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Presse und Medien

16. Juni 2021

Richtig packen und verändertes Fahrverhalten einkalkulieren

„Motorradtouren mit viel Gepäck sind eine fahrerische Herausforderung“, schildert Karsten Graef von TÜV SÜD in München seine Erfahrungen: „Das Bike neigt eher zum Kippen, die Fahrleistungen sind geringer und je nach Gepäckanbringung kann die Seitenwindempfindlichkeit deutlich ansteigen.“ Deshalb sollte man – etwa bei der Urlaubsfahrt mit dem Bike – nur das Notwendigste mitnehmen. Koffer und Taschen empfiehlt der TÜV SÜD-Fachmann nahe dem Schwerpunkt der Maschine zu platzieren. Was nicht direkt an oder auf der Maschine verstaut werden kann, landet oftmals im Rucksack, mithin auf dem Rücken des Fahrers. Aber, gibt Graef zu bedenken, „schwere Rucksäcke entpuppen sich alsbald als unangenehme Last und führen häufig zu einer unbequemen Sitzhaltung und vor allem auf längeren Fahrten zur Ermüdung.“ Um festzustellen, ob das Gepäck auf Motorrad und Körper richtig befestigt und gut verteilt ist, empfiehlt sich vor Reiseantritt eine Probefahrt. „Dabei merkt man schnell, wie sich die Maschine verhält und ob an der Beladung noch einmal etwas nachjustiert werden muss“, rät der TÜV SÜD-Fachmann.

Die oberste Packregel lautet, Schweres möglichst weit nach unten. Gleichgewicht sollte zudem bei Seitenkoffern bestehen. „Utensilien wie Bordwerkzeug oder eine kleine Wasserflasche werden am besten im Tankrucksack eingepackt. Das wirkt sich auch positiv auf die Gewichtsverteilung aus, da sonst meist nur das Hinterrad belastet wird“, nennt Graef eine weitere Packregel. Tankrucksäcke mit Magnetbefestigung sind praktisch, sollten aber bei schwerer Beladung zusätzlich durch Riemen gesichert sein und keinesfalls den Lenkereinschlag und den Blick auf Instrumente und Kontrollleuchten beinträchtigen. Empfehlenswert sind da eher die Tankrucksäcke mit Schnellverschlusssystem am Tankdeckel.

Wichtig ist überdies die richtige Verteilung des Gepäcks. Lastet beispielsweise zu viel Gewicht über dem Hinterrad, wird dadurch das Vorderrad entlastet, der Lenker kann zu flattern beginnen, das Motorrad kommt leichter ins „Schwimmen“. Vielfach genügt es in solchen Situationen schon, einige Kilo mehr in den Tankrucksack statt ins Topcase zu laden. „Zusatzgewicht an der falschen Stelle versetzt manche Maschinen beim Fahren regelrecht in gefährliche Pendel- oder Schlingerbewegungen“, weiß der erfahrene Biker: „Das hat gelegentlich auch mit der veränderten Aerodynamik zu tun.“ Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, für das Motorrad geeignete Systemkoffer zu montieren. In vielen Bedienungsanleitungen finden sich entsprechende Hinweise sowie Empfehlungen zum Höchsttempo und zur Gewichtsgrenze der Taschen.

Unterwegs mit einem bepackten Bike ist ähnlich, wie mit einem Sozius zu fahren. Es muss einkalkuliert werden, dass mit der erhöhten Seitenwindempfindlichkeit beim Überholen seitlich mehr Sicherheitsabstand erforderlich ist und sich die Wheelie-Gefahr, also das Aufsteigen des Vorderrades, beim vollen Beschleunigen erhöht. Vorsicht beim Überholen. Die Wege werden länger. Dies gilt desgleichen fürs Bremsen, besonders auf kurvenreichen Passstraßen.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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