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Presse und Medien

27. Januar 2021

Damit es richtig rund läuft

Etwa 16.000 Kreisverkehre gibt es landesweit, in unterschiedlichen Varianten und mit unterschiedlichen Regeln. „Nicht immer scheinen alle Verkehrsteilnehmer zu wissen, was zu tun ist, damit es rund läuft“, schildert Marcellus Kaup von TÜV SÜD seine Beobachtungen.

Eine klassische Kreuzung von zwei Straßen weist 32 Konfliktpunkte auf, an denen sich die Wege der Verkehrsteilnehmer überschneiden können. „In einem Kreisverkehr an gleicher Stelle bestehen hingegen nur acht Konfliktpunkte, nämlich nur einer an jeder Ein- und Ausfahrt. Durch einen Kreisverkehr können die Konflikte also um 75 Prozent reduziert werden“, skizziert der TÜV SÜD-Fachmann die Vorteile dieser Vorfahrtsregelung. Zudem sorgt diese Fahrbahnunterbrechung für ein reduziertes Tempo, was wiederum Geschwindigkeitsverstößen vorbeugt. Dadurch wird ein höheres Maß an Verkehrssicherheit gewährleistet.

Für alle Kreisverkehre (Verkehrszeichen 215) gilt: Es ist nach rechts ein und dann entgegen dem Uhrzeigersinn zu fahren. Die wichtigste Regel: Fahrzeuge im Kreisel haben Vorfahrt. Um eine Selbstblockade des Kreisels zu vermeiden, wurde die Regel „Rechts vor links“ außer Kraft gesetzt. Das machen die Zeichen „Kreisverkehr“ und „Vorfahrt gewähren“ an den Einfahrten deutlich.

Parken oder Anhalten ist verboten – außer, wenn der Verkehr stockt. Die Mittelinsel darf nicht überfahren werden, selbst wenn sie nur aufgemalt ist. Eine Ausnahme gilt für besonders lange Fahrzeuge. Beim Ausfahren muss der Vorrang von dort querenden Fußgängern und Radfahrern beachtet werden. Bei einer doppelspurigen Zufahrt gilt: Wer links einfährt und die innere Kreisbahn wählt, muss beim Verlassen den Vorrang des Außenfahrenden beachten. „Wer also von innen nicht zeitig auf die rechte Spur kommt, muss eine Extrarunde drehen“, erläutert Kaup.

Bei der Einfahrt ins Rondell darf nicht geblinkt werden. Beim Verlassen ist es hingegen Pflicht. „So sollen mögliche Missverständnisse vermieden werden und mit einem frühzeitigen Blinken erspart man Einfahrenden unnötiges Warten und verbessert den Verkehrsfluss“, gibt der TÜV SÜD-Fachmann zu bedenken. Lkw über 3,5 Tonnen dürfen nach der Erweiterung der Straßenverkehrsordnung (StVO) beim Rechtsabbiegen – also auch beim Verlassen eines Kreisels – innerorts nur noch Schrittgeschwindigkeit, das heißt sieben bis elf Stundenkilometer, fahren. Dadurch sollen schwere Unfälle beim Abbiegen vermieden und die Verkehrssicherheit insbesondere für Fußgänger und Radfahrer erhöht werden. Bei Verstößen wird ein Bußgeld von 70 Euro veranschlagt und der Fahrer erhält einen Punkt in Flensburg.

Ist man im Ausland unterwegs, sollte man zuvor die jeweiligen Kreisverkehrsregeln kennen. In Deutschland ist die Betätigung des Blinkers beim Einfahren in den Kreisverkehr verboten, in der Schweiz beispielsweise nicht. In Frankreich haben Fahrzeuge, die in den Kreisverkehr einfahren wollen, grundsätzlich Vorfahrt. Allerdings wird sehr oft mittels Beschilderung dem Kreisverkehr Vorfahrt gewährt. „In einem mehrspurigen Kreisverkehr muss derjenige, der von der Innen- auf die Außenspur wechseln will, dem auf der Außenspur befindlichen Fahrzeug die Vorfahrt gewähren“, macht Kaup auf eine weitere Besonderheit aufmerksam.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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