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Presse und Medien

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26. Juni 2020

Haus am Haken

Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen der nationalen Regierungen zu deren Bekämpfung setzen in der Tourismusbranche neue Akzente. So melden die Wohnwagenhersteller für das erste Quartal 0,7 Prozent mehr Neuzulassungen trotz Corona. Die Lust, mit dem Wohnwagen in die Ferien zu fahren, ist hierzulande ungebremst. Mehr als 660.000 Wohnanhänger waren zu Beginn des Jahres zugelassen – Tendenz steigend. „Das Fahren mit dem Heim am Haken hat jedoch einige Tücken und fordert vom Gespannlenker Erfahrung, Übung und Geschick“, schildert Karsten Graef von TÜV SÜD in München seine Erfahrungen. Selbst für erfahrene Pkw-Fahrer ist das Ziehen von Lasten eine Herausforderung, deshalb ist eine der dringendsten Empfehlungen: „Diszipliniert fahren und die Tempolimits unbedingt einhalten“, erinnert Graef. Die sind je nach Land sehr unterschiedlich. Schneller als 100 Stundenkilometer (km/h) sollte man mit Gespann ohnehin nicht unterwegs sein – auch wenn die Verkehrsregeln dies erlauben. Die allermeisten Wohnwagen sind bauartbedingt nur bis 100 km/h zugelassen.

Bevor es auf die Reise geht, heißt es: packen. Schwere Teile immer in Achsnähe platzieren und dafür sorgen, dass sie während der Fahrt auch dort bleiben. Möglichst die zulässige Stützlast von Anhänger oder Fahrzeug ausnutzen. Ebenfalls beachten: Weil die Hinterachse des Pkw die zusätzliche Stützlast des Anhängers verkraften muss, nicht die Hinterachse des Autos unnötig zusätzlich beladen. Schwere Gegenstände hier besser vor die Hinterachse, also dicht hinter die Rückbank, stellen. Wichtig: Auch darauf achten, dass weder Anhänger, noch das Zugfahrzeug überladen werden. Die zulässigen Achslasten und die zulässige Gesamtmassen sind in der jeweiligen Zulassungsbescheinigung Teil II (alt: Fahrzeugschein) nachzulesen. Vor allem eine falsche Beladung des Anhängers kann schnell zum Schlingern führen.

Grundsätzlich haben Fahrzeug und Anhänger einen deutlich längeren Bremsweg und eine geringere Beschleunigung. Das heißt als Erstes: mit viel mehr Abstand unterwegs sein. Bei einem Überholmanöver sollte man auf ausreichenden Abstand zum Nebenmann achten, sonst entsteht ein Sog und der Hänger gerät ins Schlingern. Auslöser dafür ist immer: Seitenwind. Kommt dann noch eine überhöhte Geschwindigkeit dazu, wird es besonders kritisch. Wenn es doch mal soweit kommen sollte: vom Gas gehen. Bei Bergpassagen empfiehlt Graef, früh in niedrigere Gänge schalten und möglichst immer im mittleren Drehzahlbereich fahren. Das schont den Motor und schützt ihn vor Überhitzung. Geht es talwärts, Bremskraft des Motors in niedrigen Gängen nutzen, dabei gilt aber auch der Grundsatz: Möglichst im selben Gang runter fahren, wie man den Berg hochfahren würde. Das hält die Bremsen kühl und griffig und schont den Motor. Wichtig beim Bergabfahren ist aber auch, auf genügend Abstand zu achten, da sich der Bremsweg noch weiter verlängert.

Moderne Assistenzsysteme erleichtern zwar das Gespannfahren, doch trotzdem kann die Fuhre instabil werden. „Dem Schlingern eines Anhängers geht ein Prozess voraus, den man durchaus frühzeitig wahrnehmen kann“, weiß Graef. Die Alarmlampen beim Fahrer sollten angehen, wenn der Wohnwagen leicht schlingert, obwohl es keine Lenkbewegungen gibt. Hier gilt Tempo reduzieren, dann beruhigt sich das Gespann wieder. Kritischer wird es, wenn sich die Schlingerimpulse vom Anhänger auf das Zugfahrzeug übertragen. Jetzt gilt: Lenkrad gerade halten und kurz, aber kräftig auf die Bremse treten um die Geschwindigkeit zu reduzieren und das Gespann zu beruhigen.

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Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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