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Presse und Medien

22. Juli 2021

Die Tour will gut vorbereitet sein

Motorradtouren sind für viele Biker ein Zeitvertreib, den sie gerne teilen möchten, oftmals auch mit dem eigenen Kind. „Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dass der Nachwuchs auf dem Soziussitz Platz nimmt“, schildert Karsten Graef von TÜV SÜD in München seine Erfahrungen, „aber von der körperlichen Kondition des Kindes, über die Bekleidung bis hin zu den rechtlichen Aspekten sollte man einiges im Augenmerk haben, damit die Tour nicht zur Tortur wird.“ Vor allem muss das Kind mitfahren wollen und Spaß an der Fahrt zeigen. Dann kann nach einer gründlichen Vorbereitung die erste kurze Ausfahrt starten. „Die kleinen Beifahrer sollten beispielsweise wissen, was bei einer Kurvenfahrt in Schräglage passiert und wie sie sich zu verhalten haben“, rät Graef. Insgesamt plädiert der TÜV SÜD-Fachmann zu elterlicher Geduld und Sorgfalt.

Der Gesetzgeber regelt die Anforderungen an das Motorrad zur Mitnahme von Beifahrern in Paragraf (§) 35a, Absatz 9 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Danach müssen Krafträder, auf denen ein Beifahrer befördert wird, mit einem Sitz für Beifahrer ausgerüstet sein. Hierfür sind nach § 61 StVZO Fußstützen und Festhaltemöglichkeit vorgeschrieben. Fehlt ein solcher „richtiger“ Sitz, dürfen nur Kinder unter sieben Jahren mitgenommen werden, und auch nur, wenn ein besonderer Kindersitz vorhanden ist und durch Radverkleidungen oder ähnliches dafür gesorgt ist, dass die Füße des Kindes nicht in die Speichen geraten können. Kinder unter 3 Jahren dürfen gemäß § 21 Absatz 1b Straßenverkehrsordnung (StVO) überhaupt nicht mitgenommen werden. Im Übrigen ist immer hinter dem Fahrer Platz zu nehmen.

„Bei einer Sitzprobe auf dem Motorrad zeigt sich, ob der Sprössling mit den Füssen die Fußrasten erreicht und über genügend Kraft verfügt, damit er sich über längere Zeit gut festhalten kann“, skizziert der TÜV SÜD-Fachmann die praktische Probe: „Dies sind elementare Voraussetzungen für eine Biketour zu zweit.“

Bevor es auf die erste Etappe geht, sollte man einige Übungsrunden absolvieren, etwa auf einem leeren Parkplatz, und auch die ersten Straßenkilometer sollten verhalten sowie umsichtig von statten gehen. So hat der Nachwuchs die Möglichkeit, sich an Helm, Kleidung und beengtes Sitzen zu gewöhnen. Neben der besonderen Fahrdynamik beim Bremsen und Beschleunigen sollte vor allem das Kurvenfahren geübt werden, denn die Schräglage ist für ein Kind ungewohnt.

Und es gibt noch mehr zu erfahren, um sich als Beifahrer richtig zu verhalten. Dazu gehört auch, sich während der gesamten Fahrt festzuhalten. Die Nachwuchspiloten müssen lernen, dass selbst das kurze Winken als Gruß an Schulkameraden, an denen man zufällig vorbeifährt, gefährlich sein kann.

„Eine hohe Beschleunigung, viele Gangwechsel, kurvenreiche Strecken, so sehr dies geübten Motorradfahrern Spaß macht, für Kinder ist Motorradfahren zunächst einmal anstrengend“, gibt der TÜV SÜD-Fachmann zu bedenken. Zudem lasse ihre Konzentration schneller nach als bei Erwachsenen. Daher empfiehlt Graef, die ersten Fahrten auf halbstündige Spritztouren zu beschränken. Werden die Ausflüge länger, sollten regelmäßig Pausen eingelegt werden, bei denen der Nachwuchs Helm und Kleidung kurz ablegen oder öffnen kann.

Doch vor der ersten Ausfahrt steht die Auswahl der richtigen Kleidung an. Im Fachhandel gibt es komplette Motorradausrüstung in allen Kindergrößen. Graef: „Ausnahmslos gilt dabei, immer die richtige Größe und nicht auf Zuwachs kaufen. Wie bei einem Erwachsenen kommt es darauf an, dass die Kleidung passt.“ Zudem sollte man im Augenmerk behalten, dass Kinder schneller auskühlen. Daher sollte die Motorradkluft gleichzeitig warmhalten können. Wer die Kosten für ständig neue Schutzkleidung scheut, kann sie sich leihen. Viele Motorradfachgeschäfte bieten diesen Service mittlerweile an.

Insbesondere der Helm muss perfekt passen. Daher rät der TÜV SÜD-Fachmann unbedingt zu einem speziell für Kinder geeigneten Helm. Diese sind leichter und vermeiden so unnötige Belastungen der Halswirbelsäule. Darüber hinaus sollte der Kopfschutz leicht zu öffnen sein, damit die kleinen Beifahrer ihn selbstständig auf- und absetzen können. Das kann verhindern, dass sie sich im Helm eingeengt fühlen. Dennoch sollte der richtige Sitz vor jeder Fahrt überprüft werden. Ein weiteres Kriterium ist eine gute Belüftung. Da das Sichtfeld mit Helm ohnehin stark eingeschränkt ist, kann ein beschlagener Helm die Fahrfreude trüben. „Und weil die Kommunikation durch die Helme stark eingeschränkt ist, empfiehlt sich eine integrierte Gegensprechanlage. Wer ohne diese Technik auskommen möchte, sollte Klopfzeichen auf den Oberschenkel des Fahrers mit dem Kind vereinbaren. So kann der/die kleine Passagier/-in signalisieren, wenn etwas nicht stimmt.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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