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Presse und Medien

25. Februar 2021

Besondere Mixturen

Luftgekühlte Motoren, zu Zeiten des VW Käfer als Qualitätsmerkmal im Motorenbau hochstilisiert, gibt es praktisch nicht mehr. Fast 70 Jahre erboxten sich wasserlose Vierzylinder eine Fangemeinde, um schließlich doch wegen ihrer grundsätzlichen Nachteile zu verschwinden. „Heute wird bei Pkw ausnahmslos Flüssigkeitskühlung eingesetzt. Sie arbeitet weitgehend wartungs- und störungsfrei, daher spielt sie im Alltag der Autofahrer nur noch eine Nebenrolle“, erläutert Karsten Graef von TÜV SÜD in München: „Doch diese trügerische Unaufmerksamkeit kann teure Folgen haben. Man sollte den Kühlmittelstand regelmäßig kontrollieren und nötigenfalls das richtige Kühlmittel/ (destilliertes) Wasser-Gemisch nachfüllen, sonst riskiert man teure Motorschäden.“

Setzt die Kühlung des Motors aus, kann es bereits nach kurzer Zeit zur Überhitzung und zu einem teuren Motorschaden kommen. „Deshalb sollte man neben dem Reifendruck den Kühlmittelstand regelmäßig prüfen“, legt der TÜV SÜD-Fachmann Autobesitzern ans Herz. Dazu genügt meist ein Blick unter die Haube auf einen transparenten Behälter. Steht der Kühlmittel-Pegel oberhalb der Minimum-Marke, ist alles in Ordnung. „Zeigt die Sichtprüfung Verluste, heißt es die Ursache festzustellen“, rät Graef.

Werkstätten rücken der Leckageursache mit einem speziellen Werkzeug zu Leibe; das Kühlersystem wird förmlich aufgepumpt – abgedrückt, sagen die Fachleute – und unter Druck zeigt sich dann, wo Hand angelegt werden muss. Das kann beispielsweise eine undicht werdende Wasserpumpe, eine beschädigte Schlauchschelle oder ein Steinschlag im Kühler sein. Wie auch immer, der Schaden sollte umgehend behoben werden. „Im täglichen Fahrbetrieb gehen zunächst zwar nur einige Tropfen verloren“, schildert der TÜV SÜD-Fachmann seine Erfahrungen, „doch bei Autobahnfahrt, bei warmem Wetter und heißem Motor, kann aus dem Tröpfeln schnell ein ernsthaftes Problem werden.“

Wie ehedem Wasser nachzufüllen ist bei Kühlmittelverlusten allenfalls eine Notlösung. Ähnlich wie Motoröl hat sich Frostschutz immer mehr zu einem speziellen Betriebsstoff entwickelt. Er besteht aus Glykol/Ethanol, versehen mit diversen Additiven (Bitterstoffe, Silikat, Antioxidanten, Schaumverhütern). Bitterstoffe sollen verhindern, dass das Kühlmittel versehentlich getrunken wird. Silikate bilden eine Schutzschicht auf den Metalloberflächen und verhindern Kalkablagerungen. Antioxidanten zügeln die Korrosion von Bauteilen. Schaumverhüter unterdrücken das Aufschäumen des Kühlmittels. Glykol hält Schläuche und Dichtungen geschmeidig und hebt den Siedepunkt des Kühlmittels an.

Das Problem: Die wenigsten dürfen miteinander vermischt werden. Wenn sich anschließend Klümpchen im Kühlsystem bilden, die Wärmetauscher verstopfen und die Pumpe zerstören, zeigt der Griff zum falschen Behälter alsbald teure Folgen. Deshalb sollte man in der Bedienungsanleitung des Autos nachlesen, welches Mittel zum Einsatz kommen muss oder seine Werkstatt ansprechen. „Die Fachleute wissen, welche Sorte die richtige ist und welche ältere ersetzt“, rät Graef.

Zudem verfügen Werkstätten über ein Messinstrument, um den Gefrierpunkt des Kühlmittels und damit den Gefrierpunkt festzustellen. „Denn auch das Verhältnis destilliertes Wasser zu Kühlerfrostschutzmittel muss stimmen“, gibt der TÜV SÜD-Fachmann zu bedenken, „um genügend Motorwärme abzuleiten und im Winter nicht einzufrieren.“

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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