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Presse und Medien

21. Oktober 2021

Bremsflüssigkeit regelmäßig kontrollieren und tauschen

Der Punkt „Bremsflüssigkeit“ steht in jeder Inspektionsvorgabe. Zumindest wird der Flüssigkeitsstand kontrolliert oder nach einem vom Fahrzeughersteller vorgegebenen Zeitraum – zumeist zwei Jahren – die Flüssigkeit gewechselt. Selbst bei preisgünstigen Angeboten von Werkstattketten stehen dann mal rasch 50 Euro auf der Rechnung. „Viele Autobesitzer fragen sich allerdings, warum die Bremsflüssigkeit überhaupt erneuert werden muss und ein entsprechender Punkt in den Wartungsplänen enthalten ist“ schildert Georg Pankratz von TÜV SÜD in München seine Erfahrungen: „Der Hintergrund ist physikalischer Art – Bremsflüssigkeit zieht Wasser an.“ Fachleute sagen, sie ist „hygroskopisch“.

Wenn ein bestimmter Anteil an Wasser überschritten wird, kann die Bremsflüssigkeit zum Kochen kommen. Dafür reichen schon drei Prozent Wasser in ihr und die große Hitze, die beim Abbremsen entsteht. Frische Bremsflüssigkeit hat einen Wasseranteil von etwa 0,05 Prozent und damit einen Siedepunkt von bis zu 260 Grad Celsius. Ist sie zwei Jahre alt, kann ihr Wassergehalt schon auf drei Prozent angewachsen sein, wodurch sich der Siedepunkt je nach Sorte auf nur noch 140 Grad verringert. Und der Siedepunkt ist entscheidend für das Funktionieren des gesamten Bremssystems.

Wenn die Bremsflüssigkeit durch eine starke Beanspruchung der Bremse diese Grenztemperatur erreicht, beginnt sie zu kochen. Und das kann bei Temperaturen von bis zu 700 Grad an der Bremsscheibe schnell passieren. Es entstehen Dampfblasen. Sie wiederum verhindern, dass der nötige Druck im Bremssystem aufgebaut werden kann.

Dass Wasser in die Bremsflüssigkeit gelangt, ist nicht zu verhindern. Zum einen braucht der Vorratsbehälter eine Belüftung, die trotz eines sinnreichen Labyrinthsystems immer etwas Luftfeuchtigkeit durchlässt. Und dann findet Wasser sogar einen Weg durch Bremsschläuche und Dichtungen.

„Leider kann man nicht mit bloßem Auge erkennen, wie hoch der Wasseranteil der Bremsflüssigkeit ist“, erklärt der TÜV SÜD-Fachmann und empfiehlt, den Wassergehalt der Bremsflüssigkeit auch innerhalb der Wechselintervalle regelmäßig prüfen zu lassen. Den Ratschlag legt er besonders jenen ans Herz, die häufig Fahrten mit hoher Bremsenbelastung unternehmen, beispielsweise bei Fahrten mit einem Wohnanhänger oder die betont sportlich fahren. Mitunter liebäugeln gerade sportliche Fahrer mit dem Einsatz von speziellen Bremsflüssigkeiten, die im Motorsport eingesetzt werden. Keine gute Idee, sie bieten zwar einen höheren Siedepunkt, aber sind höchst hygroskopisch und werden deshalb beim Rennsport nach jedem Einsatz gewechselt.

„Grundsätzlich ist der Austausch der Bremsflüssigkeit Sache einer Fachwerkstatt“, gibt Pankratz zu bedenken und „generell sollte die Bremsflüssigkeit in das Bremssystem eingefüllt werden, welche auf dem Deckel des Ausgleichsbehälters spezifiziert ist oder für die eine Freigabe des Fahrzeugherstellers vorliegt.“ Bei dieser Prozedur wird die neue Bremsflüssigkeit mittels eines Entlüftergerätes in die Bremsanlage gepresst und die alte dabei durch das gesamte System gespült, um dann über Ventile abgelassen zu werden.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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