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Presse und Medien

26. Juli 2022

Lieber eine Nummer grösser

Urlaub mit einem Wohnmobil steht derzeit bei den Bundesbürgern hoch im Kurs. „Wer allerdings nie zuvor mit solch einem rollenden Feriendomizil unterwegs war, sollte einiges beachten“, gibt Eberhard Lang von TÜV SÜD zu bedenken: „Für Unerfahrene hinter dem Steuer kann die Fahrphysik eines Reisemobil zu einer Herausforderung werden.“ Auch bei der Reisevorbereitung gilt es, einiges zu beachten. Entscheidend ist vor allem die Größe des Fahrzeuges. „Lieber ein etwas größeres Fahrzeug mieten, damit man bei schlechtem Wetter im Innenraum genügend Bewegungsraum hat“, schildert Lang seine Erfahrungen. Doch an erster Stelle aller Überlegungen steht zunächst ein Blick auf den Führerschein.

Inhaber des EU-Dokumentes der Klasse B dürfen Reisemobile nur bis 3,5 Tonnen pilotieren. Für schwerere Fahrzeuge gelten die Klassen C oder C1. Besitzer der alten Führerscheinklasse drei dürfen Freizeitmobile bis 7,5 Tonnen lenken. Egal, welche Lizenz man für die Ferienfahrt besitzt, das Gewicht spielt immer eine Rolle. „Das zulässige Gesamtgewicht wird bei einer vierköpfigen Familie samt Gepäck rasch erreicht“, schildert Lang seine Beobachtungen. Wird man erwischt, wird es teuer.

Nicht nur in Corona-Zeiten hinzugekommene Neueinsteiger sollten sich dessen bewusst sein. So wiegt eine Markise etwa 50 Kilogramm zusätzlich, zwei Gasflaschen rund ebenso viel. Deshalb rät der TÜV SÜD-Fachmann, mit dem fertig bepacktem Wohnmobil auf eine Waage (z. B. bei einer Gemeindeeinrichtung) zu fahren und im Falle von Übergewicht das eine oder andere Utensil daheim zu lassen, bis es passt. In den Sommermonaten kontrolliert die Polizei erfahrungsgemäß verstärkt auf den großen Reiserouten und achtet auf die Einhaltung der Gewichte und der Achslasten, so wie sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I (ehemals Kfz-Schein) stehen.

Ein weiteres Problem, für Mobile bis zu 3,5 Tonnen gelten die gleichen Geschwindigkeitsbeschränkungen wie für einen Personenwagen. Für Schwergewichte bis zu 7,5 Tonnen heißt es außerhalb geschlossener Ortschaften Tempo 80, auf Autobahnen und Kraftfahrtstraßen maximal Tempo 100. Auch sonst müssen sich die Fahrer solcher Dickschiffe an die Verkehrszeichen für Brummis halten, etwa Überholverbote oder Mindestabstand und „im Ausland sollte man die landesspezifischen Regelungen kennen“, ergänzt Lang.

Doch nicht nur mit Fahrregeln, sondern auch mit Fahrverhalten des Mietmobils sollte man sich vertraut machen. Deshalb steht vor dem Start in den Urlaub eine gründliche Einweisung durch den Vermieter auf dem Pflichtprogramm. Technische Besonderheiten etwa den sicheren Umgang mit der Gasanlage, die Funktion der Standheizung, das Einpegeln der SAT-Anlage oder das Entleeren der Bordtoilette muss man erst kennenlernen.

Bei der Auswahl eines Vermieters empfehlen sich nahe Offerten. „Schließlich muss man entweder mit dem eigenen Pkw das Urlaubsgepäck heranschaffen oder mit dem abgeholten Reisemobil die heimatliche Wohnung zum Beladen ansteuern“, gibt Lang zu bedenken: „Wie auch immer, das kostet Zeit.“ Ein Wohnmobil ist nicht im Handumdrehen be- oder entladen. Kommerzielle Anbieter sind in aller Regel teurer als private, bieten aber dafür mehr Service, etwa im Pannenfall. Bei privaten Anbietern sollte man unbedingt darauf achten, dass die gewerbliche Vermietung im Versicherungsschein vermerkt ist. Sonst droht im Fall des Falles Ärger.

Billig sind gemietete Ferienfahrzeuge auch jenseits des Corona-Booms nicht. Preisvergleiche lohnen allemal. Neben der Miete fallen weitere Kosten an. „In jedem Fall sollte man die Geschäftsbedingungen der Vermieter genau studieren, beispielsweise, wie viele Kilometer täglich enthalten sind, oder welche Serviceleistungen dazugehören, etwa die volle Gasflasche“, empfiehlt Lang und „kräftige Unterschiede gibt es erfahrungsgemäß bei der Selbstbeteiligung in der Kaskoversicherung.“ Mal werden maximal 250 Euro fällig. Es können aber auch 1.000 Euro verlangt werden.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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