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Presse und Medien

20. Mai 2021

Vandalen unter der Motorhaube

Marder gelten gemeinhin als possierliche Tiere. Die verniedlichende Einschätzung schwindet aber umgehend, wenn eines der hundeartigen Raubtiere unter der Motorhaube seinen Instinkten freien Lauf gelassen hat. Zerbissene Zündkabel, zerrupfte Verkleidungen, zerfetzte Schläuche zeugen von vermeintlichem Vandalismus. Dabei folgt der kleine Räuber nur seiner Natur. „Marder sind im Frühjahr, kurz vor der Paarungszeit und bis in den Spätsommer hinein besonders aktiv“, warnt Eberhard Lang von TÜV SÜD und so nimmt das Materialgemetzel zwischen Kabeln und Schläuchen seinen Lauf. „Mit Duftsprays oder Hausmitteln wie Katzenhaar oder Mottenkugeln lassen sich die umtriebigen Gesellen zumeist nicht verjagen“, schildert Lang seine Erfahrungen. Haben die possierlich wirkenden Räuber zugebissen, kommt der geschädigte Autobesitzer um eine Maßnahme nicht herum.

„Einen hundertprozentigen Schutz zur Marderabwehr gibt es nicht“, erläutert der TÜV SÜD-Fachmann, „sie sind Gewohnheitstiere, und wer nach einer Marderattacke nicht eine Unterboden- und Motorwäsche vornimmt, bekommt alsbald wieder Besuch.“

Dabei folgt der kleine Räuber nur seiner Natur. Die Rüden stecken ihre Reviere ab. Dazu markieren sie die Grenzen mit Urin, um Rivalen von ihren Weibchen zu vertreiben. Parkt ein so urin-markiertes Auto nun im Revier eines anderen Rüden, will der den vermeintlichen Nebenbuhler davonjagen. „Fahrzeuge, die oft an verschiedenen Orten abgestellt werden, sind dementsprechend häufig Opfer des marder-typischen Scherengebisses“, weiß Lang. Er empfiehlt deshalb Autobesitzern, in den kommenden Monaten besonders auf Marderspuren zu achten, etwa Kot vor dem Fahrzeug.

Falls der Motor unrund läuft, sollten Kabel und Schläuche kontrolliert sowie gegebenenfalls eine Werkstatt hinzugezogen werden, um den Motorraum nach etwaigen Marderschäden zu durchforsten. Die Bremsleitungen bleiben erfahrungsgemäß verschont. Sie sind für Marder schwer erreichbar und bestehen überwiegend aus hartem Material, beruhigt der TÜV SÜD-Fachmann.

Die durchschnittliche Höhe von Marderschäden liegt bei etwa 350 Euro. Nicht immer springt die Fahrzeugversicherung in die Bresche. Da die Assekuranzen ihre Vertragsbedingungen frei gestalten, kann ein Marderbiss je nach Gesellschaft und Police unterschiedlich versichert sein. Einige Versicherer schließen Schäden durch Marder aus oder zahlen nur bis zu einer bestimmten Höhe. Wurde ein Selbstbehalt vereinbart, so liegt dieser häufig über den Reparaturkosten. „Viele Versicherungsgesellschaften bieten inzwischen spezielle Mardertarife oder Zusatzversicherungen, die die direkten Schäden in voller Höhe übernehmen“, weiß Lang. Bei Vollkaskoversicherungen werden alle Marderschäden übernommen, aber in der Regel nur die direkten Schäden; nicht jedoch Folgekosten, wie etwa langfristige Schäden, Verdienstausfall oder eine notwendige Motorwäsche.

„Es gibt verschiedene Methoden, Marder vom Motorraum fernzuhalten, aber keine wirkt hundertprozentig“, schildert der Fachmann seine Erfahrungen. Mit einem engmaschigen, etwa ein Quadratmeter großen Stück Maschendraht, das unter das Auto gelegt wird, kann man dem Marder den Zugang zum Motorraum erschweren. Marder sind nachtaktiv und meiden deshalb helles Licht. „Parken Sie Ihr Auto im öffentlichen Raum also am besten unter einer Straßenlaterne. Für Carports und Privatparkplätze empfiehlt es sich, einen Scheinwerfer oder eine starke Lichtquelle anzubringen und diese an einen Bewegungsmelder zu koppeln“, empfiehlt der TÜV SÜD-Fachmann. Mit Tönen in sehr hohen Frequenzbereichen, die für Menschen nicht hörbar sind, sollen Ultraschall-Geräte die geräuschempfindlichen Marder verscheuchen. Vorteil: Einbau und Anschluss dauern nur ein paar Minuten. Nachteil: Die Tiere gewöhnen sich mit der Zeit an das unangenehme Geräusch. Es empfiehlt sich daher, hochwertigere Geräte zu kaufen, die durch einen Frequenzwechsel die Töne regelmäßig verändern.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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