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Presse und Medien

22. Juli 2021

Mit Haken

Campingurlaub steht coronabedingt derzeit hoch im Kurs. Mal soll dann ein Wohnwagen als mobiles Feriendomizil dienen, mal ein Hänger das Campingzubehör aufnehmen. „Grundsätzlich lässt sich beinahe jeder Personenwagen als Zugfahrzeug nutzen“, schildert Georg Pankratz von TÜV SÜD seine Erfahrungen, aber eben nur beinahe. E-Autos und Hybridfahrzeuge bilden meist die Ausnahme. „Um nicht zusätzliche Belastungen auf die Antriebe zu bringen und mit Blick auf die Reichweite, geben die meisten Hersteller ihre E- und Hybridfahrzeuge nicht für den Anbau von Anhängevorrichtungen frei“, erklärt Pankratz den technischen Hintergrund.

Wer eine Anhängerkupplung nicht bereits beim Neuwagenkauf geordert hat, kann sie nachrüsten lassen. Allerdings gibt es einige Punkte zu beachten und grundsätzlich sollte man zuvor klären, „darf ich mit meinem Führerschein den jeweiligen Anhänger überhaupt fahren und ist mein Fahrzeug für dieses Anhängergewicht geeignet“, erinnert der Fachmann. „Ob Sie für die Fahrt mit einem Pkw-Anhänger die Führerscheinklasse B, also den normalen Autoführerschein, B 96 oder BE benötigen, hängt im Wesentlichen von der zulässigen Gesamtmasse des Gespanns ab“, erläutert der TÜV SÜD-Fachmann. Für einen kleinen Gepäck-Anhänger (bis 750 Kilo zulässiges Gesamtgewicht) beispielsweise genügt der Führerschein der Klasse B. Für Wohnwagengespanne ist sehr häufig der Führerschein B 96 ausreichend.

Ein weiteres Kriterium für den Gespannbetrieb sind die zulässige Anhänge- sowie die Stützlasten, beide in den Fahrzeugpapieren zu finden. Die Anhängelast gibt die größte tatsächliche Masse eines an das Auto anzukuppelnden Anhängers an; die Stützlast jene Masse, die vertikal auf die Anhängezugvorrichtung des Zugfahrzeugs drücken darf. Der Niedrigere der zulässigen Werte von Zugfahrzeug und Anhänger ist ausschlaggebend. Zumeist liegt dieser Wert bei 100 kg. Für ein stabiles Fahrverhalten sollte die zulässige Stützlast möglichst ausgenutzt werden. Wenn der Anhänger im hinteren Bereich zu schwer beladen ist, kann die Stützlast zu gering oder im Extremfall durch dynamische Effekte bei der Fahrt sogar negativ ausfallen. Dagegen kann das einseitige Beladen des vorderen Bereiches (z.B. im Gasflaschenkasten) die zulässigen Werte übersteigen. Als erste Einschätzung kann eine visuelle Prüfung der Seitenansicht des Gespanns dienen: „Ist ein Knick zu sehen, besteht die Gefahr des Aufschaukelns, beziehungsweise eines unkontrollierten Fahrverhaltens“, erläutert der TÜV SÜD-Fachmann. Genauer ist eine Kontrolle mit einer Personenwaage.

Schwere Teile werden immer in der Nähe der Achse platziert, um die Fahrstabilität des Anhängers möglichst wenig zu beeinträchtigen. Kleinere Gegenstände werden per Gurt, Band oder Transportnetz fixiert, damit sie bei einer Vollbremsung nicht zum Geschoss werden. Neben der richtigen Ballastierung muss auch auf die Einhaltung des zulässigen Gesamtgewichtes geachtet werden. Oftmals haben Wohnanhänger eine relativ geringe Zuladekapazität. Auch die Beladung des Zugfahrzeuges erfordert Aufmerksamkeit. So ist darauf zu achten, dass inklusive der aufgebrachten Stützlast die zulässige Hinterachslast nicht überschritten wird.

Während der Fahrt sollten Gespannfahrer zudem stets an die Länge der Fuhre denken. „Wer nicht so häufig mit einem Anhänger unterwegs ist, muss sich erstmal an die veränderten Fahreigenschaften gewöhnen“, erinnert Pankratz: „Bremsweg und Kurvenradius nehmen ebenso zu wie die Angriffsfläche für Seitenwind.“ Kurven sollten entsprechend vorsichtiger angegangen werden. Der Abstand zu vorausfahrenden Verkehrsteilnehmern ist zu vergrößern.

Zudem sollte man sich bei Ferienfahrten ins Ausland über die dortigen Bestimmungen informieren.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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