Presse und Medien

21. Juni 2022

Erfolgreich durch die MPU

Zuerst die gute Nachricht: Seit Jahren sinkt die Zahl der Personen, die sich aufgrund schwerwiegender Verkehrsdelikte einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) stellen müssen. Dennoch werden in Deutschland jährlich immer noch mehr als 80.000 MPUs durchgeführt. Doch wann ist eine solche Untersuchung überhaupt notwendig? Und wie verbessern Betroffene ihre Chancen, nach der MPU ihren Führerschein zurückzubekommen? Andrea Häußler, Verkehrsexpertin und Mitglied der Geschäftsleitung der TÜV SÜD Life Service GmbH, stellt die wichtigsten Fakten vor.

Grundsätzlich gilt: Wer im Straßenverkehr beim Rasen, Drängeln oder Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss erwischt wird, verliert je nach Schwere des Vergehens seinen Führerschein. Dabei muss der Fahrer keinen Unfall verschuldet haben; eine Auffälligkeit bei einer Routinekontrolle reicht bereits aus. Um nach einer Sperre überhaupt wieder fahren zu dürfen, ist häufig die Teilnahme an der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung notwendig.

Alkohol- und Drogenkonsum als Hauptgründe für die MPU

Zwar steht nicht immer eine Ordnungswidrigkeit vor einer MPU: Weitere Untersuchungsanlässe sind zum Beispiel körperliche oder psychische Erkrankungen bzw. Behinderungen sowie die vorzeitige Erteilung einer Fahrerlaubnis für Jugendliche ab 16 Jahren. Die von der Begutachtungsstelle Fahrerlaubniswesen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) regelmäßig veröffentlichten Statistiken mit einem Fünf-Jahres-Vergleich sprechen jedoch eine klare Sprache: Fast 40 Prozent aller MPU-Fälle stehen in Zusammenhang mit Alkohol, rund ein weiteres Drittel mit Betäubungsmittel- oder Medikamentenmissbrauch. Innerhalb dieser Gruppen gibt es kleinere Verschiebungen – so nimmt der Alkoholanteil stetig geringfügig ab und der Drogenanteil wächst leicht. Zusammengenommen liegen diese beiden Anlässe regelmäßig bei fast drei Viertel aller Untersuchungen und spielen daher auch bei der Vorbereitung auf eine erfolgreiche MPU die wichtigste Rolle.

„Was viele nicht wissen: Auch angetrunkenen Fahrradfahrern kann die Kfz-Fahrerlaubnis entzogen werden“, erklärt Andrea Häußler von TÜV SÜD. „Hier liegt die Promillegrenze zwar deutlich höher, aber ab einem Blutalkoholwert von über 1,6 ‰ gilt auch ein Radfahrer als fahruntüchtig und muss seinen Autoführerschein abgeben.“ Besondere Vorsicht ist bei E-Bikes geboten: Während nicht versicherungspflichtige E-Bikes wie Fahrräder betrachtet werden, gelten für S-Pedelecs und andere schnelle E-Bikes dieselben strengen Promillegrenzen wie für Autofahrer. Auch E-Scooter-Lenker dürfen nicht mehr als 0,5 ‰ im Blut haben.

Informationsangebot der Begutachtungsstelle in Anspruch nehmen

Das MPU-Gutachten bietet der Straßenverkehrsbehörde die psychologische und medizinische Grundlage für die Entscheidung, ob dem Antragsteller die Fahrerlaubnis zugesprochen wird oder nicht. Falls nicht, kann sie nach einem festgesetzten Zeitraum erneut beantragt werden. Je nach Prognose kann ein Antragsteller auch als nachschulungsfähig eingestuft werden und nach der Teilnahme an entsprechenden Kursen den Führerschein zurückbekommen. Andrea Häußler rät: „Niemand sollte völlig uninformiert in eine MPU gehen, sondern sich vorher – möglichst bei der Begutachtungsstelle, an der er sich begutachten lassen möchte – gründlich informieren. Gerade alkoholbedingte MPU-Gutachten führen häufig nicht umgehend dazu, dass die Bedenken ausgeräumt werden können und die Fahrerlaubnis von der Behörde wieder erteilt werden kann. Bei etwa sieben Prozent der Antragsteller wird die Teilnahme an einem Nachschulungskurs zur Bedingung gemacht, um so verbleibende Restbedenken ausräumen zu können.“

Das Ziel: dauerhafte Verhaltensänderung

Entscheidend für eine günstige Prognose ist die Haltung des Betroffenen hinsichtlich der Ursachen für die Auffälligkeiten im Straßenverkehr. Eine MPU stellt keine Strafmaßnahme dar, sondern soll vielmehr zu einer dauerhaften Verhaltensänderung motivieren. Schließlich gefährden Teilnehmer am Straßenverkehr durch ihr Fehlverhalten nicht nur sich selbst, sondern auch andere. Informationen zu Ablauf und Inhalt der MPU erhalten Betroffene an Informationsabenden der TÜV SÜD Life Service – vor Ort oder nun auch online. Personen, die dieses Angebot nutzen, verbessern ihre Chancen auf ein erfolgreiches Bestehen der MPU.

Bei TÜV SÜD sind alle, die sich einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung stellen wollen, in erfahrenen Händen: Die TÜV SÜD Life Service GmbH wurde bereits 1999 als amtlich anerkannter Träger von Begutachtungsstellen für Fahreignung akkreditiert und ist somit der dienstälteste Anbieter auf dem deutschen Markt.

Informationen zum Angebot von TÜV SÜD Life Service zur MPU:
https://www.tuvsud.com/de-de/branchen/mobilitaet-und-automotive/fuehrerschein-und-pruefung/mpu-untersuchungen-bei-tuev-sued-life-service/vorab-informieren

Download Pressemeldung

Pressekontakt: Vincenzo Lucà

Wie können wir Ihnen helfen?

WORLDWIDE

Germany

German