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Presse und Medien

6. Februar 2020

Sicher mit Kindern unterwegs

Die wohl größte Gefahr bei einer Autofahrt droht Kindern von den eigenen Eltern. „Vom Bußgeld – 30 Euro – ganz abgesehen, wer sein Kind ganz und gar ungesichert oder ohne Kindersitz, beziehungsweise ohne entsprechende Sitzerhöhung im Auto mitnimmt, handelt grob fahrlässig“, urteilt Karsten Graef von TÜV SÜD in München. Doch nicht nur auf den passenden Sitz sollten Eltern im Interesse ihrer Kinder achten. „Beispielsweise kann zu dicke Kleidung dazu führen, dass der Gurt seine Rückhaltefunktion nur unzureichend erfüllt“, schildert der Fachmann seine Erfahrungen „und ebenfalls die alters- sowie größengerechte Sicherung sollte man regelmäßig kontrollieren.“

Zwei typische Fehler sind dem TÜV SÜD-Fachmann zufolge immer wieder zu beobachten: Die Kinder werden zu früh von der Babyschale in den Kindersitz oder in Fahrtrichtung gesetzt; mit Gurten gesicherte Sitze sind oft zu locker befestigt. „Auch beim Anschnallen der Kinder sollten die Eltern aufpassen, dass die Gurte straff genug angezogen sind“, legt Graef Eltern an Herz: „Sonst besteht die Gefahr, dass das Kind bei einem Aufprall aus dem Gurt rutscht. Mehr als eine flache Hand sollte nicht zwischen Kind und Gurt passen.“

Regeln für Sitze

Vor allem bei der täglichen Fahrt zur Schule sollten Eltern darauf achten, dass ihre Kinder richtig angeschnallt sind und nur so viele Passagiere mitgenommen werden, wie Anschnallgurte vorhanden sind.

Kindersitze haben in den vergangenen Jahren bedeutende Verbesserungen erfahren. Einfachere Handhabung und mit Isofix vorbereitete Autos führen dazu, dass die gefährlich falsche Anwendung („Misuse“) seltener wird. Bedeutende Verbesserungen brachte die nunmehr vollständig in Kraft getretene Zulassungsvorschrift UNECE R 129 auch für ältere Kinder, die auf Sitzerhöhungen („Booster“) reisen. Sitze und Sitzerhöhungen der neuen Norm UNECE R 129 orientieren sich nunmehr an der Größe der Kinder und nicht mehr am Gewicht. Sie passen daher besser zur körperlichen Entwicklung. Zudem ist ein optimales Zusammenwirken mit inzwischen üblichen Sicherheitssystemen wie Seitenairbags gewährleistet. In der EU sind für Auto-Kindersitze aktuell drei UNECE-Normen gleichzeitig gültig: UNECE R 44 in den Änderungsserien 03 und 04, sowie UNECE R 129 (Letztere auch bekannt als „i-Size-Norm“). Nur Sitze, die nach einer dieser Prüfnormen genehmigt wurden, dürfen in der EU und damit in Deutschland für den Transport von Kindern im Auto verwendet werden. Man erkennt die Prüfnorm eines Kindersitzes anhand des orangen Prüfsiegels, das auf dem Sitz kleben muss. Sitze, die nach den älteren UNECE-Normen R 44/01 und R 44/02 genehmigt sind, dürfen nicht mehr verwendet werden.

„Um die Zulassungsvorschriften zu erfüllen, muss jeder Hersteller verschiedene Prüfungen von unabhängigen dafür benannten Prüflaboren durchführen lassen. Beispielsweise müssen die gesetzlichen Vorgaben des Kindersitz-Crashtests nach dieser Norm geprüft und erfüllt werden“, erläutert Graef. So muss jeder Kindersitz vor der Zulassung einen Seitenaufpralltest bestehen. Bislang wurden nur die Schutzwirkung bei Frontalunfällen und Heckunfällen getestet. Für die Sicherheitstests des Kindersitzes müssen modernere Crash-Test-Dummies eingesetzt werden. Mit den innovativen Prüfpuppen können die Tester die Auswirkungen eines Unfalls auf den Kinderkörper besser erfassen. Sitzerhöhungen ohne Rückenlehne sind erst für Kinder ab 125 Zentimeter (cm) Körpergröße erlaubt. Zu beachten ist überdies, dass die Prüfnormen lediglich einen Mindeststandard festlegen. „Zwischen den zugelassenen Sitzen gibt es daher beträchtliche Unterschiede bezüglich Schutz und Handhabung“, schildert der TÜV SÜD-Fachmann seine Erfahrungen. Entscheidungshilfen bieten Tests, die regelmäßig von Automobilclubs und Automagazinen veröffentlicht werden.

„Von Zeit zu Zeit empfiehlt es sich die Höhe der Kopfabstützung zu überprüfen“, empfiehlt Graef zudem, „denn kleine Kinder wachsen schnell. Wenn der Kopf aus der Babyschale herausragt, auf die nächste Größe wechseln.“ Bei Sitzen nach UNECE R 129 ist auf die Angabe zu der Größe des Kindes zu achten. Stichwort: Airbag. Hier sollte man auf die Hinweise des Kindersitz- sowie des Autoherstellers achten. Bei aktivierten Beifahrer-Frontairbags dürfen rückwärts gerichtete Kindersitzsysteme nicht auf dem Beifahrersitz verwendet werden. Will man den Beifahrersitz nutzen, muss der Airbag nach Herstellervorgabe deaktiviert werden. Ist der Junior-Beifahrer älter als zwölf Jahre oder über 150 cm groß, darf er ohne Kindersitz im Kraftfahrzeug mitfahren. „Damit der optimale Gurtverlauf gewährleistet ist, sollte man jedoch genau überprüfen, ob eventuell dennoch eine Kindersicherung genutzt werden sollte. Dies kann beispielsweise eine Sitzerhöhung sein“, rät der Fachmann „und reisen kleine Passagiere im Fond, sollte der Platz hinten rechts oder hinten in der Mitte ausgewählt werden, denn dann kann das Kind auf der sicheren Seite zum Fußweg aus- und einsteigen“.

Pressekontakt: Vincenzo Lucà

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