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Presse und Medien

3. November 2020

Die Farbe wechseln

Auffällige Muster, knallige Farben, filigrane Dekore, Carbonoptik oder matte Effekte: Mit Folieren sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt. „Wem nach einiger Zeit die Farbe seines Fahrzeugs nicht mehr gefällt, kann statt zu einer Neulackierung zu einer Folie greifen“, schildert Karsten Graef von TÜV SÜD in München eine Alternativlösung. Die Folien werden über den vorhandenen Lack des Autos gezogen und lassen sich später einfach wieder abziehen. Doch nicht nur der Karosserie kann man so zu einem neuen Ansehen verhelfen. Manche Autobesitzer finden getönte Scheiben sportlich und schick. Andere schätzen deren Schutz vor Sonnen- und UV-Strahlung. Wer seinen Wagen im Nachhinein entsprechend aufrüsten will, kann im Zubehörhandel auf ein breites Sortiment von Folien zurückgreifen. „Zulässig für Scheiben sind allerdings nur Folien mit Bauartgenehmigung“, steckt Graef den Rahmen des Erlaubten ab und ergänzt: „Ansonsten erlischt die Betriebserlaubnis für das Fahrzeug.“

Bei Tönungsfolien bedeutet dies im Allgemeinen, dass die Verwendung an der Windschutzscheibe und den vorderen Seitenscheiben ausgeschlossen ist. Ab Werk getönte Windschutzscheiben sowie die vorderen Seitenscheiben müssen innerhalb des 180-Grad-Sichtfeldes des Fahrers eine Lichtdurchlässigkeit von mindestens 70 Prozent aufweisen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass für andere Verkehrsteilnehmer ein Blickkontakt zum Fahrer möglich ist und der seinerseits ungehinderte Sicht besitzt.

„Diese Vorschrift erfüllen jedoch nur klare oder leicht getönte Wärmeschutzverglasungen“, schildert der TÜV SÜD-Fachmann seine Erfahrungen. Im Zweifel sollte man sich fachmännischen Rat, etwa bei TÜV SÜD-Fachleuten, einholen.

„Vereinfacht gesagt sind Tönungsfolien im vorderen Fahrzeugbereich bis auf einen maximal 10 cm breiten Streifen am oberen Rand der Windschutzscheibe tabu. Und auch dieser Sonnenschutz ist meistens schon ab Werk vorhanden“, betont Fachmann Graef. Sie dürfen nur an den Seitenscheiben ab der B-Säule oder an der Heckscheibe aufgebracht werden. Bei einer stark verdunkelten Heckscheibe ist der heute übliche rechte Außenspiegel Pflicht, außerdem muss man sich etwa beim nächtlichen Rangieren darauf einstellen, dass die Rücksicht eingeschränkt ist.

„Grundsätzlich sollte man die Montage der hauchdünnen Folien besser den Fachleuten überlassen“, legt Graef Nachrüstwilligen ans Herz: „Es erfordert schon eine gewisse Erfahrung, um unschöne Falten oder Risse zu vermeiden.“ Das gilt umso mehr, soll das Fahrzeug in einer gänzlich neuen Karosserieoptik erstrahlen. „Das neue Make-up kostet zwischen 500 und mehreren tausend Euro, man lässt sich also in mehreren Werkstätten ein Angebot machen und schaut sich bereits folierte Fahrzeuge an, um keine Enttäuschung zu erleben“, legt der TÜV SÜD-Fachmann Interessenten ans Herz.

Zwar müssen auch bei Folierungen Autoteile demontiert werden, um die neue Optik faltenfrei aufzubringen. Doch im Gegensatz zu einer kompletten Neulackierung werden nicht Scheinwerfer, Fenster, Leuchten, Dichtungen und dergleichen erst demontiert und später dann wieder angebracht. „Das alles sind Arbeiten, die ins Geld gehen“, weiß Graef. „In der Regel sind Folierungen 30 bis 50 Prozent günstiger als eine Komplettlackierung”, lautet seine Erfahrung.

Etwaige Schrammen und Kratzer lassen sich bei folierten Karosserien leichter ausbessern. Ist beispielsweise ein Kotflügel angeschrammt, wird die beschädigte Folie abgezogen und der Bereich neu foliert“, so der TÜV SÜD-Fachmann: „Für solche Fälle sollte man sich den Hersteller sowie die Farb- und Chargennummer der Folie notieren, damit die Reparatur farblich perfekt passt.“ Trotzdem sind Farbprobleme möglich, weil durch Witterungseinflüsse und UV-Strahlen über die Zeit Farben verblassen können.

„Folien sind in der Regel nur eine temporäre Veränderung am Auto“, gibt der TÜV SÜD-Fachmann zu bedenken: „Nach circa fünf Jahren sind Ablösungen im Kantenbereich, Schrumpfungen und Versprödungen nicht ungewöhnlich.“ Eine konventionelle Lackierung hält hingegen über Jahrzehnte. Auch ist die Verwendung von Folierungen bei Oldtimern keine gute Idee, da das in den meisten Fällen keine altersgerechte Methode ist. Das kann schnell zu einem Verlust des H-Kennzeichens bei der nächsten Hauptuntersuchung führen.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucá

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