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2. Februar 2022

Das richtige Öl für den Winter

Kaltstarts mögen Motoren überhaupt nicht. Dann ist das Motoröl noch dickflüssig und zäh. Wenn man den Motor startet, sollte man ein paar Sekunden warten, bis sich der Leerlauf stabilisiert und das Motoröl verteilt hat. Die Zeit, bis man Sicherheitsgurte angelegt und etwa das Radio eingestellt hat, reicht in der Regel vollkommen aus. „Wenn der Mensch am Steuer sofort und ungehemmt auf das Gaspedal drückt, ist übermäßiger Verschleiß vorprogrammiert“, warnt Eberhard Lang von TÜV SÜD. Deshalb sollte man insbesondere in der kalten Jahreszeit auf das richtige Öl achten und den Wagen schonend starten.

Während der Warmlaufphase empfiehlt es sich, dem Motor maximal 50 Prozent Last abzuverlangen und die Drehzahl niedrig zu halten. „Als Faustregel kann man die halbe Nenndrehzahl nehmen. Je nach Motor sprechen wir von Drehzahlen von maximal 2.000 bis 3.000 Umdrehungen pro Minute“, rät der TÜV SÜD-Fachmann.

Wichtigste Kriterien bei der Wahl des korrekten Motoröls sind die Viskositätsangaben und die Freigabe des Motorenherstellers. Beide Kriterien sind im Fahrzeughandbuch sowie den Ölgebinden zu finden. Die zutreffende Ölqualität ist wichtig, „weil die Fertigungstoleranzen der Motoren inzwischen so gering sind, dass zu dickflüssiges Öl nicht an alle Schmierstellen gelangt, wenn der Motor kalt ist“, weiß der TÜV SÜD-Fachmann und rät: „Auch moderne Motoren brauchen einen vorsichtigen Kaltstart.“

Das Angebot an Motorenölen ist schier unüberschaubar. Es gibt klassische Mineralöle, synthetische Schmierstoffe, Leichtlauf- oder Longlife-Öle. „Und dass es sich laut den jeweiligen Werbeversprechen stets um ein besonders empfehlenswertes Produkt handelt, versteht sich von selbst“, schmunzelt Marktkenner Lang.

„Bei den heute üblichen Mehrbereichsölen werden zwei Zahlen angegeben, wie beispielsweise SAE 10W-40“, erläutert der TÜV SÜD-Fachmann: „Die Zahl vor dem W beschreibt die Fließeigenschaften des Öls bei Kälte. Je kleiner die Ziffer ist, desto besser kann das Motoröl bei tiefen Temperaturen die Schmierstellen im Motor erreichen.“ Die Angaben vor dem W reichen von null bis 25. Null gibt dabei die höchste Winterfestigkeit an. Selbst unter minus 30 Grad ist dann das Öl noch flüssig. Bei einem 5W ist bis etwa minus 25 Grad flüssiger Betriebszustand zu erwarten, 15W hält seine Fließfähigkeit bis minus 10, ein 25W-Öl ist nur bis minus fünf Grad im normalen Betriebszustand geeignet.

Die Zahl hinter dem W wiederum gibt die Wärmeeignung bei Plusgraden an. Heute werden hauptsächlich Mehrbereichsöle verkauft, die durch Zusatz von Additiven sowohl bei Minus- wie auch Plusgraden eine optimale Fließfähigkeit gewährleisten. Zum Beispiel kann ein Motoröl mit der Kennzeichnung 0W-40 im frostigen Winter bei minus 30 Grad, aber ebenso im heißen Sommer eingesetzt werden.

Achtung: Manche Automobilhersteller begnügen sich nicht damit, dass das geforderte Motorenöl bestimmte internationale Klassifikationen und Spezifikationen erfüllt, sondern stellen zusätzlich herstellerspezifische Anforderungen (erweiterte Prüfungen) an dessen Leistungsfähigkeit. Festgelegt wird dies in firmenspezifischen Normen, beispielsweise „VW 502 00, BMW LL-98, Porsche A40“. „Erfüllt das Öl die vom Autohersteller freigegebene Norm, kann man getrost zur günstigen Dose greifen“, schildert Lang seine Erfahrungen.

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