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Presse und Medien

22. Juli 2021

Umwege lohnen nur selten

Seit Anfang des Jahres hat CO2 in Deutschland einen Preis. Unternehmen, die mit Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel handeln, müssen 25 Euro je Tonne CO2 zahlen, die ihre Produkte verursachen. Das geben sie an die Verbraucher weiter und so ist Benzin seit Jahresanfang rund sieben Cent teurer, Diesel acht Cent. Die Tendenz: steigend. Kein Wunder, dass viele Autofahrer nach dem vermeintlich günstigsten Angebot an der Zapfsäule suchen und sogar Umwege in Kauf nehmen. Doch mitunter wird dabei gespart, koste es, was es wolle. „Viele Autofahrer unterschätzen die entstehenden Kosten pro gefahrenem Kilometer“, schildert Georg Pankratz von TÜV SÜD seine Erfahrungen. „Fährt jemand mit einem Mittelklassewagen nur 20 Kilometer zum Tanken und 20 Kilometer zurück, belastet das seinen Geldbeutel mit rund vier Euro – reine Spritkosten.“

Inzwischen dreht sich das Preisroulette an den rund 15.000 Tankstellen bundesweit im Tagesverlauf sieben Mal. Im Vorjahr waren es durchschnittlich sechs Preisrunden. So mancher Autofahrer nimmt nach den Beobachtungen des TÜV SÜD-Fachmanns kilometerweite Anfahrten in Kauf, um beim Spritpreis ein paar Cent weniger auszugeben. Nun ist es dank Internet und pfiffiger Apps kein Problem, per Smartphone die günstigste Tankstelle im Umkreis zu finden. Doch lohnt der Weg? Pankratz: „Wer genau kalkuliert, ob sich die Extrafahrt rechnet, merkt schnell, die vermeintliche Ersparnis ist rasch verfahren. Zudem sollte man auch andere Aspekte im Auge behalten.“

„Viele Autofahrer unterschätzen die entstehenden Kosten pro gefahrenem Kilometer“, sagt TÜV SÜD-Fachmann Pankratz „Fährt jemand mit einem Mittelklassewagen nur 20 Kilometer zum Tanken und 20 Kilometer zurück, belastet das seinen Geldbeutel mit rund vier Euro – reine Spritkosten.“ Wer gar mit kaltem Motor extra zur Zapfsäule startet, verrechnet sich sowieso und schadet obendrein enorm der Umwelt. In der ersten Minute nach dem Kaltstart fallen die meisten Emissionen an. „Ein durchschnittlicher Benzinmotor verbraucht in der Startphase das 1,5 - 2-fache des Normverbrauchs und emittiert dann einen Großteil der Kohlenwasserstoffe“, gibt Pankratz zu bedenken.

Selbst wenn man bereits unterwegs ist, lohnt es sich praktisch nicht, noch schnell eine Schleife zu einer billigeren Tankstelle zu drehen, um ein halben Cent pro Liter günstiger zu tanken. „Wenn der Sprit gerade zur Neige geht, 60 Liter Super getankt werden sollen und die günstige Zapfsäule nur zwei Kilometer entfernt ist, die Ersparnis von 30 Cent wird schon auf der Hinfahrt fast verbrannt“, rechnet Pankratz vor und geht ins kalkulatorische Detail: „Ein Benziner mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 7,5 Litern hat bis zur Tankstelle schon 0,15 Liter Sprit geschluckt. Gegenwert: 21 Cent. Bis hierhin also neun Cent gespart. Muss der Schnäppchenjäger nach der Füllung aber wieder auf die ursprüngliche Route und damit die zwei Kilometer zurück, werden erneut 0,15 Liter Sprit/21 Cent fällig.“ Entsprechend lautet die Bilanz der vermeintlichen Sparaktion: zwölf Cent Mehrkosten und ein knappes Kilogramm Kohlendioxid für die Umwelt.

Sparen kann man dagegen, wenn man den täglichen Spritpreisverlauf verfolgt und analysiert, um seine Tankgewohnheiten gegebenenfalls anzupassen. So variieren oft die Preise je Liter um mehrere Cent an ein und derselben Tankstelle – je nach Strategie der Betreiber bzw. Konzerne. Wenn morgens auf dem Weg zur Arbeit die Tankuhr ein dringendes Handeln noch nicht einfordern sollte, könnte der Tankstellenbesuch auf dem Nachhauseweg eventuell deutlich günstiger ausfallen.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucá

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