelder in allen Schlafzimmern, Fluren und teilweise in Aufenthaltsräumen vor. I.d.R. werden die Melder als Stand-alone-Geräte mit 10-Jahres-Lithiumbatterien ausgeführt. Eine Funkvernetzung ist möglich, erfolgt dann aber auf freiwilliger Basis.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Welcher Rauchwarnmelder ist der Richtige?“ von Philip Kennedy, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 2.2020


Mai 2020 | Ingenieurmethoden des Brandschutzes: Neuer Leitfaden des vfdb

Ziel des fast 500 Seiten starken vfdb-Leitfadens "Ingenieurmethoden des Brandschutzes" ist es, dazu beitragen, die bisher noch sehr uneinheitlichen Vorgehensweisen und Annahmen bei der Anwendung ingenieurmäßiger Nachweise im Rahmen von Brandschutzkonzepten zu harmonisieren. Des Weiteren sollen Fehlanwendungen, z.B. durch Verlassen des abgesicherten Anwendungsbereiches oder Verwenden unzutreffender Eingangsdaten, vermieden werden. Der Grundgedanke des Leitfadens ist, dass die Struktur dem realen Ablauf einer Projektbearbeitung bei der Anwendung ingenieurtechnischer Verfahren des Brandschutzes entspricht.

Der Leitfaden, der seit Ende März 2020 in der 4., überarbeiteten und ergänzten Auflage vorliegt, wurde vom vfdb-Referat 4 "Ingenieurmethoden des Brandschutzes" unter Vorsitz von Prof. Dr.-Ing. Jochen Zehfuß erarbeitet. Er hat von Beginn an einen pränormativen Charakter, was in der Vorbemerkung deutlich wird: Er dient nicht als Lehrbuch der Ingenieurmethoden und enthält in weiten Teilen auch keine konkreten Regelungen wie man sie von einer Norm erwarten würde. Vielmehr äußert sich der pränormative Charakter in einer erläuternden Darstellung von Verfahren und Berechnungsmethoden, Hintergrundinformationen und Anwendungsbeispielen. Die Vorgehensweise und Ausprägung ist dabei in den einzelnen Kapiteln unterschiedlich. So sind konkrete Regelungen und Nachweisgleichungen in solchen Bereichen vermehrt enthalten, für die bisher keine deutschen oder europäischen Normen vorliegen, wie im Bereich der Personenstromanalyse. In Bereichen, die bereits normativ geregelt sind, wie z.B. Brandschutznachweise der Eurocodes, werden verstärkt Hintergrundinformationen und Anwendungshilfen gegeben.

Neben der Beschreibung und Bewertung neu entwickelter Ansätze und Verfahren der Ingenieurmethoden liegt daher ein Schwerpunkt der Neufassung insbesondere auf der Standardisierung und der Verbesserung der Nachweisqualität durch geeignete Validierung und Dokumentationen.

Auf der Website des vfdb kann der Leitfaden als PDF heruntergeladen werden.


Mai 2020 | Arbeitshilfen für den Umgang mit dem Coronavirus in der Baubranche

Auf der Website der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) erhalten die Unternehmen der Bauwirtschaft und baunaher Dienstleistungen wichtige Hilfen zum Umgang mit dem Thema Coronavirus im Betrieb, insbesondere verschiedenen Handlungshilfen und eigens angepasste Gefährdungsbeurteilungen z.B. für Beschäftigte, Baustellen, Handwerker etc. Das Ziel der Handlungshilfen ist es, die Risiken während der Arbeit zu verringern. Dazu können verschiedene Maßnahmen beitragen, die auch im Alltag gelten, wie unter anderen:
  • Hygieneregeln einhalten (richtiges Händewaschen, in die Armbeuge husten und niesen, Abstandhalten)
  • Beschäftigte mit Atemwegsinfektionen bleiben der Arbeit fern
  • Bei der Anfahrt zur Arbeitsstelle die Abstandsregeln einhalten
  • Kundenkontakte über Telefon oder Videokonferenzen ermöglichen
  • Abläufe so gestalten, dass der notwendige Abstand eingehalten werden kann
  • Bei der Personalplanung darauf achten, dass in kleinen Teams mit immer den gleichen Beschäftigten gearbeitet wird

Ebenso ist es angesichts der Corona-Epidemie zusätzlich wichtig, die Gefährdungsbeurteilung neu zu erstellen, da mit dem neuen Virus ist eine weitere Gefährdung hinzugekommen ist. Unternehmerinnen und Unternehmer sind nach dem Arbeitsschutzgesetz dazu verpflichtet, die Gefährdungen am Arbeitsplatz zu ermitteln, zu dokumentieren und sie zu minimieren. Dazu hat die BG Bau neue Handlungshilfen erstellt, die Unternehmen dabei unterstützten, die Maßnahmen in ihrem Betrieb umzusetzen.

Auf der Seite der BG Bau finden Sie einige Kurz-Handlungshilfen zur Gefährdungsbeurteilung als PDF-Dokumente zum Download.


Mai 2020 | DIN 14675-1 (01-2020) Brandmeldeanlagen Teil 1 – Aufbau und Betrieb

Dieses Dokument enthält Änderungen an die Anwendungsregeln für den Aufbau und Betrieb von Brandmeldeanlagen (BMA) und Sprachalarmanlagen (SAA) unter besonderer Berücksichtigung von baurechtlichen und feuerwehrspezifischen Anforderungen. Für die automatische Weiterleitung von Alarmen von der BMA an die Feuerwehr wurden die Forderungen der Vertreter der Feuerwehren berücksichtigt und durch entsprechende Anforderungen der neuen Europäischen Normenreihe DIN EN 50136 "Alarmanlagen-, Alarmübertragungsanlagen und -Einrichtungen" und der DIN EN 16763 "Dienstleistungen für Sicherheitsanlagen" umgesetzt. Dieses Dokument basiert auf dem Europäischen Dokument CEN/TS 54-14:2004 des CEN/TC 72, an dem Experten des FNFW-Arbeitsausschusses NA 031-02-06 AA mitgearbeitet haben. Ziel des Dokuments ist, zusammen mit den Normen der Normenreihe VDE 0833 die Anforderungen, die bisher in den "Technischen Anschlussbedingungen der Feuerwehr" enthalten sind, durch normative Festlegungen weitestgehend zu vereinheitlichen.


Mai 2020 | Checkliste: Fristen nach VOB/B nach Ausgabe 2016 - Teil 1

Download Checkliste: Fristen nach VOB/B nach Ausgabe 2016

Quelle: Auszug aus Fachbuch "Brandschutz kompakt" 2020/21, S. 166-168



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April 2020

April 2020 I Planung von Trockenbausystemen für den baulichen Brandschutz

Tabelle Trockenbau | TÜV SÜD Akademie

Die Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Bereiche, in denen Trockenbaukonstruktionen Einfluss auf den baulichen Brandschutz haben. Die Zusammenstellung verdeutlicht aber auch, wie viele Gewerke an der Umsetzung der Anforderungen des baulichen Brandschutzes beteiligt sind. Nur eine erfolgreiche Koordinierung der beteiligten Gewerke führt zur Vermeidung von Fehlern und sichert eine hohe Qualität der Leistungen. Höchste Bedeutung hat dabei das Hintergrundwissen über die Schnittstellen sowie über die Einflussfaktoren im technischen Bereich der Umsetzung.

Dies war ein Auszug aus Teil A des Buches „Brandschutz im Detail – Trockenbau“ von Peter Wachs. Im Teil B dieses Werkes werden wichtige Kriterien für die fachgerechte brandschutztechnische Umsetzung der geforderten Leistungen im Trockenbau beschrieben. Dabei sind bei der Planung und Ausführung besonders zu beachten:
  • genaue Bezeichnung der eingesetzten Bauprodukte und Bauarten
  • geometrische Vorgaben und Mindestanforderungen unter Berücksichtigung der Baustoff- und Ausführungstoleranzen
  • Einsatz der geeigneten Systeme unter Berücksichtigung der Anwendbarkeitsnachweise
  • besondere objektbezogene Maßnahmen, wie Brandabschnitte, Tragkonstruktion, Installationen und Gebäudeversorgung
  • Erstellung von Ausführungsunterlagen und Arbeitsanweisungen.

Buchtipp: Brandschutz im Detail - Trockenbau von Peter Wachs

Quelle: Auszug aus dem Fachbuch „Brandschutz im Detail - Trockenbau“ von Peter Wachs, FeuerTrutz Network, 2017.


April 2020 I Dämmstoffe in Trockenbausystemen

Dämmstoffe in Trockenbausystemen haben für die Verbesserung des Schall- und Wärmeschutzes eine wesentliche Bedeutung. Dagegen müssen Dämmstoffe für den Brandschutz nicht zwingend vorteilhaft sein, denn ein möglicher Wärmestau kann zur schnelleren Dehydratation des Gipsbaustoffes und damit zum vorzeitigen Versagen führen. Dämmstoffe in Brandschutzkonstruktionen dienen vor allem zur Reduktion des Wärmestroms zu der dem Feuer abgewandten Seite des Bauteils. Entscheidende Kriterien sind dabei die Baustoffklasse, die Rohdichte (kg/m3), der Schmelzpunkt bzw. Schmelzbereich und das Stehvermögen (Formstabilität) des Dämmstoffes.

Mineralwolle-Dämmstoff

Dem Brandverhalten nach gehören Mineralwolle-Dämmstoffe der Klasse der nichtbrennbaren Baustoffe (Baustoffklasse A 1/A 2) an. Die DIN EN 13162 legt die Anforderungen für werkseitig hergestellte Produkte aus Mineralwolle mit oder ohne Kaschierung fest. Die Anwendung brandschutztechnischer notwendiger Dämmstoffe muss unter Einhaltung der Anforderungen der DIN 4102-4 bzw. der allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisse (abP) erfolgen. Dabei dürfen je nach Verwendung keine oder eine begrenzt bleibende Entzündung, geringstmögliche Rauchentwicklung, kein fortschreitendes Glimmen und/oder Schwelen und kein Abtropfen (ausgenommen Aluminium) oder Abfallen auftreten.

Während nichtbrennbare Dämmstoffe mit einem Schmelzpunkt von ≥ 1.000 °C durch ihre Temperaturbeständigkeit die Feuerwiderstandsfähigkeit eines Bauteils entscheidend beeinflussen können, leisten nichtbrennbare Dämmstoffe mit Schmelzpunkt < 1.000 °C wie Glaswolle hierzu keinen Beitrag. Entscheidend für die Feuerwiderstandsfähigkeit mit brandschutztechnisch notwendigen Dämmstoffen ist die Lagesicherung der Dämmstoffe im Bauteil. Die Dämmung ist deshalb dauerhaft abgleitsicher (flankenformschlüssig) einzubauen, damit sie bei einer Zerstörung der Beplankung ihre Schutzfunktion erfüllen kann und nicht aus dem Wand- oder Deckenhohlraum herausfällt. Fugen von stumpfgestoßenen Dämmschichten müssen dicht sein.

Organische Faserdämmstoffe

Dem Brandverhalten nach gehören organische Faserdämmstoffe der Klasse der brennbaren Baustoffe (Baustoffklasse B 1/B 2) an. Eingesetzt werden können z. B. Holzfaser- oder Zellulosefaser-Dämmstoffe, aber auch Flachs- oder Hanffaser-Dämmstoffe. Organische Faserdämmstoffe leisten in der Regel keinen entscheidenden Beitrag zur Feuerwiderstandsfähigkeit des Bauteils. Die Anwendung muss unter Einhaltung der Anforderungen des abPs für das entsprechende Bauteil erfolgen.

Buchtipp: Brandschutz im Detail - Trockenbau von Peter Wachs

Quelle: Auszug aus dem Fachbuch „Brandschutz im Detail - Trockenbau“ von Peter Wachs, FeuerTrutz Network, 2017.



April 2020 I Informationsverhalten und Sicht auf Herstellerleistungen der Anwender im vorbeugenden Brandschutz – Studie „Brandschutz Insights 2020“ liefert Einblicke

Wie und wo informieren sich Anwender im vorbeugenden Brandschutz über neue Trends und Marktentwicklungen? FeuerTrutz Network führte im November und Dezember 2019 unter anderem dazu eine Online-Umfrage unter 258 Fachplanern, Architekten, Behördenvertretern, Facherrichtern und Handwerkern, Prüfsachverständigen sowie Betreibern im vorbeugenden Brandschutz durch. Diese Ergebnisse wurden in der umfangreichen Marktstudie „Brandschutz Insights 2020“ veröffentlicht.

Studie Brandschutz Insights 2020

Das Internet ist nach wie vor Informationsquelle Nummer eins, knapp 90 Prozent der Befragten informieren sich im Internet über neue Trends und Marktentwicklungen, dicht gefolgt von Veranstaltungen wie Kongresse, Tagungen und Seminare (76,7%) und Fachzeitschriften (74,4 %). Interessanterweise gaben auch über 44 Prozent der Befragten an, dass sie Newsletter nutzen, um sich über neue Trends und Marktentwicklungen zu informieren. Damit wird dem Newsletter eine ähnlich hohe Bedeutung zugesprochen wie den Fachbüchern, sogar noch vor den Fachmessen mit 42 Prozent – wobei die Tiefe und Qualität der gefundenen Inhalte selbstverständlich unterschiedlich zu bewerten ist. Kundenzeitschriften von Herstellern haben offenbar an Bedeutung verloren. Anders als Fachzeitschriften rutschte ihre Nutzung im Vergleich zu 2016 um fast 10 Prozent ab.

Auch Impulse für Kaufentscheidungen erhalten die Hauptzielgruppen vor allem über das Internet sowie über Veranstaltungen. Bei den Facherrichtern und Handwerkern spielt auch der Außendienst mit fast 55 Prozent eine wichtige Rolle.

Studie Brandschutz Insights 2020

Ebenfalls befragt wurden die Anwender, wie gut sie sich im Tagesgeschäft von Produktherstellern unterstützt fühlen. Ca. 85 Prozent der Befragten sehen sich vorbildlich, sehr gut oder zufriedenstellend unterstützt bei der Bereitstellung von technischer Dokumentation und bei der technischen Beratung. Weniger gut fühlen sich die Befragten bei der Beurteilung von Abweichungen unterstützt, nur ca. 60 Prozent geben an, sich sehr gut oder zufriedenstellend unterstützt zu fühlen. Auch bei der Unterstützung bei Gewährleistungsfällen ist mit ca. 50 Prozent der Befragten, die sich sehr gut oder zufriedenstellend unterstützt fühlen, noch Luft nach oben, denn die restlichen 50 Prozent fühlen sich hierbei wenig oder gar nicht unterstützt.

Studie Brandschutz Insights 2020

Als wichtigste Kriterien für die Produktauswahl wurden das Leistungsspektrum des Produkts, die Übereinstimmung mit den Ausschreibungsdokumenten, die eigene positive Erfahrung sowie geringe Instandhaltungskosten im Betrieb gesehen.

Quelle: Auszug aus der Studie „Brandschutz Insights 2020“, FeuerTrutz Network, 2020.


April 2020 I E VDI 3819 Blatt 4 (12-2019) (Entwurf): Brandschutz für Gebäude – Anforderungen an Brandschutzpläne

Die neue Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) 3819 Blatt 4 schlägt einen Standard zur einheitlichen Gestaltung der Brandschutzpläne vor. Dieser soll auch die Lesbarkeit sicherstellen.

Auf der Basis dieser Richtlinie können neben Visualisierungen auch Bestandspläne zum Brandschutz für Gebäude erstellt werden. Die Empfehlungen in der Richtlinie sind unabhängig von der Methode der Planerstellung und können sowohl bei Handskizzen, bei EDV-Zeichentools, als auch bei der Ausgabe von Zeichnungen aus einem BIM-Werkzeug umgesetzt werden.

Die Brandschutzanforderungen an bauliche Anlagen werden i.d.R. textlich in Brandschutzkonzepten oder -nachweisen festgelegt. Dazu gehören auch die Brandschutzvisualisierungspläne zur Verortung und zeichnerischen Umsetzung dieser Anforderungen. Für die fertigen Pläne werden Mindestinhalte und -qualitäten in Leistungsphasen beschrieben, Gestaltungsempfehlungen gegeben und Grundlagen für ordnungsgemäße Planung, Errichtung und sicheren Gebäudebetrieb festgelegt. Die Richtlinie ermöglicht es, durch Farben und Schraffierungen, die jeweils mit den RGB-Werten aufgenommen wurden, die Anforderungen an den Brandschutz einheitlich und detailliert darzustellen. Dies soll vor allem eine differenzierte Darstellung in der Ausführungsplanung und Objektüberwachung erleichtern.

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März 2020

März 2020 | Interpretation von Flucht- und Rettungswegen

Die Auslegung der Flucht- und Rettungswege wird heutzutage extrem missverständlich interpretiert. Die für die Gebäudesicherheit zuständigen Personen (Hausmeister, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Brandschutzbeauftragter oder die Feuerwehr) interpretieren die Anforderungen an die Flucht- und Rettungswege mitunter aufgrund der Darstellung in den Flucht- und Rettungsplänen sehr unterschiedlich.

Nicht selten verstehen sie das Dokument in der Weise, dass es erhöhte Anforderungen an das Gebäude oder an einen Bereich (Verkehrsweg) darin stellt. Dann muss vorab darauf hingewiesen werden:

Ein Flucht- und Rettungsplan kann keine baulichen oder materiellen Anforderungen an einen Verkehrsweg festlegen!

Dies bedeutet, dass ein Flucht- und Rettungsplan keinen Brandschutzplan darstellt, aus dem ersichtlich wird, an welche Bereiche (z.B. notwendiger Flur) besondere Anforderungen gestellt werden.

Am Beispiel eines Bürogebäudes wird ersichtlich, dass ein darin grün dargestellter Fluchtweg in einem Flucht- und Rettungsplan nicht automatisch bedeutet, dass der Flur ein besonderer Verkehrsweg (notwendiger Flur) ist. Aufgrund derartiger Fehlinterpretation kommt es dann in der Praxis regelmäßig dazu, dass z.B. Einbauten (Kopierer, Wartebereiche etc.) in Fluren ohne besondere Anforderungen unbegründet bemängelt werden.

Solcher „blinder“ Aktionismus eventuell verbunden mit Unwissenheit, führt oft zu Maßnahmen, die für den Betreiber sehr kostenintensiv werden können. Der schlechte Informationsstand bei vielen Beteiligten rührt daher, dass in den verschiedenen Aus- und Weiterbildungen z.B. zur Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) oder zum Brandschutzbeauftragten diese Thematik oft nur oberflächlich vermittelt wird. Um Missverständnisse oder Fehlinterpretationen zu vermeiden bzw. zu minimieren, besteht z.B. die Möglichkeit, dass der Fluchtweg in einem Flucht- und Rettungsplan nicht bis an die Wand markiert wird, sodass der Verkehrsweg als eine Art Hauptgang interpretiert werden kann. Generell sollten bei der Erstellung eines Flucht- und Rettungsplans alle vorhandenen Unterlagen geprüft werden (Brandschutzkonzept, Baugenehmigung, Stellungnahmen der Feuerwehr etc.) und eventuelle Unklarheiten mit einem Brandschutzsachverständigen oder der Feuerwehr abgestimmt werden.

Buchtipp: Flucht- und Rettungspläne – Anforderungen und praktische Umsetzung Von M.Eng. M. Roszak und Dipl.-Ing. (FH) C. Schmitz

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Interpretation von Flucht- und Rettungswegen“ von Martin Roszak und Constantin Schmitz, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 1.2020


März 2020 | Videoinspektion von Brandschutzklappen

Brandschutzklappen müssen für die mindestens jährliche Funktionsprüfung frei zugänglich eingebaut sein – eigentlich. Tatsache ist aber, dass der Einbauort von Brandschutzklappen oft schwer zu erreichen ist oder spätere Installationen im Weg sind. Ergibt die Überprüfung, dass die Brandschutzklappe nicht richtig schließt, ist somit eine Ursachenanalyse oft nur durch äußerst aufwendige Demontagearbeiten möglich. Deutlich einfacher ist da die Videoinspektion mit Kameras. Durch den dadurch möglichen Blick ins Innere lässt sich zudem bewerten, ob asbestbelastete Brandschutzklappen auszutauschen sind.

Der häufig von Herstellern verwendete Begriff „wartungsfreie Brandschutzklappen“ suggeriert, dass nach dem Einbau an ihnen keinerlei Arbeiten mehr anfallen. Zwar muss der Mechanismus hochwertiger Brandschutzklappen beispielsweise nicht mehr „geölt“, justiert oder regelmäßig erneuert werden, um dauerhaft sicher zu funktionieren. Doch unabhängig von solchen Verschleißkompensationen verlangt die Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) eine „Instandhaltung nach EN 13306 in Verbindung mit DIN 31051 mindestens in halbjährlichem Abstand“.

Auch wenn Hersteller ihre Brandschutz- und Entrauchungsklappen als wartungsfrei bezeichnen, ist doch in den meisten Montage- und Betriebsanleitungen der Hinweis auf eine notwendige, regelmäßige Reinigung der Brandschutzklappen zu lesen. Bei einer Überprüfung weist oft das Auslöseverhalten auf eine Verunreinigung hin – oder auf ein anderes Problem. Dann ist eine Sichtprüfung erforderlich, um die Ursache zu ermitteln und zu beseitigen. Der Einbauort einer Klappe kann die Sache allerdings kompliziert und aufwendig machen. Videoinspektionskameras sind dann eine Möglichkeit, schnell zu klaren Erkenntnissen zu kommen, wie es im Innern einer Brandschutz- oder Entrauchungsklappe wirklich aussieht.

Der Trend geht bei Brandschutz- und Entrauchungsklappen in größeren Objekten zur thermisch-motorischen Auslösung. Der Vorteil: Die Funktionsüberprüfung der Klappen kann auch über eine Fernauslösung wie beispielsweise eine Gebäudeleittechnik (GLT) erfolgen. Nicht jede Brandschutzklappe per Hand auszulösen, spart schließlich beträchtlich Zeit. Allerdings verleitet das bei der Planung dazu, der Zugänglichkeit von Brandschutzklappen weniger Beachtung zu schenken.

Wird dann doch eine Sichtprüfung vor Ort notwendig, ist die vorgeschriebene Revisionsöffnung mitunter schwer zu erreichen oder einzusehen. Nicht selten müssen andere Installationen demontiert oder die Lüftungsleitung muss abgetrennt werden, um Einblick in die Brandschutzklappe zu erhalten. Eine Inspektionskamera macht solchen Aufwand i.d.R. überflüssig. Videoinspektionskameras für Brandschutzklappen liefern farbige, detailgetreue Bilder aus dem Inneren. Über eine robuste, flexible Stange, in der die Bildübertragungsleitung geschützt ist, lässt sich der Kamerakopf an die gewünschte Position schieben. Auf dem daran angeschlossenen Monitor können dann die Live-Bilder betrachtet werden. Dabei ist es wichtig, tatsächlich jede Einzelheit sicher erkennen zu können: Wie sehen die Dichtungen und (soweit vorhanden) das Schmelzlot aus? Ist der Klappenanschlag (soweit vorhanden) intakt und in der exakten Position? Ist die Mechanik sauber? Diese wenigen Beispiele machen deutlich: Viele sicherheitsrelevante Inspektionspunkte sind filigran und finden sich an unterschiedlichsten Positionen. Damit in dem engen Raum einer Brandschutzklappe diese Details eindeutig aufgenommen werden können, sollte die Videoinspektionskamera über folgende Merkmale verfügen:
  • Fernsteuerbarer Kamerakopf, schwenkbar und um 360° drehbar.
  • Fokusfunktion zum Scharfstellen der Aufnahmen bei kurzen Betrachtungsdistanzen.
  • Ausreichend großes, aber handliches Display – z.B. mit einer Bildschirmdiagonale von sieben Zoll.
  • Gute Auflösung des Displays und des Kamerakopfs, vorzugsweise in HD.
  • Kamerakopf mit starker Lichtquelle, vorzugsweise langlebige LEDs, denn nur bei einer guten Ausleuchtung kann die Kamera klare
  • Bilder aus dem Inneren einer Brandschutzklappe liefern.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Videoinspektion von Brandschutzklappen“ von Christian Beyerstedt, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 1.2020


März 2020 Checkliste: Flucht- und Rettungsplan

Download Checkliste: Flucht- und Rettungsplan

Quelle: Flucht- und Rettungspläne – Anforderungen und praktische Umsetzung von M.Eng. M. Roszak und Dipl.-Ing. (FH) C. Schmitz, erschienen bei FeuerTrutz Network.


März 2020 | DIN EN 15254-3 (11-2019)

Erweiterter Anwendungsbereich der Ergebnisse von Feuerwiderstandsprüfungen – Nichttragende Wände – Teil 3: Leichte Trennwände

Diese Europäische Norm enthält eine Anleitung für Änderungen bestimmter Parameter und Faktoren, die die Gestaltung von nach EN 1364-1 geprüften und nach EN 13501-2 klassifizierten leichten Trennwänden betreffen. Weiterhin definiert dieses Dokument, sofern zutreffend, die entsprechenden Verfahren. Dieses Dokument gilt nur für nichttragende leichte Trennwände mit einem Einfachständerwerk aus Stahl, das auf beiden Seiten des Ständerwerks mit einer Beplankung versehen ist. Der Hohlraum der leichten Trennwand kann über eine Wärmedämmung aus Mineralwolle verfügen. Dieses Dokument gilt nicht für jegliche anderen in EN 1364-1 behandelten Arten von nichttragenden leichten Trennwänden. Dieses Dokument wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 127 "Baulicher Brandschutz" erarbeitet, dessen Sekretariat von BSI (Vereinigtes Königreich) gehalten wird. Im DIN-Normenausschuss Bauwesen war hierfür der Arbeitsausschuss NA 005-52-02 AA "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Bauteile" zuständig.


März 2020 Brandschutz-Konjunkturbarometer 2019/20

Der vorbeugende Brandschutz konnte in den vergangenen Jahren vom Bauboom in Deutschland kräftig profitieren. Wie die Branche das vergangene Jahr beurteilt und wie sie auf die Geschäftsentwicklung in 2020 blickt, verrät das FeuerTrutz Brandschutz-Konjunkturbarometer 2019/20.

Die 258 Befragten der aktuellen Onlineumfrage zur Konjunkturentwicklung im vorbeugenden Brandschutz zeichnen ein zwiespältiges Bild. Zwar beurteilen sie die Lage der Branche zum jetzigen Zeitpunkt als sehr gut (s. Abbildung 1), in der Bewertung der Geschäftsentwicklung 2019 zeigt sich aber über alle abgefragten Bereiche hinweg ein deutlicher Rückgang des Wachstums (s. Abbildung 2).

Abbildung 1
Abb. 1: Die konjunkturelle Lage im vorbeugenden Brandschutz wird von den Befragten als sehr gut bewertet.

Abbildung 2

Abb. 2: Das Konjunkturbarometer für den vorbeugenden Brandschutz zeigte 2019 deutlich nach unten – das heißt allerdings nur, dass das Wachstum geringer ausgefallen ist als in den Vorjahren, nicht etwa, dass die Branche weniger zu tun hätte.

Deutlich weniger Planer, Errichter, Prüfer und Betreiber konnten 2019 eine Verbesserung bei den Geschäften mit öffentlichen, gewerblichen und privaten Kunden verzeichnen. In allen Bereichen, und damit auch in der Gesamtbetrachtung, liegt das Wachstum im vorbeugenden Brandschutz damit auf dem schlechtesten Wert seit 2014, dem Beginn der regelmäßigen Befragungen. Ein Hinweis zur Darstellung in Abbildung 2: Die Nulllinie spiegelt Stillstand wider, alle Segmente entwickelten sich 2019 also weiter positiv – jedoch deutlich weniger dynamisch als in den Vorjahren. Damit erfüllte sich die zurückhaltende Prognose der Branche von vor zwölf Monaten.

Ausblick 2020:

Die Befragten erwarten zudem für das begonnene Jahr 2020 eine weitere Dämpfung des Wachstums. Allerdings liegt der erwartete Rückgang des Wachstums kumuliert für den Gesamtmarkt für 2020 mit gut –12 Punkten weit unter dem von 2019 (–21,3 Punkte). Interessant ist, dass die Hersteller im Brandschutz in der parallel durchgeführten Marktstudie Brandschutz Insights 2020 von einem weiter kräftigen Wachstum im „Gesamtmarkt vorbeugender Brandschutz“ berichten konnten (https://www.feuertrutz.de/insights).

Erst im Forecast auf die kommenden drei Jahre rechnen sie mit einer Eintrübung ihrer Geschäfte – allerdings stets noch mit einem kleinen Wachstum. Zusammengenommen lassen die Ergebnisse der Anwender- und Herstellerbefragungen vermuten, dass die Jahre des starken Wachstums für den vorbeugenden Brandschutz zunächst vorbei sind. Von einem Einbruch der Geschäfte kann jedoch keine Rede sein.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Brandschutz-Konjunkturbarometer 2019/20“ von André Gesellchen, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 1.2020


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Februar 2020

Februar 2020 | Fachbauleiter Brandschutz: Baurechtliche Forderung oder wirksame Maßnahme zur Qualitätssicherung am Bau?

Immer öfter ist in Fachpublikationen vom „Fachbauleiter Brandschutz“ die Rede. Aber was genau macht ein solcher Fachbauleiter? Welche Qualifikation braucht er? Und ist eine solche Spezialisierung überhaupt sinnvoll? Die rechtliche Grundlage findet sich in § 56 Abs. 2 MBO („Bauleiter“): „Der Bauleiter muss über die für seine Aufgabe erforderliche Sachkunde und Erfahrung verfügen. Verfügt er auf einzelnen Teilgebieten nicht über die erforderliche Sachkunde, so sind geeignete Fachbauleiter heranzuziehen.“

Zwar wird hier nicht explizit von einer Fachbauleitung Brandschutz gesprochen. Im Regelfall ist der Bauleiter aber als Generalist auf der Baustelle tätig und verfügt nicht über eine in die Tiefe gehende, detaillierte Sachkunde im Sinne der MBO. Außerdem kann der klassische Bauleiter bei großen Objekten schon aus Kapazitätsgründen kein ausreichendes Augenmerk auf die komplexen Brandschutzmaßnahmen legen:

Das Brandschutzkonzept bzw. der Brandschutznachweis wird, insbesondere bei größeren Projekten, über die Fachplanungen mehrerer Gewerke umgesetzt. Es gibt also viele Schnittstellen zwischen den einzelnen Planungen. Mangelnde Abstimmung wird oft bei der Planung noch nicht bemerkt, sondern erst in Bauphase sichtbar. Das kann zu teuren Umplanungen und nachträglichen Änderungen führen, die den Baufortschritt behindern. Derartige Probleme sind nach Ansicht von Fachleuten nicht zuletzt für die große Verzögerung bei der Fertigstellung des Flughafens BER verantwortlich.

Hier kommt der Fachbauleiter Brandschutz als unterstützender Spezialist ins Spiel:
Er kümmert sich zum einen um die Abstimmung zwischen den verschiedenen Gewerken (z. B. bei Schottung von Leitungsdurchführungen), zum anderen behält er die Ausführung bestimmter brandschutzrelevanter Arbeiten (z. B. fachgerechter Einbau einer Brandschutztür) genau im Blick.

Er muss auf Basis der Verwendbarkeitsnachweise viele unterschiedliche Bauprodukte und Bauarten prüfen und von den Errichtern Dokumentationen darüber einfordern. Dazu benötigt er detailliertes Wissen, denn die Qualität der Ausführung ist oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen und nach Abschluss der Bauarbeiten oft auch nicht zerstörungsfrei prüfbar.

Werden die Mängel erst bei der Abnahme entdeckt, kann das zur teuren Sanierung eines noch nicht einmal fertiggestellten Bauwerks führen. Noch schwerwiegender sind die Folgen, wenn – wie es oft der Fall ist – Ausführungsmängel bei brandschutzrelevanten Bauteilen die normale Nutzung nicht beeinträchtigen und deswegen nicht bemerkt werden. Das kann dramatische Auswirkungen im Brandfall haben. Wenn z. B. ein Feuerschutzabschluss vor der geforderten Feuerwiderstandsdauer versagt, kann das im schlimmsten Fall Menschenleben kosten. In den meisten Fällen werden sich auch die Sachschäden deutlich erhöhen.

Fazit:
Der Einsatz eines Fachbauleiters Brandschutz erfüllt bauordnungsrechtliche Anforderungen. Vor allem aber dient er der Qualitätssicherung und der Erfüllung der Schutzziele im Brandschutz.

Die TÜV SÜD Akademie bietet eine Ausbildung zum Fachbauleiter für vorbeugenden Brandschutz – TÜV an, die aus drei Modulen besteht und insgesamt zehn Seminartage umfasst. Diese Module sind auch Teil der Ausbildung zum Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz – TÜV. Hier finden Sie weitere Informationen zu diesen modularen Ausbildungen, deren Bestandteile auch einzeln gebucht werden können.


Feburar 2020 | Brandschadenstatistik

Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) hat gemeinsam mit Feuerwehren, Industrie und Wissenschaft eine bundesweit übergreifende nationale Brandschadenstatistik entwickelt. Die Statistik schließt eine Lücke im deutschen Brandschutz und wird stets weiter aktualisiert. Die statistischen Daten helfen bei der Untersuchung der Wirksamkeit von hauptsächlich anlagentechnischen Brandschutzmaßnahmen. Bislang wurden für diese Brandschadenstatistik mehr als 5.000 Einsätze erfasst. Damit gibt es eine aussagefähige Basis über das Brandgeschehen in Deutschland.

Knapp 80 Prozent aller Alarmierungen erreichen Werkfeuerwehren über Brandmeldeanlagen, bei Berufsfeuerwehren und Freiwilligen Feuerwehren sind es rund 60 Prozent. Nur knapp zwei Prozent kommen bei den Werksfeuerwehren über das Festnetztelefon an, bei den Berufsfeuerwehren gut 21 Prozent und bei den Freiwilligen Feuerwehren rund 24 Prozent. Der Anteil von Mobiltelefonen bei der Alarmierung ist bei allen Feuerwehren ungefähr gleich groß und liegt zwischen 11,5 und 13,4 Prozent.

Die Statistiken liefern neben der Wirksamkeit von anlagentechnischen Brandschutzmaßnahmen auch zusätzliche, feuerwehrübergreifende Erkenntnisse über das Brandphänomen. Die vfdb zeigt, dass beispielsweise das Verständnis von den Entstehungsbedingungen eines Brandes für die Prävention und Brandbekämpfung wichtig für die Wahl von effektiven und effizienten Gegenmaßnahmen sei.

Die Datenerfassung wird fortgesetzt. Die Auswertung der Fragebögen läuft kontinuierlich, sodass bei weiteren Fallzahlen und ausreichender Anzahl von Einzelmeldungen pro Fragenkomplex ständig weitere Ergebnisse veröffentlicht werden können.

Weitere Informationen unter:
www.brandschadenstatistik.de


Februar 2020 | BIM im vorbeugenden Brandschutz

Mit 8,5% erreicht das Wachstum der hiesigen Bauwirtschaft derzeit ein neues Rekordhoch. Zulieferer, Planungsbüros, Bauunternehmer aber auch Handwerker kommen derzeit kaum dazu, ihre Aufträge abzuarbeiten. Von der einknickenden Konjunktur ist auf dem Bau noch nicht viel zu spüren – allenfalls die im Herbst 2019 sinkenden Baugenehmigungen weisen auf eine Abkühlung des Bausektors hin. Kleine und mittelständische Unternehmen laufen derzeit jedoch zumeist an ihrer Kapazitätsgrenze. In diese geschäftige und teilweise stressige Gemengelage platzt nun die Digitalisierung. Plötzlich sollen sich Unternehmen, die seit Jahren erfolgreich Gebäude geplant, gebaut oder Dachziegel hergestellt haben, mit Building Information Modeling (BIM) beschäftigen. Digitalisierung spielt im weitesten Sinne nur eine Rolle als Excel-Tabelle, Email, CAD oder mal das eine oder andere Berechnungsprogramm. Doch auf allen einschlägigen Baufachmessen bekommt BIM plötzlich ein eigenes Podium.

In einer aktuellen Feuertrutz Studie („Branchenbarometer Brandschutz 2019: Digitalisierung und BIM“) wurden Unternehmen befragt, was sie bei der Einführung von BIM bremst. Knapp 51% gaben an, dass sie „noch keinen konkreten Auftrag vom Kunden haben“. Viel spannender ist die Frage nach den Kosten, die bei der Nichtnutzung von BIM und digitalen Werkzeugen entstehen. Unabhängig davon, ob es sich um den Produkthersteller, den Fachplaner, den Errichter, den Handwerker, das Bauunternehmen oder den Betreiber handelt, traditionelles Bauen ist langsam, teuer, schwerfällig, schwierig und teilweise sogar gefährlich. Im Durchschnitt sind 30 % der Baukosten reine Verschwendung. Über 70 % der Bauprojekte enden entweder nach geplanter Projektzeit, über geplanten Kosten oder meist über beides. Die Produktivität auf dem Bau hat sich in den letzten 25 Jahren im Gegensatz zu allen anderen Branchen nicht verändert. Darüber hinaus hat die Bauindustrie einen riesigen Einfluss auf das Klima. Fast 40% der globalen CO2 Emissionen entstehen auf Baustellen und bei den Bauzulieferern. Natürlich kann man weiter ohne BIM und ohne digitale Tools bauen, aber die Kosten sind enorm, wenn die Arbeitsweise nicht verbessert wird.

Auch wenn knapp 80 % der Befragten in der oben erwähnten Studie noch nie in einem BIM Projekt im vorbeugenden Brandschutz mitgewirkt haben, erwarten mehr als 85 % der Befragten durch BIM eine erhöhte Planungssicherheit und Produktivität. Das heißt, den Befragten ist absolut klar, was ihnen die Digitalisierung und damit auch BIM bringen kann. Doch warum kommt BIM nur so langsam in Deutschland voran?

Status Quo BIM

Seit 2003 werden BIM-Projekte in den USA staatlich gefördert. Seit 2015 ist BIM Pflicht bei allen öffentlichen Bauprojekten in Finnland, Norwegen und Schweden. 2016 folgte Großbritannien und seit diesem Jahr Spanien. In Deutschland hat das Bundesverkehrsministerium 2015 einen strategischen Fahrplan zur BIM Einführung vorgelegt. Ziel ist die verpflichtende Nutzung von BIM bei öffentlichen Bauprojekten ab 2020. Innovative Unternehmen warten nicht auf staatlich verordnete Maßnahmen. Sie haben längst den Nutzen von BIM verstanden. Dabei verfolgen die Protagonisten teils gleiche, teils aber auch völlig unterschiedliche Ziele. So will der Bauherr sein Gebäude in geplanter Zeit zu geplanten Kosten fertiggestellt haben. Das Bauunternehmen will Kosten senken und Prozesse straffen. Der Bauzulieferer will sicherstellen, dass er bei BIM-Ausschreibungen ganz vorn mit dabei ist. Bei den frühen Einsteigern wächst sogar der Umsatz, da sie innovativer als ihre Mitbewerber sind und sich ihnen durch BIM neue Zielgruppen und Absatzkanäle erschließen. Last but not least die Planer, die durch eine BIM-gerechte Planung Zeit sparen und Fehler reduzieren wollen bzw. können. Sowohl große Planungsunternehmen und Errichter als auch kleine Ingenieurbüros haben den BIM Dschungel betreten und sich ihren Weg durch den Dschungel gebahnt.

In der bereits zitierten Studie von Feuertrutz sind die Top 6 Gründe für die Nichteinführung von BIM:
  • 50,7 % Noch keine Anforderungen durch Auftraggeber,
  • 44,8 % fehlendes Fachwissen,
  • 36,5 % Abstimmungsprobleme mit angrenzenden Gewerken,
  • 31,0 % hohe Software Kosten,
  • 28,6 % geringer Entwicklungsgrad BIM Software,
  • 22,7 % fehlende BIM Daten von Brandschutz-Produkten.
Bemerkenswert ist die erste Aussage. Mehr als der Hälfte der Planer, Genehmiger, Bauunternehmen, Prüfer und Betreiber warten auf die Anforderung vom Auftraggeber. Interessanterweise beschäftigen sich die Innovatoren mit BIM, ohne dass diese möglicherweise konkrete Anforderungen ihrer Auftraggeber haben. Dies betrifft alle Beteiligten der Bauindustrie, also Bauunternehmen genauso wie Planer, Hersteller oder Betreiber. Auch wenn man heute über maximale Kundenzentriertheit spricht, ist es unabdingbar, nicht der Zufriedenheitsfalle zu erliegen. Es gilt nicht darauf zu warten, dass die Anforderungen kommen, sondern sich mit der Digitalisierung und den Konsequenzen intensiv auseinanderzusetzen. Fast die Hälfte der Befragten nennt als weiteren Hinderungsgrund das fehlende Fachwissen. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist das ein großes Thema.

Jeder fünfte Befragte nennt als Hinderungsgrund die fehlenden BIM-Daten von Brandschutz Produkten. Die Produkthersteller stehen vor diversen Fragestellungen. BIM Daten werden gefordert. Doch welches Format, welche Detailierungsstufe? Wie können die digitalen Zwillinge tagesaktuell vorgehalten werden? Wie werden die Informationen intern aufbereitet? Erstellt man die BIM-Daten intern oder zieht man einen externen Partner hinzu? Wo bietet man BIM-Daten seinen Kunden zum Download an? In den meisten Fällen äußert sich der Planer kaum im Detail, was er eigentlich benötigt. Manchmal weiß er es selber noch nicht genau. Das bedeutet, dass der Hersteller seine Gestalterrolle übernehmen sollte und aktiv seine Kunden und Planer unterstützt. Basierend auf einer BIM-Strategie kennt er die relevanten Kontaktpunkte und die Anforderungen seiner Kunden. Dadurch kann er eine ganz neue Beziehung zu seinen Kunden, Planern und langfristig auch zu den Gebäudebetreibern aufbauen. BIM bedeutet nicht nur Arbeiten an einem digitalen Modell, sondern vor allen Dingen auch Kollaboration. Eine Selbstverständlichkeit im unternehmerischen Alltag, leider noch eine Ausnahme in vielen Bauprozessen. Doch erst durch die transparente Zusammenarbeit aller Beteiligter wird der volle Nutzen durch BIM spürbar.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Warum niemand um BIM herumkommen wird“ von Matthias Huth, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 1.2020


Februar 2020 | DIBt-Zulassungen ab 2020 kostenlos

Um ordnungs- und regelgerecht bauen zu können, benötigen die Akteure im Bauwesen in vielen Fällen Zugriff auf die Zulassungs-, Genehmigungs- und ETA-Dokumente des DIBt. Ab 2020 stellt das Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt) die Zulassungs-, Genehmigungs- und ETA-Dokumente kostenlos auf seiner Website zur Verfügung.

Für eine kurze Übergangszeit melden sich interessierte Nutzer zum Download der Dokumente noch im DIBt-Zulassungsshop an und legen das gewünschte Dokument im Warenkorb ab. Von dort aus gibt es die Möglichkeit eines kostenlosen Downloads der Dokumente.

Spätestens ab März können die Zulassungen, Bauartgenehmigungen und ETAs dann über den Reiter „Zulassungsdownload“ oder das allgemeine Suchfeld recherchiert und direkt und ohne vorherige Anmeldung und Registrierung heruntergeladen werden.

Deutsches Institut für Bautechnik:
www.dibt.de


Februar 2020 | DIN EN 15269-1 (10-2019)

Erweiterter Anwendungsbereich von Prüfergebnissen zur Feuerwiderstandsfähigkeit und/oder Rauchdichtigkeit von Türen, Toren und Fenstern einschließlich ihrer Baubeschläge – Teil 1: Allgemeine Anforderungen

Dieses Dokument legt die allgemeinen Grundlagen für den erweiterten Anwendungsbereich der Prüfergebnisse fest, die aus nach EN 1634-1 und/oder EN 1634-3 durchgeführten Prüfungen an feuerwiderstandsfähigen und rauchdichten Abschlüssen, d. h. an den in der Einleitung aufgeführten Typen von Türen, Toren, Feuerschutzvorhängen und Fenstern, resultieren. Dieses Dokument stellt die allgemeinen Grundlagen bereit, die für die Anwendung im Zusammenhang mit dem entsprechenden Teil der Normenreihe EN 15269, abhängig von dem speziell zu beurteilenden Produkttyp, vorgesehen sind.


Februar 2020 | Kennen Sie die Symbole der Brandschutzzeichen?

Download Checkliste: Sicherheitskennzeichen Symbole - Brandschutzzeichen gemäß DIN EN ISO 7010


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Januar 2020

Januar 2020 | DIN EN 15254-3 (11-2019)

Erweiterter Anwendungsbereich der Ergebnisse von Feuerwiderstandsprüfungen – Nichttragende Wände – Teil 3: Leichte Trennwände

Diese Europäische Norm enthält eine Anleitung für Änderungen bestimmter Parameter und Faktoren, die die Gestaltung von nach EN 1364-1 geprüften und nach EN 13501-2 klassifizierten leichten Trennwänden betreffen. Weiterhin definiert dieses Dokument, sofern zutreffend, die entsprechenden Verfahren. Dieses Dokument gilt nur für nichttragende leichte Trennwände mit einem Einfachständerwerk aus Stahl, das auf beiden Seiten des Ständerwerks mit einer Beplankung versehen ist. Der Hohlraum der leichten Trennwand kann über eine Wärmedämmung aus Mineralwolle verfügen. Dieses Dokument gilt nicht für jegliche anderen in EN 1364-1 behandelten Arten von nichttragenden leichten Trennwänden. Dieses Dokument wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 127 "Baulicher Brandschutz" erarbeitet, dessen Sekretariat von BSI (Vereinigtes Königreich) gehalten wird. Im DIN-Normenausschuss Bauwesen war hierfür der Arbeitsausschuss NA 005-52-02 AA "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Bauteile" zuständig.


Januar 2020 | Simulationen in der Brandschutzplanung einsetzen

Brandverläufe und dabei entstehende Temperaturen oder Rauchentwicklungen lassen sich am Rechner ebenso simulieren und berechnen, wie Menge und Zusammensetzung von Rauchgasen oder Sichtweiten. Darauf aufbauend können Lösungen für unterschiedliche Problemfälle aus der Bau- und Tragwerksplanung, der Brandursachen und Brandfolgenermittlung oder bei der Untersuchung von Brandphänomenen und Schadensverläufen erarbeitet werden. Falsche Randbedingungen, zu grobe Rechengitter oder vernachlässigte Brandszenarien können allerdings fehlerhafte Ergebnisse liefern. Sie müssen deshalb von Experten hinterfragt und bewertet werden.

Mit rechnergestützten Brand-, Entrauchungs- und Evakuierungssimulationen lassen sich auf der Grundlage mathematisch-physikalischer Modelle individuelle Nachweise erbringen. Das ist insbesondere bei Sonderbauten mit einem hohen Risiko- und Gefahrenpotenzial wie etwa Hochhäusern oder Versammlungsstätten relevant, aber auch bei Gebäuden mit individuellen Architektur- und Nutzungskonzepten. Dass die vom Gesetzgeber geforderten Schutzziele eingehalten werden, kann beispielsweise durch ingenieurmäßige Verfahren und entsprechende Softwarelösungen wie ANSYS Fluent, Firex, CFdesign, Fire Dynamics Simulator oder MRFC nachgewiesen werden. In der Bauplanung dienen Simulationsrechnungen vor allem der Lokalisierung von Problemzonen im Gebäude und der Entwicklung von Konzepten und Lösungen. Individuelle brandschutztechnische Konzepte, Gutachten oder Stellungnahmen lassen sich mit Simulationsrechnungen untermauern.

Sie helfen bei der Dimensionierung und Optimierung brandschutztechnischer Einrichtungen, etwa von Rauchabzügen oder Anlagen für die maschinelle Entrauchung und ermöglichen Aussagen über deren Einfluss auf den Brandverlauf. Da wichtige Daten wie Dichte, Temperatur oder Geschwindigkeit zu jedem Zeitpunkt des Brandes berechenbar sind, lassen sich für jeden Punkt innerhalb eines Objekts belastbare Aussagen treffen, auch beispielsweise zur Ruß- oder Rauchgaskonzentration, zur Reduktion des Sauerstoffgehalts oder zur Sichtweite.

Mit exakten Berechnungen der Wärmestrahlung von Flammen und Rauchgasen können auch thermische Belastungen für jeden Punkt der Tragwerkskonstruktion ermittelt werden. Damit lassen sich Stahl- und Verbundtragwerke mithilfe der sogenannten Heißbemessung nach Eurocode-Norm sehr exakt dimensionieren – und damit häufig schlanker, filigraner und kostengünstiger als mit konventionellen Rechenverfahren. Bei haustechnischen Anlagen kann man ermitteln, welche Bereiche und Bauteile einen zusätzlichen Brand- oder Sprinklerschutz benötigen. Die Einsatzmöglichkeiten von Brandsimulationsprogrammen reichen von einfachen Volumenbränden über Flächenbrände bis hin zu komplexen Brandszenarien. Mithilfe von Personenstrom-Simulationen können bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen für die Evakuierung von Gebäuden entwickelt und optimiert werden.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Einsatz von Simulationen in der Brandschutzplanung“ von Marian Behanek, erschienen im FeuerTrutz Spezial Band 10 „Entrauchung und Evakuierung“, 2019


Januar 2020 I Fluchtverhalten im Brandfall

Ob Einkaufszentrum, Opernhaus oder Produktionshalle: Die Anforderungen an den vorbeugenden baulichen und anlagentechnischen Brandschutz in Sonderbauten sind hoch. Denn im Brandfall werden nicht nur die Flammen und die Hitze zu einer Gefahr. Giftige und ätzende Rauchgase können dramatisch die Sicht behindern und bereits nach wenigen Atemzügen lebensbedrohliche Verletzungen verursachen. Umso kritischer ist es, dass vielen Menschen dieses Risiko nicht bewusst ist.

Meist vergehen nur wenige Minuten im Brandfall, bis der Rauch zu einer ernsthaften Gefahr wird. Dieses kurze Zeitfenster stellt insbesondere in öffentlichen Gebäuden wie Versammlungsstätten, Flughäfen oder Einkaufszentren hohe Anforderungen an das Sicherheitskonzept. Neben baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Maßnahmen muss bei der Brandschutzplanung auch das menschliche Fehlverhalten berücksichtigt werden. Trotz der Gefahren unterschätzen viele die gesundheitlichen Folgen des Brandrauchs.

So zeigen Analysen von Tunnelbränden, dass Menschen in ihren Fahrzeugen sitzen bleiben, wenn das Feuer nicht in unmittelbarer Nähe ausbricht. Die Entscheidungsfindung während eines Brandes zeigt charakteristische Merkmale, die vom gewöhnlichen Entscheidungsverhalten abweichen. Zunächst erhält der Betroffene erste Hinweise darauf, dass seine Situation sich verändert – etwa durch einen plötzlich einsetzenden Feueralarm oder auffälliges Verhalten anderer Personen. Diese Informationen lösen emotionalen Stress aus, weil sie unvollständig, mehrdeutig und ungewöhnlich sind.

Hinzu kommt das fehlende Wissen über die tatsächlichen Risiken von Rauch und Hitze. Daher nehmen die Betroffenen zunächst eine abwartende Haltung ein und orientieren sich an dem Verhalten anderer. Erst in einem zweiten Schritt interpretieren sie die Situation in Bezug auf ihre eigene Sicherheit und leiten notwendige Maßnahmen ein. Zu diesem Zeitpunkt kann der Brandrauch eine Selbstrettung bereits erheblich behindern.

Daher ist es sinnvoll, dieses mögliche Fehlverhalten bereits im Brandschutzplan zu berücksichtigen und entsprechend bauliche und anlagentechnische Maßnahmen vorzusehen. Rauchschutztüren eignen sich insbesondere für kleine Büroräume oder Flurabschnitte. Größere Räume oder Hallen müssen mit qualifizierten Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) ausgestattet werden. Sie sind ein elementarer Bestandteil des Brandschutzkonzepts und stellen im Notfall einen kontrollierten Rauchabzug sicher. Qualifizierte Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sorgen dafür, dass toxische Rauchgase bereits in der Brandentstehungsphase abgeführt werden, sich in Bodennähe eine raucharme Schicht bildet. Damit bleibt eingeschlossenen Personen mehr Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Gleichzeitig erleichtern sie der Feuerwehr eventuell notwendige Rettungsmaßnahmen.

Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Fluchtverhalten im Brandfall“ von Thomas Hegger, erschienen im FeuerTrutz Spezial Band 10 „Entrauchung und Evakuierung“, 2019


Januar 2020 | Tabellen: Nationale Klassifizierung

Download Tabelle: Nationale Klassifizierung - geregelt

Download Tabelle: Nationale Klassifzierung - nicht geregelt


Januar 2020 I Die allgemeine Bauartgenehmigung

Die vollzogene Novellierung des Baurechtssystems dient insbesondere dazu, fortan mit einer steigenden Anzahl europäisch-harmonisierter Bauprodukte umgehen zu können. Der entscheidende Kunstgriff dieser Systemumstellung ist neben der Formulierung von bauwerksbezogenen Anforderungen die stärkere Nutzung von Anwendungsregelungen. Hierzu rückt das bewährte Konzept der Bauartregelung weiter in den Fokus und wird nicht nur klarer abgegrenzt, sondern fortan auch genutzt, um Einbaubedingungen harmonisierter Bauprodukte zu konkretisieren. In diesem Zusammenhang wurde ein neuer Nachweistyp, die allgemeine Bauartgenehmigung (aBG), geschaffen.

Aufbau der allgemeinen Bauartgenehmigung

Die allgemeine Bauartgenehmigung weist zwei Teile auf, und zwar die Allgemeinen Bestimmungen sowie die Besonderen Bestimmungen. Bei den Allgemeinen Bestimmungen handelt es sich um formelle grundsätzliche Aussagen in Bezug auf den Nachweis. Erst die Besonderen Bestimmungen gehen dann konkret auf den Regelungsgegenstand ein. Aufbau einer allgemeinen Bauartgenehmigung:

I. Allgemeine Bestimmungen

II. Besondere Bestimmungen

1. Regelungsgegenstand und Anwendungsbereich

2. Bestimmungen für Planung, Bemessung und Ausführung

III. Anhänge

Unter den Allgemeinen Bestimmungen findet sich in den aBG`s, neben den grundsätzlichen Aussagen, die nachfolgende zunächst irreführende Festlegung: „Die von diesem Bescheid umfasste allgemeine Bauartgenehmigung gilt zugleich als allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für die Bauart.“ Diese Definition ist erforderlich (gewesen) für Bundesländer, welche das neue Baurechtskonzept noch nicht in Form einer angepassten Bauordnung umgesetzt haben. Hier gibt bzw. gab es formal die Bauartgenehmigung noch nicht. Die Besonderen Bestimmungen definieren zunächst den Regelungsgegenstand und Anwendungsbereich des Nachweises.

Hier wird definiert, um welche Bauart es sich handelt und welchen Zweck diese aufweist. Ferner wird hier bereits dargelegt, aus welchen Bauprodukten die Bauart besteht und in welchen Anwendungsfällen die Bauart angewandt werden kann.

Die „kombinierten“ Nachweise definieren hier zudem den Zulassungsgegenstand und Verwendungsbereich und nachfolgend die Bestimmungen für das Bauprodukt. Der wesentlichste und umfangreichste Bestandteil der allgemeinen Bauartgenehmigung sind die Bestimmungen für die Planung, Bemessung und Ausführung. Je nach Bauart ist dieser Bestandteil in diverse weitere Unterpunkte gegliedert. Im Wesentlichen finden sich hier aber stets die nachfolgenden Inhalte:
  • Bestimmungen, welche Bauprodukte Teil der Bauart sind.
  • Voraussetzungen für die Errichtung, wie z.B. das Zurverfügungstellen einer Einbau- bzw. Montageanleitung sowie die Schulung der Errichter.
  • Der wohl wichtigste Teil der Bauartgenehmigung: Die Bestimmungen für den Einbau!
  • Die Kennzeichnung der Bauart mit einem entsprechendem Schild mit den wesentlichen Angaben wie dem Namen der Bauart, die Angabe des Errichters, die Nummer der Bauartgenehmigung, das Herstellungsjahr und ggf. die erbrachte Leistung.
  • Die Festlegung, dass eine Übereinstimmungserklärung durch den Errichter zu erfolgen hat.
  • Bestimmungen für die Nutzung, Unterhalt und die Wartung.

Die Bauartgenehmigung wird zudem i.d.R. um Anhänge ergänzt, welche die Planungs-, Bemessungs- und Ausführungsregelungen noch weiter konkretisieren und ggf. mit Konstruktions- bzw. Einbauzeichnungen ergänzen. Wie bereits von den früheren Anwendungszulassungen bekannt, ist zumeist auf der letzten Seite ein Muster für eine Übereinstimmungsbestätigung des Errichters abgedruckt. (Hinweis: Ein ausfüllbares Muster für eine Übereinstimmungsbestätigung für alle Nachweisarten kann zudem auf der Webseite des Verfassers www.derbrandschützer.de heruntergeladen werden.)

Fazit

Durch die striktere Trennung von Produktregelungen zu Anwendungsregelungen werden die am Bau Beteiligten fortan mit einem neuen Nachweis, der allgemeinen Bauartgenehmigung, konfrontiert. Diese kann eine „große“ Bauart für das Zusammenspiel mehrerer Bauprodukte regeln oder aber die Einbaubedingungen von einzelnen harmonisierten und nicht-harmonisierten Bauprodukten bestimmen. Im Falle von nicht nicht-harmonisierten Bauprodukten kann die Verwendbarkeit und Anwendbarkeit weiterhin in einem Dokument geregelt werden, und zwar als „kombinierte“ abZ/aBG.


Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Die allgemeine Bauartgenehmigung“ von Patrick Gerhold, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 6.2019



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