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Presse und Medien

20. November 2020

Eine Frage der Ausrüstung

Die Zeiten, in denen Wintercamper eine ebenso verschworene wie verfrorene Gemeinde bildeten, sind vorbei. Weil Wohnmobile immer besser ausgestattet und winterfest sind, wollen ihre Besitzer sie am liebsten das ganze Jahr über nutzen. Zusätzlich befeuert die Corona-Pandemie den Wohnmobilboom. Im August wurden 10.246 Freizeitfahrzeuge neu in Deutschland zugelassen, fast 60 Prozent mehr als im August 2019. Seit Jahresbeginn zählt die Statistik insgesamt 80.797 Neuzulassungen – rund 20 Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres.

Vor diesem Hintergrund haben mittlerweile immer mehr Campingplätze durchgehend geöffnet, bieten gerade in den Wintersport- und Wandergebieten von Saunaanlagen bis zu zünftigen Hüttenabenden alles, was das Pistencrack- und Skihaserl-Herz erfreut. „Um mitsamt dem mobilen Heim die weiße Pracht zu genießen, sollte man allerdings einige Punkte beherzigen“, legt Karsten Graef von TÜV SÜD in München winterlichen Wohnmobilisten ans Herz, „damit beispielsweise eine eingefrorene Wasserleitung nicht den Aufenthalt verdirbt“.

Zunächst sollte man wissen, ist das Wohnmobil nur wintertauglich oder winterfest. Moderne Reisemobile sind mindestens wintertauglich. Mit ihnen kann man zwar an kalten oder frostigen Tagen Urlaub machen, aber wirklich tiefe Temperaturen etwa in den Alpen sind eher etwas für die winterfesten Fahrzeuge. Sie besitzen einen beheizten Doppelboden, in dem Wasser- und Abwasserleitungen sowie der Frischwassertank frostsicher untergebracht sind und daher bei eisigen Temperaturen nicht so schnell einfrieren.

Zudem sind diese Fahrzeuge mit ihren dickeren Wänden besser gegen Kälte isoliert und sie haben in der Regel eine Zusatzheizung. „Die Heizungsanlagen heutiger Wohnmobile werden problemlos mit eisiger Kälte fertig“, beruhigt der TÜV SÜD-Fachmann: "Sie schaffen es, ein auf Minusgrade ausgekühltes Fahrzeug innerhalb von zwei Stunden auf mollige 20 Grad zu heizen.“ Ein Schwachpunkt bei der Wärmeversorgung ist oftmals das Fahrerhaus mit seinen dünnen Blechen und Fenstern. Die Fenster sollten sich daher mit Isomatten verhängen oder – bei größeren Mobilen – der Fahrer- und Beifahrerbereich mit einem Vorhang vom Wohnbereich sich wärmetechnisch separieren lassen. Arbeitet die Heizung mit Propangas, empfiehlt es sich bei der Wahl des Stellplatzes zu prüfen, dass Nachschubflaschen im näheren Umkreis zu bekommen sind. Der Inhalt einer elf Kilogramm schweren Propangasflasche ist etwa in zwei bis drei Tagen verheizt. Erfahrungsgemäß bieten Winter-Campingplätze allerdings unproblematisch Nachschub.

„Ein Muss für Wintercamper ist ein Vorzelt“, befindet Graef, „denn es schützt nicht nur vor Schneeverwehungen. Auch nasse Wintersportkleidung und Skier lassen sich dort lagern, so dass Feuchtigkeit im Innenraum vermieden wird.“ Um Feuchtigkeit aus dem Innenraum zu entfernen, empfiehlt es sich, eine Dachluke spaltbreit geöffnet zu lassen. So kann die Luft besser zirkulieren, Feuchtigkeit und verbrauchte Luft werden nach oben abgeführt.

Nach Schneefällen ist ein prüfender Blick auf das Dach des Winterquartiers notwendig. „Insbesondere nasser Schnee kann schnell zu einer zentnerschweren Last werden und muss abgefegt werden“, legt der TÜV SÜD-Fachmann Wohnmobil-Urlaubern ans Herz und während des Aufenthaltes sollte die Feststellbremse gelöst bleiben, damit sie nicht einfriert. „Zur Sicherung des Wagens werden Unterlegkeile verwendet und das Kabel für die Stromversorgung sollte man nicht direkt am Boden verlegen“, rät Graef: „Es könnte festfrieren oder von einem Schneepflug gekappt werden.“

Neulingen in Sachen Wintercamping empfiehlt er, nicht gleich in die Alpen zu reisen. Besser ist es, zunächst ein verlängertes Wochenende in den Mittelgebirgen oder an der See einzuplanen. So kann man in aller Ruhe erfahren, ob Urlaub im Schnee Lust oder Last ist.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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