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Presse und Medien

21. Oktober 2021

Unfall-Schwerpunkt Landstraße

Rund 87.000 Kilometer Landstraße gibt es bundesweit und allein im vergangenen Jahr starben 1.592 Menschen dort bei Verkehrsunfällen. Das sind knapp 59 Prozent aller im Straßenverkehr Getöteten. Zwar ist vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie die Zahl der Verkehrsunfälle, mithin die Zahl der Verletzten und Todesopfer, zwischenzeitlich gesunken, „aber Landstraßen bleiben ein Unfallschwerpunkt“, bilanziert Karsten Graef von TÜV SÜD in München.

Zahlen des Statistischen Bundesamtes untermauern dies. Während knapp 90 Prozent aller getöteten Pkw-Insassen und über 80 Prozent aller getöteten Kraftradnutzer außerorts verunglückten, starben 73 Prozent aller im Straßenverkehr getöteten Fußgänger sowie 60 Prozent aller getöteten Radfahrer 2020 innerorts. Insgesamt wurden innerhalb von Ortschaften knapp 30 Prozent und auf Autobahnen knapp zehn Prozent der Getöteten verzeichnet. „Immer wieder kommt es aufgrund von gefährlichen oder falsch eingeschätzten Überholmanövern auf Landstraßen zu folgenschweren Unfällen“, gibt Graef zu bedenken und mahnt „zu einer vorrausschauenden und defensiven Fahrweise“.

Laut Graef sind Überhol- und Abbiege-Manöver vor allem deshalb so gefährlich, weil es beim Abschätzen von Entfernungen und Geschwindigkeiten anderer Fahrzeuge immer wieder zu folgenschweren Fehleinschätzungen kommt. Darüber hinaus spielt unangepasste Geschwindigkeit bei zahlreichen Unfällen eine Rolle. Zudem ist die Gefahr eines Frontalcrashs auf der Landstraße um ein Vielfaches höher. Auch die Wahrscheinlichkeit mit Wild zu kollidieren ist auf Landstraßen sehr viel höher als beispielsweise auf anderen Straßen. „Vielfach kommen Fahrzeuge bei einem Landstraßenunfall von der Fahrbahn ab, prallen mit dem Gegenverkehr zusammen oder mit einem Baum“, skizziert der TÜV SÜD-Fachmann das Risikopotenzial außerorts.“

Auf keinen Fall sollte man an unübersichtlichen Stellen überholen. Die Einhaltung des Sicherheitsabstands und eine ausreichend freie Strecke zum Gegenverkehr sind für einen sicheren Überholvorgang überlebenswichtig. „Nur bei ausreichend einsehbarer Strecke sollten Autofahrer überholen und beim Überholvorgang selbst an die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen denken“, rät Graef: „700 Meter Sichtweite sind bei Überholmanövern nötig. Das entspricht 14 Leitpfosten am Straßenrand.“ Um auf der sicheren Seite zu sein, muss beispielsweise ein Personenwagen 100 Kilometer pro Stunde (km/h) schnell sein, wenn er einen Lastwagen mit Tempo 60 überholen will. Das ist erfahrungsgemäß jedoch nur an wenigen Stellen möglich. Zudem ist die Zeitersparnis gering. „Im günstigsten Fall sind es nur zehn Prozent der Fahrtzeit, die man herausfährt, mithin bei einer Strecke von 20 Kilometern lediglich eineinhalb Minuten“, gibt der TÜV SÜD-Fachmann zu bedenken.

Neben den grundsätzlichen Gefahren auf Landstraßen gibt es zudem saisonale. Insbesondere im Herbst sind vermehrt landwirtschaftliche Fahrzeuge und Erntemaschinen auf Landstraßen unterwegs. Hier ist aufgrund der Überbreite und langsamen Geschwindigkeit besondere Vorsicht geboten, außerdem geht von verschmutzten Fahrbahnen vor allem für Motorradfahrer eine große Gefahr aus.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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